Kategorie: Andy Ruhr

Jahreshighlights 2022

Jahreshighlights 2022

Andys Top 3 in 2022

 

Ich liebe es, am Ende des Jahres einen Blick zurückzuwerfen und zu schauen, was habe ich gelesen, was hat mir gefallen, was nicht so. Obwohl es genauso viele Besprechungen wie vergangenes Jahr waren, hätten es noch mehr sein können, hätten mir Netflix und Amazon Prime nicht dazwischen gegrätscht. Aber die sieben Staffeln Bosch wollten halt auch gesehen werden. Viele gute Bücher, einige Abbrüche und drei Mal die Höchstwertung, Bücher, die mir auch nach der Lektüre lange im Gedächtnis bleiben werden. Und hier sind meine Top 3 des Jahres 2022 (Link in der Überschrift führt zur ausführlichen Rezension):

Elizabeth Wetmore | Wir sind dieser Staub

Elizabeth Wetmores Debüt führt uns ins ländliche Texas der 70er Jahre, ein raues Setting, in dem Männer auf Ölfeldern arbeiten und Frauen zusehen müssen, wie sie ohne jede Perspektive auf Veränderung klarkommen. Es geht brutal und sexistisch zu. Als eine minderjährige Mexikanerin in einem kleinen Kaff brutal vergewaltigt wird, kann sie sich am anderen Morgen schwer misshandelt und mehr tot als lebendig durch die unwirtliche Wüste zu einer Ranch flüchten. Die hochschwangere Besitzerin hilft ihr, wird danach von allen schikaniert und zieht traumatisiert in die Stadt. Fernab von allen Genreschubladen erkundet Wetmore eine trostlose Landschaft, die vom Ölboom bestimmt wird, empathisch erkundigt sie die Menschen, erzählt aus der Perspektive verschiedener Frauen und ihrem hilflosen Ausgeliefertsein, aber auch vom erstmaligen Aufbegehren gegen den Sexismus und Rassismus. Der poetische aber auch drastische Sprachstil hat mich mitgerissen und ich kann diesen großartigen, eindrücklichen Roman unbedingt empfehlen.

Don Winslow | City on Fire

Der erste Teil einer geplanten Trilogie ist eine nostalgische Reise in die 80er. Es geht um einen Bandenkrieg zwischen der italienischen Mafia und dem irischen Mob in Winslows Heimatstadt Providence. Wegen einer schönen Frau bekommt die fragile Koexistenz der beiden Familienclans Risse und löst eine Lawine der Gewalt aus. Der kluge, umsichtige Danny Ryan, Hauptfigur in Winslows neuem Thriller, der schon lange davon träumt, das Business zu verlassen, muss widerwillig das Zepter übernehmen. Wie Danny vom Handlanger zum Anführer aufsteigt, ist tempo- und wendungsreich mit großer visueller Sogkraft erzählt. Eine gut konstruierte, ganz klassische Geschichte, in der Macht, Loyalität, Familie, Freundschaft und Verrat eine große Rolle spielen. Inspiration holte Winslow sich bei den großen Klassikern, denn City on Fire ist auch Epos und Drama. Ein Thriller, wie er sein muss, ein Pageturner im besten Sinne, extremspannend, emotional mit ambivalenten Helden. Dieses Jahr konnte ich den charismatischen Ausnahmeschriftsteller auch bei einer Lesung kennen lernen. Deshalb hoffe ich, dass die Trilogie nicht wie geplant, das Ende seiner Karriere einläutet.

Rumaan Alam | Inmitten der Nacht

Eine ganz typische New Yorker Familie des weißen Mittelstandes hat ein luxuriöses, allerdings ziemlich abgelegenes Ferienhaus auf Long Island gemietet, um mit den beiden pubertierenden Kindern eine unbeschwerte Woche zu verbringen. Die Idylle wird schon in der ersten Nacht gestört, als ein älteres, schwarzes Ehepaar um Einlass bittet. Sie stellen sich als die Besitzer des Domizils vor und erzählen von einem großflächigen Blackout in New York. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich ein immer bedrohlicher werdendes Szenario. Unaufhaltsam verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich eine Katastrophe unbekannten Ausmaßes ereignet hat. Die anspruchsvolle Lektüre hat mich von der ersten Seite mitgenommen und nicht mehr losgelassen. Das lag zum einen an der Sprachgewalt des Autors, der genüsslich jedoch mit feinem Humor seine Figuren seziert und ihre Charaktere und teilweise irrationalen Verhaltensweisen ambivalent aber durchaus menschlich zeichnet. Zum anderen wird durch die dystopischen Andeutungen eine permanent unterschwellige Spannung generiert. Für mich eine verstörende Lesereise, die mich gefesselt hat und sich schwer einem bestimmten Genre zuordnen lässt. Ein Psycho- und Katastrophenthriller, Kammerspiel und Sozialsatire, in dem der Autor wie nebenbei soziale Themen wie Klimawandel, Alltagsrassismus und Konsumgesellschaft einbindet.

 

Gunnars Top 3 in 2022

 

82 Bücher mit knapp 30.000 Seiten habe ich in 2022 gelesen, sagt zumindest meine Goodreads-Statistik. Die große Mehrzahl waren natürlich Krimis, dabei habe ich viele ordentliche und gute Krimis gelesen, mit Höchstnoten war ich aber sparsam. Bei den älteren Krimis war mein absolutes Highlight „Wahrheit“ von Peter Temple. Bei den aktuellen Titeln hätte ich zusätzlich ebenfalls wie Andy auf Don Winslows „City on Fire“ verwiesen, sehr stark finde auch meine aktuelle Lektüre: Attica Locke mit „Pleasantville“. Aber letztlich habe ich mich für diese drei Titel entscheiden:

Oliver Bottini | Einmal noch sterben

„Curveball“ war der legendäre Informant des BND, der den USA den Vorwand für den Irakkrieg lieferte. Wie sich später herausstellte, waren die Information falsch. Was aber, wenn dem BND (und den Amerikanern) das durchaus bewusst war? Oliver Bottini ist der Meister des deutschen Politthrillers und liefert hier ein realistisches Szenario unter der Prämisse, dass Curveball bewusst als falsche Quelle aufgebaut wurde und das Ganze von einer geheimen Gruppe, einem Staat im Staate, gedeckt und zur Not auch gegen offizielle Ermittler der deutschen Sicherheitsbehörden verteidigt wird. Ein faszinierender und zugleich beklemmender Plot, gepaart mit Bottinis üblichem literarischem Anspruch.

Garry Disher | Stunde der Flut

Was wäre ein Rückblick auf meine Jahreshighlights ohne Garry Disher? Ich durfte den sympathischen, bodenständigen Australier im Herbst beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ auch live erleben. Als Krimiautor spielt er weltweit in der absolut obersten Liga mit und das mit einer eindrucksvollen Konstanz. „Stunde der Flut“ ist diesmal ein Stand-Alone mit dem suspendierten Polizistin Charlie Deravin, der immer noch dem Verschwinden seiner Mutter von vor zwanzig Jahren nachspürt. Eine sehr komplizierte Familiensituation, denn Hauptverdächtiger ist nach wie vor sein eigener Vater, was Charlie allerdings nicht glaubt. Der Plot hat noch weitere Stränge, es geht um toxische Männlichkeit damals wie heute und wie immer bringt Disher alles gewohnt routiniert auf den Punkt zusammen. Ich hatte es schon in der ausführlichen Besprechung erwähnt: Garry Disher bleibt Goldstandard der Kriminalliteratur.

Ann-Helén Laestadius | Das Leuchten der Rentiere

Ein Roman, der für mein Empfinden noch mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Den deutschen Titel hat der Verlag möglicherweise mit einem Hintergedanken auf „Der Gesang der Flusskrebse“ gewählt. Dieser Titel war für mich echt enttäuschend, aber bei den Rentieren war ich wirklich begeistert. Im Zentrum steht die Sámi Elsa, ihre Familie betreibt die traditionelle Rentierwirtschaft. Als Neunjährige beobachtet sie einen Wilderer, der sie bedroht, sodass sie über den Vorfall schweigt. Zehn Jahre später als junge Erwachsene findet Elsa endlich den Mut, ihr Schweigen zu durchbrechen, und bringt sich damit in starke Gefahr. Der Roman handelt von Fragen der Identität, von Zukunftsängsten der Samen, von der Ignoranz und dem Rassismus der schwedischen Mehrheitsgesellschaft, aber auch von den internen Problemen der samischen Gemeinschaft. Er verbindet sehr eindrucksvoll verschiedene Elemente wie Familiendrama, Gesellschaftsroman und Krimi. Ein echtes Jahreshighlight.

 

Weiterlesen I: Die Gewinner des Deutschen Krimipreises 2022

Weiterlesen II: Die Jahres-Top Ten 2022 der Jury der Krimibestenliste

Greg Buchanan | Sechzehn Pferde

Greg Buchanan | Sechzehn Pferde

Sechzehn Pferde, hatte Alec berichtet. Und die Schweife – alle abgetrennt. Sie liegen auf einem Haufen. Die Art, wie die Schweife, nun regennass, ineinander verstrickt waren. Die Art, wie die Augen immer noch vom Boden aufsahen. Und ihre Anordnung … diese groben Kreise … Er hatte nicht den Eindruck, dass dies der Ort eines Verbrechens war. Es wirkte eher wie der Ausdruck eines Wunsches. (Auszug Seite 35)

In dem englischen Küstenstädtchen Ilmarch werden 16 Tierkadaver gefunden. Die Pferde wurden nachts auf einer Farm unbemerkt abgeschlachtet und ihre abgetrennten Köpfe in eigenartiger Weise arrangiert. Dem ermittelnden Polizisten Alec Nichols bietet sich ein bizarrer Anblick: Nur die Köpfe der grausam getöteten Pferde wurden kreisförmig in den Ackerboden eingegraben, während ein Auge in den Himmel blickt. Von den Körpern der Tierleichen keine Spur, lediglich die Schweife werden in der Nähe gefunden. Die schockierte örtliche Polizeidienststelle ist überfordert und die Veterinärforensikerin Dr. Cooper Allen wird hinzugezogen. Durch ihre Erfahrung als ehemalige Tierärztin versucht sie zusammen mit Detective Sergeant Nichols die Botschaft zu entschlüsseln, versucht rauszufinden, was mit den Pferden geschehen sein könnte.

Dr. Cooper Allen, eine verschlossen und unterkühlt wirkende Person, geht bei den Befragungen behutsam und zurückhaltend vor. Trotzdem halten sich die Bauern bedeckt, wollen nichts gesehen oder gehört haben. Auch DS Nichols wirkt oft abwesend und in sich gekehrt. Er kämpft nach dem Tod seiner Frau als alleinerziehender Vater eines Sohnes gegen Depressionen und wirkt teilweise überfordert.

Der düstere Kriminalroman ist in einem ehemaligen Urlaubsort an der Ostküste Englands angesiedelt, der mittlerweile durch Globalisierung und Rezession wirtschaftlich abgehängt wurde. Die Hotels werden inzwischen entweder als Sozialwohnungen genutzt oder Obdachlosen überlassen. Die jungen Leute wandern ab, denn es gibt keine Arbeit mehr, Betriebe und Geschäfte schließen, Straßen und Gebäude verfallen. Ilmarch ist am Ende, das wirklich Bedrückende ist aber, dass die verbliebenen Menschen einfach weiter machen, in unheimlicher Stille dahin vegetieren und in Verbitterung und Hass versinken.

Der Klappentext hatte mich enorm angefixt und der Ansatz, eine Ermittlung von Tierleichen aus aufzuziehen, neugierig gemacht. Ohne Vorwarnung wird man sofort in die Geschichte hineingezogen, und es geht gleich spannend los. Durch die kurzen Kapitel und die damit einhergehenden Sprünge muss man allerdings dranbleiben und aufpassen, nicht den Faden zu verlieren. Aufgrund der Kadaver in der Erde entwickelt sich ein hochansteckender Krankheitserreger. Als der Ort unter Quarantäne gestellt wird, damit sich die Infektion nicht weiter ausbreitet, überschlagen sich die Ereignisse. Es kommt zu weiteren Todesfällen und Nichols Sohn Simon verschwindet urplötzlich.

Und hier wird die ohnehin schon krude Handlung richtig verworren. Den Erzählstil empfand ich sehr anstrengend und nicht leicht konsumierbar. Ständig wird irgendwohin gesprungen, auch auf der Zeitebene, hier eine Traumsequenz, dort ein Gespräch. Es ist schwierig, der Story zu folgen, man verliert den Überblick, dazu die schrägen Figuren, die teilweise sehr übertrieben agieren und sich in ihrem Weltschmerz verlieren. Es gibt auch keine zielgerichtete Ermittlung, die zu einer schlüssigen Lösung führt. Die beiden Protagonisten Nichols und Allen werden wie zwei verlorene Seelen, die einen bizarren Fall aufklären wollen, mehr durch das Geschehen getrieben als es zu bestimmen. Obwohl man ihre innere Zerrissenheit und Verzweiflung jederzeit spürt, baute ich keine Bindung zu ihnen auf. Dazu ist die Geschichte voller Gewalt, besonders gegen Tiere und die detaillierten Beschreibungen von Tierquälereien muss man aushalten. Trotzdem ist es bis zum Schluss fesselnd und ich wollte wissen, wie es zu Ende geht. Leider war die Auflösung dann für mich eher unbefriedigend.

Greg Buchanan, ein Drehbuchautor für Videospiele hat mit seinem Debütroman einen Krimi von hoher literarischer Qualität über den Untergang eines fiktiven, entlegenen Kaffs an der Ostküste Englands vorgelegt, für die er eindringliche Bilder findet. Ein Roman, der grade wegen seiner Gewalt gegen Tiere nichts für schwache Nerven ist und eine bedrohliche und verstörende Atmosphäre kreiert. Einen roten Handlungsfaden sucht man vergebens, der Autor ist nicht vordergründig an dem Krimiplot interessiert, setzt mehr auf Melodramatik und Schwermut. „Sechzehn Pferde“ ist ein Roman mit Tiefgang über den Niedergang eines englischen Dorfes, der Einblicke in die Abgründe menschlicher Seelen bietet.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Sechzehn Pferde | Erschienen am 23. Februar 2022 im S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-103-97488-1
448 Seiten | 22,00 Euro
Originaltitel: Sixteen Horses | Übersetzung aus dem Englischen von Henning Ahrens
Bibliografische Angaben & Leseprobe

William McIlvanney & Ian Rankin | Das Dunkle bleibt

William McIlvanney & Ian Rankin | Das Dunkle bleibt

In Städten wimmelt es von Verbrechen. In allen. Das ist einfach so. Kommen genügend böse Menschen an einen Ort zusammen, macht sich das Böse in irgendeiner Form bemerkbar. Liegt in der Natur der Sache. Und ist den Bürgern meist nur unterschwellig bewusst. (Auszug Anfang)

Anfang der Siebziger in Glasgow. Seit drei Tagen liegt Bobby Carter erstochen in einer Gasse hinter einem Pub. Der korrupte Anwalt war die rechte Hand von Cam Colvin, einer Glasgower Unterweltgröße, die einen Großteil der Arbeiterstadt managt. Sein Konkurrent ist John Rhodes, ein weiterer gefürchteter Gangsterboss und dass der Leichnam in seinem Revier liegt, gerät schnell zu einem Problem. Colvin, ein raubeiniger, ruppiger Schläger betrachtet den Mord als Anschlag seines größten Rivalen auf sein Herrschaftsgebiet. Ein dritter Gangsterboss, Matt Mason mischt auch noch mit, so dass das Glasgow Crime Squad einen erbitterten Bandenkrieg befürchtet. Detective Constable Jack Laidlaw wird mit den Ermittlungen betraut. Der schlaue Einzelgänger im Polizeidienst ist für sein besonderes Gespür für die Straße bekannt, wird aber auch trotz großer kriminalistischer Erfolge aufgrund seiner unangepassten Art gefürchtet. Der Enddreißiger ist ein unkonventioneller Charakter, der aus seiner Verachtung für Intimfeind DI Ernie Milligan, der seiner Meinung nach die falschen Fährten verfolgt, keinen Hehl macht. Sein neuer Partner DS Bob Lilley bekommt dies direkt zu spüren.

„Er ist ein Unikat in einer Welt der Massenproduktion. Kein Polizist, der zufällig auch Mensch ist. Er ist ein Mensch, der zufällig auch Polizist ist, und die Bürde schleppt er überall mit sich herum.“ Auszug Seite 279

Laidlaw nutzt seine Verbindungen zur Glasgower Unterwelt, dessen Machtverhältnisse und Geschäfte ihm vertraut sind, um den ausgesprochen verwickelten Fall zu lösen. Als Ermittler alter Schule löst man seiner Meinung nach Kriminalfälle nicht am Schreibtisch, sondern auf der Straße. Trotz der relativen Kürze der Geschichte tauchen viele Figuren auf, die einen beim Lesen fordern und schnell den Überblick verlieren lassen. Die Ermittlungen halten einige Überraschungen bereit, bis Laidlaw schlussendlich durch seine unorthodoxe Arbeitsweise eine völlig unerwartete, aber schlüssige Lösung für Bobby Carters Ermordung gefunden hat.
Zeitlich spielt die Handlung innerhalb weniger Tage, bietet solide Spannung à la Whodunit aber noch mehr stimmige Milieustudien und eine fesselnde Zeitreise. Es sind die 70er Jahre, Hochzeit des Glasgower Gangstermilieus mit mafiösen Strukturen. Frauen werden bei der Polizei höchstens als Hilfskräfte sprich Tippsen eingesetzt. Das düstere Grundszenario wird durch kurze Kapitel, viele knackige Dialoge mit Sprachwitz zu den Lesenden transportiert.

Laidlaw ist eine sehr widersprüchliche Figur. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, beschäftigt er sich gerne mit den großen Philosophen, dessen Bücher in seinem Schreibtisch liegen und die er gerne zitiert. Er liebt es Bus zu fahren, um Menschen und Umgebung zu studieren. Den Tätern gegenüber häufig verständnisvoll und mitfühlend aber ohne große Illusionen, werden seine Ehefrau Ena und die drei kleinen Kinder dagegen sträflich vernachlässigt. Anstatt nach Hause zu seiner Familie zu gehen, trifft er sich nach Dienstschluss lieber mit seinem neuen Partner auf ein Guinness im Pub und sinniert über Recht und Gerechtigkeit. Wenn er über den Verfall der Stadt spricht, blitzt auch immer eine leise Sozialkritik durch. Sobald er an einem großen Fall arbeitet, übernachtet er oft im Burleigh Hotel in der Innenstadt, um mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben. Und bei seiner Geliebten, der Empfangsdame Jen vom Burleigh. Die Ehe scheint zerrüttet, aber Ena versucht zumindest verzweifelt, noch irgendwas zu retten und eine Verbindung zum neuen Kollegen Lilley und dessen Ehefrau aufzubauen.

William McIlvanney wurde mit seiner Laidlaw-Trilogie über die schottischen Grenzen hinweg bekannt. Er hat mit der Figur des Jack Laidlaw 1977 den modernen schottischen Kriminalroman begründet und Laidlaw wurde als erster Roman dem schottischen Noir oder besser dem Tartan Noir zugerechnet. Die allgemeine Hochachtung seiner Werke gründet dabei auf der literarischen Sprache und dass immer große moralische und soziale Fragen angegangen sowie ein realistisches Bild einer von sozialen Umbrüchen gekennzeichneten Großstadt der 70er gezeigt wurde. „Das Dunkle bleibt“ ist ein Manuskript aus dem Nachlass des 2015 Verstorbenen, welches von Ian Rankin vollendet wurde. Der schottische Starautor, ein großer Bewunderer seines Landmanns und Autorenkollegen bekennt, ohne das Vorbild Laidlaw hätte es seinen Inspektor Rebus nie gegeben. So entstand ein Prequel, dem man nicht anmerkt, dass hier zwei unterschiedliche Autoren-Ikonen am Werk waren.

Ich kannte die Kult-Trilogie nicht, habe aber im Anschluss den ersten Band gelesen und auch wenn mir „Das Dunkle bleibt“ gut gefallen hat, war „Laidlaw“ sprachlich noch mehr auf den Punkt, strukturierter und die Gangsterbosse und die Figur des Inspektors Jack Laidlaw noch griffiger.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Das Dunkle bleibt | Erschienen am 24. August 2022 im Antje Kunstmann Verlag
ISBN 978-3-956-14508-7
288 Seiten | 25,00 Euro
Originaltitel: The Dark Remains | Übersetzung aus dem Englischen von Conny Lösch
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Gunnars Rezension zu „Laidlaw„

Val McDermid | 1979 – Jägerin und Gejagte (Band 1)

Val McDermid | 1979 – Jägerin und Gejagte (Band 1)

Die junge Reporterin Allie Burns fängt 1979 frisch bei einer Glasgower Zeitung an. Sie ist ehrgeizig und voller Ambitionen, aber Ende der 70er Jahre haben es Frauen in der männerdominierten Journalistenszene noch schwer. Bei dem fiktiven Boulevardblatt Clarion regiert der „Boys Club“ und die wenigen weiblichen Angestellten sind für die eher leichten Frauenthemen, Familiendramen oder das undankbare Witwenschütteln zuständig.

„Die Kleine hat recht. Wenn wir es auf diese Weise angehen, wird jede Frau in Dundee Gänsehaut bekommen. Ich mag das. Seht ihr, ich hab’s euch doch gesagt, Jungs. Die weibliche Perspektive mit einzubeziehen hat seine Vorteile.“ (Auszug Pos. 1211)

Allie findet in ihrem jungen Kollegen Danny Sullivan einen Verbündeten. Dieser recherchiert in einem brisanten Fall von Steuerbetrug und Geldwäsche im großen Stil, in deren Machenschaften ausgerechnet sein eigener Bruder verwickelt zu sein scheint. Er bittet Allie um Unterstützung und sie hilft ihm nicht nur mit ihren brillanten Formulierungskünsten. Auf einer Scottish National Party kommt Allie dann zufällig einer potenziellen Separatistengruppe auf die Spur, die mit logistischer Hilfe der IRA Anschläge planen, um die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien voranzutreiben. Als Danny sich als angeblicher Finanzier in die Gruppe einschleust, geraten die beiden aufstrebenden Journalisten in Lebensgefahr.

Allie und Danny bilden ein gutes investigatives Team und betreiben ihre Recherchen typisch für die damalige analoge Welt noch mit Telefonbüchern und Straßenkarten. Mit großem Engagement wollen sie politische und gesellschaftliche Missstände aufdecken und nach den ersten Erfolgen fühlen sie sich schon auf den Spuren der „Watergate«-Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward.

Nostalgische Zeitreise in die 1970er Jahre
1979 ist der erste Band einer 5-teiligen Reihe über die Journalistin Allie Burns, die über 5 Jahrzehnte geplant ist und die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen Schottlands aufzeigt. Da die schottische Autorin selbst in dieser Zeit einige Jahre als Reporterin bei einer Lokalzeitung in Glasgow tätig war, kann sie wunderbar ihre persönlichen Erfahrungen aus der Welt der Medien einbringen. Auch wenn tatsächlich noch ein Mord passiert, steht in dem historischen Kriminalroman die journalistische Arbeit im Vordergrund und hat im Krimiteil schon seine Schwächen. So hatte ich noch mit einem Plottwist zum Ende gerechnet, der dann ausblieb. Der Erzählstil ist betont langsam, die Geschichte plätschert auch so vor sich hin, aber es ist dem Können der Bestseller-Autorin zu verdanken, dass ich es sehr genossen habe. 1979 ist vielmehr eine Zeitreise in ein Schottland, das neben wochenlangen Minusgraden, Schneestürmen sowie Stromausfällen auch mit immensen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat. Die gesellschaftspolitischen Ereignisse dieser Zeit werden gekonnt wiedergegeben. Dabei wird Glasgow als eine Stadt der Gegensätze skizziert, in der extreme Armut neben unverhältnismäßigen Reichtum und Schönes neben Hässlichem existiert.

Speckbrötchen und klappernde Schreibmaschinen
Das erzählt Val McDermid sehr kleinteilig mit viel Nostalgie, wenn es um die tägliche Arbeit in den verrauchten Büros der Redaktion mit klappernden Schreibmaschinen und vielen fetttriefenden Speckbrötchen geht. Aber auch Homophobie, Frauenfeindlichkeit und andere Formen von Sexismus werden lebensnah beschrieben. 1979 steht Homosexualität in Schottland noch unter Strafe. Das erschwert die Lebensumstände des nicht offen schwul lebenden Danny erheblich und er steht auch privat unter permanentem Druck. Retro-Flair entsteht auch durch die Musik, die aus den Radios plärrt (es gibt eine Playlist am Ende des Buches) und Literatur, denn Val McDermid streut immer wieder Referenzen an Glasgows Literaten ein, zum Beispiel William McIlvanney, dessen legendärer Roman „Laidlaw“ 1977 den modernen schottischen Krimi begründete.

Der fesselnde Roman war für mich eine Wohltat in unserer schnelllebigen Zeit, in der sich alles verändert und vieles beängstigend oder zumindest unübersichtlich erscheint und man sich gerne der bereits abgeschlossenen Vergangenheit zuwendet. Die Geschichte, von McDermid souverän mit trockenem Humor erzählt, hat mich glänzend unterhalten und ich bin sehr neugierig auf nachfolgende Titel der Reihe, um zu sehen, wie Allie Burns sich weiterentwickelt, ihren eigenen Stil findet und sich in der männerdominierten Journalistenszene durchsetzt.

 

Foto und Rezension von Andy Ruhr.

1979 – Jägerin und Gejagte | Erschienen am 01.06.2022 bei Knaur
ISBN 978-3-426-52882-2
432 Seiten | 12,99 €
Als E-Book: ISBN B09KX9TTMT | 9,99 €
Originaltitel: 1979 | Übersetzung aus dem Englischen von Dr. Kirsten Reimers
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Andys Rezension zu Val McDermids Roman „Das Grab im Moor„

Abgehakt | Kurzrezensionen September 2022

Abgehakt | Kurzrezensionen September 2022

Unsere Kurzrezensionen zum Ende September 2022

 

 

Amor Towles | Lincoln Highway

Nebraska Mitte der 50er Jahre. Der 18jährige Emmett Williams wird nach über einem Jahr wegen Totschlags aus der Besserungsanstalt Salina entlassen. Er kehrt zum Familienhaus zurück, wo nach dem Tod des Vaters und dem Verschwinden der Mutter nur noch sein 8jähriger Bruder Billy wartet. Die kleine Farm gehört inzwischen der Bank und Emmett möchte mit Billy ein neues Leben beginnen. Dazu wollen die beiden mit dem alten hellblauen Studebaker über den Lincoln Highway Richtung Kalifornien fahren, wo sie die vor Jahren verschwundene Mutter vermuten. Kurz vor der Abfahrt tauchen Duchess und Woolly, zwei Freunde aus dem Jugendknast mit ganz anderen Reiseplänen auf. Sie stehlen Emmetts Auto samt seinem Geld und machen sich auf den Weg nach New York City, um an Woollys Erbe zu gelangen. Die beiden Brüder sehen sich gezwungen, ihnen per Zug hinterher zu reisen. Das ist der Beginn einer aberwitzigen Reise mit vielen skurrilen Begegnungen und vier sehr unterschiedliche Jugendlichen, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen. Der besonnene Emmett, der schon früh Verantwortung übernehmen, sich aber auch mit seinem Jähzorn auseinandersetzen muss, sein kleiner oft altklug wirkender Bruder Billy. Dagegen der durchgeknallte Duchess, der total ichbezogen nur nach seinem eigenen Moralkodex handelt. Und dann noch der liebenswerte Woolly, Spross einer wohlhabenden Ostküstenfamilie, aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen immer Außenseiter und unberechenbar in seinen Handlungen.

Die Road Novel beginnt mit Emmetts schicksalhafter Herkunftsgeschichte sowie der Gewalttat sehr vielversprechend und ich genoss das ländliche Setting des mittleren Amerikas. Leider konnte es mich dann aber nicht durchgehend begeistern. Der Plot verfängt sich in vielen Nebenhandlungen, es wird aus nicht weniger als acht Perspektiven erzählt. Dadurch bremst sich die Geschichte immer wieder aus und alles wird nur oberflächlich angerissen. Amor Towles ruhiger Erzählton ist liebenswert charmant, bildgewaltig, rutscht jedoch für meinen Geschmack öfter ins Banale ab. Mir war es oft zu redselig und viele Sätze zu bedeutungsschwanger und mythenbeladen. Die einzelnen Charaktere sind mit Ecken und Kanten gut ausgearbeitet, und besonders Duchess machte es mir oft nicht leicht, seine Eskapaden zu ertragen. Viele überraschende Wendungen hielten mich dann doch bei der Stange und ich wollte auch unbedingt wissen, was es damit auf sich hat, dass die Kapitel des Romans rückwärts gezählt werden.

 

Lincoln Highway | erschienen am 25. Juli 2022 im Carl Hanser Verlag
ISBN 978-34462-7400-6
576 Seiten | 26,00 Euro
Originaltitel: The Lincoln Highway | Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Höbel
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3 von 5
Gerne: Spannungsroman

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

 

Chris Hadfield | Die Apollo-Morde

Der Kanadier Chris Hadfield war bis 2013 Astronaut und wurde international vor allem mit seiner Mission auf der ISS Ende 2012 / Angang 2013 bekannt, von wo mit Nachrichten und Bildern von der ISS über die sozialen Medien große Popularität erlangte. Kurz vor seiner Rückkehr zur Erde veröffentlichte Hadfield auch ein Musikvideo, in der er in der Raumstation David Bowies „Space Oddity“ covert. Als Ruheständler begann mit Hadfield mit dem Schreiben, seiner Passion Weltraum ist er aber treu geblieben. Für sein Debüt als Thrillerautor hat er sich die ominöse Apollo 18-Mission ausgesucht, die nie stattfand, aber in der Popkultur immer wieder die Fantasie anregt.

Die NASA hat Budget-Probleme, sodass für Apollo 18 das Pentagon einspringt. Dadurch wird die Mission im Jahr 1972 aber überwiegend militärisch. Die Sowjets haben vor kurzem eine Sonde auf die Mondoberfläche gebracht, zudem wurde die (noch unbemannte) Spionage-Raumstation Almaz in die Umlaufbahn gebracht. Die Crew soll nach Möglichkeit beides auf ihrer Mission sabotieren. Doch Apollo 18 steht unter keinem guten Stern, als der Kommandant bei einem Test-Helikopterflug ums Leben kommt. Die Unglücksursache bleibt unklar, da startet die Mannschaft bereits ins All. Und dort wartet die nächste Überraschung, denn Almaz ist keineswegs unbemannt.

Durchaus pfiffig nutzt Chris Hadfield hier Fakten und Fiktion, um den kalten Krieg der 1970er in den Weltraum zu verlegen. Dabei kommt auch eine Vielzahl reale Persönlichkeiten vor. Er erzählt die Story aus verschiedenen Perspektiven und mit einem großen Fundus aus seiner persönlichen Erfahrung. Das ist auch die große Stärke des Thrillers: Die ganze Mission, die Schauplätze und die Atmosphäre im All und auf dem Mond beschreibt Hadfield sehr anschaulich und authentisch. Da verzeiht man auch den einen oder anderen Hänger im Plot und die ausbaufähigen Figuren. Insgesamt ein ordentliches Weltraumabenteuer von einem echten Insider.

 

Die Apollo-Morde | Erschienen am 15.06.2022 im dtv Verlag
ISBN 978-3-342-322010-1
640 Seiten | 12,95 Euro
Als E-Book: ISBN 978-3-462-30105-2 | 9,99 €
Originaltitel: The Apollo Murders | Übersetzung aus dem Englischen von Charlotte Lungstrass-Kapfer
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5
Genre: Thriller

 

 

Antonio Fusco | Schatten der Vergangenheit

Tommaso Casabona ist Kommissar einer Stadt in der Nähe von Florenz. Vor kurzem hat sich seine Frau von ihm getrennt, Auslöser war eine Affäre mit einem Arzt. Ebenjener Arzt wurde ermordet aufgefunden und ein Mafiakiller als Kronzeuge beschuldigt Casabona des Mordes. Bei einer Hausdurchsuchung flüchtet Casabona, da er nur so glaubt, selbst seine Unschuld beweisen zu können. Die Indizien für seine Tatbeteiligung stehen auf wackligen Füßen, aber offenbar sind die Ermittlungsbehörden bereit, Casabona zu opfern, um die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen nicht zu erschüttern. Casabona erhält Unterstützung seiner untergebenen Kollegen und knüpft zudem alte Kontakte ins Mafiamilieu, um die wahren Hintergründe herauszufinden.

Autor Antonio Fusco ist Forensiker bei der italienischen Staatspolizei und hat daher interne Einblicke in die Arbeit der Ermittlungsbehörden, was diesen Krimi interessant macht, da hier offenbar einige auch gegeneinander arbeiten. Die Reihe um Commissario Casabona ist in Italien schon sehr erfolgreich. Umso mehr hat mich irritiert, dass sein deutscher Verlag nun mit Band 6 der Reihe in Deutschland beginnt. Die Vorgeschichte Casabonas wird nämlich nur angerissen und die Figuren bleiben ein wenig blass.

Dafür erhält der Leser ansonsten aber einen ordentlichen, geradlinigen und spannenden Krimi. Der Roman ist recht kurz und hält sich daher kaum mit Nebensächlichkeiten auf. Manches geht vielleicht auch zu glatt bei Casabonas Flucht und Untertauchen. Dennoch überzeugt der Roman vor allem dann, wenn es um die „miesen“ Tricks der Justiz und Behörden geht. Schmutzige Deals werden gemacht, persönliche Vorteile gesucht, vermeintlich wichtige Zeugen geschützt, auch wenn dadurch Unschuldige in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Schatten der Vergangenheit | Erschienen am 12.04.2022 im Tropen Verlag
ISBN 978-3-608-50518-4
240 Seiten | 17,- €
Als E-Book: ISBN 978-3-608-11943-5 | 13,99 €
Originaltitel: La Stagione del fango | Übersetzung aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5,0
Genre: Krimi

 

 

Berna González Harbour | Goyas Ungeheuer

Comisaria María Ruiz ist wieder nach Madrid zurückgekehrt, aber von Dienst suspendiert. Die Situation belastet auch ihr Verhältnis zu ihren Freunden im Polizeiapparat. Sie müsste sich eigentlich zurückhalten, aber als mehrere merkwürdige Ereignisse in Madrid stattfinden, ist ihr Ermittlerinstinkt geweckt. Tote Truthähne werden zur Schau gestellt, ein Hund versinkt in einem Schlammloch und schließlich ein Mord: Nahe des Flusses Manzanares wird eine junge Kunststudentin bizarr ermordet aufgefunden. Die Zurschaustellung lässt nur einen Schluss zu: Es gibt eine Verbindung zu den Werken des großen spanischen Künstlers Francisco de Goya. Doch während die Polizei den Dozent und Liebhaber der Studentin verhaftet, verfolgt Ruiz eine ganz andere Spur.

Nochmehr als der deutsche Titel ist der Originaltitel in direktem Bezug zu Goyas Werk: „El sueño de la razón“ ist ein Teil von Goyas berühmtem Werk „El sueño de la razón produce monstruos“ („Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“). Die Auseinandersetzung mit Goyas Werk ist auch das Faszinierende an diesem Roman. Im Buch tauchen 13 Abbildungen von Goyas Kunstwerken auf, die Auseinandersetzung mit seinem Werk ist essentieller Bestandteil des Kriminalromans. Daneben wird auch die spanische Hauptstadt als Setting mit ungewöhnlichen Schauplätzen gut in Szene gesetzt.

Die Voraussetzungen für einen guten Roman sind somit vorhanden, dennoch war ich nicht ganz zufrieden. Die Übersetzung einer Serie mit dem vierten Roman zu beginnen, empfand ich als unglücklich, da viel zu viel aus der Vorgeschichte der Figuren in diesen Band hineinspielt. Zudem fand ich die Figur des psychopatischen Täters eher blass und nicht markant genug. Es ist auch so, dass der Täter so zur Mitte des Buches feststeht und ich eigentlich noch mit einer Wendung zum Ende gerechnet hatte, aber da kam nichts mehr. Fazit: Plot und Täterfiguren haben mich nicht begeistert, aber wer mit einem Krimi mal so richtig in die Kunsthistorie und Francisco de Goya eintauchen will, der sollte einen Blick in diesen Roman riskieren.

 

Goyas Ungeheuer | Erschienen am 17.08.2022 im Pendragon Verlag
ISBN 978-3-86532-730-7
472 Seiten | 24,- €
als E-Book: ISBN 987-3-86532-826-7 | €
Originaltitel: El sueño de la razón | Übersetzung aus dem Spanischen von Maike Hopp
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3 von 5
Genre: Krimi

 

Rezensionen und Fotos 2-4 von Gunnar Wolters.