Kategorie: Krimi

Arttu Tuominen | Was wir verschweigen

Arttu Tuominen | Was wir verschweigen

Paloviita weinte.
Ohne zu wissen, warum. Erst bemerkte er es gar nicht, dann konnt er die Tränen nicht mehr stoppen.
[…] Er wusch sich das Gesicht und betrachtete sich im Spiegel. Wohin entschwand die Zeit? Gab es sie noch, oder löste sie sich einfach auf wie platzende Seifenblasen? Er wusste es nicht, und es war ihm auch egal. (Auszug E-Book Pos. 782)

Jari Paloviita ist interimsweise Chef der Kripo im finnischen Pori. Er macht sich Hoffnung, den Job dauerhaft zu bekommen. Ein Tötungsdilekt in einer Waldhütte unter Betrunkenen und Bekifften überlässt er seinen Kollegen Henrik Oksman und Linda Toivonen. Die haben alle Hände voll zu tun, die Wetterverhältnisse sind widrig, die Zeugenaussagen widersprüchlich, das Tatwerkzeug verschwunden. Dennoch ist der Fall relativ klar: Antti Mielonen hat Rami Nieminen von hinten erstochen, die Polizei kann Mielonen später voller Blut im Wald festnehmen. Ein Geständnis gibt es nicht, Mielonen behauptet, sich an nichts erinnern zu können. Dennoch ein vermeintlich schnell gelöster Fall, den Jari in den sicheren Händen der Kollegen weiß. Doch als Jari Namen von Opfer und Täter erfährt, fällt er aus allen Wolken. Der Tatverdächtige Antti Mielonen war zu Schulzeiten Jaris bester Freund – und wegen eines Vorfalls vor 27 Jahren steckt Jari noch tief in dessen Schuld.

Und auch das Opfer ist Jari bekannt: Rami Nieminen war schon in der Grundschule ein Tunichtgut und Schläger, er war Jaris und Anttis Erzfeind. Und auch später hatte Nieminen eine kriminelle Karriere eingeschlagen, saß wegen Todschlags bereits in Haft. Jari verschweigt das alles seinen Kollegen. Er versucht heimlich zu Antti Kontakt aufzunehmen, doch dieser lässt ihn abblitzen. Nun ist Jari allein mit seinen Erinnerungen und er ringt mit sich, wie weit er gehen will, um die alte Schuld beim alten Freund zu begleichen. Doch sein Kollege Henrik Oksman ahnt etwas und wird langsam misstrauisch.

Autor Arttu Tuominen erzählt in zwei zeitlichen Ebenen und in mehreren Perspektiven. In der Jetztzeit sind es im Wesentlichen Jari Paloviita und Henrik Oksman. Jari ist ein Mann in der Midlife Crisis, verheiratet, zwei Kinder, aber unglücklich. Lebt auf zu großem Fuß, den Job als Kripochef könnte er gut gebrauchen. Henrik hingegen ein Einzelgängerund Pedant, im Zwischenmenschlichen verkrampft, mit schwierigem Verhältnis zu seinem Vater. Dieses Motiv tritt dann vor allem in der Zeitebene von 1991 zutage: Hier verfolgt der Autor die drei Kinder Jari, Antti und Rami, die beiden letzteren leiden unter ihren gewalttätigen Vätern. Rami kompensiert das, in dem er seine Mitschüler terrorisiert. Die Rivalität zwischen ihm und Jari steigert sich ins Unermessliche, als beide sich in dasselbe Mädchen verlieben. Eine Geschichte, die sich immer weiter in der Dramatik steigert und bis in die Gegenwart ausstrahlt.

Tapani greift fester zu, und Sirpa jault auf. Jari weiß nicht, was er tun soll. Die eine Hälfte seiner Gehirnzellen befiehlt ihm davonzulaufen und Hilfe zu holen, die andere, sich nicht von der Stelle zu rühren. Die Worte seines Vaters hallen in ihm wider, dass es nicht schicklich sei, sich in die Angelegenheiten anderer Familien einzumischen, aber vielleicht hat er andere Sitautionen gemeint. (Auszug E-Book Pos. 3211)

Ein interessanter Krimi aus Finnland, bei dem nicht die Mordermittlung im Vordergrund steht, sondern die Beziehung zwischen Täter und Kommissar. Eine spannende Coming-of-Age-Geschichte bildet sich Rückgrat für einen Mordfall 27 Jahre später. Der Leser wird zwangsläufig mit hineingezogen und man ringt mit dem Kommissar, ob er für den alten Freund alles aufs Spiel setzen soll. „Was wir verschweigen“ gewann 2020 den finnischen Krimipreis und trotz Unkenntnis der anderen nominierten Werke bin ich geneigt zu sagen, nicht zu Unrecht. Kleinere Schwächen mal ausgelassen, ist der Roman ein wirklich lesenswerter und gut arrangierter Krimi über häusliche Gewalt, das Erwachsenwerden und den Wert von Freundschaft.

Was wir verschweigen | Erschienen am 26.11.2021 im Lübbe Verlag
ISBN 978-3-7875-2761-4
415 Seiten | 16,- €
als E-Book: ISBN 978-3-7517-1003-9 | 12,99 €
Originaltitel: Verivelka (Übersetzung aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2021

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2021

Unsere Kurzrezensionen zum Ende Dezember 2021

 

Agatha Christie | Das Geheimnis des Weihnachtspuddings – Geschichten zum Fest

Auf der Suche nach etwas Besinnlichem griff ich zu dem in Rot und Lebkuchenfarben gestaltetem Büchlein mit Kurzgeschichten zum Fest von Agatha Christie. Diese spielen zumindest alle in der Weihnachtszeit und in den ersten beiden dürfen natürlich ihre legendären Protagonisten, der Meisterdetektiv Hercule Poirot und die gewiefte Hobby-Ermittlerin Jane Marple nicht fehlen. Die titelgebende Geschichte „Das Geheimnis des Weihnachtspuddings“ ist eine ganz klassische Detektivstory um einen verschwundenen Edelstein und ein orientalischer Thronfolger in Nöten. Diese nimmt den Hauptteil des Buches ein und versprüht noch am meisten weihnachtliches Flair. Wir erleben traditionelle, britische Feiertage auf dem Land bei einer gutsituierten Familie mit Dienstpersonal. Der belgische Gentleman ist genau der richtige für diesen delikaten Fall, den er natürlich durch den Einsatz seiner grauen Zellen, clevere Beobachtungen und gerissenes Fallenstellen mit diplomatischem Geschick zu lösen weiß.

Sollte es ihm merkwürdig vorkommen, dass die meisten Hausbewohner draußen gewesen waren und Poirot in Schlafanzug und Mantel antanzte, so ließ er sich jedenfalls nichts anmerken. (Auszug Seite 84)

In „Eine Weihnachtstragödie“ erzählt Miss Marple eine tragische Geschichte, die sie selbst erlebt hat und in der sie einen Mord zwar mit ihrem unerreichten Spürsinn erahnt, aber nicht verhindern kann. Komplettiert wird das durch eine weitere Kurzgeschichte und ein Märchen mit einem Esel als Hauptfigur zuzüglich eigenen Weihnachtserinnerungen, bei der die Queen of Crime mal ihre besinnliche Seite offenbart. Insgesamt sind das ganz nette Geschichten für einen Nachmittag, die mich zum Schmunzeln brachten und immerhin mal wieder richtig Lust auf Agatha Christie gemacht haben. Der feine Humor gepaart mit gepflegter Sprache, die britische Lebensart mit viel Nostalgie war genau das, was ich grade benötigte.

 

Das Geheimnis des Weihnachtspuddings | Erschienen am 04.10.2018 im Atlantik Verlag
ISBN 978-3-4550-0469-4
176 Seiten | 12,00 Euro
Zusammenstellung von Daniel Kampa (Übersetzung aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann, Michael Mundhenk und Lia Franken)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,0 von 5,0
Genre: Krimi

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

 

Max Annas | Der Hochsitz

Ein Dorf in der Eifel, unweit der luxemburgischen Grenze. Es sind Osterferien im Jahr 1978. Die beiden 11jährigen Mädchen Sanne und Ulrike durchstreifen aufmerksam die Gegend, ihr Lieblingsplatz ist ein Hochsitz am Waldrand. Und es passieren einige Dinge in diesen Tagen: Im Nachbarort wird eine Bank überfallen, die Grenzbeamten bereiten sich auf eine Aktion gegen Grenzschmuggler vor, ein Fremder klappert in einem Cadillac Bauernhöfe in der Gegend ab und macht unmoralische Kaufangebote und zwei fremde Frauen fahren durchs Grenzgebiet und wollen unerkannt bleiben. Dann geschieht ein Mord, nachts mitten auf der Dorfstraße – und Sanne und Ulrike haben ihn als einzige gesehen. Doch auf sie hört natürlich niemand, sodass die beiden selber auf Spurensuche gehen.

Nach seinen beiden letzten Romanen über Mordermittlungen in der DDR, bleibt Max Annas mit seinem neuen Roman „Der Hochsitz“ in der Vergangenheit. Diesmal aber in der BRD, im Jahr 1978 ist die Angst vor dem Terrorismus der RAF auch in der Eifel hochpräsent. Doch dass zwei Zwölfjährige das Fahndungsplakat aus der Post geklaut haben, ahnt niemand. Überhaupt gibt es so einige Dinge, die an der Polizei vorbei laufen. Max Annas entwirft mit verschiedenen Perspektiven und schnellen Wechseln ein eher tristes Panorama eines Landstrichs, der von Ängsten geprägt scheint: Angst vor Terroristen, vor Fremden, vor Existenzverlust, vor der Zukunft allgemein. Ein Leben im bundesdeutschen Mief der 1970er, bis sich auf einmal die Ereignisse überschlagen. Dabei wird der Plot in einzelne Stränge zerteilt, die sich ab und an treffen, aber oft auch etwas im Ungefähren bleiben. Dennoch eine anregende Lektüre, bei der vor allem das Setting überzeugt.

 

Der Hochsitz | Erschienen am 20.07.2021 im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-498-00208-4
272 Seiten | 22,- €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5,0
Genre: Krimi

 

Stuart MacBride | Der Garten des Sargmachers (Band 3)

Ex-Polizist Ash Henderson und die Psychologin Dr. Alice McDonald sind Mitglieder einer externen Expertengruppe, die von der schottischen Polizei in speziellen Fällen aktiviert wird. Eigentlich sind sie gerade auf der Jagd nach einem Kindermörder, als sie kurzzeitig abkommandiert werden. In einer kleinen Siedlung an einer Steilküste sind in einem Sturm ein Teil der Klippen abgestürzt. Auch das verlassene Haus eines gewissen Gordon Smith befindet sich nun kurz vor dem Absturz, als man bemerkt, dass in seinem Garten offenbar zahlreiche Leichen vergraben wurden. Henderson kann zwar noch mal kurz ins Haus und einige Fotos sichern, doch die Bergung der Leichen ist unmöglich. Doch die Fotos genügen, um Hendersons Verdacht zu erhärten: Smith ist ein brutaler Serienmörder und er wird weitermorden. Was dem Fall besondere Brisanz verleiht: Offenbar war eine junge Frau, noch minderjährig, aus der Nachbarschaft schon seit Kindertagen mit Smith bekannt und befindet sich in seiner Gewalt.

Wenn man mal im Nachhinein ganz nüchtern an diesen Thriller herangeht, muss man schon gestehen, dass das Ganze ein teilweise abstruser Plot mit gleich zwei Serienmördern ist, was zumindest meine Lesegewohnheiten nicht mehr so richtig trifft. Das Gute daran ist allerdings, dass – anders als so manche (auch deutsche) Autorenkollegen – Stuart MacBride die ganze Nummer nicht so verkrampft und bierernst nimmt. Er schreibt, um zu unterhalten und täuscht keine Bedeutungsschwere vor. Das drückt sich vor allem in seiner skurrilen Figurenschar und im typisch schwarzen schottischen Humor aus. Insofern ist „Der Garten des Sargmachers“ ordentliche Thrillerunterhaltung, allerdings ohne zu brillieren und vielleicht auch einen Tick zu lang.

 

Der Garten des Sargmachers | Erschienen am 18.10.2021 im Goldmann Verlag
ISBN 978-3-442-49233-6
636 Seiten | 11,- €
Originaltitel: The Coffin Maker’s Garden (Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Jäger)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,0 von 5,0
Genre: Thriller

 

 

 

John le Carré | Silverview

In London übergibt eine junge Frau einen Brief ihrer an Krebs erkrankten Mutter Deborah Avon an einen Mr. Proctor, offensichtlich ein Mann vom Geheimdienst. Gleichzeitig erhält der junge Buchhändler Julian Lawndsley, der aus der Londoner City in ein kleines Kaff an der Küste von East Anglia gezogen ist, in seinem Laden Besuch von einem seltsamen Mann, Edward Avon. Dieser stellt sich als ehemaliger Studienfreund von Julians verstorbenem Vater vor und ermutert ihn, das bisher leerstehende Kellergeschoss seiner Buchhandlung zum Aufbau einer intellektuellen, philosophischen Bibliothek aufzubauen. Avon selbst hilft mit und nutzt Julians Computer zur weiteren Recherche. Währenddessen hat Stephen Proctor die Witterung aufgenommen, denn es gibt offenbar einen Maulwurf – und die Spuren führen nach „Silverview“, dem Landsitz der Avons.

Vor knapp einem Jahr starb der große Meister des Spionageromans John le Carré und hinterließ ein fast fertiges Manuskript, dass sein Sohn Nicholas Cornwell, selbst Autor unter dem Pseudonym Nick Harkaway, behutsam fertigstellte. Die Story breitet sich sehr langsam und behutsam aus – eine schwierige Ehe, beide Eheleute im Geheimdienst tätig, sie allerdings die erfolgreichere und nun offenbar ein Geheimnisverrat. Alternde Spione mit ihren letzten Winkelzügen und dazwischen die neue Generation, die das Ganze etwas kopfschüttelnd betrachtet. Le Carré packt nochmal die bekannten Themen aus: Lüge, Verrat, Liebe und Loyalität. Und natürlich die Desillusionierung der Geheimdienstarbeit. Le Carré war immer der Mann fürs Intellektuelle anstatt für Geheimdienstaction, so wird „Silverview“ auch zurecht als Roman und nicht als Thriller vermarktet. Denn für mich plätscherte es zum Teil schon etwas vor sich hin. Insgesamt aber dennoch ein solides Werk, dem man das Können le Carrés auch in den schwächeren Momenten anmerkt.

 

Silverview | Erschienen am 18.10.2021 im Ullstein Verlag
ISBN 978-3-55020-206-3
300 Seiten | 14,80 €
Als E-Book: ISBN 978-3-84372-635-1 | 19,99 €
Originaltitel: Silverview (Übersetzung aus dem Englischen von Peter Torberg)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,0 von 5,0
Genre: Spionageroman

Fotos und Rezensionen 2-4 von Gunnar Wolters.

Mavis Doriel Hay | Geheimnis in Rot

Mavis Doriel Hay | Geheimnis in Rot

Kurz vor Weihnachten wollen wir es etwas besinnlich halten und begeben uns auf eine Reise in ländliche, weihnachtliche England der 1930er Jahre. Wobei so ganz beschaulich geht es dann doch nicht, immerhin geschieht ein Mord am 1.Weihnachtstage auf Flexmere, dem Landsitz der Melburys.

Sir Osmond Melbury ist ein strenger Familienpatriarch, der zum tradionellen Weihnachtsfest die Familie um sich versammelt. Die Melburys haben durch eine erfolgreiche Keksfabrik Ansehen und Reichtum angehäuft. Sir Osmond hat einen Sohn und vier Töchter, bis auf die jüngste Tochter Jennifer alle bereits verheiratet und außer Haus. Die Ehefrau ist bereits verstorben. Das Haus führte zwischenzeitlich Sir Osmonds Schwester Mildred, inzwischen jedoch die Privatsekretärin Grace Portisham – zum Missfallen einiger Familienmitglieder. Ebenfalls zum Weihnachtsfest anwesend sind die Ehegatten der Kinder George, Edith und Eleanor und deren kleine Kinder. Die älteste Tochter Hilda ist bereits verwitwet, ihre Tochter Carol bereits volljährig. Die jüngste Tochter Jennifer ist mit Philip Cheriton verlobt, der allerdings von Sir Osmond nicht gern gesehen wird. Stattdessen versucht er Jennifer mit Oliver Witcombe zu verkuppeln, allerdings mit mäßigem Erfolg. Dennoch ist Witcombe eingeladen und darf sogar den Weihnachtsmann spielen. Zudem ist natürlich noch das Dienstpersonal auf Flexmere während der Weihnachtstage.

Es gibt zahlreiche offen und nicht offen ausgetragene Streitigkeiten. So hat es Sir Osmond es seiner ältesten Tochter Hilda scheinbar nie verziehen, dass sie früh und nicht standesgemäß geheiratet hat, seine Schwester Mildred hat er irgendwann auf dem Haus komplimentiert und auch seinen langjährigen Chauffeur hat Sir Osmond vor Kurzem entlassen. Über allem schwebt jedoch auch die Frage nach Sir Osmonds Testament. Im Sommer hatte er einen kleinen Schlaganfall, sodass die Wahrscheinlichkeit eines Erbes in greifbare Nähe rückt. Zuletzt gab es allerdings Gerüchte, dass Sir Osmond vorhatte, sein Testament zu ändern. Hat er dies bereits erledigt? Wer würde davon profitieren und wer nicht? Das Fest verläuft zunächst ganz so wie vom Hausherrn geplant, nach der Bescherung zieht er sich am Nachmittag in sein Arbeitszimmer zurück. Als Oliver Witcombe später ins Arbeitszimmer zurückkommt, findet er Sir Osmond erschossen mit dem Kopf auf seinem Schreibtisch liegend vor.

Sie waren also alle da, fast alle mit einem guten Grund, Sir Osmond den Tod zu wünschen, wie wir später auf so unerfreuliche Weise feststellen mussten, und nur wenige mit einem Grund, ihm ein langes Leben zu wünschen. (Auszug S.22)

Ein klassisches Landhauskrimi-Setting mit zahlreichen Verdächtigen und dem bedächtigen Charme englischer Polizeiermittlungen. Diese übernimmt Colonel Halstock, ein Freund der Familie, der aber sorgfältig alle Indizien abklappert und keinen Anwesenden frühzeitig von der Täterschaft ausschließt. Aus Halstocks Ich-Perspektive sind auch die meisten Kapitel geschrieben. Eine besondere Note bringt die Autorin Mavis Doriel Hay hinein, indem sie einige Kapitel zu Beginn und am Ende aus der Sicht einiger Anwesenden schildern lässt. Dadurch werden die Ressentiments und Eifersüchteleien nochmal deutlicher.

„Geheimnis in Rot“ ist ingesamt ein cosy Krimi, der aber stimmungsmäßig gut in die Weihnachts- und Adventszeit passt. Ein typischer Rätselkrimi, der dem Leser es durchaus erlaubt, ebenfalls auf Mördersuche zu gehen. Mein früher Verdacht hat sich tatsächlich bestätigt, zum Schluss hin geht die Autorin auch zu offensichtlich in diese Richtung, da hätte mir eine klassische Konfrontation mit allen Beteiligten vielleicht noch besser gefallen. Nichtsdestotrotz ein solider Weihnachtskrimi mit dem Charme vergangener Zeiten.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Geheimnis in rot | Erstmals erschienen 1936
Erschienen als Taschenbuch am 14.09.2019 im Klett-Cotta Verlag
ISBN 978-3-608-98506-1
301 Seiten | 14,95 €
Originaltitel: The Santa Klaus Murder (Übersetzung aus dem Englischen von Barbara Heller)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Michael Connelly | Schwarzes Echo (Band 1)

Michael Connelly | Schwarzes Echo (Band 1)

Aufgrund ihrer Kriegs- und Polizeierfahrungen, insbesondere der oben erwähnten Schüsse, die den Tod eines Menschen zur Folge hatten, zeigt sich die Versuchsperson körperlicher Gewalt gegenüber als in hohem Maße desensibilisiert. Sie spricht von Gewalt oder auch Aspekten der Gewalt als normalem Teil ihres alltäglichen Lebens, ihres Lebens insgesamt. (Auszug S. 109)

Die Versuchsperson, die hier in einem psychologischem Memo charakterisiert wird, ist niemand anderes als Harry Bosch. Dem aktuellen Krimipublikum am ehesten vertraut durch die ab 2014 produzierte siebenstaffelige Fernsehserie mit Titus Welliver als Detective Hieronymus, genannt Harry, Bosch. Doch die Figur ist inzwischen schon fast dreißig Jahre alt. Damals, Ende Januar 1992, erschien beim Verlag „Little, Brown and Company“ das Debüt des Journalisten Michael Connelly. „The Black Echo“ wurde direkt ein Erfolg, gewann ein Jahr später den Edgar Award für das beste Erstlingswerk und begründete eine bis heute andauernde Erfolgsreihe.

Michael Connelly war bereits früh von der Kriminalliteratur fasziniert. Raymond Chandler war sein großes Vorbild und schon in jungen Jahren stellte sich bei ihm der Wunsch ein, Kriminalschriftsteller zu werden. Doch er machte sich, auch mit seiner Familie, über den richtigen Weg dorthin Gedanken: „…to get into the world of crime I needed to be a lawyer, a cop or a reporter“(1). Connelly machte schließlich einen Abschluss in Journalistik und begann 1980 als Polizeireporter in Florida, zunächst bei der kleinen Zeitung „Daytona Beach News Journal“, später beim „Fort Lauderdale News and Sun-Sentinel“. Er schrieb während dieser Zeit an zwei Private Eye-Romanen, die er aber selbst als nicht gut genug empfand, insbesondere die Figuren betreffend. Seine fortschreitende journalistische Tätigkeit gab ihm aber zunehmend tiefere Einblicke in die Welt des Verbrechens und der Polizeiarbeit. Eine Reportage über die Überlebenden eines Absturzes einer Passagiermaschine 1985 in Dallas brachte Connelly schließlich landesweite Reputation, die Nominierung für den Pulitzerpreis und ein Jobangebot der „Los Angeles Times“. Dort intensivierte er nochmal den Aufwand: „I did a lot of shoe leather. I talked to about 100 detectives a week.“(2) Sein Ziel war es vor allem, einen in sich stimmigen Charakter für seinen ersten Roman aufzubauen. Zwei Jahre schrieb er an „The Black Echo“ mit seinem Protagonisten Harry Bosch. Als Debütant hatte Connelly natürlich auch mit einigen Absagen zu kämpfen, bis sich schließlich James Lee Burkes Agent Phil Spitzer vom Manuskript überzeugt wurde und bei Little, Brown and Company platzieren konnte. „The Black Echo“ war damals ein erfolgreiches Debüt, wenn auch kein Megaseller. Doch es begründete eine der heute erfolgreichsten Krimiserien.

Aber nun auch was zum Inhalt: Detective Harry Bosch war sowas wie ein Superstar im LAPD, hatte spektakuläre Erfolge als Mordermittler, einer seiner Fälle wurde sogar für das Fernsehen adaptiert. Andererseits war Bosch schon immer ein einsamer und knurriger Held, dem die Meinungen der Kollegen wenig bedeuteten und der Dienstvorschriften immer großzügig auslegte. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Dienstaufsicht eine gute Gelegenheit ausnutzen würde. Nachdem eine Festnahme mit dem Tod des (zu recht) Tatverdächtigen endete, gab es Ermittlungen gegen Harry, denn der Getötete war unbewaffnet. Eine Zeugin behauptete, Harry habe gewusst, dass der Mann nicht nach einer Waffe, sondern nach seinem Toupet unter dem Kopfkissen greifen wollte. Doch die Zeugin hatte nicht den allerbesten Leumund, sodass Harry nicht degradiert wurde. Allerdings reichte es, um ihn aus dem Scheinwerferlicht der Mordkommission in Downtown L.A. in die weniger spektakuläre Hollywood Division zu versetzen. Doch der stellvertretende Leiter des Departments für innere Angelegenheiten, Chief Irvin Irving, wartet nur auf den nächsten Fehler von Harry Bosch.

Dieser macht erstmal wie gewohnt seinen Job. Diesmal wird er zu einem Leichenfund am Lake Hollywood gerufen. Ein toter Mann wurde in einer Röhre gefunden, in dem sich schon mal Obdachlose und Junkies aufhalten. Tatsächlich hatte der Mann noch eine Spritze im Arm. Ein klarer Fall also, auch Harrys neuer Partner Jerry Edgar will sich mit dem Fall nicht lange aufhalten. Und doch kommt Harry einiges merkwürdig vor: Es sieht so aus, als wäre der Mann in die Röhre gebracht worden, ein Finger ist seltsam gebrochen, der Einstich zum goldenen Schuss war der allererste seit langer Zeit – und außerdem kennt Bosch den Mann.

William, genannt Billy, Meadows war wie Harry Bosch ein Vietnamveteran. Genauer gesagt eine „Tunnelratte“, Männer, die in die unterirdischen Tunnelsysteme des Vietcong eindrangen, um in den dunklen, unheimlichen Gängen den Feind auszuschalten. Doch wehe, man geriet selbst dort unten in Feindeshand. „Schwarzes Echo“ nennen sie diese Gänge bis heute.

„Es gab keine Bezeichnung dafür, also haben wir uns eine ausgedacht. Es war die Dunkelheit, die feuchte Leere, die du gefühlt hast, wenn du allein da unten in diesen Tunneln warst. Du fühltest dich dort wie tot – tot und begraben in der Finsternis. Aber du warst am Leben. Und du hattest Angst. Dein eigener Atem hallte aus der Finsternis zurück, laut genug, dich zu verraten. Oder zumindest glaubtest du das. Ich weiß nicht. Es ist schwer zu erklären. Eben… das schwarze Echo.“ (Auszug S. 402-403)

Harry ist überzeugt, dass Meadows umgebracht wurde. In der Wohnung findet er einen Pfandschein. Im Pfandbüro angekommen, stellt Harry fest, dass in dieses eingebrochen wurde und ausgerechnet das verpfändete Stück, eine Jadearmband, entwendet wurde. Zu viel des Zufalls für Bosch. Er recherchiert, dass das Armband im Rahmen eines spektakulären Raubs vor einigen Monaten abhanden gekommen war, als über einen selbstgegrabenen Tunnel in den Schließfachraum der WestLand National Bank eingebrochen wurde – die Verbindung zu Billy Meadows. Harry sucht Kontakt zum FBI, das den Bankraub bearbeitet. Er blitzt zunächst ab, darf aber dann doch an der Seite der Agentin Eleanor Wish weiterermitteln.

„You get into a situation where plot is king and you really should know character is King“.(3) So beschreibt Michael Connelly selbst seinen Prozess auf dem Weg zu einem erfolgreichen Kriminalautor. Am Ende stand die Entwicklung seines Protagonisten Harry Bosch, der hier als einsamer Wolf des LAPD durch die Gegend streift. Harry ist ein Moralist, sein Credo „Jeder zählt oder niemand zählt“ lässt ihn jeden Mord unabhängig vom Status des Opfers betrachten – was im LAPD nicht unbedingt üblich ist. Damit eckt Harry natürlich auch immer wieder an, isoliert ihn unter den Kollegen. Seine großzügige Dehnung der Dienstvorschriften bringt ihn zudem immer wieder ins Visier der internen Ermittlungen. Seine Brillanz in der Polizeiarbeit nötigt jedoch auch seinen Gegnern Respekt ab. Auch privat ist Harry nicht unbedingt ein geselliger Typ, er ist als Kind zumeist in Heimen aufgewachsen, seine alleinerziehende Mutter arbeitete als Prostituierte und wurde ermordet, als er elf war. Später war Bosch dann bei der Army und ist Veteran des Vietnamkrieges, was ihn durchaus noch belastet. Schließlich hat er dann bei der Polizei angefangen. Als Leser spürt man sofort, diese Figur hat das gewisse Etwas, ein moralischer Charakter mit Ecken und Kanten und einer interessanten Vergangenheit. Neben diversen echten Personen aus seiner Zeit als Polizeireporter stand bei der Figur Harry Bosch natürlich – wir bewegen uns in L.A. – auch Philip Marlowe Pate. Spannend für alle diejenigen, die wie ich mehr Serienstaffeln als Bücher von Bosch gelesen haben, ist die Tatsache, dass Connelly schon zahlreiche Figuren des weiteren Bosch-Universums wie Eleanor Wish und Irvin Irving hier als einflussreiche Nebencharaktere anlegt.

Der Schauplatz Los Angeles ist selbstredend ein klassisches Setting amerikanischer Kriminalromane und wird von Connelly dennoch um weitere Facetten erweitert. Daneben entwirft der Autor einen spannenden und durchaus komplexen Plot um ungewöhnliche, skrupellose Bankräuber, alte Vietnam-Connections und Querelen und Querschüsse aus den eigenen Reihen des Polizei- und Behördenapparates. Hier zeigen sich die Qualitäten des Reporters Connelly, der es vermag, den Polizeialltag, die (oftmals schwierige) Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ermittlungsbehörden, zwischen Polizei und Presse und interne Streitigkeiten innerhalb der Polizei authentisch und spannend darzustellen. Insgesamt ist „Schwarzes Echo“ ein herausragendes Debüt, eine Cop Novel, die von der Handlung vollkommen überzeugt und dennoch durch diese Hauptfigur Harry Bosch nochmal auf ein weiteres Level gehoben wird – ein echter Krimiklassiker.

 

Foto und Rezension von Gunnar Wolters.

Schwarzes Echo | Erstmals erschienen 1992
Die aktuelle Taschenbuchausgabe erschien am 02.06.2021 im Kampa Verlag
ISBN 978-3-311-15508-9
507 Seiten | 13,- €
Originaltitel: Black Echo (Übersetzung aus dem Englischen von Jörn Ingwersen)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Zitate (1),(2) und (3) sowie weitere Hintergrundinfos aus: „My first thriller: Michael Connelly“ auf crimereads.com

Weiterlesen: Besprechung zu „Schwarzes Echo“ auf Crimealleyblog

Chris Whitaker | Von hier bis zum Anfang

Chris Whitaker | Von hier bis zum Anfang

Sie marschierten durch den Wald wie eine Armee, angeführt von Polizisten, Taschenlampenlicht überall, der Ozean hinter den Bäumen war noch ein ganzes Stück entfernt, aber das Mädchen konnte nicht schwimmen. (Auszug Seite 7)

Cape Heaven, eine fiktive, kleine Küstenstadt in Kalifornien, wird überschattet von einem tragischen Unglück, welches vor 30 Jahren stattfand. Damals verschwand ein kleines Mädchen und das erste Kapitel blickt auf das vergangene, tragische Geschehen zurück, denn die kleine Sissy Radley konnte nur noch tot geborgen werden. Gleich die ersten Sätze schüren eine bedrückende Atmosphäre und der empathische und tiefgründige Erzählstil hat mich total mitgerissen. Die Suche nach dem vermissten Kind durch das ganze Dorf in Form einer menschlichen Kette darzustellen, ist sehr bildgewaltig.

30 Jahre später sind die Auswirkungen immer noch zu spüren. Star Radley hat nicht nur im Teenageralter ihre kleine Schwester verloren, des Weiteren hat es ihr den Boden unter den Füßen weggezogen, dass ihr damaliger Jugendfreund, der 15-jährige Vincent King als Täter für 30 Jahre hinter Gitter kam. Mittlerweile ist die schöne Star alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und sucht Vergessen in Drogen und Alkohol. Zwischen ihren depressiven Phasen tritt sie gelegentlich als Sängerin in einer heruntergekommenen Kneipe auf, zieht stets die falschen Männer an, während es die Aufgabe ihrer Tochter Duchess ist, die dysfunktionale Familie zusammenzuhalten. Die Dreizehnjährige muss sich um sich selbst, ihre Mutter und um den kleinen Bruder Robin kümmern, wobei ihre aufopferungsvolle Fürsorge im Besonderen dem Fünfjährigen gilt.

Ein unzumutbarer Zustand und nur der gutmütige Chief Walker, Polizist des Ortes und Teil der damaligen Freundschaftsclique hat zwischendurch ein Auge auf die Familie und kümmert sich nach seinen Möglichkeiten. Er ist auch der einzige, der seinen ehemaligen Freund Vincent King regelmäßig im Gefängnis besucht und sich um ihn bemüht und hilft, als der jetzt nach 30 Jahren entlassen wird und nach Cape Heaven zurückkehrt.

Haftentlassung nach 30 Jahren
Die Haftentlassung Kings schürt zusätzliches Konfliktpotenzial und setzt sich überschlagene Ereignisse in Gang. Es kommt zu einigen Tötungsdelikten, aber es ist schwierig, die Geschehnisse in Worte zu fassen, ohne zu viel zu spoilern. Denn für mich waren es grade die vielen überraschenden Wendungen sowie die Verkettung der verschiedenen Kriminalfälle, die mich an die Seiten fesselten und einen Sog entwickelten, dem ich mich nicht entziehen konnte. Insbesondere das Leben der beiden Kinder wird komplett auf den Kopf gestellt und es geht nur noch rasant bergab. Die unverhofften Schicksalsschläge erschüttern nicht nur die Figuren, sondern gehen auch der sensiblen Leserin ans Herz.

Die Ereignisse in der Vergangenheit werden nach und nach enthüllt und mit den unterschiedlichen Biografien verwoben, so dass eine permanente Spannung und emotionale Wucht entsteht. Whitakers intensiver Schreibstil, die stimmungsvollen Naturbeschreibungen, wie er die unterschiedlichen Figuren der Kleinstadt mit ihren Brüchen zum Leben erweckt, das alles hat mich durchaus an Stephen King erinnert. Die tief ausgeleuchteten Charaktere sind ein großer Pluspunkt, sie wirken authentisch, man meint sie zu kennen und fiebert mit ihnen mit.

Outlaw und Prinz
Im Mittelpunkt steht die zornige, ständig rebellierende Duchess. Sie musste schon viel zu früh erwachsen werden und geht keinem Streit oder Prügelei aus dem Weg. Mit ihrem viel zu großen Cowboyhut hat sie sich einen harten Panzer zugelegt und begreift sich als Nachfahre der Outlaws, denn die zeigten keine Schwäche und fürchteten sich vor niemandem. Ihren kleinen ängstlichen Bruder sieht sie als Prinz, den es zu beschützen gilt. Ein weiterer wichtiger Protagonist ist der loyale Chief Walker, der verzweifelt versucht, die alten und neuen Ereignisse aufzuklären. Der übergewichtige Sheriff versucht die Ordnung in Cape Heaven aufrechtzuhalten und stellt sich immer in den Hintergrund. Seine Umwelt hält ihn für einen Alkoholiker, doch den krankheitsbedingten Grund für seine ständig zitternden Hände will er niemandem verraten, aus Angst, seinen Job zu verlieren. Dann Hal, der stoische, schroffe Großvater auf seiner Ranch in Montana, zudem Duchess nur vorsichtig Nähe aufbaut. Es tauchen noch viele weitere interessante Charaktere auf, die alle auf ihre Weise die Geschichte lebendig machen.

Das permanente Scheitern ist schwer zu ertragen und zum Schluss ist zwar kein Happy-End in Sicht, aber zumindest kann man ein kleines Licht am Ende des Tunnels sehen. „Von hier bis zum Anfang“ ist Kriminalroman, Western, bewegendes Familiendrama und eine beeindruckende Coming-of-Age-Geschichte mit einer großartigen Heldin. Großes Kino über Schuld und Vergebung und mein Highlight des Jahres!

Zuerst mal hatte mich das wunderschön gestaltete Cover angesprochen, dass auf eine Geschichte im ländlichen Amerika hinweist, und tatsächlich spielt die Handlung nicht nur in Kalifornien, sondern ein ganzer Erzählstrang auch in Montana.

Überraschenderweise ist Chris Whitaker Brite und lebt mit seiner Familie in Herfordshire, wählt als Setting für seine Romane aber gerne amerikanische Kleinstädte. Er war 10 Jahre in der Finanzbranche tätig, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Seine Romane gewannen zahlreiche Preise. „Von hier bis zum Anfang“ wurde vom Guardian zum Buch des Jahres gekürt.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Von hier bis zum Anfang | Erschienen am 01. Juli 2021 im Piper Verlag
ISBN 978-3-492-07129-1
448 Seiten | 22.- Euro
Originaltitel: We begin at the end (Übersetzung aus dem Englischen von Conny Lösch)
Bibliografische Angaben & Leseprobe