Kategorie: Andrea Köster

Anja Eichbaum | Letzte Hoffnung Meer

Anja Eichbaum | Letzte Hoffnung Meer

„Die positiven Dinge waren das Meer. Die Ostsee, die sie schon als Kind so geliebt hatte. Und ihre Strandbude. Die der Himmel hierhin gesetzt haben mochte. Ein Ort, an dem sich die Gesunden und Kranken trafen, einander beäugten, als kämen sie von unterschiedlichen Planeten. Ein Ort, an dem die Urlauber demütig wurden. An dem die Kranken manchmal verzweifelten, aber genauso oft Hoffnung schöpften. Mal sehen, ob es dort schon einen Kaffee gab.“ (Seite 12)

Im Ostseebad Boltenhagen wird eine tote Frau mit durchtrennter Kehle gefunden. Nach der ersten Untersuchung steht fest, dass die Frau Patientin einer Klinik war, die sich auf Krebstherapie spezialisiert hat und als geheilt galt. Der Kommissar Dr. Ernst Bender von der Schweriner Mordkommission nimmt sich dem Fall an, denn er glaubt nicht wie seine Kollegen, dass dieser Mord zu einer anderen Serie in Schwerin passt. Am Tatort trifft Bender dann durch Zufall auf Polizeipsychologin Ruth Keiser und den Norderneyer Polizisten Martin Ziegler, die beide eigentlich nur Urlaub an der Ostsee machen wollten, sich aber schneller in den Ermittlungen verstricken, als ihnen lieb sein mochte.

Diagnose Krebs
„Letzte Hoffnung Meer“ von Anja Eichbaum ist der zweite Fall um Polizeipsychologin Ruth Keiser und Polizist Martin Ziegler. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und ich fand das Thema der Krebs-Patienten und ihre Therapien sehr interessant. Dabei schlugen mir die Schilderungen aber nicht zu sehr aufs Gemüt. So schockierend die Diagnose auch sein muss, waren die beschriebenen Personen überwiegend hoffnungsvoll und den Umständen entsprechen positiv aufs Leben eingestellt.

Keine reine Ermittlung
Beim Lesen war mir zuerst nicht ganz klar, wer hier eigentlich der Protagonist ist. Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich Ruth heraus, Martin Ziegler tritt in diesen Ermittlungen aber eher nebenbei auf, Dr. Ernst Bender ist mehr im Vordergrund. In diesem Krimi steht auch nicht komplett die Ermittlung im Fokus, sondern es werden viele weitere Szenen beschrieben, die nicht unmittelbar mit dem Mord zu tun haben. Am Ende wird dann trotzdem alles rund und jede handelnde Person hatte seine Berechtigung, außerdem wurde es mir auch zu keiner Zeit zu langatmig.

Flacher Spannungsbogen
Den Spannungsbogen habe ich insgesamt etwas vermisst, die gesamte Geschichte liest sich doch eher gemächlich. Zum Ende hin kommt dann doch noch ein kleines bisschen Nervenkitzel dazu, was mir persönlich allerdings schon fast wieder zu gewollt dramatisch ist. Gut gefielen mir aber die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze und besonders toll finde ich, wenn es diese dann auch im wirklichen Leben gibt und man sie besuchen kann, was hier der Fall ist.

Fazit: Interessantes Thema mit Ostsee-Schauplatz, das für meinen Geschmack aber noch etwas mehr Spannung vertragen kann. Trotzdem lesenswert.

Anja Eichbaum stammt aus dem Rheinland, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Als Diplom-Sozialarbeiterin ist sie seit vielen Jahren leitend in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Frühere biographische Stationen wie eine Krankenpflegeausbildung und ein „halbes“ Germanistikstudium bildeten Grundlage und Füllhorn zugleich für ihr literarisches Arbeiten. Aus ihrer Liebe zum Meer entstand ihr erster Norderney-Krimi, denn ihre Bücher verortet sie gerne dort, wo sie am liebsten selber ist: am Strand mit einem Kaffee in der Hand. (Verlagsinfo)

 

Foto und Rezension von Andrea Köster.

Letzte Hoffnung Meer | Erschienen am 13.02.2019 im Gmeiner Verlag
ISBN 978-3-8392-2374-1
472 Seiten | 14,– €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Anne Nørdby | Kalte Nacht

Anne Nørdby | Kalte Nacht

„Das Haus der Nowaks liegt verlassen auf einer Lichtung, mit all seiner Schäbigkeit, das im gleißenden Licht deutlich zutage tritt: abgeplatzte Farbe, das marode Holz, das moosige Dach, der verlotterte Garten. Und doch war es der wahr gewordene Traum einer Familie, die es kaufte, um in Schweden eine schöne Zeit zu verbringen. Nun sieht es aus, als trauere das Haus um seine kurzzeitigen Bewohner und deren verlorenen Traum.“ (Seite 260)

In einem Dorf in Südschweden gerät eine deutsche Urlauberfamilie in einen Autounfall. Die Teenager-Tochter und der Vater sind tot, die kleinere Tochter schwebt in Lebensgefahr, doch von der Mutter fehlt jede Spur. Die Familie hat sich gerade erst ein Ferienhaus in dem Ort gekauft und dann endet ihr Lebenstraum so dramatisch. Die schwedische Polizei beginnt mit den Ermittlungen und zieht die Sondereinheit Skanpol aus Hamburg dazu, da es sich um deutsche Opfer handelt. Tom Skagen fährt zur Unterstützung nach Schweden und trifft dort auf seine Vergangenheit…

Zweiter Fall von Tom Skagen

„Kalte Nacht“ von Anne Nørdby ist der zweite Fall um Tom Skagen von Skanpol. Man kann diese Geschichte sehr gut ohne Vorkenntnisse des ersten Falles lesen, denn der wird in keinster Weise erwähnt, was ich gut finde. Der Protagonist ist mir sympathisch, er ist eher zurückhaltend und nicht so von sich eingenommen, sondern ermittelt mit Bedacht. Tom reist eher auf eigene Faust nach Schweden, als dass er offiziell entsandt wurde und das verheimlicht er den örtlichen Ermittlern, hadert aber trotzdem ständig deshalb mit sich. Diesen Umstand fand ich etwas nervig, aber am Ende passt es, dass er sich zurückgehalten hat.

Ermittlungen bleiben im Mittelpunkt

Als die Vergangenheit von Skagen das erste Mal Thema wurde, habe ich befürchtet, dass diese jetzt den gesamten Fall überschattet, was aber glücklicherweise nicht der Fall ist. Relativ schnell wird auch geschildert, was genau passiert ist, der Leser wird also nicht so lange „hingehalten“ und danach kommt es nur ab und zu zu Erwähnungen. Das hat mich sehr erleichtert. Der Fall bleibt absolut im Fokus, das gesamte Buch über. Auch Toms Privatleben findet nur am Rande statt.

Spannung von Anfang an

Der Spannungsbogen beginnt sofort und flacht auch im Laufe der Geschichte kaum ab. Die Ermittlungen erweisen sich als verstrickt, viele haben ein Motiv, doch so richtig ergeben sich keine handfesten Beweise. Immer wieder werden Kapitel eingeschoben von der deutschen Familie aus der Woche vor dem Unfall, was dem Leser einen kleinen Vorsprung gegenüber der Polizei verschafft und zusätzlich für Spannung sorgt.

Nichts ist so, wie es scheint

Das Ende konnte mich dann nochmal überraschen, in Hinsicht auf den Täter, aber auch auf die Urlauberfamilie. Denn nichts ist so, wie es scheint. Hier wird etwas thematisiert, was ich noch in keinem anderen Roman gelesen habe und das oft im Verschwiegenen bleibt. Meiner Meinung nach sehr interessant. Es handelt sich hier um einen Thriller, der zwar nicht ausgesprochen blutig ist, aber auch nichts für Zartbesaitete.

Hinter dem Pseudonym Anne Nordby verbirgt sich Anette Strohmeyer. Die 1975 in Göttingen geborene Autorin lebt und arbeitet in Kopenhagen. Sie schreibt Krimis, Thriller und Hörspiele. Viele Jahre verbrachte sie in Skandinavien, Neuseeland und den USA. Ihre Erfahrungen verarbeitet sie in den internationalen Settings ihrer Romane. (Verlagsinfo)

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Kalte Nacht | Erschienen am 11. März 2020 im Gmeiner Verlag
ISBN 978-3-8922-642-2
544 Seiten | 16.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Manfred Reuter | Die Toten von Norderney Bd. 4

Manfred Reuter | Die Toten von Norderney Bd. 4

„Das Kameradisplay begann vor seinen Augen zu verschwimmen, wurde schließlich schwarz, und der salzig-brackige Geruch des Wattenmeeres drang ebenfalls nicht mehr zu ihm vor. Dann gaben die Beine nach, und Janko sackte in sich zusammen. Seine rechte Hand schlug gegen den Schiffsrumpf, sein Kopf klatschte in den Sand, unmittelbar neben der skelettierten Hand, von der man meinen konnte, sie wollte nach ihm greifen.“ (Auszug Seite 11)

Beim Schiffswrack an der Ostspitze von Norderney wird ein Skelett gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es von einer jungen Frau stammt, die seit zwölf Jahren als vermisst gilt. Kommissar Gent Visser nimmt sich dem Fall an und versucht den Fall von damals nun endlich zu lösen. Dabei gerät er selbst in Gefahr und kann weitere Tote nicht verhindern.

Fall vier für Visser

Die Toten von Norderney von Manfred Reuter ist der vierte Fall für Oberkommissar Gent Visser auf der ostfriesischen Insel Norderney. Er bekommt, wie auch in den vorherigen Fällen, Unterstützung von Kommissar Carlo Faust aus der Polizeiinspektion Aurich. Die beiden verbindet mittlerweile eine Art Freundschaft. In der Geschichte dominiert die Ermittlung im aktuellen Fall. Es werden die üblichen Befragungen, Recherchen und Überlegungen geschildert, die ich mir in einem Kriminalroman wünsche. Nur am Rande finden auch private Szenen einen Platz, beispielsweise, dass Visser mit seiner Frau über die bevorstehende Silberhochzeit spricht.

Eher seichter Spannungsbogen

Spannung ist meiner Meinung nach vorhanden, aber insgesamt nicht wahnsinnig mitreißend. Ich wollte schon wissen, wer der Täter ist, konnte das Buch zwischenzeitlich aber auch gut zur Seite legen. Zusätzlich zur eigentlichen Ermittlung werden einige Ausschnitte des Täters geschildert, die klar machen, dass es sich um einen Psychopathen handeln muss und kleine Hinweise für den Leser geben, aber trotzdem nicht zu viel verraten. Bis ziemlich zum Schluss tappen die Polizisten im Hinblick auf den Täter im Dunkeln und es war auch für mich als Leser in keinster Weise vorhersehbar, was mir gefällt.

Klimawandel überall

Der Schreibstil des Autors liest sich für mich flüssig. Gut finde ich, dass er immer wieder auch etwas Humor einfließen lässt, ohne dass es lächerlich wird. Die Schauplätze werden außerdem sehr detailliert beschrieben und ich konnte insgesamt einen guten Eindruck der Insel mitnehmen. Der Autor nimmt zudem Bezug auf das aktuelle Klima, also dass die Unwetter und Stürme an der Küste immer verheerender werden; zudem widmet er das Buch der internationalen Jugendbewegung für den Klimaschutz „Fridays for Future“.

Etwas unsympathische Protagonisten

Mit beiden Protagonisten werde ich allerdings nicht so wirklich warm. Gent Visser mit seinen eins zweiundneunzig, fast fünfzig Jahren, Stiernacken und Brille, der schon recht oft aufbrausend ist und Carlo Faust, zehn Jahre jünger, mit lässiger Jacke, Sonnenbrille und geschwollener Brust, wenn Frauen in der Nähe sind. So wie sie beschrieben werden und sich verhalten sind sie einfach nicht der Typ Polizist, den ich gerne lese, aber das ist ja Geschmackssache.

Fazit: Klassischer Kriminalroman mit einer Prise Humor, toller Kulisse, aber für mich persönlich nicht so überzeugenden Protagonisten.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Die Toten von Norderney | Erschienen am 12. März 2020 im Emons Verlag
ISBN 978-3-74080-812-8
240 Seiten | 12.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

R. P. Hahn | Der Korndämon

R. P. Hahn | Der Korndämon

Annika fuhr fort: „Also der Korndämon wartet im Feld auf Eltern mit kleinen Kindern. Und wenn die Eltern ihr Kind aus den Augen lassen, und sei es nur für einen winzigen Moment, zieht der Dämon es ins Feld. Und dann sieht man es nie wieder.“ (Auszug Seite 105)

Der Alkoholiker Richard Dreifürst sieht beim Überqueren einer Straße in Garz auf Rügen ein Auto, in dem ein Junge sitzt, dem Todesangst ins Gesicht geschrieben ist. Mit dieser Entdeckung geht Richard sofort zur Polizei, doch die Beamten glauben ihm nicht, da er in der Vergangenheit schon des Öfteren wegen Trunkenheit aufgegriffen wurde und nun vermuten sie, dass es sich bei dem Jungen auch nur um eine Wahnvorstellung im Suff handelt. Richard lässt sich davon aber nicht abbringen und versucht das Kind auf eigene Faust zu retten.

Keine Ermittlung von Polizisten

Der Korndämon von R. P. Hahn hat mich angesprochen, weil er auf der Ostseeinsel Rügen spielt. Interessant fand ich auch, dass es eben kein klassischer Kriminalroman ist, bei dem es um die Ermittlungen der Polizei geht, sondern dass sich eine Privatperson auf die Suche macht. Nach den ersten siebzig Seiten habe ich dann gedacht, wie der Autor mit dieser Geschichte über dreihundert Seiten füllen möchte, denn eigentlich ist schon fast alles erzählt. Ich habe aber weitergelesen, denn oft wurde ich schon nach solchen Gedanken überrascht. Diese Überraschung blieb hier allerdings aus.

Das Leben eines Alkoholikers

Im Grunde empfand ich das Buch weniger als einen Krimi, sondern eher als „Aus dem Leben eines Alkoholikers“. Natürlich geht es Richard in erster Linie um die Suche nach dem Jungen, aber immer wieder kommt ihm seine Sucht in die Quere und somit ist sein Tun schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Am Anfang fand ich es noch ganz interessant, aus dem Leben eines Alkoholikers zu lesen, aber spätestens nach der Hälfte fand ich es nur noch anstrengend. Richards persönliche Ermittlung wird zu einer Besessenheit und der Alkoholismus artet komplett aus. Keiner glaubt ihm so recht, Hilfe bekommt er trotzdem zeitweise.

Bis zum bitteren Ende

Das Mantra des Protagonisten „Und wenn ich Recht habe?“ treibt ihn trotz aller Widerstände weiter und auch obwohl der Spannungsbogen für mich auf der Strecke geblieben ist, wollte ich wissen, wie es ausgeht und ob er wirklich Recht hatte. So habe ich tapfer weitergelesen. Im Grunde kann man das Ende aber bereits erahnen, sonst hätte die Geschichte wirklich nach siebzig Seiten zu Ende sein können. Auf den letzten Seiten kommt dann doch noch etwas Spannung auf, also hat sich das Durchhalten gelohnt.

Fazit: Die Geschichte eines besessenen Alkoholikers, die am Schluss doch noch punkten kann.

R. P.Hahn stammt aus Niedersachsen und lebt heute mit seiner Familie in Fulda. Seine ersten Autorenarbeiten waren für das Fernsehen, wo er für Krimireihen wie „Tatort“, „Der Fuchs“ oder „Hubert und Staller“ zahlreiche Drehbücher schrieb. Auch der Pro Sieben-Thriller „Götterdämmerung“ stammt aus seiner Feder. Für sein Skript „Das letzte Streichholz“ bekam er 2007 den hessischen Drehbuchpreis.  Inzwischen hat R. P.Hahn sich vom Filmgeschäft weitestgehend zurückgezogen. Sein Schwerpunkt liegt heute auf dem Recherchieren und Schreiben von Romanen.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Der Korndämon | Erschienen am 2. März 2020 bei Piper
ISBN 978-3-492-50329-2
328 Seiten | 14.- Euro
Bibliographische Angaben und Leseprobe

Rieke Husmann | Inselerbe Bd. 4

Rieke Husmann | Inselerbe Bd. 4

Hella rollte mit den Augen. „Mach es nicht so spannend!“
„Fünf Personen sollen erben. Vier von ihnen leben auf Wangerooge. Ich vermute, es sind Freunde oder etwas Ähnliches. Eine Person wohnt in Wittmund. Ich habe sie noch auf einer anderen Liste gefunden.“
„Mitarbeiterin des Pflegeheims?“
„Richtig! Annette Petersen. Sie erbt zwanzigtausend Euro. (…)“ (Auszug Seite 28)

Im Wittmunder Pflegeheim wird die Bewohnerin Edda Detlefsen tot aufgefunden. Die Ärztin, die den Totenschein ausstellen soll, stellt bei der Untersuchung allerdings fest, dass es sich um keinen natürlichen Tod handelt, Frau Detlefsen wurde erstickt. Die Ermittlungen übernimmt Hella Brandt, die Leiterin der Kriminalpolizei in Wittmund, und ihr Kollege Lars Mattes. Nach den ersten Recherchen stellt sich heraus, dass die Seniorin noch bis vor kurzem mit einigen Künstlerfreunden auf Wangerooge gelebt hat. Ist das Motiv des Mordes das Erbe?

Ermittlungen an erster Stelle

Inselerbe von Rieke Husmann ist bereits der vierte Fall um die Kommissarin Hella Brandt. Es handelt sich hier um einen klassischen Kriminalroman in dem die Ermittlung absolut im Vordergrund steht. Ich bekam einen guten Einblick in die Polizeiarbeit, vor allem wie viel Arbeit einzelne Recherchen bedeuten und dieser Aufwand oft nicht mit Erfolg gekrönt wird. Etwas auffällig fand ich, dass bei ganz vielen Informationen, die benötigt wurden, irgendeiner noch einen alten Schulfreund hat, der schnell weiterhelfen kann oder einen ehemaligen Kollegen, der unter der Hand eben mal Auskunft gibt.

Eine schwangere Kommissarin

Das Privatleben der Protagonistin wird ab und zu gestreift. Sie wohnt außerhalb von Wittmund direkt hinter dem Deich in einer alten Kate mit ihrem Freund zusammen und ist aktuell schwanger. In den gemeinsamen Gesprächen geht es oft um die zukünftigen Elternrollen, da Hella recht schnell nach der Geburt in den Job zurück möchte und ihre Arbeit nicht ganz ungefährlich ist. Grundsätzlich sind mir Hella und auch ihr engster Kollege Lars sehr sympathisch. Besonders gut finde ich, wie Hella mit ihrem Stellvertreter umgeht, der sich aufgrund der Schwangerschaft schon auf ihrem Posten sieht, nämlich sehr direkt und klar.

Guter Lesefluss

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und leicht und die Autorin verliert keine Zeit mit unnötigen Landschaftsbeschreibungen oder schmückt Szenen besonders umfangreich aus. Das treibt die Handlung recht gut voran und es kommt zu keinen Längen beim Lesen, aber ab und zu ein paar Sätze oder gar Seiten mehr hätte ich auch nicht schade gefunden.

Fazit: Gut zu lesender Kriminalroman, in dem die Ermittlungen im Vordergrund stehen und sich nicht mit umständlichen Beschreibungen aufgehalten wird.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Inselerbe | Erschienen am 20. Februar 2020 im Emons Verlag
ISBN 978-3-7408-0867-9
240 Seiten | 12.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe