Kategorie: Ermittler

Rezensent

Jo Nesbø | Blutmond (Band 13)

Jo Nesbø | Blutmond (Band 13)

Harry ging weiter. Er hatte immer noch die Kreditkarte in der rechten Hand. Sollte es so enden? Auf einem staubigen Parkplatz in einem fremden Land, im grellen Sonnenlicht, bankrott und leicht angetrunken, während er zu tun versuchte, was ihm bei seiner Mutter nicht vergönnt gewesen war, bei niemandem, der ihm jemals nahegestanden hatte? (Auszug Seite 14/15)

Dies ist der 13. Fall der Harry-Hole-Reihe und zu Beginn stellt sich immer wieder die gleiche Frage: In welchem Teil der Welt befindet sich Harry aktuell und noch wichtiger, in welchem Zustand? Jo Nesbø hat seinen Protagonisten mit der selbstzerstörerischen Ader diesmal nach Los Angeles verfrachtet, wo er in einer schweren Lebenskrise mal wieder zum Alkohol gegriffen hat und vor sich hinvegetiert. Er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben und gesellt sich zu den vielen anderen Gestrandeten und Gescheiterten der amerikanischen Millionenmetropole. Währenddessen hat es seine ehemalige Kollegin Katrine Bratt in Oslo mit dem brutalen Mord an zwei Frauen zu tun, die beide kurz vorher auf der Yacht eines millionenschweren Immobilienmaklers feierten. Dieser ist der Tat verdächtig, beteuert allerdings seine Unschuld und Katrine könnte den ehemals exzellenten Ermittler Harry Hole trotz großer Ermittlergruppe gut gebrauchen. Sie ist jedoch die Einzige, die Harry mit seinem einzigartigen Gespür für Verbrechen und Verbrecher gerne wieder an ihrer Seite hätte, die Kriminalchefin will den ausgebrannten Ex-Kommissar nicht aus seinem Exil zurückholen.

So weit, so schlecht.
Harry hat in Los Angeles in einer Bar eine ältere Filmdiva kennengelernt. Lucille hat jede Menge Schulden und das ausgerechnet bei einem mexikanischen Drogenkartell. Da kommt der Anruf aus Oslo grade recht. Ausgerechnet der beschuldigte Immobilienmogul will Harry, den vermeintlich besten Kriminalermittler Norwegens privatdetektivisch engagieren um den wahren Mörder zu finden. Geld spielt keine Rolle und Harry sieht eine Möglichkeit, Lucille mit dem großzügigen Honorar aus ihrer Notlage zu befreien. Er nimmt den Auftrag an und stellt in Oslo ein Team aus Freunden und früheren Widersachern zusammen. Mit dabei sein Schulfreund Øystein Eikeland, ehemals Taxifahrer, jetzt Kokaindealer sowie sein früherer Kollege und Intimfeind Truls Berntsen. Der korrupte Polizist ist wegen Unterschlagung derzeit suspendiert, hat jedoch Zugang zu sämtlichen Polizeiakten. Zu guter Letzt der schwer an Krebs erkrankte Psychologe Ståle Aune, der ihm bei seinen Mordfällen oft zur Seite stand. Dabei wirkt vor allem die ungewöhnliche Gruppe um Harry, die sich angesichts Aunes Gesundheitszustands immer an dessen Krankenbett zusammenfindet, aufgrund der erfrischenden Dialoge erheiternd und bringt ein wenig Licht in die unerbittliche Story.

Als großer Fan der Reihe bin ich immer wieder überrascht, dass Nesbø es beständig schafft, mich neugierig zu machen und ich die Geschichte unbedingt lesen muss. Nach dem letzten Band empfand ich leichte Ermüdungserscheinungen und war davon überzeugt, dass der Autor ein letztes Mal seinen genialen aber schwer angeschlagenen Protagonisten ermitteln lässt. Die erste Hälfte des Thrillers ist noch recht tempoarm, dafür aber ereignisreich und bereits die ersten Kapitel haben mich extrem gefesselt. Nesbø hat diesen intensiven, unverwechselbaren Schreibstil, flüssig sowie sogartig und versteht sein erzählerisches Handwerk. Ein Pageturner mit einem äußerst komplexen Plot und mit zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen gespickt. Das schafft der norwegische Autor mit Cliffhanger bis zum rasanten Finale mit dem Blutmond als passende Hintergrundkulisse.

Alles beim Alten
Eigentlich ist alles beim Alten, man bekommt, was man erwartet: Es werden mehrere potentielle Mörder eingeführt, falschen Fährten gelegt, es gibt schaurige, blutrünstige Beschreibungen der Mordopfer und natürlich Kapitel aus der Perspektive des abartigen Täters. Dazu ein alkoholkranker Anti-Held, der brillant aber schwer angeschlagen ist.

Dennoch habe ich das Ausmaß an schockierender Brutalität in dieser Geschichte als sehr heftig empfunden. Man muss als Leser einiges aushalten können. Anderen Thriller würde ich das nicht durchgehen lassen und hätte sie angeekelt weggelegt. Es war mir auch an einigen Stellen leider zu abstrus und hanebüchen. Aber es ist nun mal ein Harry Hole und mein Verhältnis zu dieser Reihe ist fast schon familiär, ich will einfach wissen wie es mit den altbekannten Figuren weitergeht. Außerdem hat dieser Thriller wieder, im Gegensatz zum vorherigen Band das richtige Maß an menschlicher Tragödie. Mit dramatischen Momenten, aber nicht so dick aufgetragen wie beim Vorgänger. Auch wenn ich bei anderen Thrillern mit dem immer gleichen Muster des kaputten, selbstzerstörerischen Einzelgängers, dessen Charme fast jede Frau erliegt, mittlerweile genervt reagiere, bei Nesbø nicht, er hat es ja quasi erfunden.

Stilistisch ist der norwegische Autor den meisten Genre-Autoren immer noch überlegen. Ich bin halt ein Harry-Hole-Fangirl und beim 14. Teil, der wahrscheinlich wieder auf den Markt kommt, darauf deuten Handlungselemente am Schluss hin, werde ich bestimmt wieder zugreifen.

 

Foto und Rezension von Andy Ruhr.

Blutmond | Erschienen am 24. November 2022 im Ullstein Hardcover
ISBN 978-3-550-20155-4
560 Seiten | 25.99 Euro
Originaltitel: Blodmåne | Übersetzung aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Weitere Rezensionen von Romanen von Jo Nesbø

Attica Locke | Pleasantville (Band 2)

Attica Locke | Pleasantville (Band 2)

Attica Lockes Debütroman „Black Water Rising“, erschienen 2009 im Original und 2021 in deutscher Übersetzung im Polar Verlag war der erste Titel mit dem schwarzen Anwalt Jay Porter als Hauptfigur. Der Roman spielte in Houston im Jahr 1981. Mit „Pleasantville“ ist nun der zweite Roman mit Jay Porter in deutscher Übersetzung von Andrea Stumpf erschienen (im Original bereits 2015). Diesmal sind 15 Jahre vergangen, es ist November 1996, gerade wurde Bill Clinton erneut zum Präsidenten gewählt.

Jay Porter hatte im letzten Jahr einen schweren Schicksalsschlag. Seine Frau Bernie ist an Krebs verstorben. Nun ist er allererziehender Vater der 15jährigen Ellie und des 10jährigen Ben. Die Trauer um seine Frau ist noch allzu gegenwärtig, geht aber meist in der Arbeit und im Familientrubel unter. Jay ist inzwischen ein respektierter Anwalt, insbesondere in der schwarzen Community. Er hat wiederholt Sammelklagen gegen große Firmen wegen Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung eingereicht und dabei zumindest Vergleiche erwirkt. Allerdings kommt das Geld nicht so rein wie erhofft. Die Firmen halten Jay teilweise hin, die Kläger sind zunehmend besorgt. Seit dem Tod seiner Frau hat Jay in seinem Beruf nur noch das Nötigste unternommen, war in keinem Gerichtssaal mehr. Und irgendjemand versucht, ihm seine Mandanten abspenstig zu machen.

Im trüben Abendlicht liegen die Straßen verlassen da. Die Ledwicke Street, die Jay im Rückspiegel sieht, ist die Nord-Süd-Achse durchs Viertel. Sie führt um das Samuel P. Hathorne Community Center, das Schwimmbad und den Fußballplatz und endet an einer großen, wild überwucherten Brache. Eine der wenigen unbebauten Flächen in einer Stadt, die sich mit ihrer Geringschätzung für eine gute Stadtplanung rühmt und den Glauben an industrielles Wachstum als demokratisches Geburtsrecht begreift, das gleich nach dem Streben nach Glück kommt.“ (Auszug S.53)

Zeitgleich zur Präsidentenwahl findet in Houston auch die Wahl des Bürgermeisters statt. In die kommende Stichwahl kommen der Favorit Axel Hathorne, einst erster schwarzer Polizeichef der Stadt, der nun der erste afroamerikanische Bürgermeister werden könnte, und die Staatsanwältin Sandy Wolcott, die allerdings in den Umfragen gut aufgeholt hat. Besonders seitdem Hathorne in Verbindung zu einem umstrittenen Stadtentwicklungsprojekt gebracht wurde.

Am Abend des ersten Wahlgangs verschwindet im gutbürgerlichen, schwarzen Stadtteil Pleasantville, einer Hochburg Hathornes, das junge Mädchen Alicia Nowell. Es gibt Parallelen zu zwei getöteten Mädchen in früheren Jahren. Doch das Mädchen war Wahlkampfhelferin. Eine Nummer auf ihrem Pager und ein Wahlkampfauftritt bringt den Neal Hathorne, Neffe und Wahlkampfmanager von Axel Hathorne unter Verdacht und unter Anklage. Hathornes Kampagne droht den Bach herunterzugehen. Sam Hathorne, Vater des Kandidaten und heimlicher Herrscher über Pleasantville und viele schwarze Wählerstimmen, verlangt von Jay, das er dessen Verteidigung übernimmt. Jay wagt ein riskantes Manöver: Er will die Stichwahl gerichtlich aufschieben lassen. Ein Manöver, dass Jay sofort mehrere ernstzunehmende Drohungen einbringt. Doch diesmal ist Jay bereit zu kämpfen.

Im Morgengrauen stand er vor dem Badezimmerspiegel, musterte die blutverkrusteten Folgen des gestrigen Abends, suchte die dunkelste Stelle des dunkelsten Blutergusses, bohrte seinen Mittelfinger hinein und spürte nichts, worauf ihn ein Jahr ohne seine Frau nicht ausreichend vorbereitet hätte. Was bedeutete schon ein Kratzer auf der Oberfläche eines Körpers, der innen ausgehöhlt war? (Auszug S.247)

Wie schon der Vorgänger ist „Pleasantville“ ein ungemein komplexer Roman, der verschiedene Ebenen bedient. Zunächst ein tief politischer Roman, der um die afroamerikanische Community kreist und ihre Entwicklung und Erfolge, nimmt aber auch interne Strukturen und Machtmissbrauch in den Fokus. Die schwarze Gemeinschaft ist inzwischen in den 1990ern eine starke Wählergruppe und hat maßgeblich zum Erfolg Clintons beigetragen. Das hat die Gegenseite auch erkannt und versucht nun, in solche demokratischen Wahlkreise einzudringen – mit allen möglichen Mitteln. Eine Entwicklung, die damals ihren Anfang nahm und die maßgeblich zu heutigen Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft beigetragen hat. Trotz der höherrangigen Bedeutung bleibt Locke aber im lokalen Bezug und stellt Houston und Pleasantville als Schauplatz in den Vordergrund. Des Weiteren ist der Roman auch sehr eng an Jay Porter und seiner Familie, seiner Trauer, der Liebe zu seinen Kindern, seine Zweifel als Alleinerziehender. Zuletzt geht es aber auch noch um den Mord an Alicia Nowell, letztlich ist das Buch auch ein Whodunit, wenngleich dies zum Teil ein wenig in den Hintergrund rückt.

Gerade die Mischung aus politisch-gesellschaftlicher Relevanz gepaart mit starken, lebensechten Figuren machen den Reiz von Attica Lockes Romanen aus. Jay Porter ist eine solche starke Figur, die von der Autorin in einen wahren Kraftakt geschickt wird: als Trauernder, als Vater, als Anwalt, als Afroamerikaner. Jetzt ist es ein paar Tage zu spät, aber „Pleasantville“ hätte durchaus noch einen Platz in meinen Jahreshighlights 2022 verdient. Das ist starke Kriminalliteratur.

 

Foto und Rezension von Gunnar Wolters.

Pleasantville | Erschienen am 15.11.2022 im Polar Verlag
ISBN 978-3-948392-56-7
456 Seiten | 26,- €
Originaltitel: Pleasantville | Übersetzung aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Gunnars Besprechung zu „Black Water Rising

A.K. Turner | Wer mit den Toten spricht (Band 2)

A.K. Turner | Wer mit den Toten spricht (Band 2)

Der Thriller „Wer mit den Toten spricht“ von A.K. Turner ist der zweite Teil der Serie um Cassie Raven, die Assistentin in der Londoner Rechtsmedizin ist. Der erste Teil endete mit einer verblüffenden Enthüllung und wer diesen noch nicht gelesen hat und nicht gespoilert werden möchte, sollte nicht weiterlesen.

Tragische Familiengeschichte

Cassie hatte immer geglaubt, ihre Eltern wären bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen. Erst nach einem Schlaganfall enthüllt ihre polnische Großmutter, bei der sie aufgewachsen ist, die schreckliche Wahrheit. Ihr Vater saß jahrelang im Gefängnis, weil er ihre Mutter im betrunkenen Zustand zu Tode geprügelt haben soll. Er hatte die Anschuldigungen immer bestritten und war nach 17 Jahren aus dem Knast entlassen worden. Cassie wird von der Offenbarung ihrer Babica völlig aus der Bahn geworfen. Die wenigen Erinnerungen an ihre Eltern, besonders an ihren Vater sind durchaus liebevoll. Vier Jahre nach seiner Haftentlassung meldet er sich bei Cassie und beteuert weiter seine Unschuld. Mit dem einstigen Bild des starken Mannes hat der gebrochene alte Mann vor ihr keine Ähnlichkeit und Cassie beginnt zu zweifeln. Sie bittet DS Phyllida Flyte, mit der sie bereits bei einem Mordfall zusammen gearbeitet hat, um Unterstützung. Die Polizistin hat Zugang zu der alten Polizeiakte und mit deren Hilfe versucht Cassie die wahre Geschichte ihrer Eltern herauszufinden und den Mord an ihrer Mutter aufzuklären. Zusammen mit DS Phyllida Flyte stellt sie Recherchen zu ihrer tragischen Vergangenheit an und betrachtet die damaligen polizeilichen Untersuchungen mit immer mehr Skepsis.
Dabei taucht der Thriller immer wieder in die 80er Jahre ein und gibt die Atmosphäre und Stimmung der Musikszene mit ihren Rockbands überzeugend und unterhaltsam wieder.

In der Leichenhalle

Bei der Arbeit in der Leichenhalle hat die 25-Jährige es mit dem Strangulationstod eines Jugendlichen zu tun. Cassie kann nicht Recht daran glauben, dass der 15-Jährige Suizid begangen haben soll, doch aufgrund ihrer eigenen persönlichen Probleme scheint sie zumindest anfangs die Fähigkeit eingebüßt zu haben, Zwiesprache mit den Verstorbenen zu halten.

Cassie hoffte inständig, dass Mrs Appleton ihren Sohn gerade mit fünf oder sechs Jahren vor sich sah, lachend auf einem Fahrrad – alles, nur nicht jenes Bild des fünfzehnjährigen Bradley, das ihr für immer bleiben würde: auf seinem Bett liegend, das Kabel seines Laptops fest um den Hals gezurrt, das halb von der Wandleuchte über seinem Kopf herabhing. (Auszug Seite 7)

Insgesamt ist auch der zweite Teil ein kurzweiliger Thriller mit einer stimmigen Geschichte und einer unkonventionellen Protagonistin. Wobei Thriller? Dafür fehlt es vielleicht an durchgehendem Thrill. Anstatt atemberaubendem Nervenkitzel haben wir es eher mit einem geringen Spannungsbogen zu tun. Trotzdem will man immer wissen, wie es weitergeht und wird mit einigen ungewöhnlichen Twists entlohnt. Dazu die leicht mystischen Elemente, wenn Cassie mit ihren „Gästen“ spricht. Die Stärke des Romans sind auf jeden Fall der eingängige Schreibstil und die gut gezeichneten Charaktere.

Zwei Protagonistinnen wie Feuer und Wasser

Die beiden Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein, hier die überkorrekte, fast zwanghafte Polizistin, dort die nach außen toughe aber trotzdem äußerst sensible Sektionsassistentin im krassen Goth-Look, die im Gegensatz zu manchen Kollegen immer respektvoll mit den Leichen, ihren „Gästen“ umgeht. Emotional wird es immer, wenn Cassie auf die traumatisierten Hinterbliebenen trifft, aus Achtung Piercings abnimmt, Undercut und Tattoos versteckt und das als den schwersten Teil ihres Jobs empfindet. Bei den Ermittlungen ergänzen die beiden sich und das Zusammenspiel sorgt für einen großen Lesefluss. Abwechselnd werden die Kapitel aus Sicht von Cassie Raven und Phyllida Flyte erzählt, wobei Cassie einen größeren Anteil hat. Sie ist ja auch wieder, wie im ersten Teil, als plötzlich ihre ehemalige Lehrerin als Leiche vor ihr lag, persönlich involviert. Der Love Interest der beiden wird nur angedeutet und ist auf jeden Fall noch ausbaufähig. Zumindest nennt man sich jetzt beim Vornamen.

Positiv anzumerken ist auch die Liebe zum Detail bei den Beschreibungen von Cassies Arbeit in der Pathologie. Die Fülle anschaulicher Erläuterungen der Forensik und anatomischer Details zeugt von umfassender Recherche der Autorin, werden aber interessant eingearbeitet, ohne zu langweilen.

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Droemer Knaur ungefragt zugesandt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Überrascht war ich, dass es, im Gegensatz zum Auftaktband nicht als Hardcover erschienen ist. Allerdings ist auch das Paperback wieder wunderschön mit floralen Elementen und Hervorhebungen gestaltet und sticht mit den blau-roten Farbakzenten aus dem üblichen Cover-Einerlei bei Thrillern hervor. Eine gelungene Fortsetzung, die man problemlos ohne Vorkenntnisse des ersten Teils lesen kann.

 

Foto und Rezension von Andy Ruhr.

Wer mit den Toten spricht | Erschienen am 01.09.2022 bei Droemer
ISBN 978-3-426-28249-6
384 Seiten | 15,99 Euro
Originaltitel: Life Sentence | Übersetzung aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Andys Besprechung zu Band 1 der Reihe

Jahreshighlights 2022

Jahreshighlights 2022

Andys Top 3 in 2022

 

Ich liebe es, am Ende des Jahres einen Blick zurückzuwerfen und zu schauen, was habe ich gelesen, was hat mir gefallen, was nicht so. Obwohl es genauso viele Besprechungen wie vergangenes Jahr waren, hätten es noch mehr sein können, hätten mir Netflix und Amazon Prime nicht dazwischen gegrätscht. Aber die sieben Staffeln Bosch wollten halt auch gesehen werden. Viele gute Bücher, einige Abbrüche und drei Mal die Höchstwertung, Bücher, die mir auch nach der Lektüre lange im Gedächtnis bleiben werden. Und hier sind meine Top 3 des Jahres 2022 (Link in der Überschrift führt zur ausführlichen Rezension):

Elizabeth Wetmore | Wir sind dieser Staub

Elizabeth Wetmores Debüt führt uns ins ländliche Texas der 70er Jahre, ein raues Setting, in dem Männer auf Ölfeldern arbeiten und Frauen zusehen müssen, wie sie ohne jede Perspektive auf Veränderung klarkommen. Es geht brutal und sexistisch zu. Als eine minderjährige Mexikanerin in einem kleinen Kaff brutal vergewaltigt wird, kann sie sich am anderen Morgen schwer misshandelt und mehr tot als lebendig durch die unwirtliche Wüste zu einer Ranch flüchten. Die hochschwangere Besitzerin hilft ihr, wird danach von allen schikaniert und zieht traumatisiert in die Stadt. Fernab von allen Genreschubladen erkundet Wetmore eine trostlose Landschaft, die vom Ölboom bestimmt wird, empathisch erkundigt sie die Menschen, erzählt aus der Perspektive verschiedener Frauen und ihrem hilflosen Ausgeliefertsein, aber auch vom erstmaligen Aufbegehren gegen den Sexismus und Rassismus. Der poetische aber auch drastische Sprachstil hat mich mitgerissen und ich kann diesen großartigen, eindrücklichen Roman unbedingt empfehlen.

Don Winslow | City on Fire

Der erste Teil einer geplanten Trilogie ist eine nostalgische Reise in die 80er. Es geht um einen Bandenkrieg zwischen der italienischen Mafia und dem irischen Mob in Winslows Heimatstadt Providence. Wegen einer schönen Frau bekommt die fragile Koexistenz der beiden Familienclans Risse und löst eine Lawine der Gewalt aus. Der kluge, umsichtige Danny Ryan, Hauptfigur in Winslows neuem Thriller, der schon lange davon träumt, das Business zu verlassen, muss widerwillig das Zepter übernehmen. Wie Danny vom Handlanger zum Anführer aufsteigt, ist tempo- und wendungsreich mit großer visueller Sogkraft erzählt. Eine gut konstruierte, ganz klassische Geschichte, in der Macht, Loyalität, Familie, Freundschaft und Verrat eine große Rolle spielen. Inspiration holte Winslow sich bei den großen Klassikern, denn City on Fire ist auch Epos und Drama. Ein Thriller, wie er sein muss, ein Pageturner im besten Sinne, extremspannend, emotional mit ambivalenten Helden. Dieses Jahr konnte ich den charismatischen Ausnahmeschriftsteller auch bei einer Lesung kennen lernen. Deshalb hoffe ich, dass die Trilogie nicht wie geplant, das Ende seiner Karriere einläutet.

Rumaan Alam | Inmitten der Nacht

Eine ganz typische New Yorker Familie des weißen Mittelstandes hat ein luxuriöses, allerdings ziemlich abgelegenes Ferienhaus auf Long Island gemietet, um mit den beiden pubertierenden Kindern eine unbeschwerte Woche zu verbringen. Die Idylle wird schon in der ersten Nacht gestört, als ein älteres, schwarzes Ehepaar um Einlass bittet. Sie stellen sich als die Besitzer des Domizils vor und erzählen von einem großflächigen Blackout in New York. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich ein immer bedrohlicher werdendes Szenario. Unaufhaltsam verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich eine Katastrophe unbekannten Ausmaßes ereignet hat. Die anspruchsvolle Lektüre hat mich von der ersten Seite mitgenommen und nicht mehr losgelassen. Das lag zum einen an der Sprachgewalt des Autors, der genüsslich jedoch mit feinem Humor seine Figuren seziert und ihre Charaktere und teilweise irrationalen Verhaltensweisen ambivalent aber durchaus menschlich zeichnet. Zum anderen wird durch die dystopischen Andeutungen eine permanent unterschwellige Spannung generiert. Für mich eine verstörende Lesereise, die mich gefesselt hat und sich schwer einem bestimmten Genre zuordnen lässt. Ein Psycho- und Katastrophenthriller, Kammerspiel und Sozialsatire, in dem der Autor wie nebenbei soziale Themen wie Klimawandel, Alltagsrassismus und Konsumgesellschaft einbindet.

 

Gunnars Top 3 in 2022

 

82 Bücher mit knapp 30.000 Seiten habe ich in 2022 gelesen, sagt zumindest meine Goodreads-Statistik. Die große Mehrzahl waren natürlich Krimis, dabei habe ich viele ordentliche und gute Krimis gelesen, mit Höchstnoten war ich aber sparsam. Bei den älteren Krimis war mein absolutes Highlight „Wahrheit“ von Peter Temple. Bei den aktuellen Titeln hätte ich zusätzlich ebenfalls wie Andy auf Don Winslows „City on Fire“ verwiesen, sehr stark finde auch meine aktuelle Lektüre: Attica Locke mit „Pleasantville“. Aber letztlich habe ich mich für diese drei Titel entscheiden:

Oliver Bottini | Einmal noch sterben

„Curveball“ war der legendäre Informant des BND, der den USA den Vorwand für den Irakkrieg lieferte. Wie sich später herausstellte, waren die Information falsch. Was aber, wenn dem BND (und den Amerikanern) das durchaus bewusst war? Oliver Bottini ist der Meister des deutschen Politthrillers und liefert hier ein realistisches Szenario unter der Prämisse, dass Curveball bewusst als falsche Quelle aufgebaut wurde und das Ganze von einer geheimen Gruppe, einem Staat im Staate, gedeckt und zur Not auch gegen offizielle Ermittler der deutschen Sicherheitsbehörden verteidigt wird. Ein faszinierender und zugleich beklemmender Plot, gepaart mit Bottinis üblichem literarischem Anspruch.

Garry Disher | Stunde der Flut

Was wäre ein Rückblick auf meine Jahreshighlights ohne Garry Disher? Ich durfte den sympathischen, bodenständigen Australier im Herbst beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ auch live erleben. Als Krimiautor spielt er weltweit in der absolut obersten Liga mit und das mit einer eindrucksvollen Konstanz. „Stunde der Flut“ ist diesmal ein Stand-Alone mit dem suspendierten Polizistin Charlie Deravin, der immer noch dem Verschwinden seiner Mutter von vor zwanzig Jahren nachspürt. Eine sehr komplizierte Familiensituation, denn Hauptverdächtiger ist nach wie vor sein eigener Vater, was Charlie allerdings nicht glaubt. Der Plot hat noch weitere Stränge, es geht um toxische Männlichkeit damals wie heute und wie immer bringt Disher alles gewohnt routiniert auf den Punkt zusammen. Ich hatte es schon in der ausführlichen Besprechung erwähnt: Garry Disher bleibt Goldstandard der Kriminalliteratur.

Ann-Helén Laestadius | Das Leuchten der Rentiere

Ein Roman, der für mein Empfinden noch mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Den deutschen Titel hat der Verlag möglicherweise mit einem Hintergedanken auf „Der Gesang der Flusskrebse“ gewählt. Dieser Titel war für mich echt enttäuschend, aber bei den Rentieren war ich wirklich begeistert. Im Zentrum steht die Sámi Elsa, ihre Familie betreibt die traditionelle Rentierwirtschaft. Als Neunjährige beobachtet sie einen Wilderer, der sie bedroht, sodass sie über den Vorfall schweigt. Zehn Jahre später als junge Erwachsene findet Elsa endlich den Mut, ihr Schweigen zu durchbrechen, und bringt sich damit in starke Gefahr. Der Roman handelt von Fragen der Identität, von Zukunftsängsten der Samen, von der Ignoranz und dem Rassismus der schwedischen Mehrheitsgesellschaft, aber auch von den internen Problemen der samischen Gemeinschaft. Er verbindet sehr eindrucksvoll verschiedene Elemente wie Familiendrama, Gesellschaftsroman und Krimi. Ein echtes Jahreshighlight.

 

Weiterlesen I: Die Gewinner des Deutschen Krimipreises 2022

Weiterlesen II: Die Jahres-Top Ten 2022 der Jury der Krimibestenliste

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2022

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2022

Kurzrezensionen Dezember 2022

Arttu Tuominen | Was wir verbergen

Ende des letzten Jahres erschien „Was wir verschweigen“ von Arttu Tuominen, der erste Band mit Kommissaren der Kriminalpolizei aus Pori in Nordwestfinnland. Damals stand Jari Paloviita im Fokus, als er einem mordverdächtigen Jugendfreund zu Hilfe kommt und die Ermittlungen beeinflusst. Für mich ein überzeugender Krimi.

Nun gibt es Band 2 aus Pori und diesmal steht Jaris Kollege Henrik Oksman im Fokus des Romans. Er ist ein stiller Einzelgänger im Präsidium. Was niemand weiß: Henrik ist homosexuell und verkleidet sich gern als Frau. Er verbringt einen Abend in einem queeren Nachtklub in Pori, findet dort Anschluss und verlässt mit seinem Begleiter den Club in ein nahegelegenes Hotel. Kurz darauf wirft ein Attentäter zwei Granaten in den Eingangsbereich des Clubs, fünf Menschen sterben. Ein Bekennervideo zeigt einen fanatischen Mann, der weitere Taten ankündigt und andere aufruft, ebenfalls in seinen Kampf gegen Schwule und vermeintlich Andersartige zu ziehen. Es folgen hektische Ermittlungen nach dem Täter, währenddessen Henrik verschweigt, dass er kurz vor dem Attentat im Club war und mit aller Macht versucht, sein Geheimnis zu bewahren.

Eine sehr interessante Idee des Autors, die Prämisse des ersten Romans – ein Ermittler, der in einem aktuellen Fall etwas zu verbergen hat – wieder aufzugreifen. Das funktioniert auch, denn obwohl man annehmen könnte, dass Homosexualität im modernen Finnland unproblematisch wäre, stehen der private Hintergrund Henrik Oksmans als Gegenbeispiel. Erzkonservative, homophobe und rassistische Gegenbewegungen gibt es offenbar auch in Finnland. Der Roman überzeugt am meisten bei der komplexen Figur Oksman und am wenigsten bei der etwas schematischen Figur des Attentäters. Insgesamt aber eine ordentliche Fortsetzung des starken ersten Bands.

 

Was wir verbergen | Erschienen am 28.10.2022 bei Bastei Lübbe
ISBN 978-3-7857-2811-6
366 Seiten | 16,99 €
Als E-Book: ISBN 978-3-7517-2811-9 | 11,99 €
Originaltitel: Hyvitys | Übersetzung aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5
Genre: Krimi

 

Michael Mann & Meg Gardiner | Heat 2

Um Regisseur Michael Mann ist es ein wenig still geworden, seine letzter Kinofilm „Blackhat“ von 2015 war ein veritabler Flop. Kein Wunder, dass er sich nun seines größten Erfolgs erinnert hat: „Heat“ von 1995 ist ein sowohl actionreiches als auch tief melancholisches Heist-Drama, ein Klassiker des Genres, mit großartigen Schauspilern wie Robert de Niro und Al Pacino. Zusammen mit der Kriminalautorin Meg Gardiner hat Michael Mann nun „Heat 2“ geschrieben, dass sowohl Prequel als auch Sequel von „Heat“ ist. Die Verfilmung soll angeblich bereits in den Startlöchern stehen.

Die Cineasten unter uns werden es wissen (Zur Not erläutern die Autoren etwas umständlich im Prolog auch nochmal den Schluss von Heat): Beim Showdown am Ende überlebt Chris Shiherlis (gespielt von Val Kilmer) schwer verletzt und entkommt der Polizei um Vincent Hanna. Aus dieser Ausgangsposition wird erzählt, wie Chris in Paraguay in der rauen Schmugglerstadt Cuidad del Este bei einer taiwanesischen Mafiafamilie unterkommt und sich dort hocharbeitet, vor allem in der Gunst der Tochter des Clanchefs, die obwohl deutlich cleverer als ihr Bruder, nicht an die Spitze des Clans aufrücken soll. Währenddessen wird die Vorgeschichte erzählt: Nach einem Coup in Chicago 1988 geraten Neil McCauley und seine Crew mit Chris ins Visier eines soziopathischen Kriminellen, der ihnen den nächsten Coup streitig machen will. Zum Ende werden alle Fäden wieder in L.A. Im Jahr 2000 zusammenführen.

Jetzt kann man natürlich etwas streiten, ob es unbedingt einer Fortsetzung bedurft hätte. Ästhetisch und inhaltlich knüpfen Mann & Gardiner an Bestehendem an, haben wenig Neues zu bieten, geben den bekannten Figuren keine wesentlichen neuen Attribute. Andererseits ist das Ganze auch auf einem respektablem Niveau. Der Spannungsbogen überzeugt, man bleibt bis zum Schluss dran und fühlte sich gut unterhalten. Insofern nicht übel, man sehen, was der Film kann.

 

Heat 2 | Erschienen am 27.09.2022 bei HarperCollins
ISBN 978-3-3650-0228-5
688 Seiten | 14,- €
Als E-Book: ISBN 978-3-7499-0516-4 | 9,99 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5,0
Genre: Krimi

 

Michelle Paver | Schneegrab

April 1935: Von Darjeeling aus bricht eine Gruppe britischer Bergsteiger zum Kangchenjunga auf, dem dritthöchsten Berg der Welt. Sie bewegen sich auf der Route einer Expedition um den Leiter Edmund Lyell knapp dreißig Jahre zuvor, die im Desaster endete, wobei Lyell dank eines von ihm veröffentlichten heroischen Expeditionsberichts zum Bergsteigerhelden wurde. Doch ging es damals so zu, wie von ihm berichtet? Stephen Pearce, Arzt der neuen Expedition, kam erst spät ins Team, will sich unbedingt beweisen – und doch beschleicht ihn ein merkwürdiges Gefühl, auch aufgrund des Aberglaubens der einheimischen Träger. Als die Gruppe schließlich den Berg erreicht, hat Stephen Erscheinungen. Irgendjemand scheint die Gruppe zu begleiten und zu beobachten.

Autorin Michelle Paver begibt sich mit „Schneegrab“ in den Himalaya und hat eine Mischung aus historischem Bergsteigerroman und Mysterythriller vorgelegt. Der Schauplatz ist interessant gewählt, ihre Recherchen scheint die Autorin auch gemacht zu haben, allerdings habe ich schon packendene Bergsteigergeschichten gelesen. Das Ganze ist weniger eine Horror als eine Schauergeschichte. Nicht schlecht, vor allem die Auflösung fand ich durchaus clever. Allerdings plätscherte es für mich zwischendurch auch so ein wenig dahin. Die Entscheidung, die Story von Stephen als Ich-Erzähler erzählen zu lassen, macht zwar Sinn, aber ich fand die übrigen Figuren dadurch etwas blass vom Profil. So fand ich „Schneegrab“ ganz ordentlich für zwischendurch, aber da wäre aus meiner Sicht noch mehr drin gewesen.

 

Schneegrab | Erschienen am 01.12.2021 im Piper Verlag
ISBN 978-3-492-06345-6
304 Seiten | 17,- €
Als E-Book: ISBN 978-3-492-60178-8 | 12,99 €
Originaltitel: Thin Air | Übersetzung aus dem Englischen von Karin Dufner
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3 von 5
Genre: Mysterythriller

 

Graham Moore | Verweigerung

Ein Geschworenenprozess in Los Angeles: Die 15jährige Jessica Silver, Tochter eines Immobilienmoguls, verschwindet. Wegen Mordes wird ihr Lehrer Bobby Nock angeklagt, der offenbar ein Verhältnis mit Jessica hatte und in dessen Auto Blutspuren von Jessica gefunden wurden. Die Geschworenen tendieren zunächst zu einem Schuldspruch, entscheiden aber letztlich nach längerer Beratung und Intervention hauptsächlich einer Geschworenen auf „nicht schuldig“ und stehen fortan unter scharfer Kritik. Im Mittelpunkt der Kritik steht Maya Seale, die anschließend selbst Jura studiert und Anwältin wird. Zehn Jahre später trommelt eine TV-Produktionsfirma die Geschworenen wieder zusammen. Einer von ihnen, Rick, behauptet, hieb- und stichfeste Beweise für die Täterschaft Bobby Nocks gefunden zu haben. Maya bezweifelt dies, streitet sich mit Rick und findet diesen kurz danach ermordet in ihrem Hotelzimmer. Plötzlich wird Maya zur Hauptverdächtigen.

Justizthriller waren durch John Grisham in der 1990ern auf einmal sehr populär. Das amerikanische Rechtssystem mit Geschworenenurteilen lädt natürlich auch immer wieder zu interessanten Plots ein. Hier erzählt Autor Graham Moore sehr versiert auf zwei Zeitebenen: Zum einen beleuchtet er den Prozess von damals, nach und nach erfährt der Leser, was damals in den Beratungen der Geschworenen geschehen ist und was zum Freispruch von Bobby Nocks geführt hat. Zum Anderen verfolgen wir Maya in der Gegenwart, die nur widerwillig an dem TV-Event teilnimmt, plötzlich mordverdächtig ist und nun selbst ermittelt, um sich zu entlasten. Insgesamt ein clever erzählter Justizthriller mit einigen interessanten Wendungen und einigen bissigen Spitzen gegen das amerikanische Justizsystem.

 

Verweigerung | Erschienen am 21.12.2020 im Eichborn Verlag
ISBN 978-3-8479-0053-5
400 Seiten | 22,- €
Als Taschenbuch: ISBN 978-3-8479-0108-2 | 12,- €
Originaltitel: | Übersetzung aus dem Englischen von André Mumot
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 4 von 5
Genre: Spannungsroman

 

Rezensionen und Fotos von Gunnar Wolters.