Kategorie: historischer Krimi

Britta Habekost | Stadt der Mörder

Britta Habekost | Stadt der Mörder

Er schwamm hinter ihr wie ein Hai in blutigem Kielwasser. (Auszug Seite 9)

Wie man am Titel schon unschwer erkennen kann, zeigt Britta Habekost in ihrem historischen Kriminalroman Paris mal nicht als die Stadt der Liebe. Der Fokus liegt nicht auf verliebten Pärchen an der Seine, romantischen Blumenverkäufern und auch nicht auf Akkordeonspielern auf den Boulevards. Stattdessen ist die Handlung in den dunklen und schmuddeligen Ecken Paris angesiedelt. Einer Großstadt, die immer noch unter dem Einfluss des vor kurzem beendeten 1. Weltkriegs steht und in der die Zukunftsaussichten der meisten Pariser nicht besonders rosig sind. Bereits der Prolog führt uns auf die Fährte eines Serienmörders, der unter dem Einfluss von Drogen und hochprozentigem Alkohol sein nächstes Opfer verfolgt und dabei einen Einblick in seine kranke Gefühls- und Gedankenwelt gibt.

Er hatte einen grässlichen Nachgeschmack von Absinth in seinem Mund, und in seinen Adern breiteten sich die Wohltaten chemischer Engel aus. Er hatte genug Heroin intus, um ihr die ganze Nacht durch Paris zu folgen. Und genug, um auch andere Dinge zu tun, ohne die kleinste Kraftanstrengung, ohne Reue oder Bedauern. (Auszug Seite 10)

Die Romanhandlung beginnt an einem kalten Pariser Morgen Mitte Dezember 1924. Am Place du Panthéon wird in einem Jutesack die grausam entstellte Leiche eines jungen Mannes gefunden. Aufgrund eines Muttermals kann der verstümmelte Körper dann relativ schnell als der 16-jährige Sohn der adeligen Familie de Faucogney identifiziert werden. Clément Faucogney war vor einiger Zeit gemeinsam mit seinem Kindermädchen auf dem Weg zum Fechtunterricht verschwunden. Auch von der 26-jährigen Gouvernante fehlt seither jede Spur. Leiter der Mordermittlung ist Lieutenant Julien Vioric. Wie viele seiner Landsleute hat der Lieutenant den Krieg nur schwer traumatisiert überlebt. Nicht nur körperlich durch einen Granatsplitter in der Schulter verletzt, macht ihm das das Erlebte auf den Schlachtfeldern immer noch sehr zu schaffen. Der aktuelle Fall bringt ihn aufgrund seiner Grausamkeiten an die Grenze des für ihn Erträglichen. Der adelige Bengel ist aber nur das erste Opfer in einer Reihe monströser Taten. Als weitere Morde von einem scheinbar fanatischen und äußerst enthemmten Täter geschehen, bringt das die Préfecture gehörig unter Druck. Deren Polizeipräfekt, Edouard Vioric ist Juliens Bruder, der ihm schon immer das Leben schwer machte.

Eine Spur führt Vioric zu der jungen Lysanne Magloire. Die unbedarfte Frau aus der Provinz hat es völlig mittellos nach Paris verschlagen um nach ihrer vor 4 Jahren verschwundenen Schwester Isabelle zu suchen. Beide Frauen hatten während des Krieges als ausgebildete Krankenschwestern gearbeitet, Isabelle zerbrach fast an ihren Aufgaben im Lazarett und wurde kokainsüchtig. Nach dem Tod des Vaters und ihres besten Freundes hatte Lysanne ihr Dorf verlassen. Doch jetzt reicht ihr Geld nicht mehr, die Polizei nimmt sie bei ihrer Suche nicht ernst und Paris ist so gar nicht die verheißungsvolle, vibrierende Metropole voller Künstler, die sie sich ziemlich naiv vorgestellt hatte.

Die Gesänge des Maldoror

Lysanne lernt in einem Café den charismatischen Dichter Louis Aragon kennen, der sie bestärkt, ihr schriftstellerisches Talent auszuleben. Er bringt sie in den Kreis der Surrealisten, eine buntgemischte Gruppe von Menschen, die sich an verschiedenen Orten treffen, schreiben und spielen. Zu ihnen gehören Schriftsteller, Maler und bildende Künstler. Es sind Freigeister, Anarchisten, die die Werte des etablierten Bürgertums ablehnen und eine neue Sicht auf die Welt in teilweise ungewöhnlichen Aktionen verbreiten möchten sowie oft die Obrigkeiten mit großem Vergnügen bloßstellen.

Im Laufe der Ermittlungen verdichten sich für Vioric die Hinweise, dass der Täter aus den Reihen der Surrealisten kommen könnte. Denn der Serienmörder lässt sich scheinbar bei seinen Taten von den grausamen Szenen aus ihrem Manifest „Die Gesänge von Maldoror“ inspirieren. Lysanne begibt sich in große Gefahr, denn immer wieder führen Spuren zu ihrer Schwester, zu ihrer Vergangenheit und zu den Surrealisten, die sie faszinieren und in deren Umfeld sie sich immer häufiger aufhält.

Durch Britta Habekosts poetische Sprache und ihren bildgewaltigen Schreibstil wird man mühelos in das faszinierende wie abstoßende Geschehen hineingezogen. Das Flair der glamourösen Metropole an der Seine der Nachkriegszeit, besonders das Nebeneinander von künstlerischer Dekadenz und bitterer Armut wird sehr gut eingefangen in teilweise harten sowie drastischen Bildern. Die Pariser kämpfen nach dem 1. Weltkrieg noch mit vielen Traumata, es ist eine Stadt zwischen Gewalt und Vergnügungssucht. Einer dieser Menschen ist der schwermütige Julien Vioric, der sich immer wieder in Schuldgefühlen und Kriegserinnerungen verliert. Im Gegensatz zu seinem Bruder ist er verletzlich und kein hartgesottener Ermittler. Für mich ein absoluter Sympathieträger. Auch andere Charaktere werden sehr authentisch dargestellt und sind in ihrer Verlorenheit sehr spürbar. Es entsteht eine bedrückte Grundstimmung mit melancholischen Untertönen, in der die Autorin die düstere Atmosphäre der Großstadt mit einem vielschichtigen Krimiplot verwebt und das auch noch mit dem Geschehen der Surrealistenszene verknüpft.

Die Surrealisten

Eine zentrale Rolle spielen die französischen Surrealisten rund um die real existierenden Personen Louis Aragon, André Breton, Robert Desnos u.a. die Habekost als Kunsthistorikerin gekonnt in Szene gesetzt hat, einschließlich einiger historisch belegter Aktionen und Aktivitäten der Gruppe. Fast nebenbei wird man mit ihrem Gedankengut vertraut gemacht und erfährt einige spannende Details über die Figuren. Spannend, düster und manchmal auch sehr amüsant, wenn die Surrealisten im Zuge der Mordermittlungen zum Verhör auf die Polizeistation gebeten werden und sich dabei unglaublich skurrile aber auch irgendwie philosophische Gespräche ergeben und die Polizisten lässig vorgeführt werden. Ganz raffiniert werden hier kunsthistorische Fakten und Fiktion zusammengeworfen. Dadurch ist „Stadt der Mörder“ ein besonderer Roman, der sich deutlich von den unzähligen historischen Kriminalromanen, die zurzeit den Markt überschwemmen, abhebt.

Ich kannte Surrealismus nur als Kunstbewegung und mir war nicht klar, dass der Surrealismus, wie in Britta Habekosts Nachwort zu lesen, in seinen Anfängen keine Kunst sein wollte, sondern eine Revolution des Denkens und der Art zu leben und sich als Lebenskunst gegen traditionelle Normen äußerte. Am Ende wird der Fall gut aufgelöst und auf die angekündigte Fortsetzung freue ich mich schon sehr.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Stadt der Mörder | Erschienen am 27.09.2021 im Penguin Verlag
ISBN 978-3 3286 0195 1
464 Seiten | 20,- €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Joe R. Lansdale | Ein feiner dunkler Riss

Joe R. Lansdale | Ein feiner dunkler Riss

In mir wuchs die Befürchtung, dass es – was auch immer es war – mich packen und mit sich ziehen würde, auf die andere Seite dieses feinen, dunklen Risses: der Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. (Auszug Seite 94)

In einem heißen texanischen Sommer im Jahr 1958 begegnen wir unserem Protagonisten Stanley Mitchel. Der Dreizehnjährige ist erst vor kurzem mit seiner Familie in das fiktive Kaff Dewmont in East Texas gezogen, wo sich sein Vater einen Traum erfüllte und das dortige Dew Drop Drive-In Autokino betreibt. Stan streift an heißen Sommertagen mit seinem Hund Nub durch die Gegend und genießt bis Schulbeginn das noch unbeschwerte Leben eines naiven, wohlbehüteten Heranwachsenden. Hinter dem Wohnhaus beginnen die Wälder und eines Tages finden er und seine ältere Schwester Caldonia zufällig in der Ruine einer abgebrannten Villa ein verwittertes Metallkästchen mit geheimnisvollen Briefen. Im Gegensatz zu seiner Schwester ist Stan gleich fasziniert, er wittert ein großes Abenteuer und beginnt Detektiv zu spielen. Die Villa gehörte der angesehenen Familie Stilwind und bei dem Brand vor 20 Jahren kam die Tochter Jewel Ellen ums Leben. In der gleichen Nacht wurde die junge Margret Wood vergewaltigt und ermordet auf den Gleisen gefunden. Ihr Kopf wurde nie entdeckt und seitdem soll ihr Geist in der Gegend herumspuken. Bei seinen Erkundigungen unterstützt ihn der lebenskluge sowie oftmals launische Schwarze Buster Smith. Der trunksüchtige Alte war früher mal als Hilfspolizist tätig und arbeitet jetzt als Filmvorführer für seinen Vater. Das zunächst harmlos beginnende Detektivspiel entwickelt ungeahnte Ausmaße und Stan findet sich in einem ausgewachsenen Kriminalfall wieder.

Die fesselnde Aufklärung der damaligen Verbrechen rückt mal mehr, mal weniger in den Vordergrund, die Krimielemente des Romans bilden dabei nur das Gerüst für eine warmherzige Coming-of-Age Geschichte und eine genaue Milieustudie der amerikanischen Provinz der 50er Jahre. Dieser Sommer wird das Leben von Stan gehörig auf den Kopf stellen und für immer verändern. Er wird nicht nur sexuell aufgeklärt, er lernt auch Rassismus, Alkoholismus und häusliche Gewalt kennen. Während er in einem liebevollen Elternhaus aufwächst, wird sein bester Freund Richard täglich von seinem Vater verprügelt. Auch die schwarze Hausangestellte Rosy Mae erfährt von ihrem brutalen Partner täglich Gewalt. Sie findet Unterschlupf bei den Mitchels, kann aber auch nicht von ihrem alkoholsüchtigen Geliebten lassen. Stans heile Welt bekommt Risse und er wird mit einer bitterbösen Realität konfrontiert, die ihn seine Unschuld verlieren und erwachsen werden lässt. Ende der 1950er Jahre ist in Amerika Rassentrennung noch an der Tagesordnung. Schwarze und Weiße leben in voneinander getrennten Vierteln, werden auf unterschiedlichen Friedhöfen beerdigt oder sitzen im Kino in getrennten Bereichen, Frauen haben generell nur wenig zu sagen.

Die Handlung ist eher ruhig, ohne übertriebenes Pathos erzählt und weist einige dramatische sowie spannende Passagen auf. Die menschlichen Abgründe, die hinter der kleinstädtischen Idylle lauern, werden aber geschmeidig in die Handlung eingewebt und trotz der Schwere der Themen bleibt der Tonfall leichtfüßig. Besonders durch die hemdsärmelige Erzählweise, passend aus der Perspektive eines Dreizehnjährigen mit bisweilen schnoddrigen Dialogen und deftiger Ausdrucksweise, entsteht eine Leichtigkeit. Die Dialoge klingen authentisch und verzichten dennoch nicht auf einen literarischen Anspruch. Lansdale erzählt seine Geschichte sehr einfühlsam, die er auch nie aus den Augen verliert, und nah an den Figuren, die er glaubwürdig ausleuchtet. Sie überzeugen durch Authentizität und Lebendigkeit.

Wahrscheinlich spielten sich solche Dinge in jeder Kleinstadt ab, und die meisten Leute merkten nichts davon. Ich hätte lieber zu den meisten Leuten gehört. Es war, als ob ich einen Deckel angehoben hätte, und nun kamen alle üblichen Geheimnisse der Welt hervorgekrochen. (Auszug Seite 297)

Lansdale beschreibt die eindrückliche Szenerie einer texanischen Kleinstadt, wo die älteren Leute am späten Nachmittag im Unterhemd auf Veranden sitzen und sich unterhalten, während die Glühwürmchen ausschwärmen und die Sonne wie ein roter Feuerball in die Wälder von East Texas eintaucht und die Jugendlichen mit pomadiger Haartolle oder Pferdeschwanz vorm Dairy Queen herumlungern, Milchshakes im Drugstore trinken und Rockabilly im Radio hören und ich konnte in dieses Setting und in die dichte Atmosphäre mit viel Südstaatenflair versinken.

Ein sehr gelungenes Zeitportrait mit einem Protagonisten, der in seiner jugendlichen Naivität felsenfest an den amerikanischen Traum glaubt und sich eine tiefe Menschlichkeit bewahrt.

 

Foto und Rezension von Andy Ruhr.

Ein feiner dunkler Riss | Erschienen am 17.02.2014 im Suhrkamp Verlag
ISBN 978-3-5184-6497-7
351 Seiten | 8,99 €
Originaltitel: A Fine Dark Line (Übersetzung aus dem amerikanischem Englisch von Heide Franck)
Bibliografische Angaben & Leseprobe zur Zeit nur antiquarisch verfügbar

Abgehakt | Kurzrezensionen März 2022

Abgehakt | Kurzrezensionen März 2022

Unsere Kurzrezensionen zum Ende März 2022

 

Philip Kerr | Metropolis

Lange vor Volker Kutscher und Co. startete Philip Kerr seine Reihe um den zynischen, aber moralisch integren Privatdetektiv und ehemaligen Polizisten Bernie Gunther während der Nazi-Zeit. Spielten die ersten Bände Mitte/Ende der 1930er, so waren die letzten Bände in der Nachkriegszeit angelegt, in der es aber immer noch vor Nazis wimmelte. Kurz vor seinem viel zu frühen Tod 2019 stellte der Autor mit Band 14 noch dieses Prequel fertig, dass 1928 spielt.

Gunther ist noch bei der Berliner Polizei und wechselt gerade von der Sitte zur Kripo zu dem inzwischen allgemein bekannten Ernst Gennat und seinem Chef Julius Weiß. Die Kripo hat Ende der goldenen Zwanziger alle Hände voll zu tun. Die Stadt in Aufruhr hält gerade ein Serienmörder, der „Winnetou“ genannt wird, weil er seine Opfer, Prostituierte, skalpiert. Kurz darauf wird ein weiterer Serientäter aktiv, das Opfer sind diesmal kriegsversehrte Obdachlose. Gunther ist der einzige, der hier einen Zusammenhang vermutet.

Die Zutaten dieses historischen Krimis sind inzwischen allgemein bekannt, wie auch viele der auftretenden Figuren. Kerr war ein versierter Rechercheur, es gibt vielerlei Verwebung von Fakten und realen Personen. So baut Kerr eine Begegnung mit George Grosz oder einen Besuch der legendären Kneipe „Sing Sing“ ein. Allgemein geht es um den Moloch Berlin, den manche am liebsten von einigen Menschen gesäubert sehen würden, seien es Huren, Krüppel oder Juden, das gesunde Volksempfinden und allgemein um Schäden der Seele. Die Nazis mit ihren menschenverachtenden Parolen erreichen immer mehr Zulauf. Natürlich tummeln sich inzwischen einige Autoren auf dieser Spielwiese, aber das Niveau von Kerr über die gesamte Reihe ist schwer zu erreichen. Aus meiner Sicht war diese Reihe immer geradliniger und stilistisch besser als die Konkurrenz in diesem Genre. Sehr traurig, dass dies der letzte Roman von Philip Kerr bleiben wird.

 

Metropolis | Erschienen am 14.09.2021 bei Wunderlich im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-8052-0047-9
400 Seiten | 24,- Euro
Originaltitel: Metropolis (Übersetzung aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 4,0 von 5
Genre: Historischer Krimi

 

John McMahon | Cold Detective

Detective P.T. Marsh ist seit dem Unfalltod seiner Frau und seines Kindes nur noch ein Schatten früherer Tage, auch wenn er das im Dienst noch halbwegs verbergen kann. Eine Stripperin erzählt ihm, dass sie häufig von ihrem Freund verprügelt wird. Marsh nimmt sich eines Nachts im trunkenen Zustand der Sache an und verpasst dem Typen eine Abreibung. Dummerweise wird Marsh am nächsten Morgen zu einem Mordfall gerufen und ebenjener Typ, ein Neonazi, ist das Opfer. Die Sache wird aber schnell überlagert von einem weiteren Todesfund. Ein Feldbrand wird gelöscht und der Leichnam eines toten schwarzen Teenagers gefunden. Marsh merkt schnell, dass dies ein Lynchmord war und versucht Details verbogen zu halten, um keinen Aufruhr in der Bevölkerung in der Kleinstadt in Georgia hervorzurufen. Indizien führen zu dem toten Neonazi und Marsh stellt sich die Frage, ob er nicht doch versehentlich den Hauptverdächtigen ermordet hat.

„Cold Detective“ ist der Auftakt zu einer Reihe um den Detective P.T. Marsh aus Georgia, der hier im ersten Fall es mit einer offensichtlich rassistischen Tat zu hat. Autor John McMahon spielt mit verschiedenen Versatzstücken, die allesamt dem Leser nicht ganz unbekannt sind: Der gebrochene Ermittler im Kampf gegen alte Ressentiments, gegen korrupte Kollegen und andere gesellschaftlich hochrangige Personen. Die Tat und ihre Umstände sind nicht frei von Mystik, was gewisse Inspiration z.B. bei der Serie „True Detective“ vermuten lässt. Dennoch macht der Autor das über weite Strecken routiniert und ordentlich. „The Good Detective“, so der Originaltitel, wurde 2019 immerhin für den Edgar nominiert. Der Reiz des Plots liegt auch daran, dass der offensichtlich unbestechliche Ermittler immer wieder Angst haben muss, selbst als Verdächtiger im ersten Mordfall in den Fokus zu geraten. Ein wenig übertrieben fand ich jedoch die weitere Entwicklung im Lynchmord, bei dem für meinen Geschmack ein allzu großes Rad gedreht wird. Insgesamt mit Abstrichen aber ein passabler Reihenauftakt.

 

Cold Detective | Erschienen am 07.01.2022 im Piper Verlag
ISBN 978-3-492-31711-5
400 Seiten | 13,- €
Als E-Book: ISBN 978-3-492-99980-9 | 9,99 €
Originaltitel: The Good Detective (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Sven-Eric Wehmeyer)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,0 von 5,0
Genre: Gesellschaftskritischer Krimi

 

 

Doug Johnstone | Eingeäschert (Band 1)

Als Bestattungsunternehmer Jim Skelf mit etwa siebzig Jahren plözlich verstirbt, hinterlässt er drei Frauen, die sich fortan ums Familienunternehmen, zu dem auch eine Detektei gehört, kümmern müssen: Seine Frau Dorothy, seine Tochter Jenny und Enkelin Hannah. Ganz schnell kommt heraus, dass Jim regelmäßige Geldzahlungen an eine Frau und ihre Tochter vor seiner Frau verheimlicht hat, was Dorothy sehr erschüttert. Währenddessen verschwindet die Mitbewohnerin aus Hannahs Studenten-WG spurlos und da die Polizei wenig unternimmt, soll nach Hannahs Wunsch die Detektei Skelf das Verschwinden von Melanie Cheng aufklären.

„Eingeäschert“ ist der Auftakt zu einer Reihe um die drei Damen vom Bestattungsinstitut. Sehr morbide beginnt der Roman mit der Einäscherung des toten Familienoberhaupts Jim Skelf auf einem Scheiterhaufen im Garten. In der Folgezeit begleiten wir Dorothy, Jenny und Hannah abwechselnd durch Perspektivwechsel bei ihren Ermittlungen. Dorothy im Fall Jim Skelf, Jenny in einem neuen Fall von vermeintlichem Ehebruch, den die Detektei annimmt, und Hannah im Fall Melanie Cheng.

Autor Doug Johnstone ist von Haus aus Astrophysiker und somit darf der Originaltitel „A Dark Matter“ (Dunkle Materie) gerne erwähnt werden, denn er beschreibt sehr gut die Lebenslagen der drei Frauen, die sich neben der Trauer um Jim in unterschiedlichen Lebensaltern verschiedenen Krisen ausgesetzt sehen. Dorothy als belogene Ehefrau, Jenny frisch geschieden und joblos in der Midlife-Crisis, Hannah in tiefer Sorge um eine enge Freundin. Ihre Bahnen und Geschicke werden von unbekannten Dingen beeinflusst wie dunkle Materie das Universum. Ein gelungener Kriminalroman um familiäre Bande, das Leben und den Tod und über toxische Beziehungen mit einem ungewöhnlichen weiblichen Ermittlertrio.

 

Eingeäschert | Erschienen am 18.01.2022 im Polar Verlag
ISBN 978-3-948392-42-0
424 Seiten | 25,- €
Originaltitel: A Dark Matter (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Bürger)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 4 von 5;
Genre: Krimi

 

Ralf Langroth | Ein Präsident verschwindet

Besagter Präsident ist der Chef des damals noch sehr jungen bundesdeutschen Verfassungsschutzes. Am 20. Juli 1954 verschwindet Otto John und taucht kurz darauf scheinbar freiwillig in Ost-Berlin bei einer Pressekonferenz mit den DDR-Spitzen auf. Ein Coup der DDR gegen den Westen mit seiner Nazi-Kontinuität oder ist John doch nicht so freiwillig wie gedacht im Osten? Philipp Gerber von der Sicherungsgruppe des BKA soll in Berlin auf besonderen Wunsches von Kanzler Adenauer ermitteln. Das kommt Gerber sehr gelegen, ist doch seine Freundin, die Journalistin Eva Herden, ebenfalls in Berlin verschwunden. Hat sie etwas mit dem Fall Otto John zu tun?

Der Roman ist der zweite Band der Reihe historischer Thriller um den BKA-Beamten Philipp Gerber, der als Ausgewanderter mit der amerikanischen Armee im 2.Weltkrieg nach Deutschland kam und nun dort geblieben ist. Erneut hat der Autor sich ein reales Ereignis ausgesucht, um die er seine fiktive Geschichte platziert: Den Skandal um Otto John. Das Setting um die Schauplätze Bonn, Berlin und Pullach ist stimmig und akkurat wie auch die weiteren realen Persönlichkeiten, die hier als Figuren eingebettet werden, etwa Kanzler Adenauer oder Reinhard Gehlen, Ex-Wehrmachtsgeneral und dann Chef der Organisation Gehlen, Vorläufer des BND. Auch der Plot um Ost-West-Spionage und Misstrauen zwischen den westdeutschen Geheimdiensten ist gut gemacht und spannend. Ein wenig fallen die Figuren ab, bei denen es dann doch etwas an Tiefe fehlt. Aber als spannender Exkurs in deutsch-deutsche Geschichte ist dieser Roman nicht verkehrt.

 

Ein Präsident verschwindet | Erschienen am 15.02.2022 im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-499-00477-3
384 Seiten | 16,- €
Als E-Book: ISBN 978-3-644-00829-8 | 9,99 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5;
Genre: Historischer Krimi

 

Fotos und Rezensionen von Gunnar Wolters.

Mechtild Borrmann | Wer das Schweigen bricht

Mechtild Borrmann | Wer das Schweigen bricht

Es war einfach eine Dummheit gewesen. Seine ganze Neugierde auf diese Therese Peters war eine sentimentale Albernheit, die er sich jetzt nicht mehr erklären konnte. Unkritisch hatte er es für einen glücklichen Zufall gehalten, auf eine Journalisti zu treffen, und jetzt konnte man sie nicht mehr aufhalten. Er fühlte sich wie ein Verräter. Was würde diese Frau noch alles zutage fördern? Er nahm einen Schluck von dem Cognac. (Auszug S.52)

Robert Lubisch durchforscht den Nachlass seines vor Kurzem verstorbenen Vaters Friedhelm und findet dort den SS-Ausweis eines gewissen Wilhelm Peters sowie das Foto einer jungen Frau. Lubischs Interesse ist geweckt, sein Vater war ein strenger Patriarch und das Verhältnis war eher getrübt. Gibt es ein ungewöhnliches Geheimnis im Leben des so strebsamen Friedhelm Lubisch, der in den Nachkriegsjahren ein Firmenimperium aufgebaut hat? Robert Lubisch folgt einer Spur ins niederrheinische Kranenburg und findet heraus, dass die Frau auf dem Bild Therese Pohl, später Therese Peters war. Im ehemaligen Wohnhaus von Therese wohnt inzwischen die Journalistin Rita Albers, die ein paar Nachforschungen anstellt. Vor Ort will niemand viel sagen, Therese Peters ist irgendwann 1950 aus Kranenburg verschwunden, kurz nachdem ihr Mann vermisst gemeldet wurde. Albers wittert eine spannende Story und kann sogar ermitteln, wo sich Therese heute aufhält. Therese Mende ist inzwischen Erbin eines Modeimperiums und will zu den damaligen Ereignissen eigentlich nichts mehr sagen. Kurz darauf wird Rita Albers erschlagen in ihrer Küche aufgefunden.

Nun ermittelt die Polizei im Mordfall Albers. Verdächtigt wird auch Robert Lubisch, der kurz zuvor mit Albers zusammengekommen war, um sie von weiteren Ermittlungen abzuhalten. Schnell wird klar, dass die Lösung in der Vergangenheit zu finden ist. Nach und nach ergibt sich eine Geschichte von sechs jungen Menschen, die im Sommer 1939 die Schule beenden und deren enge Freundschaft aufgrund verschiedener traumatischer Ereignisse nach und nach zerbricht. Diese Ereignisse von damals werfen einen Schatten bis in die heutige Zeit und Robert Lubisch wird sich wünschen, diese Büchse der Pandora niemals geöffnet zu haben.

„[…] Es gab im Winter 1944/45 keine Zeit für Trauer, und manchmal denke ich, dass das eine der Tragödien dieses Krieges war, vielleicht jedes Krieges ist. Wenn wir keine Zeit zum Trauern haben, verlieren wir eine Dimension unseres Menschseins.“ (Auszug S.195)

Mechtild Borrmann schreibt abwechselnd in den beiden Zeitebenen 1998 und 1939-1950. Dabei wechselt sie sowohl direkt in die Vergangenheit als auch über Erinnerungen der Personen, zumeist Therese Mende. Der Ton ist ruhig, das Tempo eher gemächlich. Die Autorin schreibt klar und stringent, mit wenig Ausschweifungen, doch nie nüchtern. Der Fokus liegt auf den Figuren und ihren Gefühlswelten. Die Erzählperspektive wechselt zwischen verschiedenen Personen. Nach und nach wird diese Tragödie enthüllt und entfaltet so noch präziser ihre erzählerische Kraft. Mit einer nicht erwarteten Wendung ganz zum Schluss wird der Leser nochmals überrascht.

Mechtild Borrmann ist inzwischen Bestsellerautorin, 2011 war sie jedoch noch im Aufbau ihr schriftstellerischen Karriere. Sie hatte zuvor drei beachtete Kriminalromane veröffentlicht, der enorme spätere Erfolg war jedoch noch nicht absehbar. Im Februar 2011 erschien dann ihr dritter Roman im Bielefelder Pendragon Verlag. „Wer das Schweigen bricht“ war dann der endgültige Durchbruch der Autorin und für den Verlag ein Glücksgriff, eine 22.Auflage erreicht man so schnell nicht wieder. Der Roman war aber nicht nur bei den Leser:innen ein voller Erfolg, auch die Kritiker waren begeistert und vergaben für dieses Werk ein Jahr später den Deutschen Krimipreis.

Natürlich spielt die Geschichte im zweiten Weltkrieg und unter dem nationalsozialistischen Regime. Dies beeinflusst und sorgt für eine Katalyse der Ereignisse. Doch im Grunde genommen erzählt Borrmann eine ganz klassische Geschichte von Freundschaft, nicht erwiderter Liebe, Enttäuschung, Eifersucht, Hass und Schuld – und welche Tragweite persönliche, manchmal spontane Entscheidungen entfachen können, auch über Jahrzehnte hinweg. Und über das spätere Schweigen, dass die offenen Gräben zwar füllt, aber die Erinnerung nie ganz verdrängt. Das Ganze transportiert sie sehr geschickt in den beiden Zeitebenen mit glaubwürdigen Figuren, die diesen eher leisen, aber dadurch umso mächtigeren Roman tragen. „Wer das Schweigen bricht“ ist ein herausragender Kriminalroman, den man mehr als zehn Jahre nach Veröffentlichung schon als Klassiker des Genres verorten kann.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Wer das Schweigen bricht | Erschienen am 07. Februar 2011 im Pendragon Verlag
ISBN 978-3-86532-231-9
224 Seiten | 9,95 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Alex Reeve | Das Haus in der Half Moon Street (Band 1)

Alex Reeve | Das Haus in der Half Moon Street (Band 1)

Sein Spezialgebiet waren die Angeschwemmten, Hinabgestoßenen, Exhumierten und Vergifteten Londons, all die armen Teufel, deren Todesursache als verdächtig eingestuft wurde. Er schnitt sie auf und studierte ihre Innereien, und ich nähte sie wieder zu, so gut wie neu oder doch nicht viel schlechter, und schrieb die Befunde für die Polizei auf. (Auszug Seite 7)

Mit „Das Haus in der Half Moon Street“ startet Alex Reeve eine historische Krimiserie im viktorianischen London. 1880 arbeitet der junge, intelligente Leo Stanhope im Leichenschauhaus des Westminster Hospitals als Assistenten des Chirurgen Hurst. Stanhopes Leben gerät aus den Fugen, als eine weibliche Leiche mit eingeschlagenem Schädel auf seinem Tisch landet. Die Tote, die aus der Themse gefischt wurde, ist die Prostituierte Maria Milanes, die in einem Bordell in der Half Moon Street gearbeitet hat. Maria war Leos große Liebe, mit der er ein neues Leben beginnen wollte. Detective Ripley hat Stanhope sofort als Hauptverdächtigen im Visier und steckt ihn für eine Nacht ins Gefängnis. Für Leo eine lebensgefährliche Situation und sofort nach seiner Entlassung macht er sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Auch weil die Aufklärung von einem Prostituiertenmord bei der Polizei keine große Priorität hat. Bei seinen Nachforschungen entdeckt Leo, dass Maria ihm viele Sachen verheimlichte und ihm wird klar, dass er sie kaum kannte. Er macht auf eigene Faust Jagd nach dem Mörder, auch wenn er dabei Gefahr läuft, dass sein eigenes lang gehütetes Geheimnis dabei ans Licht der Öffentlichkeit kommen könnte.

Spoiler
Das Besondere an diesem historischen Krimi ist der Ich-Erzähler Leo Stanhope und ich war etwas unschlüssig, ob ich sein Geheimnis spoilern sollte. Aber dieses wird bereits auf den ersten Seiten gelüftet und ist ein Aspekt, der den Roman, wenn nicht prägt, dann aber doch sehr im Fokus steht. Leo Stanhope ist im Körper einer Frau geboren. Als Tochter eines Landpfarrers, damals noch Charlotte Pritchard, erkannte er schon früh, dass er im falschen Körper lebt und beschloss mit fünfzehn, als Mann aufzutreten und seine Familie Richtung London zu verlassen. Besonders sein engstirniger Vater, Reverend Ivor Pritchard hatte ihm das Leben zur Hölle gemacht. Lediglich mit seiner Schwester Jane hat er mittlerweile noch Kontakt, aber auch sie kann seinen Identitätswechsel nicht akzeptieren und will den Moralvorstellungen der damaligen Zeit geschuldet, nichts mit ihm zu tun haben.

Im 19. Jahrhundert galt Transition als Verbrechen. Transsexuelle führten ein Leben im Verborgenen, wollten sie nicht im Gefängnis oder im Irrenhaus landen, wo sie mit Elektroschocks oder Hirn-Operationen behandelt wurden. Diesem Aspekt wird vom Autor sehr viel Raum gewährt und man spürt sein Bemühen, Leos tägliche Herausforderungen seiner Zeit glaubhaft darzustellen. Das ist ihm auch gut gelungen, dank der Ich-Erzählperspektive bekommt man einen intensiven Eindruck von Leos Gefühls- und Leidenswelt, auch wenn es hin und wieder zu Wiederholungen kommt. Obwohl das Hauptaugenmerk schon auf seinen Schwierigkeiten im Alltagsleben liegt und für einige dramatische Situationen sorgt, fügt es sich doch mühelos in den Hauptplot ein. Mit den Ermittlungen in dem Kriminalfall ist es aber nicht verbunden und dass Leo trans ist, spielt dabei gar keine Rolle.

Das Flair des historischen London sowie die Gerichtsmedizin ziehen mich immer wieder an. Und Reeve nutzt das Potential einer Großstadt im viktorianischen Zeitalter auch perfekt aus und hat gründlich recherchiert, um ein realistisches Setting und Abbild der damaligen Gesellschaft zu erschaffen. Aber wenn es um die typisch düstere Atmosphäre geht, bietet der Roman nur Beliebiges, und ich habe das schon in anderen Lektüren besser gespürt. Andrerseits habe ich die Geschichte wirklich sehr gerne gelesen. Typisch für den Auftaktband einer Reihe nimmt der Autor sich viel Zeit, die Hauptfigur und einige wenige Charaktere ausführlich vorzustellen. Leo wohnt in einem kleinen Zimmer über der Apotheke eines Witwers und seiner altklugen Tochter zur Untermiete, die ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. Er führt ein zurückgezogenes Leben, neben seiner Arbeit in der Pathologie und den Besuchen im Bordell trifft er sich einmal in der Woche zum Schachspielen. Frauen haben es in der Zeit nicht leicht, im weiteren Verlauf trifft Stanhope eine Engelmacherin und die Tortenbäckerin Rosie, die nach dem Tod ihres Mannes mit den Kindern alleine zu Recht kommen muss. Der Krimiplot ist nicht rasend spannend, aber flüssig geschrieben, mit einigen falschen Fährten und gibt dem Leser immer wieder Rätsel auf.

Trigger
Dabei wird auch Menschenhandel thematisiert und man sollte sich auf detaillierte Beschreibungen von Gewalt- sowie Missbrauchsdarstellungen einstellen. Besonders Stanhope ist aufgrund seiner Physis den Angriffen oft nicht gewachsen und bekommt das ein oder andere Mal ordentlich auf die Mütze. Der Autor schreckt auch nicht vor einer explizit geschilderten Vergewaltigungsszene zurück, sodass der historische Krimi sicherlich eine Triggerwarnung verdient hätte.

Im Nachwort erläutert der britische Autor seine Intention für die Verwendung einer Transgender-Hauptfigur in seinem Debüt-Roman. Er setzt sich dabei auch mit dem Vorwurf der kulturellen Aneignung auseinander, da er kein Trans-Mann ist. Vielleicht war es auch einfach nur eine schlaue Idee, auf den Mainstream-Zug aufzuspringen, denn Transgender-Themen sind in der Öffentlichkeit aktuell sehr präsent. Die Schwierigkeiten von Leos Leben im 19. Jahrhundert bilden zwar den Angelpunkt der Geschichte und werden feinfühlig dargelegt. Aber im nächsten Band könnte der Autor dann vielleicht dem Krimiplot mehr Raum geben und mehr Sorgfalt in die Ausgestaltung verwenden. Wenn dann die Besonderheit Leos mehr in den Hintergrund rückt und als selbstverständlich hingenommen wird, wäre ich gerne wieder dabei. Für mich ein solider Auftaktband mit einer besonderen, sympathischen Hauptfigur und Luft nach oben.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Das Haus in der Half Moon Street | Erschienen am 02.11.2021 bei Knaur TB
ISBN 978-3-426-52639-2
416 Seiten | 12,99 €
Originaltitel: The House on Half Moon Street (Übersetzung aus dem Englischen von Christine Gaspard)
Bibliografische Angaben & Leseprobe