Kategorie: Gunnar Wolters

Rezensions-Doppel: Garry Disher | Hitze & Kaltes Licht

Rezensions-Doppel: Garry Disher | Hitze & Kaltes Licht

Die monatliche Krimibestenliste ist natürlich eine Zusammenstellung ausgewählter Kritiker, unabhängig von tatsächlichen Verkaufszahlen und dementsprechend auch nicht dem Krimimainstream verpflichtet. Für den gut informierten und belesenen Krimifan ist sie natürlich eine gewisse Referenz. Auf eben dieser Krimibestenliste steht nunmehr im vierten Monat in Folge ein Autor, was bei der relativ schnelllebigen Liste äußerst bemerkenswert ist. Garry Disher hat dieses Kunststück mit zwei Büchern geschafft, zunächst mit Kaltes Licht, welches dann von Hitze abgelöst wurde.

Zum Autor selbst: Jahrgang 1949, geboren und aufgewachsen im ländlichen Südaustralien. Er lebt heute auf der Mornington-Halbinsel südlich von Melbourne, dem Schauplatz seiner Kriminalreihe um Inspektor Hal Challis. Mit dieser Reihe und der Serie um den Berufskriminellen Wyatt wurde Disher auch hierzulande bekannt. Er schreibt allerdings nicht nur Krimis, sondern auch Romane, Sachbücher und Kinder- und Jugendbücher. Neben seinen Krimireihen veröffentlicht er auch Stand Alones.

Außerhalb der Heimat ist Disher vor allem in den deutschsprachigen Ländern erfolgreich, womit Disher durchaus kokettiert (In einem Interview meinte er, die Anfangsszene aus Kaltes Licht mit der Schlange habe er für seine deutschen Leser eingebaut, die sich doch bestimmt vor Schlangen fürchten)1. Ich hatte 2016 die Gelegenheit, Disher bei einer Lesung zu erleben. Ein zurückhaltender, bodenständiger, sehr sympathischer Mann. Er selbst meinte unlängst, dass ihn die Buchlesungen hier sehr gefallen (und erzählt von einigen sehr deprimierenden Buchsignierungen in der Heimat). Höfliches Publikum, ein Moderator stellt Fragen, er selbst liest in Englisch, ein bekannter Schauspieler die deutsche Übersetzung und er stellt sich etwas amüsiert die Frage, ob er überhaupt die Hauptperson sei, wegen der alle gekommen sind. In 2020 wird Garry Disher wieder in Deutschland erwartet. Zeit genug, vorher diesen hervorragenden Schriftsteller wieder- oder neu zu entdecken. Zeit für eine Doppelrezension.

Garry Disher | Hitze

Wyatt bräuchte mal wieder etwas Geld. Doch die Not ist nicht so groß, als dass er sich mit einem Haufen unprofessioneller Hitzköpfe zu einem Überfall auf einen Geldtransporter hinreißen ließe. Der Coup findet ohne ihn statt und hat in der Folge unangenehme Nachwirkungen – auch auf ihn. Stattdessen wendet sich Wyatt einem interessanteren Job an der sonnigen Gold Coast im Nordosten Australiens zu.

Ein Vermittler bringt ihn mit der Klientin Hannah Sten zusammen, die ihn engagiert, ein Gemälde aus dem Haus eines Investmentbankers zu stehlen. Angeblich Raubkunst aus der Zeit der Nationalsozialisten, damals im Besitz ihrer Familie. Die Eigentumslage ist aber nicht so eindeutig, so dass der aktuelle Eigentümer die Sache einfach aussitzt. Einiges ist bereits ausgekundschaftet, unter anderem, dass das Haus zum Zeitpunkt des Diebstahls definitiv leer wäre. Wyatt nimmt den Job an und sein Vermittler Minto empfiehlt ihm die Zusammenarbeit mit seiner Nichte Leah Quarrell. Diese ist Immobilienmaklerin und kann das Haus mit dem Gemälde einfacher auskundschaften. Wyatt lässt sich eher widerwillig darauf ein, nicht wissend, dass Leah eigene Pläne schmiedet.

Wyatt neigte nicht zur Selbstreflexion. In ihm regierte nur ein schlichter Antrieb: ein Objekt von Wert auszumachen und es stehlen. (Seite 106)

Dieser Wyatt erinnert natürlich sofort an einen weiteren großen Gangster der Kriminalliteratur: Parker aus der Feder Richard Starks alias Donald E. Westlake. Und das ist auch so gewollt, denn Garry Disher verleugnet gar nicht das große Vorbild. Und tatsächlich ist Wyatt so etwas wie ein australischer Verwandter von Parker. Ein vornamenloser Gangster, der sein eigenes Ding durchzieht und sich, wenn es darauf ankommt, nur auf sich selbst verlässt. Genau wie sein Vorbild strahlt er eine große Abgeklärtheit und Professionalität aus. Gewalt wird nur im Notfall angewendet und ist eigentlich zu vermeiden. Die größte Gefahr für Wyatt geht dann auch in diesem Fall weniger von der Polizei als von der eigenen Zunft aus, für die Loyalität ein Fremdwort geworden ist und die mehr auf Aggression als auf Finesse baut. Und dennoch ist Wyatt nicht einfach ein Abziehbild von Parker. Bei aller Coolness wirkt er eine Spur empathischer und besonders in diesem Roman auch melancholischer.

Collingwood war sein Geburtsort, wo er gekämpft hatte, gelernt hatte, abzuwarten und nachzudenken, bevor er tätig wurde. Wo man ihm nichts gegeben und er es sich deshalb genommen hatte. Aber das war nur eine frühe Phase seines Daseins gewesen, kein Kapitel in einer Geschichte. Er hatte keine Geschichte, es sei denn, man könnte eine hervorzaubern auf Grundlage der Tatsache, dass er jetzt existierte und zuvor nicht existiert hatte. Und eines Tages nicht mehr existieren würde. (Seite 161)

Hitze ist inzwischen der achte Wyatt-Roman (der neunte ist im Original bereits erschienen) und die Reihe hat nun fast dreißig Jahre auf dem Buckel. Dabei hat sich Disher aber einen lakonischen und schnörkellosen Stil erhalten. Die Handlung ist präzise, verzichtet fast völlig auf Nebenstränge und bietet einen intensiven Blick auf Schauplatz und Figuren. Wer auf geradlinige Gangsterromane steht, der kommt an diesem Wyatt definitiv nicht vorbei.

 

Hitze | Erschienen am 30. August 2019 bei Pulp Master
ISBN: 978-3-92773-495-1
278 Seiten | 14.90 Euro
Originaltitel: The Heat
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Genre: Gangsterroman
Wertung: 4.0 von 5.0

 

Garry Disher | Kaltes Licht

Das Buch beginnt mit der oben erwähnten Anfangsszene. Eine Schlange schlängelt sich über die Veranda und den Rasen vor einem Haus in einem Ort in der Nähe von Melbourne. Sie verschwindet unter einer Betonplatte auf dem Grundstück. Der besorgte Familienvater ruft einen Schlangenfänger, der die Platte aufstemmen lässt. Doch unter der Platte kommt nicht nur das Kriechtier zum Vorschein, sondern auch eine skelettierte Leiche eines jungen Mannes. Ein Fall für die Cold-Cases-Einheit.

Sergeant Alan Auhl und seine Kollegin Claire Pascal suchen nach einer vermissten Person, die vorher dort gelebt hat, stoßen bei ihren Nachforschungen aber immer wieder auf Erinnerungslücken, Halbwahrheiten und Lügen. Schließlich ermitteln sie, dass der Ermordete selbst vor knapp zehn Jahren in Verdacht stand, seine Freundin erschossen zu haben und danach spurlos verschwunden war. Nun muss sich damals alles ganz anders abgespielt haben.

Währenddessen beschäftigen Alan Auhl zwei weitere Dinge. Ein weiterer alter Fall ploppt auf: Damals konnte Auhl dem Arzt Alec Neill nichts nachweisen, als zwei seiner Ehefrauen unter mysteriösen Umständen verstarben. Nun beschuldigt Neill plötzlich seine dritte Ehefrau, seine Geliebte getötet zu haben, was bei Auhl tiefes Misstrauen hervorruft und er sich in einen Fall einklinkt, mit dem er eigentlich nichts zu tun hat. Außerdem ist eine von Auhls Mieterinnen in argen Nöten. Neve Fanning lebt mit ihrer Tochter von ihrem gewalttätigen Mann getrennt, angezeigt hat sie ihn allerdings nie. Als sie nun die Besuchszeit ihres Mannes mit der Tochter Pia weiter einschränken will, dreht ihr Mann einfach den Spieß um und zieht vor Gericht alle Register, um Neve zu diskreditieren. Auhl fühlt sich verpflichtet, Neve Fanning zu helfen.

Es wurde immer später, und Auhl brütete vor sich hin. Männer wie Kelso, Fanning -Alec Neill. Ihre Anmaßung, ihre Vetternwirtschaft, ihre Macht, ihr Gefühl, ein Anrecht auf etwas zu haben. Erstschlagsmänner: Sie packten die Gelegenheit beim Schopfe, während der Rest der Welt alles erst durchdachte. (Seite 117)

Vor drei Jahren erschien mit Bitter Wash Road ein erster Stand-Alone-Krimi aus der Feder Garry Dishers. Obwohl hochgelobt, hat Disher relativ schnell betont, dass er daraus keine Serie entwickeln wolle. Wie es nun mit diesem vorliegenden Roman und seinem Protagonisten Alan Auhl aussieht, bleibt abzuwarten. Anknüpfungspunkte zu einer Weiterentwicklung sind auf jeden Fall vorhanden. Seine Hauptfigur ist ein Mann Mitte Fünfzig, von seiner Ehefrau getrennt lebend, wobei man sich aber durchaus noch sieht und auch gelegentlich etwas Intimeres unternimmt. Alan Auhl war lange Jahre Ermittler bei der Mordkommission und hatte sich eigentlich in den Ruhestand verabschiedet. Nun sucht er wieder die Herausforderung und wurde wieder eingestellt, um Cold Cases zu bearbeiten. Die Kollegen reagieren distanziert bis abweisend, behandeln Auhl wie einen Versehrten. Erst nach und nach kann Auhl durch gewissenhafte Arbeit die Ressentiments abschwächen. Vor allem für die Kollegin Claire Pascal wird er zu einem wichtigen Ansprechpartner, sie mietet in einer Ehekrise sogar ein Zimmer in dessen Haus. Auhl besitzt ein großes Haus, in dem er mit seiner erwachsenen Tochter wohnt und die zahlreichen weiteren Zimmer weitervermietet. Dort gibt es so etwas wie ein offenes Haus, man trifft sich ab und zu zum gemeinsamen Essen in der großen Küche. So kommt Auhl in Kontakt mit den Mietern, z.B. mit Neve Fanning. Er ist ein eher zurückhaltender Typ, höflich, freundlich, hilfsbereit. Auf der Arbeit gewissenhaft und ein intelligenter Ermittler, mit einem starken Sinn für Gerechtigkeit. Und dieser Gerechtigkeitssinn ist es auch, was diesen ansonsten anfangs etwas bieder wirkenden Mann im weiteren Verlauf so interessant macht. Auhl kennt genau die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit, aber inzwischen ist er an einem Punkt angelangt, an dem er die Grenzen überschreitet, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Und im Verlaufe des Buches ist der Leser überrascht, wie weit Auhl diese Grenze übertreten wird.

Kaltes Licht ist ein klassischer Ermittlerkrimi, ein Police Procedural (Polizeiroman) und zwar einer, der die Polizeiarbeit genau betrachtet. Somit wird der Fall mit der Leiche unter der Betonplatte zwischendurch übergelagert von anderen Fällen, von Privatem – und dennoch kehrt der Fall am Ende selbstverständlich zurück und wird zu einem logischen Ende gebracht. Was mich an Garry Disher immer wieder begeistert, ist diese natürliche Leichtigkeit und Authentizität seiner Romane. Sein Stil ist präzise und elegant (auch im Deutschen dank der gewohnt guten Übersetzung durch Peter Torberg), seine Figuren und Milieus tief und glaubwürdig, seine Plots komplex, aber immer durchdacht. Nicht wenige Kritiker halten Disher für einen der besten Kriminalschriftsteller der Welt. Und dieses Champions-League-Niveau kann er auch mit Kaltes Licht bestätigen. Ein rundum überzeugender Roman, ein Jahreshighlight. Und ein bisschen gespannt darf man sein, ob man von diesem Alan Auhl nochmal etwas hört bzw. liest.

 

Kaltes Licht | Erschienen am 15. Juli 2019 im Unionsverlag
ISBN: 978-3-29300-550-1
320 Seiten | 22.- Euro
Originaltitel: Under the Cold Bright Lights
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Genre: Krimi
Wertung: 4.5 von 5.0

 

Rezensionen und Foto von Gunnar Wolters.

Auch bei uns: Rezension zu Bitter Wash Road sowie ein Bericht von der Lesung in Hamm, Rezension zu Drachenmann, außerdem Hommage: Gier von Garry Disher

Weiterlesen: Interview von Alf Mayer mit Garry Disher im Crimemag, zwei Artikel von Garry Disher im Guardian

James Lee Burke | Mein Name ist Robicheaux Bd. 21

James Lee Burke | Mein Name ist Robicheaux Bd. 21

Ich wollte andere Dinge mit ihm tun, die ich nicht beschreiben werde. Ich hegte Gefühle, die kein Christ je haben sollte. Dennoch waren es meine. Ich besaß sie. Und sie lebten immer noch in mir, selbst als T.J. Dartez auf einem Obduktionstisch lag, so kalt und blutleer wie alte Fleischwurst.
War ich fähig zu dem Mord draußen am Bayou Benoit? Sagt ihr’s mir. (Auszug Seite 193)

Vor knapp zwei Jahren wurde Dave Robicheaux‘ Frau Molly Opfer eines Verkehrsunfalls, bei dem Dave sich allerdings nicht ganz sicher ist, ob er sich tatsächlich so zugetragen hat wie behauptet. T.J. Dartez, der in Mollys Wagen fuhr, weil sie angeblich die Vorfahrt missachtete, wurde von aller Schuld freigesprochen. Doch jetzt wird Dave ausgerechnet von einem Gangster namens Tony Nemo auf den Unfall angesprochen – mit dem Hinweis, dass etwas faul an der Sache sei. Dave kann dies nicht auf sich beruhen lassen. Eines Abends erleidet er einen Rückfall und lässt sich volllaufen. Am anderen Tag wacht er auf und kann sich an nichts erinnern. In dieser Nacht wurde T.J. Dartez ermordet. Ist Dave ein Mörder?

Dave Robicheaux‘ Chefin im Sheriffsbüro von New Iberia glaubt nicht daran und behält ihn im Dienst. Dave soll weiter in einem merkwürdigen Fall von angeblicher Vergewaltigung ermitteln. Rowena Broussard, eine Nachbarin von Dave, beschuldigt Jimmy Nightingale, einen ehemaligen Ölmanager und aufstrebenden Politiker, der für den US-Senat kandidiert. Dave hatte Nightingale mit den Broussards erst kurz zuvor zusammengebracht, da Nightingale einen Roman von Rowena Broussards Ehemann Levon als Filmprojekt produzieren wollte. Doch die Broussards realisieren das Projekt plötzlich ausgerechnet mit Tony Nemo.

Währenddessen bearbeitet Spade Labiche, ein neuer Kollege, den Mordfall Dartez und macht ein ums andere Mal Andeutungen, dass die Indizien auf Dave verweisen. Labiche hat aber außerdem Kontakt zu Kevin Penny, einem Zuhälter und Drogendealer, der seinerseits Verbindungen zu Tony Nemo und Jimmy Nightingale hat. Wie hängt alles miteinander zusammen? Wer will hier wen aufs Glatteis führen? Dave erhält wie üblich Unterstützung von seinem Freund Clete Purcel, der gerade tief in der Kreide steht – ausgerechnet bei Jimmy Nightingale. Und Clete steckt außerdem im Clinch mit Kevin Penny, den er mehrfach als Kautionsflüchtigen aufgegriffen hat und von dem er gehört hat, dass er seinen kleinen Sohn misshandelt. Und als wäre das alles nicht genug, taucht plötzlich von irgendwoher ein ziemlich schräger, kaltblütiger Killer auf, der offensichtlich eine Todesliste abarbeitet, die von irgendeinem der Beteiligten diktiert wurde.

Manchmal kann man Außenstehenden die Kultur des südlichen Teils von Louisiana und das Dilemma seiner Menschen nur schwer erklären. Die Welt, in der sie aufgewachsen sind, ist heute nur noch eine verfallende Erinnerung, aber viele von ihnen haben keinen Platz in der Gegenwart. […}
Wie soll man also wütend auf Menschen sein, die arm geboren wurden, so schlecht Englisch sprechen, dass sie für Außenstehende völlig unverständlich sind, das Weltbild und die Glaubensüberzeugungen von mittelalterlichen Bauern besitzen, sich mit Putzen Geld verdienen und fettleibig werden wegen völlig ungesunder Massenlebensmittel, für die sie auch noch dankbar sind? (Seite 396)

Mein Name ist Robicheaux ist inzwischen der 21. Roman um den unerschrockenen, von seinen inneren Dämonen heimgesuchten Gerechtigkeitsfanatiker Dave Robicheaux und seinen nicht minder komplizierten Kumpel Clete Purcel. Damit setzt der Pendragon Verlag seine bemerkenswerte Mammutaufgabe der Wieder- bzw. Neuveröffentlichung aller Robicheaux-Romane fort. Diesmal ist wieder eine Neuveröffentlichung dran, denn im Original erschien dieser Roman erst 2018 unter dem Titel „Robicheaux. You know my name“.

Wer diesen Blog seit längerem verfolgt, weiß sicherlich, dass Autor James Lee Burke zu meinen Lieblingsautoren und Dave Robicheaux zu meinen Lieblingsprotagonisten zählt. Von daher erscheint es nicht verwunderlich, dass mich auch dieser Roman überzeugt hat. Burkes Stil mit seinen epischen Beschreibungen der Natur im Süden Louisianas steht im krassen Widerspruch zu den Verhältnissen von Kriminalität, Gewalt, Rassismus und Misogynie, gegen die Robicheaux und Purcel fast wie moderne Don Quixote und Sancho Panza ankämpfen. Doch im Gegensatz zu den mittelalterlichen Gestalten führen Robicheaux und Purcel keine Scheingefechte, sondern nehmen den Kampf gegen höchst gefährliche Gegner auf, wenngleich es sich am Ende manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt.

Was James Lee Burke ebenfalls auszeichnet, sind seine komplexen und ausufernden Plots, für die andere Autoren mehrere Bücher benötigen würden, die er aber souverän beherrscht. Was ich noch nicht wusste – auch das Genre der Short Story ist kein Problem für James Lee Burke. Als Bonus enthält dieser Band die Kurzgeschichte: „The Wild Side Of Life“, in der der Autor ein Motiv aus der Hauptgeschichte aufgreift. Auch das souverän erzählt.

Ein weiterer Bestandteil seiner Werke sind seine klaren, kraftvollen Aussagen zu moralischen Fragen und gesellschaftlich-politischen Missständen in den Südstaaten oder auch im ganzen Land, die er seinem Ich-Erzähler Robicheaux in Reflexionen vortragen lässt. Hier geht es um korrupte und Frauen verachtende Polizisten, weiße Rassisten, skrupellose Gangster und populistische Politiker, die sich ohne mit der Wimper zu zucken mit den vorher genannten verbünden. Und das Problem der Menschen, diese Personen zu entlarven. So ist dieser Kriminalroman als 21. Band einer über dreißig Jahre währenden Reihe fast schon erstaunlich auf der Höhe der Zeit. Für Mein Name ist Robicheaux gibt es daher von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Mein Name ist Robicheaux | Erschienen am 9. Oktober 2019 im Pendragon Verlag
ISBN 987-3-86532-658-4
600 Seiten | 22.- Euro
Originaltitel: Robicheaux. You know my name
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Rezensionen zu folgenden Burke-Romanen: Sturm über New Orleans, Glut und Asche, Mississippi Jam, Neonregen, Schmierige Geschäfte und  Zeit der Ernte

Linktipp: Die Robicheaux-Romane in der chronologisch korrekten Reihenfolge

Joseph Incardona | Asphaltdschungel

Joseph Incardona | Asphaltdschungel

Frankreich, August, Sommer, eine Autobahn Richtung Süden. Flirrende Hitze, Stau, Schweiß, Stress, Ungeduld, Aggressivität. Kennt vermutlich jeder von uns. In diese Atmosphäre versetzt Autor Joseph Incardona nun einen perfiden, kaltblütigen Serienmörder. Einer, der junge Mädchen verschleppt, die danach nie wieder auftauchen. Doch der Reihe nach: Eine Familie auf dem Weg in den Urlaub. Die Eltern Marc und Silvie haben sich nicht viel zu sagen, Marcs Untreue lastet auf der Ehe. Ihre zwölfjährige Tochter Marie, weißes Spaghetti-Top, Hot Pants, Flipflops, sitzt ernüchtert auf der Rückbank. Essenspause an einer Raststelle, Marie darf nach draußen – „unter der Bedingung, dass du nicht zu weit weg gehst“. Dort streift sie über den Parkplatz und bleibt zufällig neben einem VW-Van stehen, weil sie eine Nachricht auf dem Smartphone erhält. Im Van sitzt Pascal, Koch des Autobahnrestaurants, der Marie eben bedient hat und auf so eine Gelegenheit nur gewartet hat.

Inzwischen arbeitet er in einer anderen Liga. Er arbeitet jetzt am Menschen.
Unsichtbar in der Masse aufgehen, immer da sein, ohne aufzufallen.
Dazu braucht es schon etwas.
Aufopferung. Verzicht. Demut. […]
Warten.
Die Ampulle mit dem Chloroform liegt auf der Platte des Ausziehtisches. (Auszug Seiten 58-59)

Dieser Pascal ist ein unscheinbarer Typ. Einer, der sich kleiner macht, sich schwächer gibt, als er tatsächlich ist. Einer, der nicht groß auffällt. Er arbeitet nun schon seit längerem an mehreren Autobahnraststätten eines Pächters. Einer der wenigen Konstanten bei viel Fluktuation unter den Mitarbeitern. Flexibel, zuverlässig, keine Gewerkschaft, so was mag der Chef. Er ist in einem Heim aufgewachsen, hatte schon damals Aggressionen, die er aber kontrollierte. Seit einem Motorradunfall mit anschließender schwieriger Operation am Gehirn ist das nicht mehr so. Er behielt zwar sein Leben, verlor aber sein Gehör, seinen Geschmacks- und Geruchssinn. Und noch etwas anderes:

„Man hatte ihn aufgeschnitten, um ihm das Böse einzupflanzen“ (Seite 16).

Zwei Mädchen hat er bereits entführt und ermordet. Marie wird die dritte sein. Doch die Leichen werden von ihm in Säure aufgelöst, die Mädchen sind offiziell verschwunden. Die Polizei hat die Zusammenhänge noch nicht erkannt. Doch diesmal wird Maries Verschwinden sehr schnell gemeldet, der Polizeiapparat hat sich für Entführungsfälle neu aufgestellt, die Maschinerie läuft schnell an. Und diesmal erkennt die leitende Kommissarin Julie Martinez die Verbindung. Diesmal wird es eng für Pascal.

Das alles könnte man zu einem Thriller zusammenrühren, doch Joseph Incardona macht es anders, macht es noir. Der Schweizer ist Autor verschiedenster Gattungen, Romane, Drehbücher,Theaterstücke, Comics. Und wie in einem Theaterstück lässt er hier die verschiedensten Personen auftreten, wechselt permanent die Perspektive. Schreibt in knappen kurzen Sätzen, stakkatohaft. Flirrend, hektisch, wie diese Atmosphäre im Roman. Die Figuren im Roman sind alle in irgendeiner Form mit den Geschehnissen verbunden, bilden ihren eigene Mikrokosmos, treffen in schicksalhaften Begegnungen zusammen.

Pierre, ein Vater eines der früheren Opfer, der seinen Glauben an die Behörden verloren und nun selbst auf die Jagd nach dem Mörder seiner Tochter Lucie geht. Seine Frau Ingrid, die sich völlig aufgegeben hat und den Schmerz in Alkohol und ungezügelter Sexualität ertränkt. Maries Eltern Marc und Sylvie, die das Verschwinden ihrer Tochter noch weiter auseinandertreibt. Pascals feister Chef Gérard, dem das Polizeiaufgebot aufgrund eigener Illegalitäten gar nicht schmeckt. Tía Sonora, eine Mexikanerin, frühere Prostituierte, die nun als Wahrsagerin an der Autobahn arbeitet und ein wenig auf die junge Lola achtet, die sich als Frau fühlt, obwohl als Mann geboren und noch ausgestattet, und sich auf den Rastplätzen prostitiuert. Julie und Thierry, die leitenden Beamten, die unter enormem Druck stehen. Und weitere, die nur kurz auftauchen. Doch alle sind vereint in einer tiefen Einsamkeit, Trauer, Niedergeschlagenheit, Ziellosigkeit. Hoffnungsvolle Momente verblassen schnell, Perspektivlosigkeit, Frust und eine unkontrollierte, schmerzhafte Sexualität schwingt in den Figuren mit.

Wir sind allein.
Als beschissene Kosmonauten treiben wir durchs Weltall.
Im Weltall hört dich niemand schreien, stand auf dem Filmplakat.
Genau das ist es. (Seite 224).

Asphaltdschungel ist einer dieser Romane, die man zunächst gar nicht so auf dem Schirm hat, die auch beim Lesen nicht ganz so bequem sind, die aber dafür umso mehr nachhallen. Der Autor kombiniert eine episodenhafte Struktur mit vielen Figuren und Perspektiven mit einem durchgehenden Handlungsstrang, der Suche nach dem Mörder Pascal. Dabei wird der Leser tief in die Düsternis der Figuren getragen. Der Roman gewann 2015 den renommierten französischen Krimipreis „Grand Prix de littérature policière“. Auf der Rückseite des Buches steht ein Zitat der französischen Zeitung Libèration: „Ein schöner Roman noir von einem besonders schwarzen Schwarz“. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, für mich ist Asphaltdschungel einer der besten Romane des Jahres!

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Asphaltdschungel | Erschienen am 14. März 2019 im Lenos Verlag
ISBN 987-3-85787-494-9
340 Seiten | 22.- Euro
Originaltitel: Derrière les panneaux, il y a des hommes
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Jo Nesbø | Die Larve Bd. 9

Jo Nesbø | Die Larve Bd. 9

„Und was ist mit dir, Harry? Kannst du dich nicht auch verändern?“
„Ich wünschte, ich könnte, Oleg. Ich wünschte, ich würde mich so ändern, dass ich in Zukunft besser auf dich aufpassen könnte. Aber für mich ist es zu spät. Ich bleibe der, der ich bin.“
„Und das wäre? Ein Säufer? Jemand, der andere im Stich lässt?“
„Ein Polizist.“
Oleg lachte. „Sonst nichts? Ein Polizist? Nicht etwa ein Mensch, oder so?“
„In erster Linie Polizist.“ (Auszug E-Book, Position 7707)

Drei Jahre lang hat sich Harry Hole in Hongkong aufgehalten. Nun kehrt er nüchtern und in gutem gesundheitlichen Zustand nach Oslo zurück. Sein Stiefsohn Oleg ist wegen Mordes an seinem Freund und Drogendealerkompagnon Gusto Hanssen verhaftet worden. Harry sucht Kontakt zu seiner großen Liebe Rakel und den wenigen verbliebenen Freunden, klopft die Indizien ab, doch auch er kommt zu keiner anderen Erkenntnis, als dass alles für Olegs Täterschaft spricht. Doch wer Harry kennt, weiß, dass er sich damit nicht abfinden kann. Er setzt alles auf eine Karte und lässt keinen Stein auf dem anderen.

Harry ist nämlich aufgefallen, dass der ihm bekannte Drogenmarkt in Oslo („Europas Drogenhauptstadt“) sich in den letzten Jahren erheblich verändert hat. Statt des aggressiven Heroins dominiert nun das Opoid Violin. Noch intensivere Trips, starke Abhängigkeit, aber geringe Wahrscheinlichkeit von Überdosierung. Es gibt auch keine Kämpfe der Drogengangs mehr, sondern ein russischer Boss mit dem Pseudonym Dubai steht an der Spitze der Nahrungskette. Offensichtlich hat dieser auch einen „Brenner“ im Polizeipräsidium, einen korrupten Polizisten, der Beweise manipuliert. Harry stößt in seinen Nachforschungen auch auf seinen ewigen Widersacher Mikael Bellman, designierter Chef der Kripo, und Isabelle Skøyen, Drogenbeauftragte der Stadtverwaltung. Es gibt offenbar Verbindungen zwischen diesen Personen, Dubai und Gusto, Oleg und Gustos Stiefschwester Irene, in die Oleg verliebt ist. Harry verbeißt sich in den Fall, in tiefer Sorge um Oleg, auf den in der Haft ein Mordanschlag verübt wird, nicht ahnend oder ignorierend, dass er selbst längst ins Visier seiner Gegner geraten ist.

Autor Jo Nesbø ist aktuell international sicherlich der bekannteste Thrillerautor Norwegens. Der Autor ist ein wahrer Tausendsassa, war er doch bislang Makler, Finanzanalyst, Journalist und ist immer noch Mitglied der seit mehr als zwanzig Jahren in Norwegen sehr erfolgreichen Popband Di Derre. Nesbø schrieb auch erfolgreich Kinderbücher, Stand-Alones (zuletzt die Adaption von Shakespeares Macbeth), doch die größte Popularität erlangte er mit seiner vielfach prämierten Harry-Hole-Reihe.

Muss man dem Krimileser noch die Figur Harry Hole erklären? Inzwischen ist mit Das Messer der zwölfte Fall mit diesem Ermittler erschienen. Brillanter Kriminaler, Gerechtigkeitsfanatiker, stets auf der Spur des wahren Bösen, das er obsessiv verfolgt. Alkoholiker, wenngleich meist trocken, dennoch mit einer Vielzahl innerer Dämonen ausgestattet, selbstzerstörerisch und auch die wenigen Beziehungen, die er noch hat, ständig auf die Probe stellend.

Die Larve ist der neunte Fall und ein äußerst persönlicher für Harry Hole. Es tut dem Roman für meinen Geschmack ziemlich gut, dass es Harry Hole nicht mit einem der sonst regelmäßig seinen Weg kreuzenden Serienkiller und Psychopathen zu tun hat. Vor allem Oslo als Drogenmetropole mit allerdings fortschreitender Gentrifizierung kommt als Setting gut zur Geltung. Nesbø schreibt souverän aus wechselnden Perspektiven, so lässt er den Toten Gusto Hanssen quasi auf dem Sterbebett Vergangenes rekapitulieren. Er zeichnet in bester Tradition des Nordic Noir ein trübes Bild von Verbindungen zwischen organisiertem Verbrechen und Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft. Dabei baut er den Plot sehr raffiniert auf und serviert mehrere Spannungshöhepunkte und einen extrem fiesen Cliffhanger am Schluss. Seine Hauptfigur Harry Hole hat der Autor nie geschont, aber hier treibt er es tatsächlich noch mal auf die Spitze. Nebenbei fand ich auch die Einbindung musikalischer Elemente in die Handlung äußerst gelungen, von Mozarts Don Giovanni über die amerikanische Band Wilco bis zu Nirvanas Come as you are an prominenter Stelle. Insgesamt also ein wirklich überzeugender Thriller.

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Die Larve | Erschienen am 9. November 2012 im Ullstein Verlag
ISBN 978-3-54828-493-4
576 Seiten | 22.- Euro
als eBook:
ISBN 978-3-54828-493-4
9.99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Diese Rezension erscheint im Rahmen unseres .17special Ein langes Wochenende mit… Krimis aus Norwegen.

Auch bei uns: Bericht zur Lesung: Jo Nesbø | Blood on Snow. Das Versteck sowie zu der oben genannten Shakespeare-Adaption Macbeth.

Lars Lenth | Schräge Vögel singen nicht

Lars Lenth | Schräge Vögel singen nicht

Langsam häufte es sich an. Das Ganze war ziemlich unnorwegisch. Internationales Niveau.
Durfte man sich eigentlich Massenmörder nennen, auch wenn man die Morde nicht eigenhändig beging?
Klavenes dachte nach. Stalin und Hitler wurden als Massenmörder bezeichnet, obwohl sie wahrscheinlich niemanden persönlich umgebracht hatten. (Auszug Seite 232)

Ein erfolgloser Angler macht in einem Angelrevier in bester Lage vor dem großen Immobilienprojekt Fornebu am Oslofjord einen grausigen Fund: Eine übel zugerichtete Wasserleiche, mit Beton an den Füßen im Fjord versenkt. Weil auch Leo Vangen dort regelmäßig geangelt hat, wird er von der leitenden Ermittlerin Mariken Varden, einer alten Schulfreundin, kontaktiert. Da Mariken Leos alte Liebe ist, will er bei den schwierigen Ermittlungen helfen. Alles deutet darauf hin, dass der Tote einer von den polnischen Bauarbeitern des Immobilienprojekts ist. Da Leo als Rechtsreferendar schon mal guten Kontakt zu polnischen Gastarbeitern hatte, begibt er sich auf Spurensuche in den Gastarbeiterunterkünften und kommt auf die Fährte eines alten Bekannten.

Terje Klavenes war früher mit Leo und Mariken in einem Schuljahrgang. Privat ist er schon ein mieser Typ und auch beruflich hat er sich mit nicht aufgefallenen Betrügereien immer weiter nach oben gebracht. Inzwischen ist er Chef einer Projektentwicklungsgesellschaft und ein eiskalter Immobilienhai. Immer auf der Suche nach einem Profit auf Kosten anderer. Momentan läuft es nicht optimal mit den Geschäften. Die Bauarbeiter klagen über die miese Behandlung und Bezahlung, die Eigentümergemeinschaft fühlt sich betrogen, weil immer noch nichts fertiggestellt ist und ein Vogelkundler will die Behörden einschalten, weil Klavenes Teile des Vogelschutzgebietes bebaut. Es knirscht also an allen Ecken, aber Klavenes hat zwei Männer fürs Grobe: Rino Gulliksen und Nils Hætta. Zwei Schmalspurgangster, aber zumindest Nils fühlt sich zu Höherem berufen und schreckt auch vorm Äußersten nicht zurück.

Autor Lars Lenth ist ein vielseitiger Typ und in Norwegen vor allem auch als Angel-Profi bekannt. Sein Hobby hat er in Fachbüchern, im Fernsehen und auf DVD zum Beruf gemacht. Daneben ist Lenth auch Rockmusiker. Als Autor schreibt er neben Sachbüchern auch Romane. Schräge Vögel singen nicht ist der zweite in Deutschland erscheinende Roman um den Rechtsrefendar Leo Vangen und erschien im Original bereits 2011.

Hauptperson Leo Vangen ist ein ziemlich durchschnittlicher Mann in seinen Vierzigern, der aus seinen Anlagen vermeintlich wenig gemacht hat. Obwohl mit gutem Abschluss hat er bereits nach der ersten Gerichtsverhandlung keinen Gerichtssaal mehr betreten und ist dadurch kein Anwalt geworden, sondern auf der Stufe des Rechtsreferendars geblieben. Auch privat läuft’s so mittel: Geschieden, fast erwachsener Sohn. Er lebt in Bærum, der reichsten Gemeinde Norwegens, auf einer schicken Insel in der familieneigenen Villa, die allerdings mangels Geld und Pflege zusehends herunterkommt. Grundsätzlich ist Leo aber ein guter, hilfsbereiter Typ. Insgesamt kommt Leo trotz seiner Neurosen aber ziemlich gut zurecht, ein wenig Ruhe im Leben ist schließlich auch nicht zu verachten. Dennoch entwickelt Leo eine ungeahnte Aktivität in diesem Fall, denn schließlich gilt es, seine alte Jugendliebe zu beeindrucken.

Schräge Vögel singen nicht ist wie es der ziemlich merkwürdige deutsche Titel andeutet, ein Krimi mit skurrilen und schrägen Elementen. Dabei schreibt der Autor mit einem schwarzen, zuweilen auch derben Humor, wobei er im Grundton schon ernst bleibt. Dazu eine durchaus sympathische Hauptfigur, die mich irgendwie entfernt an den Dude aus The Big Lebowski erinnert hat. Ein wenig Abzüge gibt es von meiner Seite für den fiesen Antagonisten Klavenes, der mir allzu plakativ geraten ist. Die Themen reichen von Immobilienspekulation, Korruption, Ausbeutung bis Umweltzerstörung. Insgesamt bringt Lars Lenth also höchst aktuelle Themen in die Geschichte ein, serviert sie aber mit einer durchaus angenehmen Mischung aus Melancholie und Witz, wobei es hier (Plot) und da (Spannung) sicherlich noch Luft noch oben gibt.

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Schräge Vögel singen nicht | Erschienen am 23. September 2019 im Limes Verlag
ISBN 987-3-8090-2712-6
288 Seiten | 18.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Diese Rezension erscheint im Rahmen unsers .17special Ein langes Wochenende mit… Krimis aus Norwegen.