Kategorie: Gunnar Wolters

S.A. Cosby | Blacktop Wasteland

S.A. Cosby | Blacktop Wasteland

Beauregard umklammerte das Lenkrad, als wäre es ein Rettungsring. Er konnte die Vibrationen des Motors durch das Steuer bis zu den Schultern spüren. Sein Herz aber trommelte nicht. Er vermutete, das es nicht mehr als siebzig Mal pro Minute schlug. Dies war sein Platz. Er war in seinem Element. (Auszug S.134)

Beauregard „Bug“ Montage ist vermutlich der beste Fluchtwagenfahrer südlich der Mason-Dixon-Linie. Allerdings hat sich Bug seit längerem zur Ruhe gesetzt und versucht nun, sein Leben als treusorgender Familienvater und Inhaber einer eigenen Autoreparaturwerkstatt zu bestreiten. Doch spätestens seitdem ein Konkurrent mit Dumpungpreisen die Kunden aus Bugs Werkstatt abzieht, mehren sich die Geldprobleme und Bug gute Vorsätze gehen langsam, aber sicher zum Teufel.

Der Roman beginnt mit einem illegalen Autorennen, an dem Bug mit seinem Cousin Kelvin teilnimmt, um wenigstens die wichtigsten Rechnungen bezahlen zu können. Doch obwohl Bug gewinnt, werden sie von Betrügern abgezogen. Bug kann sich zwar einen Teil des Geldes wiederholen, doch der Abend war letztlich ein Fiasko, hat die erhoffte Trendwende nicht gebracht. Da meldet sich mit Ronnie ein Bekannter von Bug und will ihn bei einem todsicheren Überfall auf einen Juwelier dabei haben. Bug zögert. Zum einen, weil Ronnie und sein Kumpel Quan nicht den Eindruck erwecken, die Sache so glatt durchziehen zu können. Zum anderen aufgrund seines schlechten Gewissens gegenüber seiner Frau Kia und den beiden Söhnen. Doch er braucht das Geld und macht mit. Natürlich geht die Sache alles andere als glatt. Es gibt einen Toten bei Überfall. Und die Diamanten im Safe stammten aus illegalen Geschäften, sodass die Cops nun ihr geringstes Problem sind.

Wenn du fährst, als hättest du Angst, wirst du verlieren. Wenn du fährst, als würdet du befürchten, anschließend die ganze Maschine erneuern zu müssen, wirst du verlieren. Du musst fahren, als würde nichts anderes zählen, als so schnell wie möglich diese Linie zu erreichen. Du musst fahren, als wäre der Teufel hinter dir her. (Auszug S.13)

Die Worte seines Vater klingen Bug immer noch oft im Ohr. Generell handelt der Roman von nicht überwundener Vergangenheit. Schon Bugs Vater war eine Legende im Fluchtwagen, schon er hat seine Familie für manch riskanten Job vernachlässigt. Als es eines Tages zum Äußersten kam, war Bug dabei. Der Vater verschwand daraufhin spurlos, Bus selbst musste ins Jugendgefängnis. Diese Geschichte wird in Rückblenden erzählt. Bug hat dies niemals verdaut oder gar damit abgeschlossen. Er eifert seinem Vateridol immer noch hinterher, im Wissen, dass er seine Familie damit genauso zerstören könnte wie sein Vater damals.

Immer wenn Bug „on the road“ ist, spielt der Roman seine Stärken aus: Tempo, Spannung, Adrenalin. Spektakuläre Verfolgungsjagden funktionieren nicht nur auf der Leinwand. Zudem passt auch das Setting des ländlichen Virginias zwischen tiefen Wäldern, Trailerparks, Schrottplätzen und Hinterwäldlerkaffs. Ein kleiner Wermutstropfen für mich war, dass die anderen Momente, insbesondere die familiären diese Intensität immer wieder brechen. Dieses klassische Motiv des vom Leben nicht gerade begünstigten Underdogs, hin und hergerissen zwischen Bad Boy und Familienglück, wird für meinen Geschmack etwas zu sehr ausgereizt.

Was ich bisher noch gar nicht erwähnt hatte: Bug ist schwarz. Ich finde aber, dass das gar nicht so vordergründig von S.A. Cosby ausgespielt wurde. Natürlich kommt der Alltagsrassismus zur Sprache, kommt es hier und da zum Clinch mit Rednecks (Sehr amüsant, als ein Typ Bug nicht in einen Sexclub lassen will, mit den Worten: „Können wir nicht wenigstens einen Ort haben, an dem ihr nicht eure Visage reinsteckt? Verdammt, ihr habt doch schon das Weiße Haus.“ Auszug S. 285) Aber letztlich hätte Bug auch mit wenigen Strichen „White Trash“ sein können – der Plot hätte trotzdem funktioniert. Da bringt beispielsweise die Autorenkollegin Attica Locke mit ihren Kriminalromanen einen viel tieferen afroamerikanischen Blick ein.

Dennoch ist „Blacktop Wasteland“ keine Enttäuschung, eher im Gegenteil. Der Krimiplot ist straff und zeitweise in High Speed erzählt. Da gibt es nichts zu meckern. Aber ein paar Abzüge in der B-Note muss ich machen, da Cosby zu offensiv auf ein Ende zusteuert, das dem gepflegten Noir-Leser etwas widerstrebt. Nichtsdestotrotz eine gut unterhaltende, stellenweise packende Lektüre.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Blacktop Wasteland | Erschienen am 26.03.2021 im Ars Vivendi Verlag
ISBN 978-3-7472-0220-3
320 Seiten | 22,- €
Originaltitel: Blacktop Wasteland (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Bürger)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Michael Connelly | Night Team (Band 2/21)

Michael Connelly | Night Team (Band 2/21)

Der Mann öffnete und schloss einen weiteren Schub. Ballard nutzte das Scheppern, um das Knarzen ihres Stuhls zu überdecken, als sie aufstand. […] Sie legte die Hand auf den Griff der Pistole und blieb drei Meter hinter dem Mann stehen.
„Was machen Sie da?“
Der Mann erstarrte. Dann nahm er langsam die Hände aus dem Schub, den er durchsucht hatte, und hielt sie so hoch, dass Ballard sie sehen konnte.
„So ist es gut“, sagte sie. „Und würden Sie mir jetzt vielleicht erklären, wer Sie sind und was Sie hier suchen?“
„Bosch der Name“, sagte der Mann. „Ich wollte mich mit jemand treffen.“ (Auszug S.19)

Den Mann, den Detective Renée Ballard bei Durchstöbern von Akten in ihrer Dienststelle überrascht, ist also kein geringerer als der legendäre Harry Bosch. Er ist inzwischen nicht mehr beim LAPD, sondern als Reserve-Officer beim San Fernando Police Department. Obwohl sich Bosch herausreden kann, forscht Ballard nach, in welchem Fall Bosch Nachforschungen anstellt. Dabei wird ihr Interesse an dem Fall ebenfalls geweckt.

Vor neun Jahren wurde die Leiche der 15jährigen Ausreißerin und Prostituierten Daisy Clayton in einem Müllcontainer gefunden, sexuell missbraucht, gefoltert und stranguliert. Die Leiche wurde anschließend ausgiebig mit Bleichmittel behandelt, so dass keine verwertbaren Spuren zu finden waren. Der Täter wurde nicht ermittelt, der Mordfall ist ein Cold Case. Bosch hat ein privates Interesse an dem Fall. Ballard bietet ihm an, den Fall gemeinsam und auch offiziell zu bearbeiten. Doch das muss neben ihrer eigentlichen Arbeit stattfinden, denn beide haben noch weitere Fälle zu bearbeiten. So ermittelt Ballard in einem Todesfall einer alleinstehenden Frau, der zunächst wie ein Mord aussieht. Bosch hingegen hat einen weiteren Cold Case, der aber ungleich brisanter ist. Vor vierzehn Jahren wurde ein ranghohes Gangmitglied hingerichtet, der Täter (auch mangels Interesse) nie gefasst. Nun treibt Bosch einen Zeugen auf, der ihm widerwillig wichtige Hinweise liefert. Doch damit tritt Bosch in ein Wespennest von sehr gefährlichen Gangstrukturen und begibt sich einmal mehr in eine brenzliche Situation.

In Bosch weckte das Hubschraubergeräusch am Himmel Hoffnung. Aber der Mann, der ihn bewachte, versetze es in Panik. Bosch hatte die ganze Nacht versucht, eine Beziehung zu ihm herzustellen. Er hatte ihm nach seinem Namen gefragt und gebeten, seine Fesseln zu lockern und ihn aus dem Käfig zu lassen, um seine verkrampfte Beine zu dehnen. Und er hatte ihn gefragt, ob er sich wirklich mit der Ermordung eines Cops belasten wollte. (Auszug S.311)

Nachdem im letzten Roman „Late Show“ Renée Ballard als neue Figur eingeführt wurde und ihre Vorgeschichte sowohl privat (traumatischer Tod des Vaters beim Surfen, Abkehr von ihrer Mutter) als auch beruflich (abgewiesene Dienstbeschwerde gegen ihren Vorgesetzten wegen sexueller Nötigung und Versetzung zur Nachtschicht) großen Raum in der Story einnahmen, ist dies diesmal eher ein wenig kleiner und dosierter gesetzt. Dafür ist Boschs Privatleben etwas stärker im Fokus, auch weil es einen direkten Fallbezug hat. Während einer verdeckten Ermittlung hatte Bosch Elizabeth Clayton kennengelernt, die Mutter der ermordeten Daisy. Elizabeth hat den Tod ihrer Tochter nie überwunden und war in die Drogenabhängigkeit und Obdachlosigkeit abgeglitten. Nach einem Entzug hatte Bosch ihr angeboten, bei ihm im Haus unterzukommen. Dies ist nun schon mehrere Monate her und seitdem versucht Bosch, den Tod Daisys aufzuklären, um für Elizabeth einen Abschluss zu finden.

Die Kombination von mehreren Serienfiguren eines Autors ist nichts Neues. Michael Connelly hat dies selbst schon vorgemacht, so hatten seine weiteren Figuren Michael Haller und Terry McCaleb schon gemeinsame Auftritte mit Bosch. Seine äußerst erfolgreiche Reihe um den Ermittler Hieronymus „Harry“ Bosch besteht nun schon seit 1992, in dieser Reihe wäre „Night Show“ der 21.Band mit Harry Bosch. Einen weiteren Roman mit Bosch und Ballard („The Night Fire“) hat Connelly bereits im Original veröffentlicht.

Die Kombination der beiden Figuren funktioniert wirklich gut. Trotz gewisser Eigenarten sind sich beide Ermittler schon ähnlich, beider Leben sind stark auf ihren Beruf ausgerichtet. Bosch verzögert sogar ärztliche Behandlungen, weil er die Dienstunfähigkeit fürchtet. Sowohl Bosch als auch Ballard sind akribisch, engagiert und mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit ausgestattet, dem sie manche Regeln unterordnen. In ihrer moralischen Integrität kommen sie dabei auch ein wenig unnahbar rüber und lassen es auch auf Konflikte ankommen.

Insgesamt ist „Night Team“ ist ein klassischer Polizeikrimi, der mehrere Ermittlungen begleitet, die Vorgänge bei der Polizei beleuchtet und die Polizisten bis in ihr Privateben folgt. Connelly macht dies zwar nicht überdingt spektakulär, aber enorm souverän in Figuren, Setting und Plotentwicklung. Einziger Wermutstropfen für mich war, dass er es erfahrenen Krimilesern zu einfach macht, auf den Täter im Mordfall Daisy Clayton zu kommen. Aber das lässt sich verschmerzen, „Night Team“ ist ein im besten Sinne routinierter Kriminalroman.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Night Team | Erschienen am 25.03.2021 im Kampa Verlag
ISBN 978-3-311-12536-5
446 Seiten | 19,90 €
Originaltitel: Dark Sacred Night (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Gunnars Rezension zu „Late Show“ von Michael Connelly

Ian Rankin | Black And Blue (Band 8)

Ian Rankin | Black And Blue (Band 8)

Die schottische Kriminalliteratur ist vielfältig und vielstimmig – und doch ragt aktuell ein Autor bzw. ein Ermittler noch ein wenig heraus: Ian Rankins John Rebus. Als meine Schwiegereltern vor einigen Jahren zu einer Schottland-Rundreise aufbrachen und fragten, was sie uns als Souvernirs mitbringen könnten, meinte ich relativ schnell: „Black and Blue“ von Ian Rankin. Nun lag es danach noch einige Zeit bei mir herum und als ich es für dieses Schottland-Spezial nun in die Hand nahm, musste ich doch feststellen, dass mir das Lesen im englischen Original nicht mehr so leicht fällt. Besonders die feine Ironie und weitere Andeutungen im Text zu erfassen, ist mir früher besser gelungen. Nichtsdestotrotz ist mir relativ schnell aufgefallen, hier ein exquisites Stück Kriminalliteratur in der Hand zu halten.

Kurz zurück zum Autor und zur Figur. Inzwischen zu 23 Bänden (und einigen Kurzgeschichten) angewachsen ist die Reihe längst fester Bestandteil des literarischen Kanons in der Kriminalliteratur, aber auch in der schottischen/britischen Popkultur allgemein. Autor Ian Rankin schuf den allerersten Rebus-Roman „Knots and Crosses“ bereits 1987, es dauerte aber noch einige weitere Bücher bis zum endgültigen Durchbruch. Dabei war die Figur John Rebus und die Schilderung eines düsteren, von Korruption und organisiertem Verbrechen durchsetzten Edinburgh von Beginn an sehr vielversprechend. Rankin schreibt die Romane mit Rebus als Erzähler in der 3.Person, ab und an durchsetzt mit einer weiteren Perspektive. Die Bücher sind klassische „Police procedurals“ mit klarem Fokus auf der Arbeit des Ermittlers. Die Romane haben zudem einen kontinuierlichen Verlauf, haben Verbindungen untereinander (meist frühere Fälle), die Figuren entwickeln sich weiter. John Rebus ist Detective Inspector in Edinburgh, wo er zumeist in Mordfällen ermittelt. Rebus ist geschieden und hat eine Tochter. Als Polizist ist er verbissen und kompromisslos, er dehnt die Regeln und legt sich auch mit Kollegen ode Vorgesetzten an. Dies bringt ihn mehr als einmal in gehörige Schwierigkeiten. Des Weiteren spielt sowohl Musik (Rebus hört gerne Jazz und klassischen Rock), aber auch der Alkohol eine Rolle in Rebus Leben. Seine Fälle nimmt er nur allzu oft mit nach Hause und er ertränkt seine schlechten Gedanken in Alkohol. Sein Lieblingspub ist die real existierende „The Oxford Bar“ in New Town, Edinburgh.

Foto von Stefan Heidsiek / Crimealleyblog

Der achte Band „Black and Blue“ (in der deutschen Übersetzung: „Das Souvenir des Mörders“) gilt vielen als das Highlight der Reihe. Der Titel bezieht sich auf ein Album der Rolling Stones, das Rebus zu Beginn des Romans hört. „Black and Blue“ gewann 1997 den wichtigsten britischen Krimipreis, den „Gold Dagger“, und war auch auf der Short List des amerikanischen „Edgar“. Dies war letztlich der letzte Schritt von Rankin in die Riege der auflagenstärksten Krimiautoren.

Rebus hadn`t worked the case, but knew men who had; they carried with them the frustration of a job left undone, and would carry it to the grave. The way a lot of them saw it, when you worked a murder investigation, your client was the deceased, mute and cold, but still screaming out for justice. (Auszug S.51).

Der Roman beginnt mit einem Verhör. Rebus verhört einen Mann, der sich als der gesuchte Serienmörder Johnny Bible ausgibt. Allerdings ist der Mann ein Wichtigtuer und kein Mörder, was Rebus schnell entlarvt. Johnny Bible hat bereits drei junge Frauen in Aberdeen, Edinburgh und Glasgow ermordet. Eine der Frauen, eine Prostituierte aus Edinburgh, kannte Rebus sogar. Er hat also ein persönliches Interesse am Fall, allerdings spielt er nur am Rande mit, darf sich mit Falschaussagen herumschlagen. Was ihn am Fall zusätzlich fasziniert: Johnny Bible scheint eine enge Verbindung zu einem Serienmörder namens Bible John Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre zu haben. Bible John hatte damals auch drei Frauen ermordet, tauchte dann unter und wurde nie gefasst. Was Rebus noch nicht weiß, der Leser allerdings schon: Die Verbindung zum neuen Serienmörder missfällt Bible John sehr, der befürchtet, dadurch erneut in den Fokus zu geraten. Daher beschließt er, selbst Maßnahmen zu ergreifen.

Eine echte Ermittlung für Rebus kommt aber kurz darauf: Ein Ölarbeiter namens Allan Mitchison ist von Unbekannten entführt und zur weiteren „Behandlung“ in ein heruntergekommenes mehrstöckiges Haus gebracht worden. Dort sprang der gefesselte Mitchison vor Panik aus dem Fenster und starb dabei. Die weiteren Spuren führen Rebus nach Aberdeen und auf die Ölfördertürme bei den Shetlands und überraschend gibt es auch eine Spur zu einer Glasgower Gangstergröße.

Dieser Gangster lebt von der lokalen Polizei aktuell relativ unbehelligt, was Rebus sofort dazu verleitet, einigen Glasgower Polizisten die Annahme von Schmiergeld zu unterstellen. Dumm nur, dass ausgerechnet einer dieser Polizisten, Chief Inspector Ancram, eine interne Ermittlung gegen Rebus leitet. Rebus hatte mit seinem früheren Chef Geddes einen Verdächtigen wegen Mordes verhaftet. Die Verhaftung und der Fund von Beweisen erfolgte unter merkwürdigen Umständen. Auch Rebus verdächtigte seinen Vorgesetzten, die Beweise untergeschoben zu haben, bestätigte aber dessen Version im offiziellen Verfahren. Nun ist der Verurteilte als Autor im Gefängnis zu Ruhm gekommen, hat Selbstmord begangen und mit seiner Hinterlassenschaft der Presse neues Material zugespielt, um die Polizei unter Druck zu setzen.

Jack forced a smile, lifted his glass, ‚John, tell me though, why do you drink?‘
‚It kills my dreams.‘
‚It`ll kill you in the end, too.‘
‚Something´s got to.‘
‚Know what someone said to me? They said you were the world´s longest surviving suicide victim.‘ (Auszug S.310)

Mehrere Stränge mit zwei Serienmördern, einer unangenehmen internen Ermittlung, dazu die Ölförderung als lukrativer Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen führen Rebus weit durchs Land: Edinburgh, Glasgow, Aberdeen, Shetlands. Einiges hatte sich Autor Ian Rankin für diesen achten Rebus-Roman vorgenommen und letztlich muss ich konstatieren, dass er diesen komplexen Plot beeindruckend beherrscht. Es geht um Drogen, Korruption, aber vor allem auch um Integrität und Loyalität. Rebus schont sich wie gewohnt nicht, geht hohe Risiken ein, setzt neben seinem Job auch sein Leben aufs Spiel, um diese Fälle zum Abschluss zu bringen. Rankin bringt Rebus wie gewohnt als unangepassten Einzelgänger in Szene, als einen Mann, der eines wegstecken muss, aber dennoch von seinem Gewissen und seiner Verbissenheit angetrieben wird. Aber Rebus ist nicht ganz der einsame Wolf, Rankin gibt ihm mehrere Figuren an seine Seite, deren Loyalität sich Rebus sicher sein kann

Foto von Stefan Heidsiek / Crimealleyblog

„Black and Blue“ ist inzwischen schon ein Klassiker des Genres. Rankin gelingt es hier beeindruckend, seine starke Ermittlerfigur in ein komplexes, aber dabei durchaus nicht realitätsfernes Setting zu integrieren. Korruption und ökonomische (Fehl-)Entwicklungen, hier bezieht sich Rankin direkt auf die damalige schottische Wirklichkeit. Hierzu kommt, dass er sich mit dem Fall des „Bible John“ auf einen wahren Kriminalfall bezieht, einen der bekanntesten, noch heute ungelösten schottischen Kriminalfälle. Das alles ergibt einen packenden, harten, spannenden und auch heute noch ungemein lesenswerten Kriminalroman.

 

Buchfoto und Rezension von Gunnar Wolters.

Black And Blue | Erstmals erschienen 1997 bei Orion Books
Gelesene Taschenbuchausgabe: ISBN 978-0-7528-8360-1
512 Seiten | £8,99
Aktuelle deutschsprachige Ausgabe im Goldmann Verlag (Übersetzung aus dem Englischen von Giovanni Bandini)
ISBN 978-3-442-48660-1
624 Seiten | 10,- €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Stefan Heidsieks Rezension des Romans auf Crimealleyblog

Stuart MacBride | Die dunklen Wasser von Aberdeen

Stuart MacBride | Die dunklen Wasser von Aberdeen

Kaum zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt floss der Don vorbei; scheinbar lautlos schossen die dunklen Fluten des angeschwollenen Flusses vorüber. Kleine Lichtpunkte tanzten auf der Oberfläche – die Scheinwerfer spiegelten sich in den schwarzen Wassermassen, zitternde Gebilde, die sich im prasselnden Regen unentwegt auflösten und neu formten. Man mochte über Aberdeen sagen, was man wollte – was Regen betraf, machte der Stadt so schnell keiner was vor. (Auszug S.12)

Detective Sergeant Logan McRae ist den ersten Tag nach schwerer Verletzung und Rehabilitation wieder im Dienst der Aberdeener Kriminalpolizei, da gibt es den Fund einer Kinderleiche in einem Graben am Ufer des Don. Das Opfer ist ein seit längerem vermisst gemeldeter dreijähriger Junge, der erwürgt, missbraucht und verstümmelt wurde. Eine Ermittlergruppe der Grampian Police beginnt fieberhaft mit den Ermittlungen, ist aber noch nicht wirklich weiter, als weitere Vermisstenmeldungen eingehen. Dann wird auf einmal auf einer Müllkippe eine weitere Kinderleiche entdeckt, diesmal ein Mädchen.

Die erste Tat zeigt eindeutig die Zeichen eines sadistischen Serienmörders. Allerdings passt die zweite Leiche nicht wirklich ins Bild. Anderes Geschlecht, anderer Modus operandi. Hat man es mit zwei Mördern zu tun? Die Polizei arbeitet hart, aber wird von den Ereignissen schier überrollt. Zudem gibt es irgendjemanden innerhalb der Behörde, die Interna an die Presse weitergibt. Diese schlachtet die Fälle aus, wirft der Polizei Versagen vor und treibt die Beamten vor sich her. McRae versucht, System in die Fälle zu bringen, allerdings ist er sich stets bewusst, dass angesichts der vermissten Kinder die Zeit gegen ihn spielt.

Trotz gewisser Diversität der schottischen Kriminalliteratur war zumindest ich vom Wissen um die bekanntesten Ermittlern schon ein wenig auf die beiden Metropolen Glasgow (Laidlaw) oder Edinburgh (Rebus) ausgerichtet. 2005 brachte Stuart MacBride mit seiner Reihe um DS McRae eine weitere Stadt als Schauplatz ins Spiel, die nördlichste Großstadt der britischen Inseln – Aberdeen. Aberdeen ist eine Stadt der Fischerei und der Ölindustrie und zahlreicher Gebäude aus Granit (daher auch der Originaltitel: „Cold Granite“). Auf den ersten Blick kein Touristenmagnet, auch angesichts des Wetters. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem der Schauplatz so gnadenlos kalt, verregnet und verschneit dargestellt wurde. Aber das Wetter bestimmt in diesem Fall auch das Gemüt des Buches und der beteiligten Figuren.

Logan McRae arbeitet als zweithöchster Ermittler im Team des Detective Inspektor Insch. Mehrere Monate lang war er außer Dienst, nachdem er im Einsatz schwer verletzt wurde und wohl auch sein Leben auf der Kippe stand. Zum Dank taufen ihn die Kollegen bei der Wiederkehr „Lazarus“. McRae trauert anfangs noch seiner Ex hinterher, der stets zu gut gekleideten und eher eiskalten Rechtsmedizinerin Isobel McAlister. Doch McRae lernt zunehmend die Qualitäten der ihm zugeteilten burschikosen, leicht aufbrausenden Constable Jackie Watson. Sein direkter Vorgesetzter, DI Insch, fällt durch seine Sucht nach zuckerhaltigen Süßigkeiten auf, die ebenfalls beteiligte DI Steel ist eine kettenrauchende, fluchende Lesbierin, die bevorzugt bei den Ehefrauen der Kollegen wildert. Ein durchaus spleeniges Ensemble, das um weitere spannende Nebenfiguren ergänzt wird. Dabei vermeidet MacBride aber geschickt, dass die Hauptfiguren trotz mancher Überspitzung in absurde Karikaturen abzugleiten drohen.

Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus; wie Flammen in einem brennenden Haus. Er sollte allmählich seine Medikamente nehmen, aber nicht jetzt. Noch nicht.
Nicht, wenn es so viele tote Geschöpfe gab, an denen er sich erfreuen konnte. (Auszug S.7)

Ein Absatz aus der Perspektive des Killers? Vielleicht, aber keine Sorge. Dieser Roman ist trotz der zahlreichen Leichen und weiterer Unappetitlichkeiten keiner dieser Serienkillerthriller, bei denen abwechselnd vermeintlich versiert in die Psyche des abgründigen Täters eingetaucht wird. Der Krimi ist eigentlich ein klassischer Polizeiroman, bis auf sehr wenige Ausnahmen komplett aus der Perspektive McRaes erzählt. Eindrucksvoll schildert MacBride den unglamorösen Polizeialltag, das Klinkenputzen, vergebliche Mühen, interne Querelen und vor allem auch den harten Alltag der mittleren und unteren Dienstgrade. Da wird auch schon mal ausgiebig gekotzt und im Pub gesoffen. Der Plot ist insgesamt ziemlich komplex, es gibt tatsächlich einen Serienmörder-Fall, der aber überlagert wird von anderen Fällen, die Parallelen ausweisen oder tatsächlich überraschende gemeinsame Bezugspunkte haben. Keine leichte Sache für DS Logan McRae, auch für den Leser, aber es spricht für den Autor, die Fäden beieinander zu behalten und zu einem plausiblen Ende zu führen.

„Die dunklen Wasser von Aberdeen“ war 2006 ein weiterer Meilenstein in der Tradition der schottischen Kriminalliteratur. Ein Polizeikrimi, der sich gekonnt des Serienmörder-Themas bedient, ohne in die üblichen Schemata zu verfallen. Der außerdem gekonnt schwarzen Humor mit harten Kriminalfällen, dem alltäglichem zwischenmenschlichen Wahnsinn und menschlichen Tragödien verbindet. Inzwischen umfasst die Reihe zwölf Bände und ich habe mal wieder das alte Problem der Vielleser: Müsste ich nicht eigentlich nach diesem reizvollen Auftakt die weiteren Bände nachholen?

 

Foto und Rezension von Gunnar Wolters.

Die dunklen Wasser von Aberdeen | Erschienen 2006 im Goldmann Verlag
ISBN 978-3-442-46165-3 | 544 Seiten
aktuell nur als E-Book erhältlich:
ISBN 978-3-641-12238-6 | 8,99 €
Originaltitel: Cold Granite (Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Jäger)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Abgehakt | Kurzrezensionen März 2021

Abgehakt | Kurzrezensionen März 2021

Unsere Kurzrezensionen zum Ende März 2021

 

Mike Knowles | Tin Men

Im kanadischen Hamilton wird eine hochschwangere Polizistin Opfer eines sehr brutalen Mordes. Dabei wurde ihr das ungeborene Kind aus dem Leib geschnitten. Die drei Cops mit der besten Ermittlungsquote werden gemeinsam auf den Fall angesetzt. Allerdings sind die drei auch ziemlich problematische Typen, allen voran der zur Gewalt neigende Os. Der Druck für einen Ermittlungserfolg ist hoch und so gehen die drei auch mit ziemlich hoher Energie an den Fall heran. Was Os seinen Partnern allerdings verschweigt: Er ist der Vater des Kindes und hatte sich von der Toten nicht im Einvernehmen getrennt.

Ein grausamer Mord und drei Cops mit verdammt vielen eigenen Problemen. Der Titel „Tin Men“ steht dabei in Anlehnung an den Blechmann aus Zauberer von Oz (der in Rüstung und ohne Herz). Autor Mike Knowles erzählt die Story aus den drei Perspektiven der Cops und in einer erzählten Zeit von etwas mehr als 24 Stunden. Somit hat das Ganze ordentlich Tempo, ohne dabei aber zu vergessen, die Tiefe seiner drei Protagonisten auszuloten. Eine wirklich gelungene, düstere Copnovel aus Kanada – garantiert ohne Happy End.

Tin Men | Erschienen am 15.10.2020 im Polar Verlag
ISBN 978-3-948392-14-7
338 Seiten | 14,- €
Originaltitel: Tin Men (Übersetzung aus dem kanadischen Englisch von Karen Witthuhn)
Bibliografische Angaben

Wertung: 4,0 von 5,0
Genre: Noir/Hardboiled

 

John Boyne | Die Geschichte eines Lügners

Erich Ackermann ist ein älterer Literaturprofessur und Autor, der nach einer durchschnittlichen Karriere zuletzt dann doch mit einem großen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Bei einer Lesereise in seine Heimatstadt West-Berlin trifft er auf den jungen Aushilfskellner Maurice Swift, der selbst von einer Schriftstellerkarriere träumt. Der homosexuelle Ackermann fühlt sich zu Maurice hingezogen, nimmt ihn als Assistenten mit auf Lesereisen und vertraut ihm ein dunkles Kapitel seiner Lebensgeschichte an. Maurice erkennt seine Chance: Als Autor ist er stilistisch brillant, aber ihm fehlen die Geschichten. Und nun hat Ackermann ihm eine starke Geschichte geliefert.

Autor John Boyne ist vielen bekannt als Autor des Holocaust-Romans „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Mit „Die Geschichte eines Lügners“ begibt er sich diesmal in die schillernde und raue Welt des Literaturbetriebs. Protagonist Maurice Swift ist bereit, nicht nur buchstäblich über Leichen zu gehen, um seine Karriere als Schriftsteller voranzutreiben. Dabei ist er ein charmanter und gutaussehender Typ, im Inneren aber ein Opportunist und Narzist ersten Ranges. Freunde, Bekannte und auch die Familie werden im Zweifelsfall arglistig getäuscht und ausgenutzt.

Die Rezensionen der Presse auf diesen Roman waren (soweit ich es mitbekommen habe) ziemlich positiv. Nicht nur die New York Post verglich den Roman und seine Hauptfigur mit dem talentierten Mr. Ripley. In diese Lobeshymnen mag ich nicht so richtig einstimmen. Sicher, der Roman liest sich ganz gut. Es gibt vier verschiedene Abschnitte aus drei Perspektiven, zudem zahlreiche bissige Verweise auf den Literaturbetrieb. Allerdings wirkt das schon etwas stereotyp (alte schwule Autoren und komplizierte junge Autorinnen). Boynes Figuren bleiben für mich vielfach auch eher flach. Außerdem fand ich die Story zunehmend langweilig, denn im Grunde variiert Maurice seine betrügerische Masche nur punktuell, bevor am Ende… (ok, das Ende spoiler ich nicht, aber auch das war nur teilweise überraschend). Das Ganze ist für meinen Geschmack in Bezug auf Figuren und Spannung nicht die höchste Liga – schon gar nicht in einer Liga mit Patricia Highsmith.

Die Geschichte eines Lügners | Erschienen am 11.01.2021 im Piper Verlag
ISBN 978-3-492-05963-3
432 Seiten | 24,- €
Für die E-Book-Ausgabe:
ISBN 978-3-492-99624-2 | 19,99 €
Originaltitel: A Ladder To The Sky (Übersetzung aus dem Englischen von Maria Hummitzsch und Michael Schickenberg)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 2,5 von 5
Genre: Spannungsroman

 

Hallie Rubenhold | The Five – Das Leben der Frauen, die von Jack The Ripper ermordet wurden

Mary Ann „Polly“ Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly – hätte da bei diesen Namen sofort etwas geklingelt? Vermutlich bei vielen nicht – und das, obwohl sie mit einem der berühmtesten Kriminalfälle verbunden sind. Diese Frauen sind die sogenannten „Kanonischen Fünf“ – die fünf Mordopfer, bei denen sich Forscher und Kriminalisten mit großer Mehrheit sicher sind, dass sie von Jack The Ripper im Spätsommer und Herbst des Jahres 1888 ermordet wurden (es gab noch weitere Mordfälle rund um diese fünf, die aber nicht eindeutig zugeordnet werden konnten). Während der Mörder, dessen Identität bekanntlich bis heute nicht geklärt ist, enorme Bekanntheit erlangte und geradezu mystifiziert wurde, wurden seine Opfer schnell alle als Prostituierte gebranntmarkt und postum herabgewürdigt.

Die Autorin Hallie Rubenhold will mit diesem Buch die Opfer wieder ins Licht holen, ihre Lebensgeschichten und Schicksale erzählen. Alle Frauen waren Bewohner des Elendsviertels Whitechapel, lebten zuletzt in tiefer Armut, übernachten teilweise in Armenhäusern oder sogar auf der Straße (wo der Ripper vier der fünf ermordete). Doch sie waren beileibe nicht alle Prostituierte, letztlich war dies wohl nur Mary Jane Kelly zum Zeitpunkt ihres Todes. Rubenhold versucht die Leben der Frauen zu rekonstruieren und auch wenn die Autorin aufgrund mancher unklaren Quellenlage regelmäßig zu Formulierungen wie „wahrscheinlich“, „womöglich“ oder „offenbar“ greifen muss, gelingt ihr über die Biografien eine lesenswerte Darstellung der sozialen Verhältnisse der Arbeiterschicht und vor allem der Frauen im viktorianischen Zeitalter. Ein wirklich überfälliger Blickwinkel auf den Jack The Ripper-Fall und ein Statement gegen Misogynie unter dem #saytheirnames.

The Five – Das Leben der Frauen, die von Jack The Ripper ermordet wurden | Erschienen am 16.11.2020 bei Nagel & Kimche
ISBN 978-3-312-01186-5
424 Seiten | 24,- €
Originaltitel: The Five. The untold lives of the women killed by Jack The Ripper (Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Höbel)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5
Genre: True Crime

Fotos und Rezensionen 1-3 von Gunnar Wolters.

 

Eva Almstädt | Ostseelüge

Pia Korittki nimmt im Dezember ihren Resturlaub und besucht eine alte Schulfreundin in Dänemark, die dort vor kurzem ein Hotel eröffnet hat. Pia wird in der ersten Nacht in ihrem Zimmer überfallen, meldet das der örtlichen Polizei, möchte ihren Urlaub aber trotzdem weiterhin genießen. Als es dann zu einem Todesopfer im Hotelrestaurant kommt, beginnt Pia allerdings doch mit eigenen Ermittlungen…

„Ostseelüge“ von Eva Almstädt ist ein kurzweiliger Urlaubskrimi, der spannend geschrieben ist und der auch Einblicke aus Sicht der Opfer bei Ermittlungen gibt, denn Pia steht auf einmal auf der anderen Seite, da sie in Dänemark keinerlei Befugnisse hat. Kann ich empfehlen zu lesen.

Ostseelüge | Erschienen am 27. März 2020 im Verlag Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17953-4
160 Seiten | 10,00 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 4 von 5
Genre: Regionalkrimi

 

Klaus-Peter Wolf | Todesbrut

Das Vogelgrippe-Virus greift auch auf den Menschen über und die Krankheit verläuft schnell und tödlich. Die Kleinstadt Emden in Ostfriesland, in der der erste Fall in Deutschland bekannt wird, wird abgeriegelt. Die Inselbewohner auf Borkum haben ebenfalls Angst vor einer Ansteckung und lassen die Fähre aus Emden nicht anlegen. Die Regierung entscheidet zu langsam, also nimmt die Bevölkerung erforderliche Maßnahmen selbst in die Hand…

„Todesbrut“ von Klaus-Peter Wolf erschien bereits 2010, greift aber ein sehr aktuelles Thema auf. Die Geschichte wird sehr überspitzt und auf einen Tag reduziert erzählt, aber sie beinhaltet viel Wahrheit. Der Autor hat vor über zehn Jahren schon sehr treffend vorausgesagt, was passiert, wenn so ein Virus die Menschheit befällt. Sehr spannend beschrieben und für mich hat es die aktuellen Maßnahmen etwas relativiert. Es ist momentan natürlich schwierig, aber es könnte auch noch viel katastrophaler sein.

Todesbrut | Erschienen 2010 im Verlag script5
ISBN: 978-3-83900-117-2
480 Seiten | 14,95 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3,5 von 5
Genre: Thriller

Fotos und Rezensionen 4&5 von Andrea Köster.