Kategorie: Gunnar Wolters

Adrian McKinty | Gun Street Girl

Adrian McKinty | Gun Street Girl

„Ich bin nur neugierig. Rein persönlich. Wie tickt Sean Duffy? Was macht ein netter katholischer Junge bei der protestantischen RUC?“
„Das frage ich mich auch.“
„Und wie lautet die Antwort?“
[…] Eine unbequeme Frage. Eine metaphysische Frage. Dieser Art von Fragen war ich nun schon eine ganze Weile ausgewichen.
„Na ja, anfangs dachte ich, ich könne etwas bewirken… vor zehn Jahren. Ich dachte, ich könnte vielleicht dabei helfen, diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen.“
„Und jetzt?“
„Jetzt merke ich, dass ein Einzelner nur sehr wenig ausrichten kann.“ (Auszug Seite 111)

Nordirland 1985: Immer noch ganz miese Popsongs im Radio, immer noch Unruhen auf den Straßen. Das geplante anglo-irische Abkommen sorgt für neuen Zündstoff im Nordirlandkonflikt. Ein Doppelmord an einem reichen Ehepaar im kleinen Ort Whitehead bringt harte Arbeit für Carrickfergus RUC. Als kurz darauf der Sohn der beiden von einer Klippe stürzt und ein Abschiedsbrief gefunden wird, scheint die Sache klar. Doch bei Inspector Sean Duffy bleiben Zweifel. Als kurz darauf auch die Freundin des Sohnes sich vermeintlich selbst tötet, ist das ein Selbstmord zu viel. Duffy forscht nach und gerät wie immer zwischen die Fronten.

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Paula Hawkins | Girl on the Train

Paula Hawkins | Girl on the Train

Pendlerin Rachel fährt jeden Tag mit dem gleichen Zug nach London und beobachtet an einem Signalhalt immer das gleiche Pärchen, Scott und Megan, in einem Reihenhaus. Für sie das perfekte Ehepaar. Ein paar Häuser weiter wohnt ihr Ex-Mann mit neuer Ehefrau Anna und Kind. Eines Morgens sieht Rachel zur ihrem Entsetzen, wie Megan einen fremden Mann im Garten küsst. Am gleichen Abend ist Rachel stark alkoholisiert auf dem Weg zu ihrem Ex-Mann. Sie wacht anderntags mit einem Blackout auf und erfährt, dass Megan spurlos verschwunden ist. Rachel versucht verzweifelt, sich zu erinnern: Was ist an diesem Abend in Witney passiert?

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Malcolm Mackay | Der Killer hat das letzte Wort

Malcolm Mackay | Der Killer hat das letzte Wort

Frank MacLeod war bislang Auftragskiller Nr.1 in der Organisation des Glasgower Bosses Peter Jamieson. Doch Frank ist inzwischen 62 und musste sich vor kurzem einer Hüftoperation unterziehen. Zu seinem Comeback gibt ihm Jamieson einen vermeintlichen Routineauftrag: Er soll einen Verbindungsmann einer konkurrierenden Organisation ausschalten. Doch dieser Auftrag geht schief und bringt das ganze Gefüge der Organisation ins Wanken.

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Antonio Ortuño | Die Verbrannten

Antonio Ortuño | Die Verbrannten

Der Junge ist zu müde, um weiterzuschreien. Er klammert sich an Luna, drückt das Gesicht an sein Ohr, er hat Angst, dass jemand lauscht.
„Ich habe gehört, was dieser Hurensohn gesagt hat. Er hat gesagt, dass der Mann, sein Chef, ihm das befohlen hat. Ich hab’s gehört.“
Luna schaut ihn an. Der Junge wiederholt seine Geschichte. Schweigt, beginnt wieder von Neuem. […] Luna schlägt ihm mit dem Handrücken fest auf den Mund.
„Halt die Klappe, du Idiot. Du hast verdammtes Glück gehabt. Denn du hast das gerade dem einzigen Menschen in Santa Rita gesagt, der dich nicht töten wird. Aber du darfst es nie mehr wiederholen.“
Der Junge, die Augen weit aufgerissen, schwankend, an seinen Arm geklammert, nickt.
Am Morgen sagt er aus, dass er nichts von dem gesehen oder gehört hat, was er gesehen und gehört hat. (Auszug Seite 146)

In Santa Rita, einer kleinen Stadt im Süden Mexikos, wird ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt. Es sterben vierzig Flüchtlinge. Irma alias Negra, arbeitet beim lokalen Büro der Nationalkommission für Migration. Sie nimmt sich der Überlebenden und der Angehörigen an. Sie soll vor allem beschwichtigen und Entschädigungen anbieten. Eine detaillierte Untersuchung des Ereignisses ist nicht wirklich vorgesehen. Niemand will in einem Klima der Angst als Zeuge auftreten. Doch die junge Überlebende Yein vertraut sich Irma an. Während Irma die Wahrheit ans Licht bringen will, sucht Yein nur eins: Vergeltung.

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David Simon | Homicide

David Simon | Homicide

Das Morddezernat ist die Oberliga, die ganz große Arena, die wahre Show. So war es schon immer. Als Kain seinen Bruder Abel um die Ecke brachte, glauben Sie bloß nicht, dass der Alte da oben ein paar uniformierte Grünschnäbel zu den Ermittlungen schickte. Verdammt, nein, er holte einen Detective. Und so wird es auch immer bleiben, denn das Morddezernat jeder großstädtischen Polizei ist seit Menschengedenken das natürliche Habitat einer ganz seltenen Spezies: das des denkenden Cop. (Auszug Seite 39-40)

Baltimore war Ende der 1980er eine der amerikanischen Großstädte mit der höchsten Mordrate. Im Jahr 1988 wurden 234 Morde aufgenommen. Autor David Simon begleitete ein Jahr lang die Detectives der Mordkommission. Er zeigt in seinem Buch die Normalität der Gewalt hart und ungeschönt, verzichtet dabei auf Erklärungsansätze. Stattdessen zeichnet er ein umfassendes Bild der Polizeiarbeit, die er in allen Facetten beschreibt. Die Polizisten werden am Tatort, bei der mühsamen Suche nach Zeuge, bei Verhören und Vernehmungen, in der Rechtsmedizin bis hin zur Gerichtsverhandlung beobachtet.

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