Kategorie: Gunnar Wolters

Wallace Stroby | Geld ist nicht genug

Wallace Stroby | Geld ist nicht genug

„Diese Kerle in Indiana. Sie waren hinter mir her wegen Geld, das vor langer Zeit versteckt worden ist. Sehr viel Geld. Sie haben gedacht, ich weiß, wo es ist.“
„Noch ein Grund, warum wir nicht hier sein sollten.“
„Nun, darum geht es…“
„Was?“
„Das Geld. Zu wissen, wo es ist“, sagte Benny.
„Was ist damit?“
„Ich denke, ich weiß es.“
(Auszug Seite 231-232)

Crissa Stone treibt sich im Süden der Staaten herum und knackt Geldautomaten, bis sich ihre zwei Partner gegenseitig abknallen. Zurück in New York wird sie beim Waschen der Beute auch noch übers Ohr gehauen. Wie praktisch, dass sich ein neuer Job anbahnt. Ein New Yorker Mafiaboss ist jüngst verstorben, ohne seinen Anteil an einem üppigen Raub auszugeben. Crissa lernt einen Insider kennen, der mit ihr das Geld aufstöbern will. Doch auch wenn die alten Mafiastrukturen nicht mehr existieren, können sich noch andere an das Geld erinnern.

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Graeme Macrae Burnet | Sein blutiges Projekt

Graeme Macrae Burnet | Sein blutiges Projekt

Wenn es das Schicksal wollte, dass Lachlan Broad durch meine Hand starb, dann würde es so geschehen. Erfolg und Ausgang meines Unternehmens lagen außerhalb meiner Kontrolle. So kam ich zu dem Schluss, wenn ich Lachlan Broad töten wollte, müsste ich zunächst einmal zu seinem Haus gehen. Außerdem brauchte ich eine Waffe, mit ich die Tat vollbringen konnte. Und was wäre dazu besser geeignet als die Feldhacke, die die Vorsehung mir in die Hand gegeben hatte? Als ich am oberen Teil des Feldes ankam, sah ich einen Spitzspaten, der an der Hauswand lehnte, und den nahm ich noch dazu. Dann machte ich mich auf den Weg zum anderen Ende des Dorfes. Ich redete mir ein, dass ich nicht vorhatte, Lachlan Broad zu ermorden, sondern lediglich herausfinden wollte, was passieren würde, wenn ich seinem Haus derart bewaffnet einen Besuch abstattete. (Auszug Seite 184-185)

Ein kleines, küstennahes schottisches Bauerndorf wird im August des Jahres 1869 Schauplatz eines dreifachen Mordes. Der Dorfvorsteher Lachlan Mackenzie, seine 15-jährige Tochter und sein dreijähriger Sohn werden in ihrem Haus brutal ermordet. Der Täter stellt sich selbst unmittelbar nach der Tat. Es ist der 17-jährige Nachbarssohn Roderick Macrae. Er wird inhaftiert und angeklagt. Doch sein Anwalt verfolgt eine Strategie: Er will Rodericks Unzurechnungsfähigkeit beweisen, um ihn vor dem Galgen zu bewahren.

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Steve Hamilton | Das zweite Leben des Nick Mason

Steve Hamilton | Das zweite Leben des Nick Mason

„In der Nacht da am Hafen“, sagte Cole, der immer noch vor ihm stand. „Wir wissen beide, was du da verloren hast. Deine Frau. Deine Tochter. Alles, was du hattest.“[…]
Ich muss das machen, dachte Mason. Ich muss die Chance ergreifen. Koste es, was es wolle.
„Aber hör mir genau zu, ehe du antwortest“, sagte Cole. „Es ist wichtig, dass du verstehst, was ich sage. Dieser ganze Quatsch von wegen niemand besitzt dich? Damit ist jetzt Schluss. Du legst dir eine neue Scheißdenkweise zu. Du machst den Vertrag mir mir, du bekommst zwanzig Jahre, die du nicht hier abzusitzen brauchst. Aber in diesen zwanzig Jahren… gehört dein Leben nicht mehr dir.“
Cole beugte sich zu Mason herunter, so dicht, dass seine Stimme ein tiefes Grollen in seinem Ohr war.
„In den nächsten zwanzig Jahren gehört dein Leben mir.“ (Auszug Seite 105)

Nick Mason war eigentlich raus aus dem Business. Früher hatte er Autos und Safes geknackt, doch er hatte eine Familie gegründet und sein kriminelles Leben hinter sich gelassen. Doch dann reizte ein letzter großer Coup mit den alten Kumpels. Der ging schief, ein Polizist starb. Nun sitzt Nick seit fünf Jahren ein, noch voraussichtlich 20 Jahre liegen vor ihm. Da bietet ihm der Mithäftling und heimlicher Herrscher über den Knast, Darius Cole, einen Deal an: Cole sorgt für Nicks Freilassung, dafür steht Nick ihm für die kommenden zwanzig Jahre zur Verfügung.

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Jérôme Leroy | Der Block

Jérôme Leroy | Der Block

„Scheiße, Stanko, wach auf! Der gesamte Block lässt dich fallen. Wir stehen kurz davor, an die Regierung zu kommen, mein Junge. Ist dir das klar? Darauf warten wir seit fast fünfundvierzig Jahren. Alle. Und wenn wir, um die letzte Stufe zu erklimmen, einen der Unsrigen opfern müssen, selbst wenn du das bist, Stanko, wird keiner lange zögern.“ (Auszug Seite 68)

In Frankreich brennen die Vorstädte, seit Monaten gibt es schon blutige Unruhen, die TV-Sender blenden sogar inzwischen einen Live-Bodycount ein. Die konservative Regierung wird der Situation nicht mehr Herr und bricht mit einem Tabu – sie führt Koalitionsverhandlungen mit dem rechtsextremen Bloc Patriotique. In der Nacht der Verhandlungen sind zwei Männer ganz allein: Antoine Meynard, Ehemann der Parteivorsitzenden und Anwärter auf ein hohes Amt in der neuen Regierung, und Stéphane Stankowiak, Sicherheitschef des „Block“ und nun in Ungnade gefallen.

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Donald Ray Pollock | Knockemstiff

Donald Ray Pollock | Knockemstiff

Ich zog mir die dünne Decke über den Kopf und steckte mir die Finger in den Mund. Eine süßer, salziger Geschmack biss mir in die aufgeplatzte Lippe und zog über meine Zunge. Es war das Blut des Jungen, das noch an meinen Händen klebte.
Während das Bett meiner Eltern im Nebenzimmer laut gegen die Dielen stampfte, leckte ich mir das Blut von den Knöcheln. Die geronnenen Stückchen lösten sich im Mund auf und verwandelten meine Spucke in Sirup. Nachdem ich alles Blut heruntergeschluckt hatte, leckte ich weiter an meinen Händen. Ich riss mit den Zähnen an der Haut. Ich wollte mehr. Ich wollte immer mehr. (Auszug Seiten 26-27)

Eine ländliche Gegend im südlichen Ohio. Dünn besiedelt, wenig Arbeitsplätze. Hier leben die Abgehängten, die Außenseiter. Lebenswege, die nicht von Hoffnung und Zuversicht geprägt werden, sondern von Resignation, Ausweglosigkeit, Verwahrlosung und Gewalt. 18 Kurzgeschichten werden in Knockemstiff zu einem Erzählband zusammengefasst, der von einem Ort der Düsternis und Depression berichtet.

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