Kategorie: 3.5 von 5

Rezensions-Doppel: Saison der Wirbelstürme & Die Verschwundenen

Rezensions-Doppel: Saison der Wirbelstürme & Die Verschwundenen

Doppelrezension Mexiko

„Hoch in den Bergen erhebt sich der Adler auf silbernen Flügeln/Die Lieder der Indios/das Schweigen der Sierra/das Mondlicht auf den Hügeln“: Mexico mi amor – das Sehnsuchtsland deutscher Schlager. Rote Sonne, Sombreros, Latino-Frauen. Doch das Bild vom realem Mexiko sieht ein wenig anders aus. Heutzutage gilt das Land in Mittelamerika vielen als „failed state“, als ein Land, in der die Staatsmacht die Kontrolle längst verloren hat. In seinem Essay „Der rote Teppich“ beschreibt Juan Villoro die Machtausübung in Mexiko als „Gewerbe der Finsternis“, das „weder Transparenz noch Rechenschaftspflicht kennt“. In der ersten Dekade des neuen Jahrtausends „wurde Mexiko ein Land von Blut und Blei“, ohne dass der Staat die Drogenkartelle letztlich ernsthaft schwächen konnte. Korruption, Seilschaften und Gewalt gehören seit jeher zum mexikanischen Alltag. Villoro zitiert den Schriftsteller Martín Luis Guzmán: „Wer zuerst schießt, tötet zuerst. Denn die mexikanische Politik, eine Politik der Pistole, konjugiert nur ein Verb: früh aufstehen.“ In einem solchen Rahmen ist ein literarischer Blick auf die mexikanische Gesellschaft interessant. Dabei muss nicht zwangsläufig der Rahmen eines Kriminalromans gewählt werden. Fernanda Melchor, junge Autorin aus dem Bundesstaat Veracruz, schrieb mit Saison der Wirbelstürme einen wütenden, noiresken Gesellschaftsroman aus einem Dorf irgendwo im Nirgendwo. Antonio Ortuño, bereits etablierter Autor, in Deutschland vor allem durch seinen Roman Die Verbrannten, hingegen siedelt seinen Roman in der Millionenstadt Guadalajara an. Zeit für eine Doppelrezension.

Fernanda Melchor | Saison der Wirbelstürme

In La Matosa, einem fiktiven Kaff in der mexikanischen Provinz, wird im Schilf eines Bewässerungskanals eine Leiche gefunden. Es ist die „Hexe“, die berühmt-berüchtigte „Heilerin“ des Dorfes, gefürchtet, verachtet und doch umgarnt. Die „Hexe“ war ein Transvestit, lebte in einem abgeschotteten Haus, wurde von den Frauen wegen ihrer Geheimtränke, von den Männern wegen sexueller Ausschweifungen und berüchtigter Drogenpartys aufgesucht. Wer sie ermordete, ist eigentlich weniger interessant, vielmehr wollen viele wissen, was es mit dem Schatz auf sich hat, der angeblich in ihrem Haus versteckt sein soll.

Fick deine Mutter, zischte Luismi. Stell dich nicht blöd, spöttelte Munra, du weißt genau, wovon ich rede. So sind die Weiber, wenn sie einen festzurren wollen: Sie nehmen ein paar Tropfen von ihrem schmutzigen Blut und träufeln es dir heimlich ins Wasser oder in die Suppe oder schmieren dir einen Tropfen auf die Ferse, während du schläfst, und das reicht, um dich ganz vernarrt zu machen, so wie du es jetzt in die Norma bist, merkst du nicht? (Seite 81).

Der Roman beginnt mit dem Fund einer Leiche, doch ein Krimi wird sich daraus nicht entwickeln, obwohl der Leser am Ende auch die Mörder kennen wird. Vielmehr entwickelt Autorin Fernanda Melchor ein kraftvolles Statement, ein wütendes Porträt einer rohen, mitleidlosen Gesellschaft voller Armut, Gewalt und Vorurteile. Melchor stellt in den Kapiteln immer eine neue Person in der Mittelpunkt und berichtet aus ihrer Perspektive. Dabei tauchen weitere Figuren auf, die dann im nächsten Kapitel im Vordergrund stehen. So schält sich nach und nach ein Gesamtbild heraus.

Die Geschichten aus La Matosa handeln von äußerst präkeren Verhältnissen, von Eifersucht, Neid und Missgunst innerhalb der Familie, von herumhurenden Männern, vom Missbrauch von Minderjährigen, von Aberglauben, von Alkohol- und Drogenexzessen und Gewalt gegen Homosexuelle und Frauen. Sie sind immer sehr direkt und intim, teilweise obszön. Melchor erzählt die Geschichten in einem rasenden, atemlosen Ton; reiht Satz um Satz aneinander, ohne Absatz, mit einer Vielzahl an Kommas und Semikolons. Es entsteht dadurch eine Art Wutrede über die beschriebenen gesellschaftlichen Verhältnisse. Saison der Wirbelstürme ist ein Buch, der dem Leser einiges abfordert, bei dem man allerdings auch beeindruckt feststellt, dass man einen solchen Roman mit dieser Wucht nur selten liest.

Antonio Ortuño | Die Verschwundenen

Aurelio, genannt Yeyo, Blanco kommt aus dem Gefängnis frei, in dem er fünfzehn Jahre Haft abgesessen hat. Blanco war damals der Sündenbock, der als Buchhalter die Unregelmäßigkeiten bei einem Immobiliengeschäft für seinen Schwiegervater Don Carlos Flores auf sich genommen hat, um das Geschäft und das Wohl der Familie nicht zu gefährden. Seine Frau hat sich scheiden lassen, seine Tochter hat er zuletzt gesehen, als sie fünf Jahre alt war. Sein Anwalt warnt ihn, dass Flores ihn womöglich beseitigen will, wenn er frei kommt, um einen Mitwisser loszuwerden. Doch Blanco will seinen ihm zustehenden Anteil einfordern und begibt sich auf Konfrontationskurs.

„Ich brauche wieder deine Hilfe, mein Junge. Noch ein Mal. […] Wir haben dir Alicia gegeben, die wir mehr als alles auf der Welt lieben. Merkst du was? Es ist ein ewiges Geben und Nehmen. Wir sind eine Familie.“ Und Yeyo, der jeden Morgen mit dem Gefühl aufstand, er verdiene das gute, unbeschwerte, fantastische Leben, das er führte, eigentlich gar nicht, sagte Ja, bevor er wusste, was von ihm erwartet wurde. Sein Ja kostete ihn fünfzehn Jahre Gefängnis. (Seite 159)

Blanco ist eigentlich ein eher zurückgezogener, besonnener Mann, der als Kind auf dem Grundstück der Flores gewohnt hat und schon früh als Handlanger engagiert wurde. Später wurde er auch von der etwas älteren Alicia verführt. Er zeigt wenig eigenen Antrieb, lässt sich bereitwillig einspannen und ist schließlich derjenige, der in verschiedenen Situationen die Ehre der Familie retten soll und dies auch beinahe devot erfüllt. Selbst als er im Gefängnis geschieden wird und ihm seine Tochter vorenthalten wird, behält er eine gewisse Resthoffnung und legt sich sogar ein Enthaltsamkeitsgelübde auf, für das er von allen Seiten verspottet wird, wie er irgendwann feststellt. Doch sein Gefängnisaufenthalt endet etwas plötzlich kurz vor Heiligabend. Seine Familie hat erst später mit seiner Freilassung gerechnet. Blanco will nicht mehr nur derjenige sein, mit dem alles gemacht werden kann, sondern selbst agieren. So kommt es letztlich zu einer Familienzusammenkunft als Showdown an Heiligabend.

Die Entlassung aus dem Gefängnis und die Annäherung an die Familie bilden den Hauptteil der Geschichte, immer wieder unterbrochen von Rückblicken in die Vergangenheit. Dort beleuchtet der Autor, wie es zu dieser Familienkonstellation kam und löst auch auf, was mit dem (deutschen) Titel gemeint ist. Bauunternehmer Don Carlos hatte den Plan für eine exklusive Wohnsiedlung mit dem Namen „Olinka“, basierend auf Ideen eines utopistisch-esoterischen Künstlers. Genug Geld aus illegalen Kanälen war vorhanden, doch der Grund und Boden für Olinka ließ sich nicht so einfach beschaffen, gab es an dieser Stelle eine kleine Siedlung von sozial Schwachen. Doch Don Carlos war zu einigem bereit, um sich diese Grundstücke anzueignen und das hatte Auswirkungen, für die ganze Familie Flores.

Die Verschwundenen ist ein clever konstruierter Roman, der allerdings im Mittelteil ein wenig schleppend verläuft. Über weite Strecken verzichtet der Autor auf konventionelle Spannungselemente, sondern erzählt relativ nüchtern. Ortuño wirft einen scharfen Blick in die Mitte der mexikanischen Gesellschaft, mal abseits von Drogen oder Flüchtlingen, aber natürlich im Spannungsverhältnis von arm und reich, konkret am Beispiel von Guadalajara, der Heimatstadt des Autors. Der Roman zeigt die alltägliche Korruption, planlose Stadtentwicklung, Gier nach Geld und Macht sowie staatlich gedeckte Ausbeuterei und Gewalt. Doch wie es oft so ist, richten sich diese Dinge letztlich gegen die Familie des skrupellosen Bauunternehmers und der Leser wohnt mehr oder weniger einer Familientragödie bei.

 

Rezensionen und Fotos von Gunnar Wolters.

Saison der Wirbelstürme | Erschienen am 14. März 2019 im Verlag Klaus Wagenbach
ISBN: 978-3-803-13307-6
240 Seiten | 22.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: gesellschaftskritischer Roman
Wertung: 3.0 von 5.0

Die Verschwundenen | Erschienen am 6. März 2019 im Verlag Antje Kunstmann
ISBN: 978-3-95614-285-7
256 Seiten | 20.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: gesellschaftskritischer Krimi
Wertung: 3.5 von 5.0

Weiterlesen: Juan Villoro „Der rote Teppich“, erstmals erschienen in Le Monde diplomatique (November 2008), aktuell in: Edition Le Monde diplomatique: Mittelamerika. Zwischen Panamakanal und Río Bravo.

Nikos Milonás | Kretische Feindschaft

Nikos Milonás | Kretische Feindschaft

Wenn der Sommer vor der Tür steht, haben Urlaubskrimis bei deutschen Lesern Konjunktur. Sie bedienen Sehnsüchte. Sei es, weil die Handlung am zukünftigen Urlaubsziel verortet ist, oder man Erinnerungen an Gegenden zurückholen möchte, in denen man bereits schöne Urlaubstage verbracht hat. Mittlerweile deckt dieses Genre fast alle europäischen Urlaubsziele ab, in der Regel von deutschen Autoren unter jeweiligem landestypischen Pseudonym geschrieben. Ein cleverer Schachzug, soll dies doch suggerieren, dass hier jemand schreibt, der Land und Leute wie seine Westentasche kennt.

In diese Kategorie fällt auch Nikos Milonás, wobei dies das offene Pseudonym des Fernsehschaffenden Frank D. Müller ist. Dieser ist Kreta-Fan und schließt mit seinem Erstling Kretische Feindschaft eine Lücke, denn die griechische Insel war bisher ein weißer Fleck auf der Karte der Urlaubskrimis.

Ausgangspunkt der Handlung ist der vermisste Bürgermeister von Kolymbari. Und da die Polizei vor Ort offenbar weder willens noch in der Lage ist, sich angemessen und engagiert um den Fall zu kümmern, werden Michalis Charisteas und sein Kollege Koronaios (beide Mordkommission Chania) auf Anweisung des Gouverneurs mit dem Fall betraut. Der Vermisste wird gefunden, tot. Offenbar ist er mit seinem Auto von der Straße abgekommen und einen Abhang hinabgestürzt. Fall abgeschlossen, obwohl Michalis große Zweifel an der Version der Kollegen aus Kolymbari hat, weshalb er die Ermittlungen auf eigene Faust und entgegen jeder Anweisung weiterführt. Und schnell wird ihm klar, dass dieser Fall weitaus komplexer als angenommen ist und weit in die Vergangenheit reicht.

Keine Frage, die Story ist spannend und schlüssig aufgebaut, überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen. Hier gibt es nichts zu meckern, auch wenn mir zum Ende hin die eine oder andere Erklärung/ Motivation nicht schlüssig erscheint und eher lapidar in einem Nebensatz oder gar nicht abgehandelt wird.

Die Personen haben Potenzial, wobei hier Michalis Kollege Koronaios wesentlich interessanter und mit mehr Konturen als dieser daherkommt. Die Love-Story zwischen Michalis und seiner deutschen Freundin Hannah ist unaufdringlich, hätte ich jetzt aber nicht unbedingt benötigt. Sie dient letztendlich nur dazu, die Gegensätze zwischen Kretern und Deutschen aufzuzeigen. Und damit habe ich meine Probleme, denn damit werden Vorurteile zementiert. Kretischer Schlendrian, Mauscheleien in Behörden, Vorteilnahme im Amt…und…und…und.

Chania und Umgebung als Handlungsorte, speziell die Nordküste, scheint mir nicht die beste Wahl, da dieser Teil der Insel mittlerweile viel von seinem Charme und seiner Ursprünglichkeit verloren hat. Was Kreta wirklich ausmacht, findet man eher in den abgelegenen Gegenden.

Der Autor arbeitet in seinen Beschreibungen mit sehr vielen Stereotypen, ganz so, wie der deutsche Urlauber sich die Insel und ihre Menschen vorstellt: der venezianische Hafen (zugegeben, der ist wunderschön), Meeresrauschen, Olivenhaine, wilden Thymian, Orangenbäume und, weil jeder Kreta-Urlauber zum Schluchtenwandern dorthin möchte, die Samaria. Die Kreter trinken jede Menge Frappé, Ellinikós und Raki und essen die köstlichen Gerichte ihrer Heimat (hier bekommt der deutsche Leser natürlich die Übersetzung geliefert) rauf und runter. Ein bisschen zu viel von allem, aber dennoch unterhaltsam mit guten Ansätzen.

Wie es scheint ist Kretische Feindschaft der Auftakt einer Reihe mit Michalis Charisteas, dessen Entwicklung, gerade wenn man Kreta kennt und liebt, im Auge behalten sollte. Luft nach oben ist allemal. Und vielleicht gibt es ja auch einmal einen Ausflug in die kretisch-deutsche Geschichte. Ein Verhältnis, das jede Menge Krimistoff bietet.

 

Wir bedanken uns für diese schöne Gastrezension und das Foto bei Elke Heid-Paulus. Weitere Rezensionen von Elke findet ihr auf ihrem Instagram-Account satzbehaelter.

Kretische Feindschaft | Erschienen am 17. April 2019 bei Scherz im Fischer Verlag
ISBN 978-3-651-02580-6
400 Seiten | 14.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Judith Winter | Finsterwald

Judith Winter | Finsterwald

„Und das stimmte! Trotz aller Strapazen fühlte sich Em mit einem Mal hellwach und so frisch, als sei sie gerade erst aus der Dusche gestiegen. Endlich gab es sie, die heiß ersehnte Spur! Endlich hatten sie etwas, wo sie ansetzen konnten! Endlich…“ (Auszug Seite 444)

In einem abgelegenen Wald wird eine ermordete Prostituierte gefunden. Emilia Capelli und Mai Zhou haben noch gar nicht ganz mit den Ermittlungen dazu begonnen, als es eine zweite Tote gibt: Eine Lehrerin, die in ihrem Bett erstochen wurde. Das auffällige an dem zweiten Opfer ist, dass der Mörder ein Zeichen auf ihrem Bauch hinterlassen hat, das zu einer Mordserie gehörte, deren Täter seit vielen Jahren verurteilt und auch immer noch in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Ein Nachahmungstäter? Und gehören beide Morde zusammen, obwohl sie so unterschiedlich sind?

Das vierte Buch der Serie

„Finsterwald“ von Judith Winter ist der vierte Fall der Ermittlerinnen Capelli und Zhou. In dieser Reihe ist es das erste Buch, das ich lese und man kann problemlos mittendrin starten. Auf die vorangegangen Fälle wird in dieser Geschichte nur minimal eingegangen und der Leser benötigt keine „Vorkenntnisse“, denn der Fall ist in sich abgeschlossen.

Wissensvorsprung für den Leser

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und ist in Kapitel und kurze Unterkapitel gegliedert. In den ersten zwei Dritteln des Buches geht es hauptsächlich um die klassische Ermittlungsarbeit, also Zeugenbefragungen, Recherche und Zusammenhänge erkennen und herstellen. Dabei kommen aber nicht nur die beiden Protagonisten und ihr Team zu Wort, sondern immer wieder gibt es auch Kapitel aus Sicht von Opfern und Tätern, was dem Leser einen Wissensvorsprung verschafft und die Handlung zusätzlich spannend macht.

Lange kein roter Faden

Im Grunde tappen Capelli und Zhou ziemlich lange sehr im Dunkeln und die einzige Verbindung ist, dass unmöglich zwei so brutale Morde in so kurzer Zeit ohne Zusammenhang sein können. Ansonsten finden die beiden noch eine Tat in den Akten, die auch dazu passen könnte und es gibt einen zusätzlichen Vermisstenfall. Alles hat scheinbar nichts miteinander zu tun, es gibt keine Parallelen, außer dass es sich bei allen Opfern um brünette Frauen handelt. Ich habe mich wirklich lange gefragt, wo hier der rote Faden zu finden sein soll und wie sich die Ermittlungen am Ende auflösen, aber auf den letzten einhundert Seiten gibt es dann endlich den entscheidenden Hinweis und auch mir ging gemeinsam mit den Kriminalhauptkommissarinnen ein Licht auf.

Zwei unterschiedliche Kommissarinnen

Zhou und Capelli sind grundverschieden, arbeiten aber sehr gut miteinander, was laut Kontext allerdings nicht immer der Fall war. Mai Zhou ist Halbchinesin, hat einen Freund, von dem sie sich aber selbst nicht ganz sicher ist, dass sie ihm wirklich so viel Platz in ihrem Leben gewähren will, macht Karate und Ballett und ist in ihrer Arbeitsweise akribisch gründlich. Emilia Capelli hat italienisch-sizilianische Wurzeln und ist entsprechend temperamentvoll und aufbrausend. Beide Charaktere werden aber nicht bis zur Vollendung stilisiert, bei Befragungen beispielsweise kommt es eher unterschwellig zum Vorschein. Aus dem Privatleben der beiden Protagonisten wird auch nicht übermäßig viel preisgegeben, es wird eher etwas angerissen, was dann in sich aber nicht abgeschlossen ist und vielleicht im nächsten Buch weiter geschildert wird. Ich bin ehrlich gesagt mit beiden nicht so richtig warm geworden, was meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat.

Fazit: Ein gut zu lesender und gerade zum Ende hin wirklich packender Thriller mit nicht ganz so sympathischen Ermittlerinnen.

Judith Winter, 1969 in Frankfurt am Main geboren, studierte Germanistik und Psychologie in Berlin und Wien und arbeitete viele Jahre in einem renommierten wissenschaftlichen Institut, bevor sie sich selbständig machte. Nach Aufenthalten in Mailand und Paris lebt sie heute mit ihrer Familie in Konstanz.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Finsterwald | Erschienen am 31. Januar 2019 bei dtv
ISBN 978-3-423-21748-4
496 Seiten | 9.95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Anmerkung: Wir verlinken in jeder Rezension auf die Verlagsseite zu dem jeweiligen Titel und zu den Autoreninformationen. Leider scheint der Titel schon jetzt (1. Mai 2019) nicht mehr beim Verlag gelistet zu sein, denn wir bekamen nur den Hinweis, der Titel sei nicht mehr lieferbar.

Ellen Dunne | Schwarze Seele Bd. 2

Ellen Dunne | Schwarze Seele Bd. 2

„Mein spontanes Lachen war schwarz. Kam direkt von einem Ort, der wahrscheinlich meine Seele war. Kris hörte sich langsam an wie ich. Objektiv vielleicht keine gute Entwicklung, aber im Augenblick tröstlich.“ (Auszug Seiten Seite 134 und 135)

Eine Leiche wird in einem Bach entdeckt. Sie liegt da schon seit einigen Tagen und ist ziemlich entstellt, von Spuren ringsherum ist aufgrund des Novemberwetters auch nichts mehr zu erkennen. Alles deutet auf einen Unfall hin, aber Patsy Logan will sich damit nicht zufrieden geben und überredet ihren Chef, weitere Nachforschungen anstellen zu dürfen. Die Ergebnisse der Ermittlungen sind allerdings eher Spekulationen und nichts Handfestes, bis es zu einem weiteren Toten kommt. Hier steht ziemlich schnell fest, dass es kein Unfall war. Hängt alles miteinander zusammen und hat Patsy ihr Instinkt nicht getäuscht?

Zweiter Fall für Patsy Logan

Schwarze Seele von Ellen Dunne ist der zweite Kriminalroman um die Protagonistin Patsy Logan. Von Harte Landung, dem ersten Fall, war ich sehr begeistert. Dieser Fall liest sich ebenfalls sehr flüssig und ich bin gut durch die Kapitel gekommen. Insgesamt wurde ich von den Ermittlungen aber nicht wahnsinnig gepackt, was vermutlich damit zusammenhängt, dass es lange keine wirkliche Spur gibt und Patsy und ihre Kollegin Kris „auf blauen Dunst“ Leute aus dem Umfeld des Opfers befragen und sich irgendwelche Theorien zusammenreimen.

Viel Privatleben

Patsys Privatleben wird in dieser Geschichte ziemlich weitreichend beschrieben. Sie ist seit acht Jahren mit Stefan liiert und seit vier Jahren mit ihm verheiratet. Beide wohnen zusammen in einer Wohnung in München, die sie sich außerdem mit einem Papagei teilen. Seit einem Jahr versuchen die beiden auf künstlichem Wege Eltern zu werden und sind nun bei dem vierten Versuch. Diese Tatsache ist für Patsy emotional sehr aufreibend und dann schneit auch noch ihr Bruder herein und wohnt vorübergehend bei den beiden. Das Thema unerfüllter Kinderwunsch finde ich interessant und wird wirklich viel zu wenig thematisiert; davon habe ich gern gelesen, den Bruder fand ich teilweise etwas anstrengend und nervig.

Ende und Fazit

Zum Ende hin habe ich erst gedacht, dass der Täter dem Leser ja ziemlich früh mitgeteilt wird, aber es gab dann doch noch eine Wendung, die mir gefallen hat. Die Auflösung des Falls ist nicht übermäßig spektakulär, aber spannend, was mir gefällt. Insgesamt also ein solider Krimi mit interessanten privaten Aspekten der Protagonistin. Ich freue mich auf einen möglichen dritten Fall!

Ellen Dunne wurde 1977 nahe Salzburg geboren, arbeitete als Texterin bei Werbeagenturen und danach bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München, Mexico-Stadt und nun seit 2004 in Dublin. Die Autorin hat bis jetzt fünf Bücher veröffentlicht.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Schwarze Seele | Erschienen am 14. Januar 2019 bei Insel im Suhrkamp Verlag
ISBN 978-3-458-36383-5
379 Seiten | 10.95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Rezensionen zu den Romanen Wie du mir und Harte Landung von Ellen Dunne

Abgehakt | März 2019

Abgehakt | März 2019

Birgit Lautenbach und Johann Ebend | Hühnergötter

Auf der Ostseeinsel Hiddensee wird in der Hochsaison ein drei Monate alter Säugling aus seinem Kinderwagen entführt. Die Mutter verständigt umgehend die beiden Inselpolizisten Daniel Pieplow und Lothar Kästner, die sofort den Ernst der Lage erkennen und sich Verstärkung von Rügen und aus Stralsund holen. Die ganze Insel ist in Aufruhe und auf der Suche nach dem Kind.

Gefallen hat mir die Spannung, die dadurch erzielt wird, dass der Täter auch zu Wort kommt und der Leser dadurch etwas im Vorsprung zu den Ermittlungen ist. Außerdem wird die Urlaubsregion authentisch beschrieben und in Gedanken konnte ich den einzelnen Schauplätzen gut folgen. Einziges Manko ist, dass es sich um einen eher kurzen Krimi handelt.

Hühnermord | Die gelesene Ausgabe erschien 2008 in 3. Auflage im Prolibis Verlag
ISBN 978-3-935263-29-0
nur noch antiquarisch erhältlich

Am 19. März 2019 erschien eine independently published Neuauflage
ISBN 978-1-79665648-0
139 Seiten | 7.99 Euro
Bibliografischer Angaben & Leseprobe

Genre: Küstenkrimi
Wertung: 4.5 von 5.0

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

Lars Kepler | Lazarus

Im bereits siebter Fall für Joona Linna wird es persönlich, denn unerwartet taucht in der Wohnung eines Grabschänders der Schädel seiner verstorbenen Frau in einer Gefriertruhe auf, zwischen Leichenteilen anderer. Als er dann noch Parallelen hinter einigen grausamen Morden vermutet, deren Opfer an verschiedenen europäischen Schauplätzen auftauchen, ahnt Joona, dass ein längst tot geglaubter schwedischer Serienmörder zurückgekehrt ist, um einen neuen Partner zu rekrutieren. Seine Theorie: Jurek Walter ermordet Kandidaten, die seinen Ansprüchen nicht genügten, was wiederum zur Verknüpfung der Einzeltaten zu einem Ganzen führte. Durch die Ereignisse und seine Hypothese alarmiert, setzt Joona umgehend einen wohlfein ausgearbeiteten Notfallplan für sich und seine Tochter in Gang, in den er am liebsten auch seine Freundin Saga einbeziehen möchte, aber es ist nicht jedermanns Sache, von jetzt auf gleich alle Brücken einzureißen und auf der Flucht zu leben, möglicherweise ohne die Möglichkeit auf Rückkehr ins gewohnte Leben. Joona akzeptiert Sagas Entscheidung, doch sein Vorhaben steht, denn er muss um jeden Preis seine Tochter vor Jurek Walter schützen.

Die Rahmenhandlung stimmte für mich, das Buch hat ein schönes, aufwendig gestaltetes Cover, das Auge liest mit. Leider nicht lange, denn mit Fortschreiten der Geschichte stellte sich bei mir immer mehr Unlust zum Weiterlesen ein, denn Autor Lars Kepler scheint seinen Spannungsbogen auf besonders grauenvolle Taten aufzubauen, die geradezu brutal sind (höher, schneller, weiter?). Das ließe sich noch überlesen, wenn es wenigstens flüssig voran ginge. Aber Kepler arbeitet mit teils seltsamen Satzkonstrukten und besonders die Gedanken so mancher Figur erschienen mir doch recht unlogisch.

„Der Täter muss einen gehörigen Serotoningehalt im präfrontalen Kortex und eine gesteigerte Aktivität der Amygdala haben, denkt Saga.“ (Auzug Seite 189)

Als dann auch immer häufiger noch Kommissar Zufall mitspielte, fühlte ich mich veralbert. Hätten wenigstens die Figuren ehrlichen Tiefgang, aber auch hiernach sucht man vergebens. Ich kann leider nicht beurteilen, ob sich Lazarus nur nach vorheriger Lektüre der sechs Vorgängerbände empfiehlt.

Lars Kepler ist das Pseudonym der Autoren Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril.

Lazarus | Erschienen am 28. Februar 2019 im Verlag Bastei Lübbe
ISBN 978-3-785-72650-1
640 Seiten | 22.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: Krimi
Wertung: 2.0 von 5.0

Rezension und Foto von Nora.

 

Susanne Saygin | Feinde

Der Kölner Kommissar Can Arat und seine Chefin Simone Kerkmann ermitteln in einem brutalen Doppelmord an zwei bulgarischen Roma, die offenbar auf dem Schrottstrich gearbeitet haben. Die Kommissare stellen eine Verbindung zum Bauunternehmer und Mäzen Nolden fest. Doch der einzige Zeuge, der sich bereit erklärt zu reden, landet vor einer U-Bahn. Der Staatsanwalt ist außerdem ein Karnevalskumpel von Nolden. Der Fall droht im Sande zu verlaufen, doch Can ist nicht bereit, dies zu akzeptieren und ermittelt weiter – auf Teufel komm raus.

Autorin Susanne Saygin wohnte in Köln selbst in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem „Bulgarenhaus“, einer völlig überfüllten, heruntergekommenen Immobilie voller Arbeitssklaven. Dies inspirierte sie zu diesem packenden Krimi über Menschenhandel, Korruption und Ausbeutung, der auch sprachlich keine Kompromisse macht und die Dinge beim Namen nennt. Interessant fand ich die Wandlung des Romans, der erst als typischer Ermittlungskrimi beginnt und dann sich immer mehr auf den von Migräne geplagten und persönlich betroffenen Can fokussiert, bis hin zu seinem Road Trip nach Bulgarien auf der Suche nach der Wahrheit. Dabei beinhaltet die Story auch noch eine komplizierte Liebesgeschichte. Nur das Ende kam mir etwas zu kunstvoll oder märchenhaft vor in dieser sonst so knallharten Geschichte. Doch insgesamt ein richtig starkes, intensives Krimidebüt.

Feinde | Erschienen am 10. September 2018 im Heyne Verlag
ISBN 978-3-453-43889-7
352 Seiten | 12.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: gesellschaftskritischer Krimi
Wertung: 4.0 von 5.0

 

Alex Pohl | Eisige Tage

Die Leipziger Kommissare Hanna Seiler und Milo Novic ermitteln im Fall eines ermordeten russischen Anwalts. Dieser war bis vor einigen Jahren im Dunstkreis des Paten Vadim Iwanow, war danach in Ungnade gefallen. Doch der Anwalt scheint ein neues Betätigungsfeld gefunden zu haben, findet man doch in seinen Hinterlassenschaften eindeutige Bilder von minderjährigen Mädchen. Der Tote war offenbar in Mädchenhandel verstrickt und Seiler und Novic ziehen schließlich eine Verbindung zu mehreren aktuellen Vermisstenfällen in Leipzig.

Eisige Tage ist das Verlagsdebüt des erfolgreichen (Selfpublisher-)Autors Alex Pohl, bisher bekannt unter dem Pseudonym L.C. Frey. Ein grundsolider Kriminalroman mit düsterem Einschlag, für den nicht nur das Thema, sondern auch der russische Gangster Onkel Vadim sorgt, der als Bedrohung ständig im Hintergrund mitschwingt und zu dem die Polizisten eine ungesunde Beziehung entwickeln. Beide Ermittler haben wie üblich ihr Päckchen zu tragen. Der etwas monkhafte Novic, der eine grauenvolle Vergangenheit im Kosovokrieg hatte, ist (eher als seine Kollegin) aber durchaus als interessante Figur angelegt. Eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen auch die jungen Neffen Iwanovs, die Gebrüder Karamasow (ernsthaft?). Nicht so ganz gelungen fand ich die merkwürdigen Zeitsprünge, die der Autor in der Geschichte einbaut, und die stellenweise etwas aufgesetzt wirkende Härte. Insgesamt war es aber ein durchaus ordentlicher und kurzweiliger Kriminalroman.

Eisige Tage | Erschienen am 11. Februar 2019 im Penguin Verlag
ISBN 978-3-328-10323-3 (Taschenbuch) | ISBN 978-3-641-22801-9 (eBook)
432 Seiten | 10.- Euro | 8.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: Krimi
Wertung: 3.0 von 5.0

 

Jurica Pavičić | Die Zeugen

Während des Kroatienkriegs im Juni 1992 führt Kreso seinen kleinen Trupp versehentlich durch ein von ihm selbst gelegtes Minenfeld. Zwei Männer sterben, Kreso selbst verliert ein Bein. Kurz bevor Kreso aus der Rehabilitation zurückkehrt, begehen einige seiner Kameraden aus Wut, Frust und Hass einen Mord an einem serbischen Unternehmer. Die 12-jährige Tochter wird Zeugin des Mordes, die Täter entführen und verstecken sie. Über Beziehungen zum angesehenen Arzt Matić gelingt es ihnen zunächst, die Tat zu vertuschen. Doch was sollen sie mit dem Mädchen machen? Kreso und auch seine Schwester, die Journalistin Lidija, werden auf den Fall aufmerksam.

Die Jugoslawienkriege waren der letzte bewaffnete Konflikt in der Mitte Europas. Ein brutaler Konflikt, dessen traumatische Ereignisse bis heute in der Region nachwirken. Die Zeugen spielt 1992 überwiegend in Split, dessen Hinterland zwischen Kroaten und Serben noch umkämpft war. Eine beengte, fast kleinstädtische Szenerie, ständig weht der Wind. Korruption und Vetternwirtschaft. Von den Bergen grollt der Krieg herunter. Der Roman ist ein aus verschiedenen Perspektiven erzählter Gesellschaftsroman, gleichwohl spannend. Sehr überzeugend ist der Blick auf die verschiedenen Figuren. Vor allem die Sicht auf die Reservisten, die perspektivlos und traumatisiert sich den niederen Instinkten ergeben, dabei aber in Kriegszeiten auf Rückendeckung von oben hoffen dürfen.

„Seit der Granatsplitter Luka umgebracht hatte, waren sie zu unbarmherzigen, männlichen Hass verurteilt. […] Sie mussten entschlossen und unbeirrbar sein, ihrem Zorn ergeben. Für andere mochte Hass eine Tugend sein, für sie war er eine Pflicht.“ Auszug Seite 40

Ein lesenswerter Roman über Hass, Wut, Scham, Schuld und Sühne, der sich aber der völligen Schwärze verweigert, sondern auch ein wenig Hoffnung verbreitet. Die Verfilmung, Svjedoci, gewann 2004 den Friedenspreis der Berlinale.

Die Zeugen | Erstveröffentlichung 1998
Die überarbeitete Neuauflage erschienen am 11. Februar 2019 im Verlag Schruf & Stipetic
ISBN 978-3-944359-44-1 | ISBN 978-3-944359-54-0 (eBook)
288 Seiten | 12.90 Euro | 5.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: Spannungsroman
Wertung: 3.5 von 5.0

 

Antti Tuomainen | Palm Beach, Finland

Jorma Leivo hat eine Vision: Ein Ferienparadies mit Palmen, Sandstrand und Miami-Feeling – an der finnischen Ostsee. Er hat schon einiges investiert in „Palm Beach, Finland“. Aber er braucht Haus und Grundstück von Olivia Koski. Die will allerdings nicht verkaufen. Deshalb heuert er Chico und Robin an, um Olivia ein wenig einzuschüchtern. Die treffen in Olivias Haus allerdings nicht auf Olivia, sondern auf einen Einbrecher und töten diesen versehentlich. Damit nehmen die Dinge ihren Lauf und rufen nicht nur Undercover-Cop Jan Nyman, sondern auch einen Auftragskiller, den Bruder des Getöteten, auf den Plan.

Mit Die letzten Meter bis zum Friedhof hatte mich Autor Antti Toumainen im letzten Jahr sehr überzeugt. Ein skurriler, melancholischer Roman mit interessanten Figuren, der eine gelungene Mischung aus Humor und Ernst war. Typisch finnisch. Umso mehr muss ich nach der Lektüre des aktuellen Romans Palm Beach, Finland feststellen, dass diese Mischung für mich leider bei weitem nicht erreicht wurde. Der Humor tendiert teilweise eher zu albern, die ernsthaften Momente plätschern dahin. Auch der Plot bietet nur wenig echte Überraschungen, sondern sorgt eher für Stirnrunzeln, zum Beispiel, ob der Profikiller wirklich hätte sein müssen. Am bedauerlichsten ist jedoch, dass die Figuren diesmal irgendwie blass bleiben, die Tiefe der Figuren des Vorgängers erreichen sie zu keiner Phase. So bleibt am Ende ein relativ unwitziger „komischer“ Krimi. Klingt unbefriedigend, las sich auch so.

Palm Beach, Finland | Erschienen am 22. Januar 2019 im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-498-06556-0
368 Seiten | 20.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Genre: komischer Krimi
Wertung: 1.5 von 5.0

Auch bei uns: Gunnars Rezension zum Krimi Die letzten Meter bis zum Friedhof von Antti Tuomainen.

Rezension 3 bis 6 sowie die dazugehörigen Fotos von Gunnar Wolters.

 

Weitere Ausgaben unserer Rubrik Abgehakt, Krimis kurz besprochen, findet ihr hier.