Kategorie: SoKo

Stuart MacBride | Die dunklen Wasser von Aberdeen

Stuart MacBride | Die dunklen Wasser von Aberdeen

Kaum zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt floss der Don vorbei; scheinbar lautlos schossen die dunklen Fluten des angeschwollenen Flusses vorüber. Kleine Lichtpunkte tanzten auf der Oberfläche – die Scheinwerfer spiegelten sich in den schwarzen Wassermassen, zitternde Gebilde, die sich im prasselnden Regen unentwegt auflösten und neu formten. Man mochte über Aberdeen sagen, was man wollte – was Regen betraf, machte der Stadt so schnell keiner was vor. (Auszug S.12)

Detective Sergeant Logan McRae ist den ersten Tag nach schwerer Verletzung und Rehabilitation wieder im Dienst der Aberdeener Kriminalpolizei, da gibt es den Fund einer Kinderleiche in einem Graben am Ufer des Don. Das Opfer ist ein seit längerem vermisst gemeldeter dreijähriger Junge, der erwürgt, missbraucht und verstümmelt wurde. Eine Ermittlergruppe der Grampian Police beginnt fieberhaft mit den Ermittlungen, ist aber noch nicht wirklich weiter, als weitere Vermisstenmeldungen eingehen. Dann wird auf einmal auf einer Müllkippe eine weitere Kinderleiche entdeckt, diesmal ein Mädchen.

Die erste Tat zeigt eindeutig die Zeichen eines sadistischen Serienmörders. Allerdings passt die zweite Leiche nicht wirklich ins Bild. Anderes Geschlecht, anderer Modus operandi. Hat man es mit zwei Mördern zu tun? Die Polizei arbeitet hart, aber wird von den Ereignissen schier überrollt. Zudem gibt es irgendjemanden innerhalb der Behörde, die Interna an die Presse weitergibt. Diese schlachtet die Fälle aus, wirft der Polizei Versagen vor und treibt die Beamten vor sich her. McRae versucht, System in die Fälle zu bringen, allerdings ist er sich stets bewusst, dass angesichts der vermissten Kinder die Zeit gegen ihn spielt.

Trotz gewisser Diversität der schottischen Kriminalliteratur war zumindest ich vom Wissen um die bekanntesten Ermittlern schon ein wenig auf die beiden Metropolen Glasgow (Laidlaw) oder Edinburgh (Rebus) ausgerichtet. 2005 brachte Stuart MacBride mit seiner Reihe um DS McRae eine weitere Stadt als Schauplatz ins Spiel, die nördlichste Großstadt der britischen Inseln – Aberdeen. Aberdeen ist eine Stadt der Fischerei und der Ölindustrie und zahlreicher Gebäude aus Granit (daher auch der Originaltitel: „Cold Granite“). Auf den ersten Blick kein Touristenmagnet, auch angesichts des Wetters. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem der Schauplatz so gnadenlos kalt, verregnet und verschneit dargestellt wurde. Aber das Wetter bestimmt in diesem Fall auch das Gemüt des Buches und der beteiligten Figuren.

Logan McRae arbeitet als zweithöchster Ermittler im Team des Detective Inspektor Insch. Mehrere Monate lang war er außer Dienst, nachdem er im Einsatz schwer verletzt wurde und wohl auch sein Leben auf der Kippe stand. Zum Dank taufen ihn die Kollegen bei der Wiederkehr „Lazarus“. McRae trauert anfangs noch seiner Ex hinterher, der stets zu gut gekleideten und eher eiskalten Rechtsmedizinerin Isobel McAlister. Doch McRae lernt zunehmend die Qualitäten der ihm zugeteilten burschikosen, leicht aufbrausenden Constable Jackie Watson. Sein direkter Vorgesetzter, DI Insch, fällt durch seine Sucht nach zuckerhaltigen Süßigkeiten auf, die ebenfalls beteiligte DI Steel ist eine kettenrauchende, fluchende Lesbierin, die bevorzugt bei den Ehefrauen der Kollegen wildert. Ein durchaus spleeniges Ensemble, das um weitere spannende Nebenfiguren ergänzt wird. Dabei vermeidet MacBride aber geschickt, dass die Hauptfiguren trotz mancher Überspitzung in absurde Karikaturen abzugleiten drohen.

Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus; wie Flammen in einem brennenden Haus. Er sollte allmählich seine Medikamente nehmen, aber nicht jetzt. Noch nicht.
Nicht, wenn es so viele tote Geschöpfe gab, an denen er sich erfreuen konnte. (Auszug S.7)

Ein Absatz aus der Perspektive des Killers? Vielleicht, aber keine Sorge. Dieser Roman ist trotz der zahlreichen Leichen und weiterer Unappetitlichkeiten keiner dieser Serienkillerthriller, bei denen abwechselnd vermeintlich versiert in die Psyche des abgründigen Täters eingetaucht wird. Der Krimi ist eigentlich ein klassischer Polizeiroman, bis auf sehr wenige Ausnahmen komplett aus der Perspektive McRaes erzählt. Eindrucksvoll schildert MacBride den unglamorösen Polizeialltag, das Klinkenputzen, vergebliche Mühen, interne Querelen und vor allem auch den harten Alltag der mittleren und unteren Dienstgrade. Da wird auch schon mal ausgiebig gekotzt und im Pub gesoffen. Der Plot ist insgesamt ziemlich komplex, es gibt tatsächlich einen Serienmörder-Fall, der aber überlagert wird von anderen Fällen, die Parallelen ausweisen oder tatsächlich überraschende gemeinsame Bezugspunkte haben. Keine leichte Sache für DS Logan McRae, auch für den Leser, aber es spricht für den Autor, die Fäden beieinander zu behalten und zu einem plausiblen Ende zu führen.

„Die dunklen Wasser von Aberdeen“ war 2006 ein weiterer Meilenstein in der Tradition der schottischen Kriminalliteratur. Ein Polizeikrimi, der sich gekonnt des Serienmörder-Themas bedient, ohne in die üblichen Schemata zu verfallen. Der außerdem gekonnt schwarzen Humor mit harten Kriminalfällen, dem alltäglichem zwischenmenschlichen Wahnsinn und menschlichen Tragödien verbindet. Inzwischen umfasst die Reihe zwölf Bände und ich habe mal wieder das alte Problem der Vielleser: Müsste ich nicht eigentlich nach diesem reizvollen Auftakt die weiteren Bände nachholen?

 

Foto und Rezension von Gunnar Wolters.

Die dunklen Wasser von Aberdeen | Erschienen 2006 im Goldmann Verlag
ISBN 978-3-442-46165-3 | 544 Seiten
aktuell nur als E-Book erhältlich:
ISBN 978-3-641-12238-6 | 8,99 €
Originaltitel: Cold Granite (Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Jäger)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Denise Mina | Götter und Tiere (Band 3)

Denise Mina | Götter und Tiere (Band 3)

Der Bewaffnete ging zum Anfang der Schlange. Die Jagdhaube sah lässig aus. Und die Augen darin sahen lässig aus. Das hatte Martin wirklich getroffen: Dieser Mann hatte seine ganze Welt im Griff, er war nicht besorgt, zweifelte nicht, suchte nicht nach Halt. Er ging nicht zum Psychiater und heulte rum wie ein Mädchen. Er war lässig. (Auszug Seite 15)

„Götter und Tiere“ ist der dritte von fünf Bänden um die Glasgower Polizeiermittlerin Detective Sergeant Alexandra Morrow und ihrem Team. Die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des im Original bereits 2012 erschienenen Teils vervollständigt endlich die Lücke in der fünfbändigen Reihe.

Im vorweihnachtlichen Glasgow wird eine Postfiliale überfallen. In der Schlange steht auch der pensionierte Gewerkschaftler Brendan Lyons mit seinem kleinen Enkel. Der alte Herr hilft dem brutalen Verbrecher beim Einpacken des Geldes, bevor er von ihm mit einem Maschinengewehr regelrecht exekutiert wird. Vorher hatte er seinen Enkel noch in die Obhut eines anderen Kunden gegeben. Der junge Martin Pavel stand in der Schlange hinter ihm und kann nachher bei der Polizei bezeugen, dass Lyons den Täter gekannt haben muss. Nicht nur wegen der vielen Tätowierungen auf seinem Körper bleibt der angebliche Student über lange Strecken eine suspekte Figur. Am Hals trägt er zum Beispiel das von Aristoteles stammende, titelgebende Zitat „Gods and Beasts“, was so viel bedeutet wie: Wer nicht in Gemeinschaft leben kann, ist entweder Gott oder Tier.

Zur gleichen Zeit halten zwei Beamte der Strathclyde Police bei einer Verkehrskontrolle einen Kleingangster im protzigen Audi A7 an. Im Kofferraum des Drogendealers entdecken sie Plastiktüten mit jeder Menge Bargeld. Anstatt die Pfundnoten sicherzustellen, geraten sie in Versuchung und merken zu spät, dass sie in eine Falle getappt sind.

„Tun Sie mir einen Gefallen. Ich habe eine Scheißangst vor diesen Typen. Ich will nur raus. Meine Mum ist krank, sie hat nur mich. Ich meine, so wie ich es sehe, ist der Kofferraum leer…“ (Auszug Seite 32)

Sehr viel Raum nimmt der populäre Politiker Kenny Gallagher der Labourpartei ein, dessen angebliche Affäre mit einer minderjährigen Praktikantin das Ende seiner Karriere bedeuten könnte. Er kämpft um seinen guten Ruf mit der Boulevardpresse und mit seiner Frau im wahrsten Sinne des Wortes. Trotz seiner privilegierten Herkunft aus dem gehobenen Bürgerturm ist der linke Politiker sehr beliebt. Er gilt als einer, der wirklich zuhört und sich tatsächlich für die Sorgen des kleinen Mannes zu interessieren scheint. Für die Arbeiterklasse ist er einfach einer der Guten.

Als Hauptfigur steht DS Alex Morrow nie aufdringlich im Mittelpunkt. Sie ist eine zähe, intelligente Ermittlerin, die es eben nicht immer schafft, die ganze Zeit einfühlsam und sensibel zu agieren, sondern eine ganz normale, in ihrem Job hart arbeitende Frau. Als stillende Mutter von Zwillingen kämpft sie auch mit privatem Stress. Das wird aber nicht über Gebühr strapaziert. Schwierig ist die Beziehung zu ihrem kriminellen Halbbruder Danny, einem Glasgower Gangster, der als Geldwäscher für diverse Drogenbanden arbeitet. Die Geschwister mögen sich und obwohl sie auf verschiedenen Seiten stehen, überlegt Alex sogar, ob er der passende Taufpate für die Zwillinge sein könnte. Alex gesteht sich ein, dass sie Polizistin geworden ist, weil Danny ein Verbrecher und ihr Leben immer ein Spiegel von Dannys ist.

Meine Meinung
Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert. Erst am Ende, wenn die einzelnen Erzählstränge nachvollziehbar miteinander verzahnt werden, stellt man fest, dass alles mit allem zusammenhängt. Wobei die Auflösung auch gar nicht mal so spektakulär daherkommt, ich las die Seiten gleich noch mal, weil ich dachte, ich hätte was überlesen. Dabei geht es der schottischen Autorin in der Serie um Alex Morrow nicht primär um die Aufklärung von Verbrechen oder das Finden eines Täters. Es ist zwar auch ein Kriminalroman aber der gesellschaftliche Aspekt überwiegt. Mina vernachlässigt das Krimi-Element zugunsten einem genauen Blick auf die verschiedenen sozialen Milieus, in denen überall die Bereitschaft zur Korruption vorhanden ist. Dabei beschreibt sie normale Menschen mit Schwächen, die mit den Herausforderungen des Alltags kämpfen, die kriminell werden und Grenzen überschreiten. Wenn es um die Verschiebungen der Macht geht, in der Politik, bei der Polizei oder zwischen Eheleuten hat der Roman seine besten Momente.

Diese Obdachloseneinrichtung war nicht für Familien, die das Glück verlassen hatte, oder Singlemänner und -frauen auf Arbeitssuche. Hier wurden die unappetitlichen Fälle aufgenommen, Trinker und Drogensüchtige, Meister des Chaos, Leute mit offenen Schwären und ansteckenden Krankheiten, solche, die mit abstoßenden psychischen Störungen zu kämpfen hatten. (Auszug Seite 120)

Das ist der dritte Kriminalroman, den ich von Denise Mina lese und wie schön, Journalistin Paddy Meehan aus einer anderen Reihe der Autorin hat einen kleinen Auftritt. Alle drei Romane sind unterschiedlich konzipiert und lassen sich schwer auf ein Genre festlegen. Was sie gemein haben, ist dieser spitze mitunter gnadenlose Blick der Autorin hinter die Fassade. Sie gibt einen Einblick in die Befindlichkeiten der Figuren und dadurch sind ihre Charaktere immer zutiefst glaubhaft und lebensnah. Ihre Kriminalromane sind nie romantisierend, sondern immer eine extrem reale und damit desillusionierte Bestandsaufnahme der kriminellen Realität in Glasgow sowie ein fein gezeichnetes, kluges Soziogramm der schottischen Gesellschaft.

 

Foto und Rezension von Andy Ruhr.

Götter und Tiere | Erschienen am 28. September 2020 im Argument Verlag mit Ariadne
ISBN 978-3-86754-246-3
352 Seiten | 21,- Euro
Originaltitel: Gods and Beasts (Übersetzung aus dem Englischen von Karen Gerwig)
Bibliografische Angaben

Ein kleines Jubiläum oder: Heute vor zehn Jahren

Ein kleines Jubiläum oder: Heute vor zehn Jahren

Am 8. Februar 2011 hatte ich meine erste Rezension – damals noch auf einem Fremdblog, der heute so nicht mehr existiert – veröffentlicht. Zu dieser Zeit las ich noch regelmäßig Kriminalromane und das Schreiben von Texten aller Art machte mir schon immer Freude. Umso schöner war es damals, dass sich jemand für meine Meinung über das Gelesene interessieren könnte.

Mit Das Schweigen der Toten von Todd Ritter begann also mein Hobby als Rezensentin.

Für etwa drei Jahre habe ich viele weitere Titel für den Blog besprochen. Da mir aber das Konzept irgendwann nicht mehr zusagte, beschloss ich, selbst einen eigenen Rezensionsblog zu beginnen. Um ehrlich zu sein, ich müsste nun lange überlegen, mit welchem Titel ich krimirezensionen.wordpress.com begann. Vielleicht reiche ich diese Information nach.

Der Start war aus meiner Sicht fulminant! Es war gar kein so großes Hexenwerk. Ich beschäftigte mich mit der Funktionsweise von Blogs, blogspot und wordpress, schrieb viel mit Verlagen und veröffentlichte regelmäßig meine Rezensionen online.

Doch schon bald wurde es für mich alleine zu umfänglich, so dass ich mich 2014 nach Mitrezensenten umsah. Diese fand ich sehr schnell in Gunnar, Andy und Andrea, die meinem Blog bis heute treu geblieben sind und weit mehr als ich selbst veröffentlicht haben. Ohne sie wäre mein Hobby wahrscheinlich schon früh wieder versandet. Später kamen Kurt und Monika mit ins Team, Monika schied leider 2020 aus. Auch gab es immer mal wieder unsere sogenannten Sonderermittler, durch welche Einzelrezensionen hinzukamen.

Nun wollte ich es aber noch besser machen, als zuvor. Als erstes wollte ich eine klare Domain; es folgte die Umtaufe in krimirezensionen.de

Durch die Freude an Spezialen zu Themengebieten, entwickelten wir Kooperationen mit anderen Krimiblogs. Es gab ein regelmäßiges Adventsspezial, sehr schöne Berichte von Lesungen, die wir besucht hatten, tolle Doppel-Rezensionen und vieles mehr. Überhaupt wurde das Blog durch die eigenen Lesevorlieben der einzelnen Rezensenten viel bunter, die Texte wurden vielfältiger!

Bedauerlicherweise stellte sich bei mir vor ungefähr zwei Jahren eine Leseblockade ein. Doch meine Mitrezensenten hatten weiterhin Freude an ihrem Hobby, so dass ich mich auf das Administrative verlegte, selten noch selbst eine Rezension beisteuerte, aber krimirezensionen.de bestand weiterhin. Bis heute.

Für das Blog und meine Mitrezensenten wünsche ich mir, dass wir nach nunmehr zehn Jahren im Rahmen unserer Möglichkeiten weitermachen. Nichts anderes ist geplant. Ich selbst wünsche mir sehr, irgendwann wieder aktiv einzusteigen und mitzumachen, wieder Freude an dem Projekt krimirezensionen.de zu haben.

Ich danke allen Lesern des Blogs! Danke für eure Aufmerksamkeit, fürs Kommentieren, Diskutieren und Verlinken auf euren eigenen Blogs. Danke!

Mein besonderer Dank gilt natürlich auch allen Rezensenten von krimirezensionen.de, insbesondere Gunnar, der mich immer wieder anschubst und weitere Aufgaben übernommen hat, damit das Blog nicht stirbt. Danke, Gunnar!

Nora

Jahreshighlights 2020

Jahreshighlights 2020

Auch in diesem merkwürdigen Jahr 2020 haben wir nichtsdestotrotz viele Krimis gelesen und nun möchten wir euch unsere Krimis des Jahres präsentieren. Andy, Andrea und Gunnar haben jeweils ihre Top 3 zusammengesucht. Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr außerdem zur ausführlichen Rezension.

Andys Krimis des Jahres

Wenn ich etwas Positives über das vergangene Jahr 2020 sagen müsste, dann: Ich habe mehr gelesen und gehört als sonst. Es waren viele gute Bücher dabei, allerdings auch viel Mittelmäßiges. Meine Top 3 beschäftigen sich alle mit den USA und geben ein differenziertes Bild dieses Landes wieder.

Jeanine Cummins | American Dirt
In Acapulco werden 16 Familienmitglieder der Buchhändlerin Lydia erschossen, nachdem ihr Ehemann, ein engagierter Journalist eine Enthüllungsgeschichte über ein ansässiges Drogenkartell veröffentlicht hatte. Wie durch ein Wunder überleben Lydia und ihr 8-jähriger Sohn das Massaker und auf der Flucht vor dem Kartellboss beschießt Lydia illegal die Grenze zur USA zu überqueren.

In den USA löste der Roman der Autorin Jeanine Cummins einen wahren Shitstorm aus. Man warf der weißen US-Amerikanerin unter anderem Überheblichkeit und kulturelle Aneignung vor, da sie sich einem Milieu und einer Kultur bedient, der sie nicht selbst angehört. Ich kann diese Kritik in Ansätzen nachvollziehen. Aber für mich war die Geschichte einer dramatischen Flucht ins gelobte „El Norte“ fesselnd und voller Emotionen. Die Szenen auf dem berüchtigten Güterzug „La Bestia“, auf dem jedes Jahr Hunderttausende von Mexiko in die USA flüchten, waren für mich atemberaubend und filmreif erzählt. Auf der weiteren Flucht durch die Sonora-Wüste lernen sie andere Flüchtlinge und Geschichten kennen und die Schicksale berühren und man fiebert mit ihnen mit.

Ein mitreißender Unterhaltungsroman, der das Migrationsthema sichtbar macht. Eine kritische Rezension von Gunnar findet sich auf dem Blog.

Tawni O’Dell | Wenn Engel brennen
Eine absolute Überraschung war dieser wendungsreiche, spannende Kriminalroman im Setting einer ehemaligen Bergbauregion in Pennsylvania. Schon seit langem verrotten hier die Maschinen, während unter der Erde seit Jahrzehnten noch etliche Kohleflöze brennen und dadurch ganze Regionen unbewohnbar gemacht wurden. In dieser verwüsteten Landschaft wird eine brutal ermordete 17-Jährige in einer glühenden Erdspalte gefunden. Auf der Suche nach dem Täter bekommt es die unkonventionelle Polizeichefin Dove Carnahan mit der dysfunktionalen Familie des Opfers zu tun, Redneck-Unterschicht der schlimmsten Sorte.

Die amerikanische Autorin erzählt pointiert und empathisch von diesem heruntergewirtschafteten Landstrich, dem sogenannten „Rust Belt“ und dessen Einwohnern, die keine Hoffnung auf eine Zukunft mehr haben. Der intelligent geplottete Country Noir punktet mit einem literarischem Erzählstil und lebt dabei von seinen Kleinstadtfiguren, die Tawni O’Dell mit einem messerscharfem Blick porträtiert. Und mit der 50-jährigen Polizeichefin hat sie einer der coolsten Protagonistinnen geschaffen, die teilweise abgebrüht und zynisch wirkt, sich aber Mitgefühl und Selbstironie beibehalten hat.

Liz Moore | Long Bright River
Ein weiteres Highlight des letzten Jahres führt in ein Viertel nach Philadelphia, das sich mittlerweile zum Zentrum der amerikanischen Opioid-Krise entwickelt hat. In Kensington wird die Streifenpolizistin Michaela Fitzpatrick zu einem weiblichen Leichenfund am Bahndamm gerufen. Mickey denkt sofort an ihre heroinsüchtige Schwester, die als Prostituierte auf der Straße lebt. Weitere Opfer werden gefunden, immer drogensüchtige Prostituierte und Mickey sitzt die Angst um ihre Schwester im Nacken. Als sie einen Hinweis von der Straße bekommt, dass ein Polizist in die Morde verwickelt sein könnte, geht sie der Sache auf eigene Faust nach.

Dieser Roman ist zwar auch ein spannender Krimi mit überraschenden Wendungen, aber mehr noch ein emotionales Familiendrama und erschütterndes Psychogramm eines heruntergekommenen Stadtteils der amerikanischen Ostküste, in dem Liz Moore auf eine dichte Beschreibung der verwahrlosten Szenerie setzt. Moore veranschaulicht sehr beeindruckend wie die Drogensucht Familien über Generationen hinweg zerstört. Dadurch zieht sich eine deprimierende Hoffnungslosigkeit durch den Roman.

Die amerikanische Autorin erzählt mitreißend und sehr ergreifend mit einer sprachlichen Kraft und Schonungslosigkeit, die manchmal weh tut. Ein tiefgründiger Roman mit lebendigen Charakteren, der mich sehr bewegt hat. Die ausführliche Rezension erschien in unserer Sommerpause in den Sozialen Medien.

Gunnars Krimis des Jahres

Lesetechnisch kann ich gegen das vergangene Jahr nicht viel sagen, allerdings war es für mich so ein wenig das Jahr der Altstars, was sich auch in meiner Liste widerspiegelt. Nebn meinen Top 3 möchte ich auf jeden Fall auch noch Attica Locke mit „Heaven, My Home“, Horst Eckert mit „Im Namen der Lüge“, Sara Paretsky mit „Altlasten“ und Max Annas mit „Morduntersuchungskommission: Der Fall Melchior Nikoleit“ erwähnen.

Don Winslow | Broken
In den letzten Jahren waren die Meinungen etwas geteilt über Don Winslow. Wenngleich er mit „Jahre des Jägers“, dem Abschluss seiner Kartell-Trilogie, durchaus wieder an alte Zeiten anknüpfen konnte. Mit seiner Novellensammlung „Broken“ hat er für mich aber wieder vollends überzeugt. In den sechs Novellen tauchen zum einen viele bekannte Protagonisten aus alten Winslow-Romanen wieder auf, zum anderen sind sie teilweise als Hommage angelegt, beispielsweise die Story „Crime 101“ an steve McQueen oder „The San Diego Zoo“ an Elmore Leonard.

Sechs Geschichten über Gewalt, Drogen, Loyalität und Moral, von hartgesotten, lässig bis berührend. Diese Storys bieten eine faszinierende Bandbreite und beste Unterhaltung. Absolutes Highlight ist die letzte Novelle „The Last Ride“, in der der Grenzschützer Cale Strickland ein Mädchen aus einem Auffanglager gegen die Vorschriften mit seiner Mutter wieder vereinen will. Eine großartige Story mit einem starken Statement des überaus politischen Winslow.

Garry Disher | Hope Hill Drive
Eigentlich hatte Garry Disher ausgeschlossen, nach „Bitter Wash Road“ weitere Bücher mit Constable Harry Hirschhausen zu schreiben. Wie gut, dass er sich nicht daran gehalten hat, bescherte ihm „Hope Hill Drive“ (oder „Peace“ im Original) seinen bislang größten Publikumserfolg (zumindest in seiner Heimat). Ein knappes Jahr nach den Vorkommnissen in „Bitter Wash Road“ scheint Hirsch endlich so ein wenig in Tiverton angekommen zu sein. Beruflich hat er kurz vor Weihnachten allerhand zu tun: Kupferdiebstahl, verschwundene Hunde, Trunkenheit am Steuer, obszöne Graffitti oder ein Kleinkind in einem überhitzten Auto. Das ganz normale Leben eines Landpolizisten. Doch dann werden einige Ponys auf dem Hof von Nan Washburn von einem Unbekannten verletzt und sogar getötet. Das sorgt für Aufruhr in Tiverton, sogar die überregionale Polizei kommt vorbei. Das Massaker auf dem Ponyhof ist aber nur der Auftakt für weitere Gewalt im vermeintlich beschaulichen Outback.

Garry Disher ist für mich ein Meister des Plots und der Authentizität. Glaubhafte Figuren in einer präzise beschriebenen südaustralischen Landschaft. Verschiedene Stränge und Entwicklungen, die er meisterhaft zusammenführt und dazu auch ein stetig steigender Spannungsbogen. „Hope Hill Drive“ ist ein weiterer Beweis: Disher ist ein absoluter Könner in all seinen verschiedenen Werken. Ob Challis, ob Wyatt, ob Hirschhausen.

Dominique Manotti | Marseille.73
Die Meisterin des politischen Kriminalromans greift sich wieder eine Episode der französischen Geschichte heraus, um daraus einen waschechte Noir mit Gegenwartsbezügen zu schreiben. Im Jahr 1973 greift das Gespenst des Rassismus in Südfrankreich um sich: Das Ziel der Attacken sind die zahlreichen nordafrikanischen, meist algerischen, Migranten. Nach dem Mord an einem Busfahrer durch einen geisteskranken Algerier explodiert die Gewalt. Ein junger Algerier wird ermordet und offenbar hat die Polizei wenig Interesse an einer Aufklärung. Zumindest ein Teil der Polizei. Aber Commissaire Daquin und sein Team lassen nicht locker und sind auch bereit, den Kampf gegen die Vertuschung im eigenen Hause aufzunehmen.

Ich bin als Fan der Autorin voreingenommen, aber Dominique Manotti hat mich auch diesmal absolut überzeugt. Insgesamt ist für mich „Marseille.73“ ein enorm vielseitiger Krimi noir voller Finesse und Brillanz. Zwar fiktiv, aber auf historischen Fakten basierend und – wie bereits oben erwähnt – voller Bezüge zur Gegenwart.

Andreas Krimis des Jahres

Julia Bruns | Eiskalte Ostsee
Im Ostseebad Sellin wird eine Leiche an den Strand gespült. Hauptkommissarin Anne Berber beginnt mit den Ermittlungen und zieht Pensionsbesitzer Sören Hilgert, der noch vor kurzem beim LKA gearbeitet hat, ins Vertrauen. Gemeinsam finden sie die Lösung in der DDR-Vergangenheit des Opfers.

Fazit: Toller Schauplatz, tolle Ermittler, toller Krimi. Gern mehr davon! (Mit Freude erwarte ich den zweiten Band, “Ostseeglut”, der im März 2021 erscheint.)

Corinna Kastner | Fischland-Lügen
Auf dem Fischland will Immobilienhai Falk Clasen eine Hotelanlage bauen, außerdem wird sein Sicherheitschef vermisst. Für Pensionswirtin Kassandra Voß genügend Gründe, um eigene Ermittlungen anzustoßen, womit sie sich in Gefahr begibt…

Fazit: Viel Ostsee-Gefühl, noch mehr Spannung und andere Liebe als erwartet.

Elsa Dix | Die Tote in der Sommerfrische
1912, Sommerfrische auf Norderney. Aus der Ostsee wird eine Leiche gefischt und die Polizei geht von Selbstmord aus. Die angehende Lehrerin Viktoria Berg und der Journalist Christian Hinrichs sind allerdings anderer Meinung und ermitteln auf eigene Faust.

Fazit: Eine unterhaltsame Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte und eine kleine Reise in die Vergangenheit, angesiedelt im schönen Seebad Norderney. Ich freue mich auf weitere Fälle.

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2020

Abgehakt | Kurzrezensionen Dezember 2020

Unsere Kurzrezensionen zum Ende Dezember 2020

 

Un-Su Kim | Heißes Blut

In der Hafenstadt Busan in Südkorea sind Anfang der 1990er die Machtbereiche der Verbrecherorganisationen klar abgegrenzt. Im Hafenviertel Guam herrscht der alte Gangsterboss Vater Son, der das Alltagsgeschäft unter anderem Haisu überlässt. Haisu steckt in sowas wie einer Midlife Crisis. Er ist mittlerweile Anfang 40, in der Hierarchie auf der zweithöchsten Ebene angekommen und allgemein respektiert. Dennoch blickt er verbittert auf sein Leben: er lebt einsam in einem Hotelzimmer und hat nur Schulden angehäuft. Haisu sucht wieder die Nähe zu seiner Jugendliebe und deren Sohn, der ebenfalls ein kleiner Gangster geworden ist und gerade wieder aus dem Gefängnis frei gekommen ist. Da bietet ein anderer Gangster Haisu ein Chance für eine Veränderung: Ein Lizenzvertrieb für Spielautomaten, auch nicht ganz legal, aber scheinbar doch ein Sprung heraus aus der Knochenmühle. Doch Haisu tritt letztlich – ohne es zu wollen – eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Gleichgewicht der Mafiaclans in Busan vollkommen durcheinander bringt.

Nachdem lange Zeit Krimis aus dem asiatischen Raum eher selten den Weg nach Deutschland fanden, werden in den letzten Jahren, auch dank einiger engagierter kleinerer Verlage, einige interessante Kriminalromane vor allem aus dem japanischen und koreanischen Raum ins Deutsche übersetzt (teilweise noch nicht aus dem Original, wie auch in diesem Fall). Autor Un-Su Kim hat bereits mit dem Roman „Die Plotter“ für Aufmerksamkeit gesorgt, nun hat der Europa Verlag mit „Heißes Blut“ einen weiteren Roman des Koreaners vorgelegt.
Der Roman erzählt die Geschichte aus Haisus Blickwinkel. Er ist ein Waise, unter sehr schwierigen Bedingungen aufgewachsen, von Gangstern unter die Fittiche genommen worden und in der Organisation aufgestiegen. Dennoch zerrinnt ihm sein Geld und sein Leben unter den Fingern. Schauplatz der Geschichte ist der fiktive Stadtteil Guam von Busan mit Strand, kleinem Hafen, Bars, Restaurants, Stundenhotels und seinen Gangs, die von Schutzgeld, Schmuggel und Zuhälterei leben. „Heißes Blut“ ist ein waschechtes Gangsterepos, brutal und rau, aber gleichtzeitig auch melancholisch, mit einem traurigen und einsamen Helden. Dabei erinnert es durchaus an bekannte europäische Mafiaepen, bleibt dabei aber dennoch im koreanischen Milieu behaftet. Insgesamt eine anregende, überzeugende Lektüre.

Heißes Blut | Erschienen am 11.09.2020 im Europa Verlag
ISBN 978-3-95890-238-1
584 Seiten | 24,- €
Originaltitel: 뜨거운 피 Tteugeoun Pi
Bibliografische Angaben

Wertung: 4,5 von 5,0
Genre: Noir/Hardboiled

 

James Lee Burke | Dunkler Strom

Billy Bob Holland, ehemaliger Texas Ranger, ist inzwischen Anwalt in der texanischen Stadt Deaf Smith. Er übernimmt einen schwierigen Fall: Der junge Lucas Smothers wird beschuldigt, die junge Roseanne Hazlitt ermordet zu haben. Viele Indizien sprechen auch gegen Lucas. Besondere Bedeutung erlangt der Fall für Billy Bob, weil Lucas sein Sohn ist, zu dem er sich allerdings nie bekannt hat.
Der Fall Roseanne wird aber schon bald von weiteren Ereignissen überlagert. Ein Mörder entkommt aus dem örtlichen Gefängnis, wird aber kurz darauf umgebracht. Ein weiterer Psychopath muss ebenfalls entlassen, weil eine Zeugin ums Leben kommt. Zudem scheint es Aktivitäten mehrerer Bundesbehörden in Deaf Smith zu geben. Und Billy Bob stößt bei seinen Bemühungen um Entlastung für Lucas auf Darl Vanzandt, einen örtlichen Halbstarken und Tunichtgut aus reicher Familie, der in Verbindung zu Lucas und Roseanne steht.

Autor James Lee Burke ist eine lebende Legende der amerikanischen (Kriminal-)Literatur und bekannt für seine wortgewaltigen Südstaaten-Panoramen. Hier beschreibt er aus der Sicht des Anwalts die Verhältnisse in einer texanischen Kleinstadt, die von Korruption und klaren Machtstrukturen gekennzeichnet sind. Dabei spielt auch immer die Vergangenheit eine große Rolle: Billy Bob liest im Tagebuch seines Urgroßvaters und hält Zwiesprache mit seinem Freund L.Q.Navarro, der bei einem nicht ganz legalen Einsatz gegen Drogendealer versehentlich durch eine Kugel Hollands ums Leben kam.
Insgesamt eine durchaus komplexe und anspruchsvolle Story mit interessanten Figuren, die Burke meiner Meinung nach aber souverän und gekonnt vorträgt.

Dunkler Strom | Erstmals erschienen 1997
Die E-Book-Ausgabe erschien am 03.01.2014 bei Edel Elements
ISBN 978-3-95530-287-0
384 Seiten | 5,99 €
Originaltitel: Cimarron Rose
Bibliografische Angaben

Wertung: 3,5 von 5;
Genre: Noir/Hardboiled

 

Tim McGabhann | Der erste Tote

Carlos und Andrew sind Journalisten einer mexikanischen Zeitung auf dem Rückweg von einem Routineauftrag in der Erdölstadt Poca Riza m Bundesstaat Veracruz. Da finden die beiden eine übelst zugerichtete Leiche am Wegesrand. Kurz darauf taucht eine Polizeistreife auf, bedroht und verjagt die beiden und nimmt die Leiche mit, ohne zu ermitteln. Carlos wittert eine Story, doch Andrew will zurück nach Mexiko City. Die beiden streiten sich, Carlos bleibt in Poca Riza, recherchiert tiefer und findet auch heraus, dass der Tote ein Umweltaktivist war. Doch als er in die Hautptstadt zurückkehrt und noch bevor er Andrew wieder kontaktieren kann, wird er in seiner Wohnung gefoltert und ermordet.

Mexiko ist als Thrillerschauplatz ein gern gewählter Ort, da die Realität dort oftmals noch die kühnsten Thrillerplots übertrifft. Der irische Autor Tim McGabhann lebt seit einiger Zeit in Mexiko und bedient sich hier der sehr mexikanischen Form der Erzählung: der „crónica“, einer Mischform aus Reportage und Romanerzählung, was McGabhann im Nachwort auch erläutert. Reale Recherchen werden fiktionalisiert, um sie überhaupt veröffentlichen zu können. In „Der erste Tote“ geht es zwar diesmal um die Ausbeutung eines Landstrichs durch die Öl- und Frackingindustrie und nicht um Drogen, aber ansonsten trifft man auf die üblichen Dinge in mexikanschen Thrillern: Kartelle, Todesschwadronen, korrumpierte Polizei, ermordete Aktivisten und Journalisten. Das alles verbindet McGabhann mit der Trauer Andrews um Carlos, denn die beiden waren auch privat ein Paar. Insgesamt gibt dieser Thriller durchaus nochmal ein paar interessante Facetten zur Situation in Mexiko, allerdings hat man es bei den bekannten Kollegen McGabhanns schon deutlich packender und eindrücklicher gelesen.

Der erste Tote | Erschienen am 16.11.2020 im Suhrkamp Verlag
ISBN 978-3-518-47104-3
276 Seiten | 15,95 €
Originaltitel: Call Him Mine
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 3 von 5
Genre: Thriller

Rezension 1 bis 3 sowie die dazugehörigen Fotos von Gunnar Wolters.

 

Maren Schwarz | Inselsumpf

Eine Frau erwacht, ohne dass sie sich an ihr bisheriges Leben erinnern kann. Auch nicht daran, dass sie kürzlich ein Kind geboren hat. Rechtsmedizinerin Leona Pirell, die auf der Ostseeinsel Rügen wohnt, nimmt die Frau auf und begibt sich auf Spurensuche zu ihrer Vergangenheit und trifft dabei auf ein tödliches Geheimnis…

„Inselsumpf“ von Maren Schwarz empfand ich als einen sehr kurzweiligen Kriminalroman, der sich sehr gut liest und ein meiner Meinung nach wichtiges Thema aufgreift. Allerdings kam mir an einigen Stellen zu viel Zufall vor, was bei mir dann eher unglaubwürdig ankam. Trotzdem lesenswert!

Inselsumpf | Erschienen am 8. April 2020 im Gmeiner Verlag
ISBN: 978-3-839-22577-6
288 Seiten | 12,00 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Wertung: 4 von 5
Regionalkrimi

Foto und Rezension Nr. 4 von Andrea Köster.