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Robert Preis | Der Engel von Graz

Robert Preis | Der Engel von Graz

Als eine Leiche ohne Herz auftaucht, wird schnell klar: Eine Mordserie nach historischen Vorbildern erschüttert Graz. Doch Ermittler Armin Trost hat noch ganz andere Probleme, denn sein Partner ist unauffindbar. Eine neue Facette seiner inneren Ängste kommt zum Vorschein, und er muss sich fragen: Wie nah sind sich Himmel und Hölle wirklich?

Vor einem Jahr hat mich Robert Preis mit Die Geister von Graz ziemlich begeistert, so dass meine Erwartungen an die Fortsetzung recht hoch waren. Der Engel von Graz hat mich keineswegs enttäuscht, aber ich fand diesen Fall nicht ganz so überzeugend, nicht so vollkommen rund und absolut glaubhaft wie den Vorgänger. Insgesamt greift Preis in seinem neuen Buch auf Bewährtes zurück, Trost-Fans werden einiges Bekanntes, manches Vorhersehbares finden.

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Paul Colize | Back up

Paul Colize | Back up

Am Ende packte Pete Townshend seine Gitarre am Hals und hieb sie wie eine Axt auf den Boden. Dann nahmen sie sich die Verstärker vor. Das Ende war dermaßen brutal, dass ein Teil der Zuschauer in Panik geriet. Einige Zuschauer drängten zum Ausgang.
Ich verließ den Club wie narkotisiert, taub und groggy. Birkin sah aus, als würde er Geister sehen. Eine Textzeile, so unmenschlich sie auch war, ließ mich nicht mehr los.
Später habe ich die immer wieder halblaut vor mich hin gesummt, bis sie schließlich zu einem meiner Credos wurde.
I hope I die before I get old.
Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde. (Auszug Seite 152)

Vor dem Brüsseler Gare du Midi wird ein Mann von einem Auto erfasst. Im Krankenhaus wird das Locked-In-Syndrom diagnostiziert. Der Mann hat keine Papiere bei sich, wird von niemandem vermisst. In einem Pflegeheim nimmt sich ein Physiotherapeut seiner an und versucht, dem Geheimnis von Patient „X Midi“ auf die Spur zu kommen. Dessen Geschichte führt zurück in die „Swinging Sixties“ und zum mysteriösen Tod der vier Mitglieder der Band „Pearl Harbor“ im März 1967.

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Paula Hawkins | Girl on the Train

Paula Hawkins | Girl on the Train

Pendlerin Rachel fährt jeden Tag mit dem gleichen Zug nach London und beobachtet an einem Signalhalt immer das gleiche Pärchen, Scott und Megan, in einem Reihenhaus. Für sie das perfekte Ehepaar. Ein paar Häuser weiter wohnt ihr Ex-Mann mit neuer Ehefrau Anna und Kind. Eines Morgens sieht Rachel zur ihrem Entsetzen, wie Megan einen fremden Mann im Garten küsst. Am gleichen Abend ist Rachel stark alkoholisiert auf dem Weg zu ihrem Ex-Mann. Sie wacht anderntags mit einem Blackout auf und erfährt, dass Megan spurlos verschwunden ist. Rachel versucht verzweifelt, sich zu erinnern: Was ist an diesem Abend in Witney passiert?

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David Lagercrantz | Verschwörung

David Lagercrantz | Verschwörung

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Um mit dem Ende zu beginnen: Leser sollten Verschwörung unbedingt vor dem letzten Satz zuklappen!

Darüber hinaus kann ich das Buch von David Lagercrantz aber uneingeschränkt empfehlen, auch wenn ein gewisser Jussi Adler-Olsen zum Boykott aufgerufen hat. Ein solches Verhalten gegenüber einem Kollegen halte ich übrigens für indiskutabel, außer vielleicht im aktuellen Fall Akif Pirinçci. Schon vor Veröffentlichung der Fortsetzung von Stieg Larssons Millenium-Trilogie wurde der Roman, genauer, die Tatsache, dass er überhaupt erscheinen sollte, im Netz vehement kritisiert. Warum aber schlägt dem Autor David Lagercrantz so viel Empörung, ja Hass entgegen? Von Grabschändung, Leichenfledderei, Ausbeutung ist da die Rede. Einem Verlag vorzuwerfen, er wolle mit einer Buchveröffentlichung Geld verdienen, ist absurd, und einem Autor dies vorzuhalten ebenso. Auch ein Adler-Olsen lebt von einer äußerst geschickten Marketing-Strategie. Und beliebte und erfolgreiche Figuren nach dem Tod ihres Autors weiter leben zu lassen ist auch nicht verwerflich und deshalb lange geübte Praxis. Wie viele großartige Sherlock-Holmes-Adaptionen wären uns entgangen, hätten die Epigonen Skrupel gehabt, das sicher schwere Erbe Arthur Conan Doyles anzutreten!

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Oliver Bottini | Im weißen Kreis

Oliver Bottini | Im weißen Kreis

Behr neigte den Kopf zur Seite, blinzelte konzentriert. „So tragisch, wie klassisch. Zwei junge Männer aus der ehemaligen DDR verlieren im Mahlwerk der Wiedervereinigung Orientierung und Status, radikalisieren sich. Irgendwann planen sie die Rache für alles, was sie nicht erreicht haben und erdulden mussten.“
„Und die anderen? Die geholfen haben?“
„Hier ein Sympathisant, dort ein Kamerad. Können wir ihnen Unterstützung nachweisen, kommen sie vor Gericht.“ […]
Louise nickte, sah Behr wieder an. „Und der Auftraggeber?“
„Welcher Auftraggeber?“
„Der Ludwig Kabangu töten lassen wollte.“
„Bei der Ausführung des Mordanschlags zu Tode gekommen.“ In Behrs Blick kroch Fatalismus. „Einen anderen Auftraggeber als die beiden gibt es nicht. Das müssen Sie doch verstehen, Frau Bonì.“ (Auszug Seite .214)

Von einem Undercover-Kollegen wird die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì über den Kauf zweier Pistolen informiert. Die Spur führt in deutsche Neonazi-Kreise. Doch es gibt wasserdichte Alibis, schweigsame Zeugen, wenig Greifbares. Gleichzeitig befindet sich der Ruander Ludwig Kabangu in der Stadt und fordert die Gebeine eines Ahnen von der Universität zurück, einst von deutschen Rasseforschern geraubt. Ist er das perfekte Opfer? Bonì gräbt immer tiefer und stößt auf ein undurchsichtiges rechtes Netzwerk.

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