Kategorie: 4 von 5

Dominique Manotti | Einschlägig bekannt

Dominique Manotti | Einschlägig bekannt

„Noch mal ganz von vorn, wie viele Vertreter der Staatsgewalt waren an dem Einsatz beteiligt?“
Die Antwort kommt von Genêt, er hat schon mehrmals nachgerechnet. 32 Polizisten waren auf dem Vorplatz. Viele für ein Handy, von dem zu allem Überfluss nicht einmal sicher ist, dass es gestohlen wurde.
„Kam es zu Tätlichkeiten gegen diese Polizisten?“
Betretenes Schweigen. Beschimpfungen ja, viele. Aber keine Tätlichkeiten, nicht im eigentlichen Sinne. Verletzte auf Polizeiseite gab es nur durch die Tränengasgranaten der Kollegen. Paturel ist schwer verletzt, sieben andere Polizisten leicht.
Der Lieutenant überlegt einen Moment. „Und darf man erfahren, warum ihr all diese Frauen festgenommen habt?“
Marty, der knapp Davongekommene, versucht eine Erklärung. „Weil sie Handschellen trugen.“
„Und warum trugen sie Handschellen?“
„Um die Lage zu stabilisieren.“
Schweigen.
„Verstehen Sie, alles war voller Leute, wohin man auch sah, starker Tränengasbeschuss, sehr wenige Uniformierte, man wusste nicht, wer Angreifer und wer Kollege war. Dadurch, dass wir denen, die keine Polizisten waren, Handschellen angelegt haben, hatten wir einen besseren Überblick.“
In diesem Moment ist dem ganzen Kommissariat klar: Wir haben Scheiße gebaut, und zwar richtig. (Auszug Seite 78-79)

Eine Pariser Vorstadt, die berühmt-berüchtigten Banlieues: Eine trostlose Schlafstadt mit den üblichen architektonischen Todsünden. Wohnblocks, besetzte Häuser, Gewerbegebiete mit Straßenstrich, schwelende Konflikte, hohe Kriminalität. Hier liegt einiges im Argen. Das trifft auch auf das örtliche Kommissariat zu. Die junge Chefin Le Muir ist eine Hoffnungsträgerin des Innenministers und fährt dessen „Null-Toleranz-Strategie“. Dabei kommen jedoch buchstäblich einige unter die Räder. Auch die unteren Dienstgrade machen sich den neuen Kurs zu eigen und nutzen diesen für eigene Zwecke. Spezialermittlerin Noria Ghozali nimmt das Kommissariat ins Visier.

Read More Read More

Jim Thompson | Der Mörder in mir

Jim Thompson | Der Mörder in mir

Es war fast drei Uhr früh, als Sheriff Maples und Howard Hendricks, der Staatsanwalt, mit mir fertig waren, und man kann sich vorstellen, daß mir nicht gerade nach Singen und Tanzen zumute war. Ich hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend, und stinksauer war ich außerdem. Es hätte alles ganz anders kommen sollen, das war einfach ungerecht.
Ich hatte alles in meiner Macht Stehende getan, um zwei unerwünschte Mitbürger auf glatte, saubere Weise zu beseitigen. Und nun war Joyce noch am Leben, während Elmer schon im Fegefeuer schmorte. (Auszug Seite 56)

In der Kleinstadt Central City in Texas verrichtet der junge Deputy Lou Ford seinen Dienst. Ein durchaus umgänglicher Typ, vom Sheriff geschätzt, liiert mit der Lehrerin Amy. Doch in ihm sieht es ganz anders aus. Eine Liaison mit der Prostituierten Joyce und der Hass auf den reichen Unternehmer Chester Conway, den er für den Tod seines Bruders Mike verantwortlich macht, lassen seine angestaute Wut ausbrechen.

Read More Read More

Georges Simenon | Maigret und die junge Tote

Georges Simenon | Maigret und die junge Tote

Unbewusst spürte Maigret, daß es ein ziemlich komplizierter Fall war, der da begann. Die Pfeife im Mund, die Hände in den Taschen, wartete er und warf dann und wann einen Blick auf die am Boden liegende Gestalt. Das blaue Kleid war alles andere als neu und schon ziemlich abgetragen, der Stoff recht gewöhnlich. […] Die nächstliegende Erklärung war die, daß ein Animiermädchen auf dem Nachhauseweg überfallen und ihr die Handtasche gestohlen worden war. Nur hätte sie dann noch beide Schuhe angehabt und der Dieb hätte sich nicht die Mühe gemacht, dem Opfer den Mantel wegzunehmen. (Auszug Seite 12)

Auf der Place Vintimille in Paris wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Maigret schnappt dem missmutigen Inspektor Lugnon die Leiche quasi vor der Nase weg. Doch zunächst geht es sehr schleppend voran, denn niemand vermisst die Tote. Auch auf das veröffentlichte Foto meldet sich niemand. Doch schließlich bringt Maigret nach und nach Licht in das Leben der Toten.

Read More Read More

Izabel Szolc | So dunkel die Nacht

Izabel Szolc | So dunkel die Nacht

Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Warschau und verübt grausame Ritualmorde an jungen Frauen: Er schneidet seinen Opfern die Kehle durch und lässt sie qualvoll ausbluten. Während die ersten Toten aus dem Rotlichtmilieu stammen, ist das dritte Opfer ein Mädchen aus gutem Hause. Anna Hwierut, die noch mit den traumatischen Folgen ihres letzten Falls zu kämpfen hat, sucht fieberhaft nach einer Verbindung zwischen den Mädchen, doch die Ermittlungen führen zusehends ins Nichts … Bis unverhofft eine neue Spur auftaucht – ist ein Polizist in die Morde verwickelt?

Warschau hat Anna Hwierut wieder. Zu Beginn des Romans So dunkel die Nacht kehrt die Protagonistin aus dem dienstlich befohlenen Genesungsurlaub zurück in ihr Kriminalkommissariat, immer noch schwer traumatisiert von den grausamen Erlebnissen am Schluss des ersten Teils der Trilogie von Izabela Szolc, Ein stiller Mörder. Ihr Vorgesetzter hält sie für noch nicht wieder diensttauglich und verordnet ihr psychologischen Beistand, den die Kommissarin nur widerwillig akzeptiert. Sie will sich unbedingt ihren Ängsten stellen und ihre Arbeit fortsetzen, auch wenn sie merkt, dass sie noch nicht dazu in der Lage ist. Sie muss sich auch eingestehen, dass sie sich im Augenblick nicht wirklich um ihren Sohn Kuba kümmern kann, auch wenn sie ihn sehr vermisst. Nach seinem schrecklichen Erlebnis will er Polizisten-Mutter nicht sehen und ist zum Großvater gezogen.

Read More Read More

Sam Eastland | Roter Schmetterling

Sam Eastland | Roter Schmetterling

Sommer 1941: Hitlers Truppen marschieren scheinbar unaufhaltsam voran, über Russland wird ein deutsches Aufklärungsflugzeug abgeschossen. Darin findet sich ein Gemälde, das auf den ersten Blick einen großen Nachtfalter darstellt. Doch Inspektor Pekkala erkennt in dem Gemälde einen getarnten Grundriss der Zarenresidenz im ehemaligen St. Petersburg. Daraufhin argwöhnt Stalin, dass es die Deutschen auf das legendäre Bernsteinzimmer abgesehen haben, und schickt Pekkala in die belagerte Stadt.

Roter Schmetterling (Original The Red Moth) ist inzwischen schon der vierte Teil von Sam Eastlands Krimireihe um seinen Sonderermittler mit Schattenpass Inspektor Pekkala. Diejenigen, die unserem Blog folgen, wissen, dass ich nicht nur Fan von seinen Romanen bin, sondern mich auch sehr für die Rahmenthemen Russland, Ukraine und Osteuropa begeistern kann. Insofern dürfte es nicht überraschen, dass ich auch vom vierten Teil der Serie, der auf gleichbleibendem sprachlichem Niveau geschrieben wurde, angetan war.

Read More Read More