Kategorie: 4 von 5

Viktor Arnar Ingólfsson | Haus ohne Spuren

Viktor Arnar Ingólfsson | Haus ohne Spuren

Reykjavík, Anfang der 70er-Jahre: Jacob Kieler junior wird tot in seiner Villa gefunden. Erschossen. Auf der Suche nach Mordwaffe, Täter und Motiv erfährt die Kripo Reykjavík, dass einige Jahrzehnte zuvor der Vater des Toten, der Ingenieur Jacob Kieler senior, auf exakt die gleiche Weise umgebracht wurde. Es war der größte Wunsch des Vaters, auf Island ein Eisenbahnnetz verlegen zu lassen, doch sein vorzeitiger Tod setzte damals diesem Traum ein jähes Ende …

Ganz anders als den von mir zuvor gelesenen Roman Späte Sühne von Viktor Arnar Ingólfsson ist sein erster ins Deutsche übersetzte Roman Haus ohne Spuren ausschließlich in der Vergangenheit angelegt, wobei die jüngste die 1970-er Jahre sind, in welcher die Ermittlungen zum Tod des Sohnes von Jacob Kieler senior beginnen. Im Zuge dessen wird die gesamte Lebensgeschichte des Toten und auch seiner Anverwandten untersucht. Denn es ist ein unglaubwürdiger Zufall, dass sowohl der Vater als auch sein Sohn auf die selbe Art und Weise in der Villa der Familie ums Leben kamen.

Read More Read More

Wolfgang Schorlau | Die schützende Hand

Wolfgang Schorlau | Die schützende Hand

„Es ist der Hammer! Stell dir vor, es gab weder an der Pumpgun noch auf den Patronenhülsen Fingerabdrücke, weder von Mundlos noch von Böhnhardt. Das Ableben der beiden geschah spurenfrei. Dabei trug Mundlos keine Handschuhe. Wenn er geschossen hat, dann mit nackten Fingern. Du hast doch das Foto gesehen…“
Olga im Halbschlaf: „Bitte erzähl es mir morgen früh.“ […]
„Keine Spuren an der Waffe. Für wie blöd halten die uns eigentlich?“
Er streckte sich aus und nahm die schlafende Olga in den Arm.
„Wieso blöd?“, murmelte sie. „Sie kommen doch damit durch. Diese Leute kommen immer durch.“ (Auszug Seite 218)

Privatdetektiv Georg Dengler ist mal wieder knapp bei Kasse. Da bietet ihm ein mysteriöser Auftraggeber unerwartet einen lukrativen, aber scheinbar ziemlich einfachen Job an. Der Auftrag lautet: „Wer erschoss Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt?“ Dengler denkt zunächst, im NSU-Fall ist derart umfangreich ermittelt worden, da braucht man doch einfach nur die Ermittlungsergebnisse zusammenfassen. Doch Dengler merkt bald, irgendwas ist faul, irgendetwas passt nicht zusammen. Je tiefer er in die Ermittlungen einsteigt, umso mehr wird ihm klar, dass er einem Staatsverbrechen auf der Spur ist.

Read More Read More

Roman Voosen & Signe Danielsson | In stürmischer Nacht

Roman Voosen & Signe Danielsson | In stürmischer Nacht

Es wird eine Leiche gefunden. Mit einer Mistgabel erstochen und inklusive umliegendem Hof zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Ermittlerinnen Ingrid Nyström und Stina Forss machen sich durch Zeugenbefragungen in der unmittelbaren Nachbarschaft auf die Suche nach dem Mörder. Durch die Befragten kommt heraus, dass vor 10 Jahren in dem Dorf, dicht neben einem großen Waldgebiet in Smaland, ein gewaltiger Sturm gewütet hat und dabei auf demselben Hof auch jemand verbrannt wurde. Weitere Nachforschungen ergeben, dass es sich damals aber nicht um einen Unfall gehandelt haben kann und die aktuelle Leiche etwas mit der Vergangenheit zu tun hat …

In stürmischer Nacht von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson hat mir gut gefallen. Es war kurzweilig und spannend bis zum Schluss. Der Roman ist in kurze Kapitel und in zwei Zeiten, heute und vor 10 Jahren, untergliedert. Die Gegenwart ist aus Sicht der Ermittlungen geschrieben, von damals sind es die Gedanken des Stallgehilfen des benachbarten Hofes. Die Kapitel sind durchnummeriert, allerdings fängt die Zählung nach jedem Abschnitt aus der Vergangenheit wieder von vorn an. Das fand ich irritierend. Die Schilderungen der Landschaft, speziell des Waldes, sind keineswegs langatmig. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es wäre, auch dort zu sein.

Read More Read More

Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner | Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass

Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner | Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass

„Da…da drüben!“, stammelt Max. „Der Einbrecher!“
Die wilde Sieben dreht sich zum Fenster um. Es herrscht atemlose Stille. Dann ist plötzlich der Teufel los. […]
„Angriff!“ Horst reißt die Tür wieder auf und rast los.
„Lauf hinterher!“ Vera wedelt mit den Armen, als wollte sie den Professor aus der Wohnung scheuchen. „Ich rufe die Polizei!“ […]
Und Max?
Der steht noch immer wie gelähmt da, während sich in seinem Kopf die Gedanken überschlagen: Horst ist wirklich mutig! Ganz allein will er den Einbrecher schnappen! Aber was, wenn er Hilfe braucht? Was, wenn zwei Opas nicht stark genug sind, um den Einbrecher festzuhalten?
Keine Frage: Max muss Horst und dem Professor helfen! […]
„Angriff!“, flüstert Max. Er ballt die Fäuste – und dann saust er los wie der Wind. (Auszug Seite 67-69)

Max ist 9 Jahre alt und lebt auf einer echten Ritterburg! Das wäre an sich eine großartige Sache, wenn Burg Geroldseck nicht gleichzeitig auch ein Seniorenheim wäre, in dem seine Mutter arbeitet. An seinem ersten Tag in der Schule kurz vor den Ferien sorgt sein Wohnsitz denn auch direkt für allgemeine Erheiterung und Max kommt sich sehr alleingelassen vor. Es drohen lange und langweilige Sommerferien zu werden. Doch weit gefehlt: Auf Burg Geroldseck passieren nacheinander mehrere Einbrüche. Natürlich sind nun Max‘ Fähigkeiten als Detektiv gefragt. Hilfe kommt von unerwarteter Seite.

Read More Read More

Andreas Kollender | Kolbe

Andreas Kollender | Kolbe

„Wie ist es in Berlin?“, fragte Greta Stone. Fritz sah den qualmgrauen Mann mit seiner toten Tochter auf ihn zukommen. Jaschke, das ist meine Tochter.
„Brechen die Angriffe den Willen des Volkes?“, fragte Priest.
„Die Menschen haben es satt. Sie wollen das alles nicht mehr. Aber von einem Massenaufstand gegen das Regime sind die Deutschen weit entfernt. Die haben andere Sorgen, ganz ganz andere. Die Vernichtung Hitlers muss von außen kommen, militärisch.“
„Würden Sie Hitler erschießen, wenn sie ihm nahe genug kämen?“, fragte Priest.
„Nein.“
„Warum nicht, Mister Wood?“
„Weil ich dann anschließend tot wäre.“
„So weit reicht es dann doch nicht, hm?“
„Erschießen Sie ihn doch, Mister Priest.“ (Auszug Seite 232)

Der Beamte Fritz Kolbe, Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, hegt schon lange Groll gegen Machthaber im nationalsozialistischen Deutschland. Im Laufe des Sommers 1943 reift in ihm die Entscheidung, sich den Alliierten als Spion anzubieten. Er sammelt und kopiert streng geheime Dokumente. Kurz darauf bietet sich ihm auch Gelegenheit, die Akten loszuwerden: Er wird auf Dienstreise zur deutschen Botschaft in Bern geschickt. Dort angekommen, sucht er etwas plump Kontakt zu ausländischen Geheimdiensten. Er wird von den misstrauischen Briten abgewiesen. Doch bei den Amerikanern hat er Erfolg und wird einer ihrer wichtigsten Zuträger in der Endphase des 2.Weltkrieges.

Read More Read More