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Abgehakt | Juni 2018

Abgehakt | Juni 2018

Adrian McKinty | Dirty Cops

Nordirland, 1988. Ein seltsamer Mordfall in Carrickfergus: Ein Mann wird vom einem Armbrustpfeil erschossen aufgefunden. Der Tote war ein Dealer, aber die Mordwaffe ist schon sehr ungewöhnlich. Die Ehefrau des Toten ist keine große Hilfe, war sie doch vermutlich selbst in die Deals ihres Mannes verstrickt. Über Umwege gibt sie Duffy schließlich einen entscheidenden Hinweis, das Kennzeichen eines Autos, das das Paar kurz vor dem Mord verfolgt haben soll. Duffys Vorgesetzten wollen den Fall allerdings zu den Akten legen, zumal eine IRA-nahe Gruppierung sich mehr oder weniger zu der Tat bekannt hat. Doch so leicht lässt sich Duffy nicht von einer Fährte abbringen. Er gräbt weiter und bringt damit noch gefährlichere Gegner als seine Vorgesetzten gegen sich auf.

Es sind immer noch die 80er und immer noch geht es drunter und drüber in Nordirland. Allerdings ist DI Sean Duffy doch etwas solider geworden, immerhin ist er jetzt fest liiert und Papa geworden. Aber er bleibt sich natürlich und zum Glück in vielen Dingen treu, vor allem, dass er trotz gegenteiliger Anordnungen von manchen Dingen nicht fern bleiben kann. Trotzdem wird es diesmal verdammt brenzlig für ihn, denn das Buch beginnt im Prolog damit, dass er von einem IRA-Kommando in den Wald geführt wird, um dort sein eigenes Grab zu schaufeln. Ob und wie er sich da herauswinden kann, werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Jedoch verraten kann ich, dass mir dieser sechste Band der Reihe wieder mal ganz vorzüglich gefallen hat. Ein kniffliger Mordfall, politische/polizeiliche Verstricklungen, der gewohnte lässig-hartgesottene Schreibstil, der böse Humor und die Weiterentwicklung des Sean Duffy zum Familienvater sind die feinen Zutaten für diesen Kriminalroman.

Für alle Fans dieser Reihe gibt es auch weiterhin gute Nachrichten: Die Verträge für die Bände 7-9 sind bereits unter Dach und Fach.

 

Dirty Cops | Erschienen am 25.September 2017 im Suhrkamp Verlag
ISBN 978-3-518-46642-5
392 Seiten | 14,95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Krimi
Wertung: 4.5 von 5.0

 

Philip Kerr | Die Hand Gottes

Play-Offs zur Champions League: London City muss bei den heißblütigen Griechen von Olympiakos Piräus antreten. Londons Offensivmann Bekim Develi schießt die Gäste aus England schnell in Führung – und bricht kurz darauf auf dem Spielfeld zusammen und stirbt. London ist geschockt, das Spiel endet 4:1 für Olympiakos. Am nächsten Morgen kommt die Polizei ins Mannschaftshotel. Am Abend vor dem Spiel war eine Frau bei Develi im Zimmer und diese ist nun tot im Hafenbecken gefunden worden. Die Polizei stellt die Mannschaft unter Verdacht und lässt sie nicht ausreisen. Trainer Scott Manson ist gefordert: Zum einen will er herausfinden, wie sein Spieler und diese Frau gestorben sind, zum anderen muss er sein Team unter diesen widrigen Bedingungen aufs Rückspiel vorbereiten.

Die Hand Gottes ist der zweite Band der dreiteiligen Reihe um Scott Manson, Cheftrainer und Gelegenheitsermittler. Auch in diesem Roman nimmt sich Philip Kerr, der leider im März mit 62 Jahren verstarb, das Fußball-Business zur Brust. Windige Investoren, Spielmanipulation, Korruption, Homophobie und Rassismus: Kerr spart kein heißes Thema aus und hat sichtlich Spaß dabei. Griechenland in der Eurokrise als Schauplatz hat einiges an Reiz, auch die Rivalität zwischen Olympiakos und Panathinaikos wird groß thematisiert. Obwohl Kerr es nicht ganz lassen kann, zu viel erklären zu wollen, anstatt auf das Fußball-Wissen des Lesers zu vertrauen, hat mir dieser Thriller insgesamt besser gefallen als Band 1, Der Winter-Transfer. Um in der Fußballsprache zu bleiben: Die Geschichte hat einfach mehr Zug zum Tor als der Vorgänger, der am Ende etwas cosy wurde. Und damit ist das Buch vielleicht die passende Lektüre zur laufenden Fußball-WM.

 

Die Hand Gottes | Erschienen am 19. März 2016 im Tropen Verlag
ISBN 978-3-608-50139-1
als Taschenbuchausgabe: 397 Seiten | 9,95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 3.5 von 5.0

Wallace Stroby | Fast ein guter Plan

Gerade erst hat Crissa Stone einen Teil der Beute vom legendären Lufthansa-Raub eingesackt, da bietet sich ihr ein neuer Job. Zu viert rauben sie mehr als 300.000 Dollar aus einem Drogendeal. Doch beim Aufteilen der Beute hat einer einen Hinterhalt geplant. Zwei Komplizen werden erschossen, Crissa entkommt nur knapp mit der Hälfte des Geldes. Doch die Probleme fangen erst an, denn der Drogenboss engagiert einen skrupellosen Ex-Cop, um ihm die Kohle wiederzubringen.

Nachdem der zweite Band, Geld ist nicht genug, sowas wie der Durchbruch von Wallace Strobys Heldin Crissa Stone in Deutschland war, hat der Pendragon Verlag relativ schnell den nächsten Band der Reihe nachgelegt. Crissa Stone ist aber auch ein seltener Glücksgriff als Protagonistin: Eine taffe Gangsterin, intelligent, hart, abgebrüht wenn’s um den Job geht. Aber gleichzeitig auch eine empathische, loyale Person mit Verantwortungsbewusstsein. Das könnte ihr in diesem Falle zum Verhängnis werden. Fast ein guter Plan setzt die gute Reihe nahtlos fort. Schnörkellos und rasant geschrieben und mit einer harten, aber herzlichen, verdammt coolen Heldin.

Fast ein guter Plan | Erschienen am 29. Januar 2018 im Pendragon Verlag
ISBN 978-3-86532-607-2
320 Seiten | 17.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 4.0 von 5.0

Donato Carrisi | Der Nebelmann

Avechot, ein kleiner Ort in einem Nebental der italienischen Alpen. Ein Mädchen aus einer tiefreligiösen Familie verschwindet am Tag vor Weihnachten. Die Polizei schickt Sonderermittler Vogel, einen eitlen, exzentrischen Mann, der sich vor allem auf eines versteht: Manipulation. Geschickt versteht er es, die Presse und Öffentlichkeit für seine Zwecke zu nutzen, um das Interesse am Fall hoch zu halten. Denn auch nach Neujahr gibt es keine Spur der Vermissten. Doch für Vogel kristallisiert sich ein Verdächtiger heraus.

Dieser Thriller kommt höchst ungewöhnlich daher, denn so eine Figur wie diesen Vogel sieht man nicht allzu häufig in einem Thriller. Vogel paktiert mit der Presse, nutzt die Gerüchteküche des Dorfes, setzt den Verdächtigen unter Druck und schreckt nicht davor zurück, Beweise zu manipulieren. Das ist über weite Strecken ordentlich gemacht. Auch der Aufbau des Buches mit zahlreichen Brüchen in der Chronologie trägt zur Manipulation des Lesers bei. Allerdings will es Carrisi für meinen Geschmack zum Ende hin zu pfiffig machen. Nachdem er sich für den Verlauf der Geschichte zunächst viel Zeit nimmt, kommen die Wendungen am Schluss einfach zu plötzlich und etwas übertrieben daher. Das mag manchen Thrillerfan trotzdem begeistern, für mich gab es hierfür Abzüge.

Der Nebelmann | Erschienen am 4. August 2017 im Atrium Verlag
ISBN 978-3-85535-016-2
336 Seiten | 20.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 3.0 von 5.0

Rezension 1 bis 4 sowie die dazugehörigen Fotos von Gunnar Wolters.

 

Charlotte Link | Das Echo der Schuld

 

Das Boot der Deutschen Nathan und Livia sinkt vor der Küste Schottlands und beide stehen plötzlich mit völlig leeren Händen da. Livia hat vorher kurzzeitig im Ferienhaus von Virginia Quentin und ihrem Mann gejobbt und sie und Nathan finden dort nun Hilfe und Unterstützung. Als Virginia in ihr Zuhause nach Norfolk zurückkehrt, erfährt sie, dass in der Gegend gerade einige Kinder vermisst werden. Nathan spürt Virginia in Norfolk auf und plötzlich verschwindet auch Virginias Tochter Kim.

Dieser Spannungsroman liest sich sehr flüssig, ohne wahnsinnig nervenaufreibend zu sein. Ich empfand ihn als gute Unterhaltung für zwischendurch. Die Geschichte ließ mich als Leser immer wieder an Personen und eventuell Verdächtigen zweifeln, außerdem konnte mich das Ende überraschen. Interessant sind auch die eingestreuten Erinnerungen an Virginias Vergangenheit, die dem Leser nicht sofort, sondern nach und nach präsentiert werden.

 

Das Echo der Schuld | Erschienen am 17. März 2014 bei Blanvalet
ISBN 978-344-238354-2
542 Seiten | 9.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Spannungsroman
Wertung: 3.5 von 5.0

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Christian Linker | Der Schuss

Christian Linker | Der Schuss

Das ist ja typisch, denkt Tatjana. Alle Zeitungen schreiben über den Mord an Emil, aber keiner traut sich zu schreiben, dass der Mörder Türke ist. Was die Zeitungen schreiben und was nicht, weiß sie natürlich nicht aus der Zeitung, sie ist ja nicht blöd. So was zu lesen wäre Schwachsinn, wo doch da nur Lügen drinstehen. Presse, Radio,Fernsehen, die sind ja alle von der Regierung gesteuert. Gott sei dank gibt es Facebook. (Auszug Seite 73)

Meine Straße, mein Zuhause, mein Block

In dem spannenden Jugendroman Der Schuss geht es um den siebzehnjährigen Robin Fuchs, der zufällig Zeuge eines Mordes wird. Der Teenager lebt mit seiner jüngeren Schwester Mel und seiner Mutter in einem Block in einer Hochhaussiedlung am Rande einer deutschen Großstadt. Nach dem Tod des Vaters hat er die Schule geschmissen und für den gleichaltrigen Hakan Topal gedealt. Er wurde straffällig und bekam eine Bewährungsstrafe. Um diese nicht zu gefährden, versucht er sich aus allem rauszuhalten und will eigentlich auch aus dem Drogengeschäft aussteigen.

Eines Abends sieht er, wie Emil Becker, ein Anhänger der „Deutschen Alternativen Partei“, bei dem Versuch, einem Journalisten belastendes Material zu übergeben, von rechtsextremen Mitgliedern der Partei erstochen wird. Auch der Journalist und Blogger, Magnus Mahlmann wird bei dem Gerangel in der Garage schwer verletzt, kann aber flüchten. Robin hilft dem Schwerverletzten, indem er Erste Hilfe leistet und anonym einen Krankenwagen ruft. Bevor er sich aus dem Staub macht, kann ihm der Journalist aber noch einen Stick geben.

Blogger im Koma

Während Magnus im Krankenhaus in einem künstlichen Koma liegt, gelingt es den Rechtsextremen, den Mord Hakan Topal in die Schuhe zu schieben und der Drogendealer wird als Tatverdächtiger verhaftet. Fast alle Bewohner des Blocks sind der Meinung, dass Hakan, dem nie etwas nachgewiesen werden konnte, endlich seine gerechte Strafe bekommt. Fred Kuschinski ist ein etwas älterer Freund aus Kindertagen, der mittlerweile mit der DAP für den Bundestag kandidiert. Der charismatische Politiker nutzt die Situation aus, um Fremdenhass zu schüren und initiiert tägliche Mahnwachen. Diese werden von vielen Anwohnern und auch von Robins Schwester Mel besucht. Robin ist in einem Zwiespalt. Soll er sich weiter raushalten oder die Wahrheit ans Licht bringen?

Meine Mutter wäre sicher stolz auf mich. Sich raushalten und bloß nicht die Klappe aufmachen, das ist bei uns nämlich so eine Art Familienmotto.  (Seite 6)

Indem Autor Christian Linker sein zumeist jugendliches Figurenpersonal abwechselnd von Kapitel zu Kapitel berichten lässt, werden verschieden Blickwinkel beleuchtet und man kann die Gedankenwelt von fast zehn Charakteren gut nachvollziehen. Robin als Protagonist erzählt als Einziger in der Ich-Form und das bringt besonders seine Beweggründe nahe. Am Beispiel Mel wird deutlich, wie grade junge Menschen mit Hetzkampagnen und Halbwahrheiten für die rechte Szene begeistert werden können. Der jugendliche Leser kann sich leicht mit den Figuren identifizieren. Der Autor erzählt authentisch und hat einen leicht lesbaren, hochaktuellen Krimi geschaffen, indem auch die Trostlosigkeit der wohnlichen Gegebenheiten gut wiedergegeben wird.

Plädoyer für Zivilcourage

Die DAP hat mit der AFD nicht nur das Wort alternativ im Namen gemeinsam. Teilweise geraten Linkers Warnungen etwas zu plakativ, denn ich glaube, dass die AFD viel subtiler und damit gefährlicher agiert. Die Figur des Schlägers „Schädel“ war mir etwas zu eindimensional gelungen. Er wird als gnadenloser Glatzkopf beschrieben, der keine Empathie oder Impulskontrolle zeigt und mit einem Stacheldraht verstärktem Baseballschläger auftrumpft. Mit der Figur des Fred hat Linker allerdings einen ambivalenten Charakter geschaffen. Dieser führt mitreißende Reden, er spricht die Leute an und ist clever und gerissen genug, andere für seine Zwecke zu manipulieren. Der sympathische Robin dagegen ist orientierungslos und auf der Suche nach Identität und Sinn, hat aber sein Gefühl für Richtig und Falsch noch nicht verloren. Es wird ganz deutlich, dass es ihm an Vorbildern oder Identifikationsfiguren fehlt. Da er sich im Laufe der Geschichte entwickelt, handelt es sich bei dem Krimi auch um einen Coming-of-Age-Roman und ein Plädoyer für Zivilcourage.

Über den Autor

Der Roman „Der Schuss“ kam kurz vor der Bundestagswahl 2017 raus und so muss man Christian Linker mit Blick auf die Ergebnisse der AFD schon prophetisches Talent bescheinigen. Die Figur des Magnus Mahlmann kam übrigens bereits 2005 in seinen Roman Das Heldenprojekt vor, in dem der investigative Journalist sich mit einer kleinen rechtsextremen Partei anlegte. Und jetzt war einfach mal wieder Zeit, dieses Thema aufzugreifen, befand der studierte Theologe.

 

Rezension und Foto von Andy Ruhr.

Der Schuss | Erschienen am 8. September 2017 bei dtv
ISBN 978-3-423-74027-2
320 Seiten | 14.95 Euro
ab 14 Jahren
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Diese Rezension erscheint im Rahmen unseres .17special Kinder- und Jugendkrimis.

Philip Kerr | Friedrich der große Detektiv

Philip Kerr | Friedrich der große Detektiv

„Gib es her“, sagte Rolf. „Gib mir das Buch.“
„Es ist mir ganz egal, was du sagst: Du kriegst mein ‚Emil und die Detektive‘ nicht, du kannst machen, was du willst!“, schrie Friedrich. […]
„Es ist nur zu deinem Besten, Friedrich, kapierst du das nicht? Es sind Leute wie Kästner und ihre verdrehten Bücher, die dieses Land kaputt machen. Wenn wir Deutschland je wieder stark machen wollen, dann müssen wir über solche wichtigen Dingen dasselbe denken.“
Friedrich starrte seinen Bruder wütend an. „Hast du eigentlich jemals gern ein Buch gelesen, Rolf? Ich glaube nicht. Ich glaube, ich habe dich nie mit einem Buch in der Hand gesehen.“ […] „Vielleicht bist du deshalb so versessen darauf, dieses Buch zu verbrennen, weil du Bücher einfach nicht magst. Du verstehst gar nicht, warum jemand bloß aus Freude liest.“ (Auszug Seiten 85-87)

Der 13-jährige Friedrich Kissel ist ein begeisterter Fan des Kinderbuchs „Emil und die Detektive“ und das Beste ist: Er wohnt in Berlin in der Nachbarschaft von Erich Kästner, der ein Freund von Friedrichs Vater ist. In seiner Freizeit spielt Friedrich selbst gerne mit seinen drei Freunden Detektiv und hilft der Polizei bei Kleinigkeiten. Doch im Berlin des Jahres 1933 wird aus dem Spaß böser Ernst. Kästners Bücher werden verbrannt und plötzlich wird Friedrichs Bande von einem Polizisten beauftragt, Kästner auszuspionieren.

Die Geschichte wird aus Friedrichs Perspektive erzählt. Die Figuren sind durchaus glaubhaft arrangiert. Friedrichs Vater ist Kulturredakteur des liberalen Berliner Tageblatts und daher beruflich und nachbarschaftlich bekannt mit Erich Kästner. Über diesen lernt Friedrich weitere Künstler kennen, die das neue Regime ablehnen. Aber in Friedrichs Familie gibt bereits einen Konflikt: Sein Bruder Rolf ist überzeugter Anhänger der Nationalsozialisten und führt erbitterte Diskussionen mit seinem Vater. Auch Friedrich ist anfangs durchaus fasziniert von den Inszenierungen des neuen Regimes. Doch allmählich spürt er die Veränderungen im Alltag, die Ausgrenzung der Juden und Andersdenkenden. Sein Freund Leo, ein Jude, verlässt mit seinen Eltern die Stadt. Am allerdeutlichsten ist sein Unverständnis in Bezug auf die zunehmende Ablehnung, die sein Lieblingsautor Erich Kästner erfährt. So ist er völlig verwirrt, als er und seine Freunde den Auftrag erhalten, Kästner zu beschatten. Doch er macht im Glauben mit, seinen Freund vom Vorwurf der Spionage befreien zu können.

Philip Kerr ist vielen Lesern bekannt als Autor der Bernie-Gunther-Reihe über einen Privatdetektiv, ehemaligen Kommissar und Nazi-Gegner, der sich durch die Nazizeit schlägt. Aber Kerr ist auch Autor von Kinder- und Jugend-Fantasy-Büchern. Kerr verstarb am 23.März diesen Jahres an einem Krebsleiden. Im letzten Jahr veröffentlichte er noch Friedrich der große Detektiv. Die Idee zu diesem Buch hatte Philip Kerr nach eigenen Angaben, nachdem er auf Youtube die Verfilmung von „Emil und die Detektive“ aus dem Jahre 1931 gesehen hatte. Er fragte sich, was wohl aus den jugendlichen Schauspielern geworden sei und recherchierte, dass diese alle als junge Soldaten im zweiten Weltkrieg gestorben waren.

Das Buch wird auch als Hommage an Erich Kästner und seinen Roman „Emil und die Detektive“ bezeichnet. „Emil“ taucht an vielen Stellen im Buch auf, es beginnt sogar mit der Filmpremiere. Auch der große deutsche Autor und Pazifist Kästner spielt tatsächlich eine zentrale Rolle in diesem Roman als Mahner, Freund und Ratgeber für Friedrich. Allerdings habe ich zu dieser „Hommage“ auch eine kritische Stimme gefunden, denn im Blog Literaturgarage wird eine Szene, in dem Kästner vor Friedrich ein Loblied auf Friedrich den Großen singt, sehr kritisiert und auch mit Quellen belegt, dass Kästner den Preußenkönig nicht unbedingt als Vorbild sah.

Aber nicht nur Kästner taucht als Person der Zeitgeschichte in diesem Buch auf. Ebenfalls Auftritte haben beispielsweise Walter Trier, Billy Wilder, Max Liebermann oder Christopher Isherwood. Kerr versucht sehr verdichtet, Fakten und Fiktion miteinander zu vermischen. Er lässt seine Hauptfigur die Ereignisse von 1933 hautnah miterleben. Friedrich ist beim Fackelzug am 30. Januar, seine Klassenlehrerin wird aus dem Dienst suspendiert, sein Bruder ist an der Bücherverbrennung beteiligt. Nach etwa 165 Seiten ist der erste Plotstrang vorbei, bis hierhin war ich ziemlich zufrieden. Doch dann wurde es aus meiner Sicht weniger stringent, Kerr baut hier noch Episoden ein, die wie nachträglich eingefügt wirken inklusive einer abschließenden Traumsequenz, die mich nicht so recht überzeugen konnte. Und schließlich gibt es ja noch den Ausgangspunkt Kerrs für diese Geschichte („Was ist aus diesen Jungen geworden?“), die dem Buch letztlich ein etwas abruptes und auch ein bitteres Ende verschafft, womit man bei Jugendbüchern über diese Epoche aber zwangsläufig rechnen sollte.

Der Verlag empfiehlt das Buch ab 11 Jahren, was ich für durchaus früh halte, denn trotz mancher Erläuterungen (auch im Anhang) müssen manche Zusammenhänge erkannt werden. Trotz der oben genannten kritische Anmerkungen hat mich das Buch über weite Strecken gut unterhalten. Kerr gelingt eine durchaus lehrreiche, aber auch spannende Geschichte. Lediglich im letzten Drittel des Buches will der Autor aus meiner Sicht zu viel und kann das Niveau nicht ganz halten.

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Friedrich der große Detektiv | Erschienen am 22. September 2017 bei Rotfuchs im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-499-21791-3
256 Seiten | 14.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Diese Rezension erscheint im Rahmen unseres .17special Kinder- und Jugendkrimis.

 

Weiterlesen: Interview zum Buch mit Philip Kerr aus der Frankfurter Rundschau sowie Noras Rezension zu Erich Kästners Buch Emil und die Detektive

Alexander Oetker | Retour

Alexander Oetker | Retour

Ein Krimi im Aquitaine (und in Paris)

Retour von Alexander Oetker ist ein recht schmales Buch, auf gerade 260 Textseiten wird die Geschichte um ein Verbrechen im schönen Médoc erzählt, unterteilt in 32 Kapitel, die ihrerseits zusammengefasst sind in 5 Teilen, überschrieben mit den französischen Namen der Wochentage von Lundi bis Vendredi, Montag bis Freitag, und Titeln wie „So viele Fragen“ oder „Alte Liebe“. Das letzte kurze Kapitel, „Neue Liebe?“ spielt dann am Samedi, aber dieser Samstag bietet nur noch einen friedlichen Ausklang und einen Ausblick auf den nächsten Band der Verlain-Reihe, die Gewalttat ist in den vorangegangenen fünf Tagen bereits aufgeklärt worden.

Der Plot ist folgerichtig nicht besonders kompliziert oder komplex, Oetker beschreibt einen einfachen, überschaubaren Fall, den Mord an Caroline Derval, einem jungen Mädchen, das erschlagen am Strand aufgefunden wurde. Am Strand von Lacanau-Océan in der Nähe von Bordeaux. Ein Mord, kaum dass Luc Verlain im Aquitain angekommen ist, der Commissaire der Police Nationale hat sich auf eigenen Wunsch in seine alte Heimat versetzen lassen, um bei seinem schwer kranken Vater sein zu können.

Als junger Polizist war Luc von hier geflohen, er hielt es nicht mehr aus in den Dörfern seiner Kindheit und Jugend, mit ihrer provinziellen Enge, der Spießigkeit, gegen die er sich auflehnte, die Arroganz des Bürgertums in Bordeaux, die er verachtete, ihr zur Schau gestellter Reichtum, hier hatte er nicht länger leben können. Er will auch jetzt so schnell wie möglich wieder weg, aber er wird auf unabsehbare Zeit bleiben müssen. Sein erster Weg führt ihn ins Hôtel de Police, das Hauptquartier der Police Nationale. Von den alten Kollegen ist niemand mehr da, aber sein ehemaliger Ausbilder, inzwischen Divisionsleiter, Commandant Preud´homme, nimmt ihn herzlich in Empfang und stellt ihm das Team der Brigade Criminelle Aquitaine vor, der Sondereinheit für Kapitalverbrechen: Brigadier Hugo Pannetier, der lange bei der Spezialpolizei CRS gedient hatte, Commissaire Etxeberria, ein Baske, der die Abteilung nun gleichberechtigt mit Luc leiten wird, und Commandante Anouk Filipetti.

Luc verliebt sich auf den ersten Blick in die hübsche, charmante, kluge Kollegin und es stellt sich schnell heraus, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht. Wie selbstverständlich bilden sie ein Team, während Etxeberria mit Pannetier zusammenarbeitet. Und seine Arbeitsmethoden erweisen sich als äußerst fragwürdig, und so gerät er bald mit Luc aneinander. Der Baske ist eine der wenigen unangenehmen Figuren in Oetkers Personal, das ansonsten fast durchweg mit sympathischen, ja liebenswerten Charakteren – auch bei einigen Nebendarstellern – aufwartet, die ihren klug platzierten Einsatz bekommen. Sie zu zeichnen gelingt dem Autor ausgesprochen gut, der Leser hat dank der genauen, einfühlsamen Beschreibung ein sehr lebendiges Bild der Personen und ihrer Persönlichkeit, die einigermaßen überschaubare Schar der Handelnden vermag uns Oetker vorzüglich nahe zu bringen.

Weniger zufrieden war ich mit der Erzählweise Oetkers, da hätte ich mir doch eine etwas nuanciertere Wortwahl gewünscht, einen etwas eloquenteren Stil. Es wird ständig gegrinst, nicht gefeixt, geschmunzelt, gelächelt, gekichert oder gelacht, da werden keine Mundwinkel hochgezogen, da zwinkert man sich nicht zu oder was noch alles möglich wäre, nein, man grinst. Es ist eine sehr einfache Diktion, vor allem die Dialoge bleiben in der Regel umgangssprachlich, salopp, zwang- und formlos, was immerhin gut zu den Figuren passt, die (fast) alle harmonisch und unbefangen miteinander umgehen. Das alles liest sich unkompliziert, leicht und mühelos, auch wenn es ein paar Längen gibt, langweilig wird das Buch nie.

Und das, obwohl die Ermittlungsarbeit sehr detailliert, fast akribisch genau geschildert wird, mit all ihren zeitraubenden und häufig ergebnislosen Befragungen und Verhören. Viel Energie wird verwendet auf die Verfolgung falscher Spuren, die ein wenig vorhersehbar in die Irre führen. Dabei gibt es früh einen Hauptverdächtigen, und Etxeberria, der mit Sturheit und Starrsinn seine eigene Linie im Alleingang verfolgt, lässt unter großem Aufsehen den ehemaligen Freund des Mordopfers verhaften, den jungen Algerier Hakim. Für den selbstherrlichen und selbstgerechten Basken, der nicht zum ersten Mal mit Luc aneinander gerät, steht der Täter fest, und erst recht für den Vater Caros, der in seinem kleinen Heimatort ziemlich einflussreich ist und offen seine Sympathie für den Front Nationale der Marine Le Pen bekundet. Als Hakim wieder freigelassen werden muss, organisiert er eine Art Bürgerwehr und ruft zur Lynchjustiz auf. Rassismus und Fremdenhass sind offenbar auch in dieser schönen Gegend weit verbreitet, und Luc positioniert sich offen und vehement für die gerechte Sache und gegen die Rechten. Mir gefällt gut, dass Oetker (oder seine Figuren) an dieser und nicht nur an dieser Stelle eindeutig Stellung bezieht.

So kommt es nach zwei Dritteln des Romans zum eigentlichen Höhepunkt des Plots, einer höchst spannenden, dramatischen und tragischen Szene. Aber selbst nach dem größten Tumult bleibt Oetker bei seiner Linie und Luc sich selbst treu: es ist wieder Zeit für ein wenig Müßiggang, es wird geflirtet und geschäkert, vor allem aber gegessen und getrunken. Ausführlich lässt uns der Autor, bekennender Frankreich-Liebhaber und Anhänger des Savoir-Vivre, teilhaben an den Genüssen, denen sich Luc und Anouk hingeben, beschreibt eingehend, was auf den Tisch und ins Glas kommt. Und noch etwas schafft er meisterhaft: Die wunderbaren Landschaften des Aquitaine zu schildern, vor allem das Meer, den Ozean im Golfe de Gascogne, der Biskaya, Wind und Wellen, endloser weißer Sand, kilometerweit das Grün der Bäume und das Blau des Himmels, das es so nur am Atlantik gibt. Luc freundet sich langsam wieder mit der Landschaft seiner Kindheit und mit alten Bekannten an, auch wenn die Geschäfte über Mittag geschlossen sind und kein Tabac seine geliebten Parisienne-Zigaretten führt.

Die Jagd nach dem Täter aber führt Luc zurück nach Paris, ein schöner Einfall des Autors, die stark kontrastierenden Schauplätze und neues Personal machen den Plot kurzweiliger und interessanter. Im Kommissariat Mord 2 gibt es ein Wiedersehen mit seinem Freund und Kollegen Brigadier Yacine Zitouna, eine weitere schillernde, ausgesprochen liebenswerte Figur, der keinen Hehl aus seiner Herkunft als Kleinkrimineller aus den trostlosen Banlieus macht. In diesen Kapiteln können wir eintauchen in die so ganz andere Atmosphäre der lauten, rastlosen Hauptstadt. Die beiden Ermittler bekommen es mit einer Familie der oberen Zehntausend Frankreichs zu tun, die entsprechend blasiert und hochnäsig daherkommt und alle geläufigen Klischees bedient, mit entsprechenden Reaktionen vor allem von Yacine.

Das ist vielleicht ein wenig zu schlicht erzählt, überhaupt ist der Roman sprachlich nicht in allen Teilen auf höchstem Niveau, es finden sich einige handwerkliche Mängel, der bisherige Journalist Oetker wirkt da als Romanautor noch etwas unbeholfen. So wirkt der Schluss ein wenig zusammengestoppelt, die Geschichte plätschert dem Ende entgegen, der Kriminalfall ist schon fast vergessen und im Mittelpunkt stehen Lucs Liebeleien.

Es sind nämlich seine Affären, die den Frauenschwarm charakterisieren, so wie seine Liebe zu gutem Essen, ausgezeichneten Weinen, seine unvermeidlichen Zigaretten und sein Hang zum Rasen mit dem alten blauen Jaguar XJ6 – man gönnt sich ja sonst nichts! In Paris hat er seine „offizielle“ Partnerin Hélène zurückgelassen, in seiner alten, neuen Heimat landet er bald im Bett mit Cecilia, einer Surflehrerin, die ihn nach vielen Jahren wieder auf ein Brett stellt, nachdem ein traumatisches Erlebnis (mit seiner damaligen Freundin) ihm das Surfen verleidet hatte. Und nun auch noch Anouk, und es scheint, als könnte dies eine dauerhafte Beziehung werden. Vorläufig werden die zwei ja zumindest als Ermittler ein Paar bleiben, obwohl beide nicht vorhaben, auf Dauer im Aquitaine zu bleiben. Ihren ersten gemeinsamen Fall haben sie erfolgreich gelöst, wenn auch nicht besonders souverän, und letztlich ist es ein Geistesblitz, eine Eingebung, die zum Täter führt, aber der Plot ist insgesamt stimmig und folgerichtig, die Motive der Handelnden immerhin nachvollziehbar.

Sehr gut gefallen haben mir das Cover und vor allem die schön gestalteten Karten von Stefanie Bokeloh, die die Innenseiten des Umschlags schmücken, kritisieren muss ich allerdings die Lektorin: Einige Schnitzer des Autors und mindestens ein ganz peinlicher Rechtschreibfehler sind ihr durchgegangen.

Alles in allem ein gelungenes Debüt von Alexander Oetker, der bei allen kleinen Schwächen Lust auf mehr macht.

Rezension und Foto von Kurt Schäfer.

Retoure | Erschienen am 24. April 2018 bei Atlantik im Verlag Hoffmann & Campe
ISBN 978-3-455-00349-9
288 Seiten | 16.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

4. Mai 2018

Declan Burke | Eight Ball Boogie

Declan Burke | Eight Ball Boogie

Der Begriff „Screwball“ kommt ursprünglich aus dem Baseball und hat sich in der englische Umgangssprache durchgesetzt. Ein Screwball ist demnach eine exzentrische, skurrile Person. Auch ein Filmgenre wurde danach benannt. In der Screwball-Komödie taucht in der Regel mindestens eine solche skurrile Person als Hauptdarsteller oder Hauptdarstellerin auf und zeichnet sich laut Wikipedia „durch hohe Dialoglastigkeit, feinen und intelligenten Wortwitz, ein rasantes Tempo und eine raffiniert konstruierte Handlung aus“.

Warum ich das alles erzähle?Weil der Stil von Autor Declan Burke von vielen Rezensenten als „Screwball Noir“ bezeichnet wurde. Und das ist durchaus nachzuvollziehen. Übrigens gibt es zahlreiche Paralleln zwischen screwball comedy und film noir, beide sind ungefähr zur gleichen Zeit in den 1930ern/1940ern populär geworden.

Man stelle sich diese skurrilen Hollywood-Komödien vor, transportiere sie in den Nordwesten Irlands und füge eine nicht unerhebliche Menge Alkohol, Betäubungsmittel und Schusswaffen hinzu. Voilá! Eight Ball Boogie ist der Debütroman des irischen Autors aus dem Jahr 2003. Seine späteren Romane The Big O und Absolute Zero Cool wurden bereits ins Deutsche übersetzt. Burke betreibt übrigens auch die interessante Krimiwebsite Crime always pays. Doch worum geht’s in Eight Ball Boogie?

„Na gut“, sagte er. „Das ist Plan A. Und was ist, wenn sie nicht darauf eingehen?“
„Dann überleg ich mir was anderes.“
„Und das ist alles?“, fragte er ungläubig.
„So ziemlich.“
„Scheiße. Scheißescheißescheißescheißescheißescheiße.“ […]
„Du willst das wirklich tun?“
„Ich tu nichts, es tut mich. Ich bin bloß der Beifahrer.“ (Auszug Seite 212)

Harry Rigby ist Privatermittler und verkauft auch gerne pikante Storys an die Boulevardpresse. Er führt eine komplizierte Beziehung zu seiner Freundin Denise und seinem vierjährigen Sohn Ben, das Geschäft könnte auch besser laufen. Da wird die Ehefrau eines bekannten Politikers ermordet und Rigby erhält zeitgleich den Auftrag eines windigen einheimischen Geschäftsmannes, dessen Frau auszuspionieren. Und Rigby findet schnell heraus, dass die Ehefrau offenbar etwas mit dem verwitweten Politiker hatte.

Aber das sind nur die ersten Elemente, denn getreu dem Screwball-Genre geht es in der Folgezeit ziemlich turbulent und abwechslungsreich zu. Und Harry ist über weite Strecken tatsächlich nur ein Getriebener in diesem Plot. Irgendwann wird klar, dass es hier irgendwie um Drogen geht, aber wer wie da jetzt mit drin hängt, ist schwer zu beurteilen (ein wenig auch nach Beendigung des Buches). Die örtlichen Polizeikräfte rücken Harry auf die Pelle, die freie Journalistin Katie verdreht ihm etwas den Kopf. Zur Krönung taucht auch Harrys Bruder Gonzo nach vier Jahren Funkstille auf der Bildfläche auf. Mit seinem Bruder verbindet Harry so etwas wie eine Hassliebe, wobei die Betonung eher auf der ersten Silbe liegt.

Harry führt als Ich-Erzähler durch den Roman. Das ist ungemein praktisch, da der Leser genauso oft auf dem falschen Fuß erwischt wird wie Harry. In den besten Momenten liest sich das Buch wie die Vorlage zu einem frühen Guy-Ritchie-Film, aber es gibt auch Phasen, in denen ich einfach nur noch verwirrt war, wohin sich die Nummer jetzt wieder hin entwickelt hat. Doch alles in allem war ich schon zufrieden, wenn auch nicht begeistert. Declan Burke spart nicht an hartgesottenen Zutaten. Hier gibt es eine Menge schräger Typen in knackigen Dialogen und einem rabenschwarzen Plot. Und das sorgt auf jeden Fall nicht für Langeweile.

 

Rezension und Foto von Gunnar Wolters.

Eight Ball Boogie | Erschienen am 5. März 2018 bei Edition Nautilus
ISBN 978-3-96054-068-7
272 Seiten | 18.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Declan Burkes Website crimealwayspays.blogspot.de 

2. Mai 2018