Kategorie: noir | hardboiled

Ken Bruen | Kaliber

Ken Bruen | Kaliber

HUUUIIIII, es tut mir leid, dass ich so lange weg war. Leute umbringen kostet Zeit. Echt, damit möchte ich nicht meinen Lebensunterhalt verdienen müssen, wie ätzend wäre das denn! Zum Glück ist es nur Freizeitspaß. (Auszug Seite 77)

Im Londoner Südosten treibt ein Serienkiller sein Unwesen. In seinem Visier sind allgemein unbeliebte, unangenehme Mitbürger. In einem Brief an den zuständigen Superintendent enthüllt er seine Motivation: „Die Mission, die ich auf mich genommen habe, ist es, den Bewohnern unseres Fleckens Erde eine Lektion zu erteilen. Eine Lektion in puncto Manieren.“ Doch der „Manners Killer“ hat nicht damit gerechnet, dass das zuständige Polizeirevier ebenfalls eine beträchtliche Zahl Gestörter beherbergt, allen voran Detective Sergeant Brant.

Read More Read More

Yasmina Khadra | Worauf die Affen warten

Yasmina Khadra | Worauf die Affen warten

„Wir würden gerne Monsieur Hamerlaine sprechen.“
„Sind ihre Vorgesetzten informiert?“
„Warum stellt man uns nur immer dieselbe Frage?“, wundert sich Zine.
„Das ist die normale Vorgehensweise“, antwortet der junge Mann. „Monsieur Hamerlaine ist einer der Gründerväter der Nation. Es ist das Mindeste an Korrektheit, den Umweg über ihr Ministerium zu machen, bevor sie bei ihm vorstellig werden. Normalerweise kommen die Minister persönlich vorbei. Untergebene zu schicken wird als schwerer Verstoß gegen das Protokoll gewertet.“
„Wovon redet der nur?“, fragt Zine die Kommissarin.
„Wie auch immer, Monsieur Hamerlaine ist in seinem Heim in Hydra. Dies ist eine seine Zweitresidenzen. Wenn sie einen Rat wollen, informieren sie vorab Ihre Vorgesetzten über ihre Pläne. Die amtliche Rückendeckung federt so manchen Sturz ab“
Er winkt ihnen lässig zu und verschwindet. (Auszug Seite 127)

Auf einer Waldlichtung in der Nahe von Algier wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Attraktiv und auffällig wie eine Braut geschminkt. Todesursache ist eine Verstümmelung, ihr wurde ein Busen abgebissen. Kommissarin Nora Bilal und ihr Team haben zunächst wenig Anhaltspunkte. Doch dann führt sie eine Spur zu Hadsch Saad Hamerlaine, dem inoffiziellen Herrscher über Algier.

Read More Read More

Pete Dexter | Unter Brüdern

Pete Dexter | Unter Brüdern

“Ich meine, mir ist egal, ob jemand ein Großmaul ist oder ein stilles Wasser, solange ich weiß, auf welcher Seite er steht.“ Der Onkel schaut Peter wieder an. Fragend.
Peter gibt keine Antwort.
„Wenn’s hart auf hart kommt, brauchst du dir über einen Mann, der dein Feind ist, nicht groß Gedanken zu machen. Gedanken machst du dir über den, von dem du nicht weißt, ob er dein Feind ist.“ Er blickt Peter an. „Ich sag dir das, weil ich’s gut mit dir meine. Das ist der Mann, der dich ans Messer liefert – der Verräter.“
„Ich bin kein Verräter“, sagt Peter.
Sie sind zu Hause angekommen. Sein Onkel stellt den Wagen ab. Er lächelt. „Das hätte ich auch niemals von dir gedacht.“ (Auszug Seite 116-117)

Peter Flood ist acht Jahre alt, als ein tragischer Unfall seine Familie zerstört. Er wächst fortan bei seinem Onkel Phil auf, dem Boss der Dachdeckergewerkschaft. In Philadelphia des Jahres 1961 sind die irisch kontrollierten Gewerkschaften Teil eines großen korrupten Netzwerks. Immer wieder versuchen die Italiener, die die Geschäfte auf der Straße kontrollieren, den Iren die Gewerkschaften streitig zu machen. Im Laufe der Jahre eskaliert der Bandenkrieg zusehends und Peter ist inzwischen alt genug, um in diesem Sog von Gewalt und Korruption zu verschwinden.

Read More Read More

Steinar Bragi | Frauen

Steinar Bragi | Frauen

Die junge Künstlerin Eva Einársdottir trifft sich in New York mit einem isländischen Banker, der ihr eine Förderung ihres nächsten Dokumentarfilms in Aussicht gestellt hat.

Es geht ihr nicht gut. Beruflich nicht, und auch privat steht sie vor einem Scherbenhaufen: Hrafn, ihre große Liebe, hat sich von ihr abgewendet und ist zurück nach Island gegangen. Er ist mit dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Tochter nicht fertig geworden. Und sie auch nicht. Sie betäubt sich mit Alkohol und Zigaretten und kann nur daran denken, Hrafn wieder zurückzuholen.

Im Gespräch mit dem Banker erzählt sie mehr von sich, als sie will, und er bietet ihr an, sein verwaistes Luxusappartement in Reykjavik zu hüten. Ein Glücksfall.

Aber als sie dort ist, hat Eva immer mehr das Gefühl, dass man sie in eine Falle gelockt hat. Dass sie das Objekt einer perfiden Inszenierung ist, in der die Grenzen zwischen Realität, Albtraum und Kunst zunehmend verschwimmen …

Steinar Bragi erschafft in seinem Roman Frauen eine ganze Welt um ein Gefühl, das er so intensiv transportiert, wie ich es noch nie erlesen habe.

Der Autor beginnt seine Geschichte direkt in dem Appartement, welches die junge Künstlerin Eva in Abwesenheit der Bewohnerin Marie betreuen soll. Ohne es zu überdenken, nimmt sie das Angebot an und findet sich von jetzt auf gleich in einer septisch kühlen Umgebung wieder, die vordergründig nur eines suggeriert: Wer hier lebt, muss sich um Geld keine Gedanken machen. Schon kurz nach ihrem Einzug findet Eva Kontakt zu einer Nachbarin, die merkwürdig dominant mit ihr umgeht, was sie zwiespältig aufnimmt. Auch weitere Kontakte entstehen nicht nach regulären, normalen Mustern. Man ahnt rasch: Hier stimmt etwas nicht.

Read More Read More

Louise Welsh | Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar

Louise Welsh | Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar

Für Jane Logan ist Berlin ein Ort voller Versprechen. Sie ist schwanger und glücklich, endlich mit ihrer Freundin Petra zusammenzuziehen.

Alles ist neu; die Sprache, die Straßen, die Leute. Sie versucht, während ihre Partnerin arbeitet, sich einzuleben, die Gegend zu erkunden, die Nachbarn kennenzulernen.

Aber in diesem trüben Berliner Winter fühlt sie sich immer einsamer und eigenartig angezogen von dem verfallenen Hinterhaus, in dem nachts ein Licht flackert und manchmal ein Schatten über die Treppe huscht. Ist das Anna, die dreizehnjährige Tochter ihres Nachbarn?

Der Verdacht, dass mit dem jungen Mädchen etwas nicht stimmt, lässt Jane nicht mehr los. Wieso takelt sie sich so auf? Woher kommen die blauen Flecken in ihrem Gesicht? Warum streitet sie so heftig mit ihrem Vater, dass man es gar nicht überhören kann? Für Jane gibt es nur eine Erklärung und eine Reaktion: Das Mädchen muss beschützt werden, vor allem vor ihrem Vater.

So mischt sie sich ein, immer mehr, und völlig obsessiv, als sie erfährt, dass Annas Mutter unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Allein und verstört befürchtet Jane das Schlimmste, aber das Schlimmste kommt erst noch.

Mitten im eisigen Berliner Winter der Gegenwart beginnt für Jane ein neuer Lebensabschnitt. Hochschwanger zieht sie von London nach Berlin zu ihrer Lebensgefährtin Petra – und damit in eine komplett neue Welt. Petras Wohnung ist groß und nüchtern, das genaue Gegenteil zu ihrer gemütlichen Londoner Dachgeschosswohnung. Die Wohnung befindet sich in einem Mehrparteienhaus mit Blick auf den örtlichen Friedhof und die angeschlossene katholische Kirche.

Louise Welsh zeichnet mit diesem Wohnbezirk eine gespenstige Gegend, die als Wohnort für eine moderne Jungfamilie nicht schauriger sein könnte. Die wenigen Nachbarn scheinen Phantome und im Hinterhaus, auf welches Jane aus dem Kinderzimmer blickt, ereignen sich merkwürdige Dinge. Genau in dieses Zimmer zieht es sie immer wieder, in den ersten Tagen, in denen sie alleine in dieser fremden Wohnung, dieser fremden Stadt lebt, denn Petra musste überraschend zu einem Geschäftstermin nach Wien. Spärlicher Telefonkontakt ist in dieser Zeit die einzige Verbindung.

Read More Read More