Kategorie: Aktenzeichen

Cormac McCarthy | Kein Land für alte Männer

Cormac McCarthy | Kein Land für alte Männer

Der Koffer war randvoll mit Hundertdollarnoten. Sie waren mit Banderolen, die den Aufdruck $10 000 trugen, zu kleinen Päckchen gebündelt. Er wusste nicht, wie viel es insgesamt war, hatte aber eine ziemlich gute Vorstellung davon. Er saß da, betrachtete das Geld, schloss dann den Deckel und verharrte mit gesenktem Kopf. Sein ganzes Leben lag da vor ihm. Tag für Tag, von morgens bis abends, bis zu seinem Tod. Alles konzentriert auf vierzig Pfund Papier in einem Aktenkoffer.
Er hob den Kopf und blickte hinaus auf die Bajada. Leichter Wind von Norden. Kühl. Sonnig. Ein Uhr nachmittags. Er betrachtete den Mann, der tot im Gras lag. Seine grauen Krokodillederstiefel, die mit Blut vollgesogen waren und schwarz wurden. Das Ende seines Lebens. Hier an dieser Stelle. Die fernen Berge im Süden. Der Wind im Gras. Die Stille. Er ließ die Schließe einrasten, schloss die Schnallen, stand auf, schulterte die Büchse, hob den Aktenkoffer und die Maschinenpistole auf, orientierte sich anhand seines Schattens und marschierte los. (Auszug Seiten 20-21)

Südwesttexas: Llewelyn Moss stößt bei der morgendlichen Antilopenjagd in der Wüste auf mehrere zerschossene Geländewagen und Leichen, offenbar ein missglückter Drogendeal. Er folgt einer Spur weiter in die Wüste, findet eine weitere Leiche – und einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Moss nimmt ihn an sich. In der Nacht kehrt er zurück, um seine Spuren zu verwischen. Ein Fehler, denn er wird erwartet. Er kann zwar fliehen, doch von nun an hat er einen gnadenlosen Verfolger – den psychopathischen Killer Anton Chigurh.

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Andreas Föhr | Eisenberg

Andreas Föhr | Eisenberg

Der Arm der Toten, der auf Schwinds Seite lag, zeichnete sich unter dem Tuch ab, und es schien, dass er am Handgelenk abrupt aufhörte. „Es sieht so aus, als hätte sie keine Hände.“
„Da greifen wir jetzt aber ein bisschen vor.“
„Sind die Hände gefunden worden?“ Das Thema beschäftigte Schwind, und er wollte Stangs langatmige Einführungszeremonie nicht abwarten. „Was sind Sie bloß so ungeduldig?“
„Beantworten Sie doch einfach meine Frage. Wurden die Hände…“
„Gefunden wäre das falsche Wort“, unterbrach ihn Stang ungehalten, denn er hasste es, wenn jemand den ritualisierten Ablauf seiner Obduktionen durcheinanderbrachte. Er zog ein Gesicht, als habe man ihm den ganzen Spaß verdorben, murmelte: „Also weg damit“, und gebot der jungen Ärztin mit herrischer Geste, das Tuch zu entfernen. (Auszug Seite 11)

In München wird an einem Abschnitt der Isar, dem sogenanntem Flaucher, die brutal ermordete und verstümmelte Leiche einer jungen Studentin gefunden. Ein mutmaßlicher Täter wird schnell aufgrund von DNA-Spuren im Obdachlosenmilieu ermittelt. Der Fall findet das Interesse von Dr. Rachel Eisenberg, eine auf Strafrecht spezialisierte Anwältin, die sich zwar kein großes Honorar, aber eine gewisse Medienpräsenz erhofft.

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Christoffer Carlsson | Der Lügner und sein Henker Bd. 3

Christoffer Carlsson | Der Lügner und sein Henker Bd. 3

Der Lügner und sein Henker, spannender Abschluss der Leo-Junker-Trilogie

Aber wer weiß, ob dies wirklich das Ende ist…

Christoffer Carlsson nimmt im dritten Teil seiner Romanserie um den charismatischen Polizisten Leo Junker einige alte Handlungsfäden wieder auf und verknüpft die losen Enden zu einem feinen Gespinst, in dessen Muster mehr und mehr von den Verbindungen und Bezügen einiger Personen und Geschehnisse zueinander erkennbar werden, bisher unvollendete Erzählstränge zu Ende geführt werden und vage und unbestimmte Gedanken der ersten beiden Bücher ihre Erklärung finden.

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Christian Bauer | Klara Klühs und die weiße Jade

Christian Bauer | Klara Klühs und die weiße Jade

„Vielleicht auf ihrem Rechner?“ mutmaßte Paul Kersten und drückte gleichzeitig den Startknopf. Es erschien eine Eingabemaske, die nach dem Passwort fragte. „Weisse Jade“ gab Kersten in die Maske ein und drückte die Entertaste. „Weiße Jade?“, fragte Klara. Aber Kersten brummte nur: „Wahrscheinlich wegen dem Armband. Trägt sie ja dauernd.“ (Auszug Seite 41)

Der Fischer Paul Kersten vermisst seine Frau Greta. Sie wollte eigentlich ihren Bruder in Berlin besuchen, beide sind aber nicht zu erreichen. Greta war auch Teilnehmerin des Lesetreffs in der Inselbücherei von Klara Klühs. Paul Kersten hat die Polizei bereits informiert, bittet aber auch Klara sich in den persönlichen Sachen seiner Frau umzusehen, da sie auf Hiddensee bereits als „Miss Marple“ bekannt ist. Klara findet bei der studierten Mathematikerin Greta Lottoscheine und einige Berechnungen dazu. Ist das der Schlüssel? Und was hat es mit dem Armband aus weißer Jade auf sich? Gemeinsam mit dem Pfarrer Klaas Harmsen reflektiert sie ihre Überlegungen und befragt die Inselbewohner. Immer wieder tauscht sie sich auch mit dem Kriminalhauptkommissar Sven Krömer aus Stralsund aus, denn mittlerweile glaubt keiner mehr an eine Wiederkehr der Vermissten…

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Gerald Kersh | Die Toten schauen zu

Gerald Kersh | Die Toten schauen zu

„Meine Herren, natürlich ist die Beseitigung der Ursachen das bestmögliche Gegengift gegen jedweden Terror. Das zweitbeste ist… nun, sagen wir, das Zerstampfen der Früchte, die er trägt. Man liefert den Beweis, dass die Sache sich nicht auszahlt, und so, wie man auf jede Revolution mit einer Gegenrevolution antworten kann, kann man Terror mit Gegenterror begegnen. Das hier, meine Herren, dürfen Sie als einen Entwurf zu Gegenterror betrachten – als ein überzeugendes Exempel. Sie werden, da bin ich ganz sicher, zu dem Schluss gelangen, dass Gegenterror ohne Frage wirkungsvoll sein kann, sofern man fest entschlossen ist, ihn bis zum bitteren Ende durchzuziehen und jede Drohung, die man genötigt wurde auszusprechen, in die Tat umzusetzen und mehr noch als das. Angeblich, so heißt es, könne man ein ganzes Volk nicht mal eben so auslöschen. Nun, gut. Es ist unsere Pflicht, unsere absolute Bereitschaft erkennen zu lassen, genau das zu tun, sofern es notwendig ist.“ (Auszug Seite 103)

In der besetzten Tschechoslowakei wird der SS-Obergruppenführer von Bertsch von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer erschossen. Die Deutschen sinnen auf Vergeltung und wollen den tschechischen Widerstand in die Knie zwingen. Als vor dem kleinen Dorf Dudicka ein verlassenes Motorrad gefunden wird, reicht dies aus, um an den unschuldigen Dorfbewohnern ein Exempel zu statuieren.

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