Tim Herden | Süderende Bd. 6

Tim Herden | Süderende Bd. 6

Wieder Kopfschütteln. Auch von Möselbeck. „Die Eltern von Isabel Ganzow wohnen in Vitte, in Süderende“, klärte er sie auf. „Sie kommt eigentlich von der Insel, war früher auch meine Patientin. Und da war sie gesund. Vielleicht eine leichte Neigung zur Hypertonie, aber nicht schlimm. Aber sie wohnt schon lange nicht mehr auf der Insel, sondern auf Rügen.“ (Auszug Seite 16)

Im Hotel Wiesenweg in Vitte auf der Insel Hiddensee wird Isabel Ganzow tot in ihrem Zimmer gefunden. Sofort beginnt Nelly Blohm, die Inselpolizistin, mit den ersten Befragungen und bekommt schnell Unterstützung von der SoKo Ostseeküste aus Stralsund. Der Begleiter der Toten, Harry Teichmüller, ist Tourismuschef auf der Nachbarinsel Rügen und verschwindet am folgenden Tag beim Insellauf spurlos. Er ist bis dahin der Hauptverdächtige. Neben den üblichen Ermittlungen läuft die Fahndung nach Teichmüller auf Hochtouren, trotzdem können weitere Opfer nicht verhindert werden. Was sind die Motive der Morde?

Polizeiliche Umstrukturierungen

Süderende von Tim Herden ist der sechste Inselkrimi um Stefan Rieder, der in den ersten Büchern Polizist auf Hiddensee war und nun der Chef der Soko Ostseeküste ist. Die Soko hat sich Rieder unter anderem aus Kollegen zusammengestellt, mit denen er in früheren Fällen auf der Insel bereits gute Erfahrungen gemacht hat und die sich nun um Fälle vom Fischland bis nach Usedom beschäftigen. Nelly Blohm hat in einem früheren Fall bereits mit Rieder zusammengearbeitet, als sie noch im Revier in Bergen auf der Insel Rügen arbeitete. Nach dem letzten Fall war nicht ganz klar, ob es überhaupt einen weiteren Krimi geben wird und so freue ich mich nun umso mehr über diesen Roman.

Besuchbare Schauplätze

Die Geschichte liest sich wie gewohnt sehr flüssig und es geht hauptsächlich um die Ermittlungsarbeit. Private Szenen kommen ebenfalls vor, aber wohl dosiert und auch eher von den Protagonisten. Der Fall ist ziemlich verstrickt, immer wieder ergeben sich Indizien, aber keine handfesten Beweise und immer wieder rücken andere Personen in den Fokus als Tatverdächtige. Rieder ist sich auch nicht zu schade, auf „freie Mitarbeiter“ zu setzen, beispielsweise seinen Nachbarn oder den Parkplatzwächter, um sich umzuhören. Besonders haben mir wieder die sehr detaillierten Beschreibungen einzelner Schauplätze auf Hiddensee gefallen. Ich konnte mir jeweils genau vorstellen, wo sich die Kommissare aufhielten und Ecken, die mir bisher unbekannt waren, werden im nächsten Urlaub besucht.

Spannung bis zum Schluss

Die Spannung hält sich konstant und wirklich bis zur letzten Seite. Die letzte Seite lässt außerdem auf einen weiteren Krimi hoffen. Einziger Wermutstropfen für mich ist, dass die Handlung nicht ausschließlich auf Hiddensee spielt, sondern leider mindestens zur Hälfte auf Rügen. Außerdem hätte ich die italienische Mafia auch nicht unbedingt in der Geschichte gebraucht.

Fazit: Gewohnt spannende Ermittlung, die leider etwas viel auf der Insel Rügen spielt.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Süderende | Erschienen am 26. Februar 2020 im Mitteldeutschen Verlag
ISBN 978-3-963-11307-3
336 Seiten | 14.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Extra: 14-minütige Lesung von Tim Herden auf YouTube

Auch bei uns: Andreas Rezensionen zu den Romanen Harter Ort und Schwarzer Peter des Autors Tim Herden.

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