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Antonio Ortuño | Die Verbrannten

Antonio Ortuño | Die Verbrannten

Der Junge ist zu müde, um weiterzuschreien. Er klammert sich an Luna, drückt das Gesicht an sein Ohr, er hat Angst, dass jemand lauscht.
„Ich habe gehört, was dieser Hurensohn gesagt hat. Er hat gesagt, dass der Mann, sein Chef, ihm das befohlen hat. Ich hab’s gehört.“
Luna schaut ihn an. Der Junge wiederholt seine Geschichte. Schweigt, beginnt wieder von Neuem. […] Luna schlägt ihm mit dem Handrücken fest auf den Mund.
„Halt die Klappe, du Idiot. Du hast verdammtes Glück gehabt. Denn du hast das gerade dem einzigen Menschen in Santa Rita gesagt, der dich nicht töten wird. Aber du darfst es nie mehr wiederholen.“
Der Junge, die Augen weit aufgerissen, schwankend, an seinen Arm geklammert, nickt.
Am Morgen sagt er aus, dass er nichts von dem gesehen oder gehört hat, was er gesehen und gehört hat. (Auszug Seite 146)

In Santa Rita, einer kleinen Stadt im Süden Mexikos, wird ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt. Es sterben vierzig Flüchtlinge. Irma alias Negra, arbeitet beim lokalen Büro der Nationalkommission für Migration. Sie nimmt sich der Überlebenden und der Angehörigen an. Sie soll vor allem beschwichtigen und Entschädigungen anbieten. Eine detaillierte Untersuchung des Ereignisses ist nicht wirklich vorgesehen. Niemand will in einem Klima der Angst als Zeuge auftreten. Doch die junge Überlebende Yein vertraut sich Irma an. Während Irma die Wahrheit ans Licht bringen will, sucht Yein nur eins: Vergeltung.

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Jakob Melander | Blutwind

Jakob Melander | Blutwind

Am Strand von Kopenhagen wird eine grotesk zugerichtete Frauenleiche entdeckt, sie wurde auf ungewöhnlich altmodische Weise konserviert, und ihre leeren Augenhöhlen starren ins Nichts. Lars Winkler von der Mordkommission nimmt die Ermittlungen auf, ihm zur Seite steht die junge Polizeibeamtin Sanne Bissen – die Lars auch dann noch ins Vertrauen zieht, als ihm der Fall entzogen wird. Während nach und nach eine Familiengeschichte ans Licht kommt, die grauenvoller kaum sein kann, sucht der Sandmann, vom Blutwind getrieben, weitere Opfer …

Blutwind von Jakob Melander ist ein atmosphärisch dichter Roman, in dem sich die Verbrechen von zwei Serientätern (Mörder und Vergewaltiger) verbinden und die Kopenhagener Kriminalpolizei vor eine Herausforderung stellen. Insbesondere der Ermittlungsleiter Lars Winkler hat so seine Probleme; nicht nur privat, sondern auch mit Kollegen. Hilfe bekommt er schließlich von einer in sein Kommissariat versetzten Kollegin, die er zwar zunächst ablehnt, die sich jedoch im Endeffekt als Glücksfall herausstellt.

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Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street ♬ | Das Rätsel von Musgrave Abbey | Ein Fluch in Rosarot

Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street ♬ | Das Rätsel von Musgrave Abbey | Ein Fluch in Rosarot

Der Audio Verlag hat sich an für diesen Herbst etwas Besonderes für Sherlock Holmes-Fans einfallen lassen: Gleich zwei komplett neu gestrickte Fälle erscheinen am 23. Oktober als Hörspiele, frei nach Motiven von Sir Arthur Conan Doyle, geschrieben von Viviane Koppelmann.

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Ken Bruen | Kaliber

Ken Bruen | Kaliber

HUUUIIIII, es tut mir leid, dass ich so lange weg war. Leute umbringen kostet Zeit. Echt, damit möchte ich nicht meinen Lebensunterhalt verdienen müssen, wie ätzend wäre das denn! Zum Glück ist es nur Freizeitspaß. (Auszug Seite 77)

Im Londoner Südosten treibt ein Serienkiller sein Unwesen. In seinem Visier sind allgemein unbeliebte, unangenehme Mitbürger. In einem Brief an den zuständigen Superintendent enthüllt er seine Motivation: „Die Mission, die ich auf mich genommen habe, ist es, den Bewohnern unseres Fleckens Erde eine Lektion zu erteilen. Eine Lektion in puncto Manieren.“ Doch der „Manners Killer“ hat nicht damit gerechnet, dass das zuständige Polizeirevier ebenfalls eine beträchtliche Zahl Gestörter beherbergt, allen voran Detective Sergeant Brant.

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Yasmina Khadra | Worauf die Affen warten

Yasmina Khadra | Worauf die Affen warten

„Wir würden gerne Monsieur Hamerlaine sprechen.“
„Sind ihre Vorgesetzten informiert?“
„Warum stellt man uns nur immer dieselbe Frage?“, wundert sich Zine.
„Das ist die normale Vorgehensweise“, antwortet der junge Mann. „Monsieur Hamerlaine ist einer der Gründerväter der Nation. Es ist das Mindeste an Korrektheit, den Umweg über ihr Ministerium zu machen, bevor sie bei ihm vorstellig werden. Normalerweise kommen die Minister persönlich vorbei. Untergebene zu schicken wird als schwerer Verstoß gegen das Protokoll gewertet.“
„Wovon redet der nur?“, fragt Zine die Kommissarin.
„Wie auch immer, Monsieur Hamerlaine ist in seinem Heim in Hydra. Dies ist eine seine Zweitresidenzen. Wenn sie einen Rat wollen, informieren sie vorab Ihre Vorgesetzten über ihre Pläne. Die amtliche Rückendeckung federt so manchen Sturz ab“
Er winkt ihnen lässig zu und verschwindet. (Auszug Seite 127)

Auf einer Waldlichtung in der Nahe von Algier wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Attraktiv und auffällig wie eine Braut geschminkt. Todesursache ist eine Verstümmelung, ihr wurde ein Busen abgebissen. Kommissarin Nora Bilal und ihr Team haben zunächst wenig Anhaltspunkte. Doch dann führt sie eine Spur zu Hadsch Saad Hamerlaine, dem inoffiziellen Herrscher über Algier.

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