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Karen Perry | Was wir getan haben

Karen Perry | Was wir getan haben

„Ich hatte nicht gedacht, dass ich je hier her zurückkommen würde. Ich hatte versucht, diesen Teil meiner Kindheit hinter mir zu lassen, und dennoch sah ich ihn mittlerweile als den entscheidenden Moment meines Lebens. In den dunklen Stunden, wenn ich allein und ungeliebt in meinem Bett lag und Tränen des Selbstmitleids auf meinen Wangen trockneten, kehrte ich stets zu diesem Ereignis zurück, erlaubte mir, es aus dem Abstand der vergangenen Zeit zu betrachten, und dachte darüber nach, wie es mich verändert hatte, dass ich, wenn es nie geschehen wäre, vielleicht ein anderer Mensch geworden wäre und ein anderes Leben gelebt hätte.“ (Auszug Seite 164, Katie)

Ein heißer Sommertag in der Masai Mara in Kenia, 1982. Katie und die zwei Brüder Luke und Nick schleichen sich zum Ufer des Flusses, was ihnen eigentlich nicht erlaubt ist. Luke und Nick treffen im Wasser auf zwei Schwestern, mit denen sie ein Spiel spielen, welches harmlos beginn und doch das Leben von drei Familien und weiteren Menschen für immer verändern wird. Luke ist zehn und sein Bruder Nick erst acht. Als markerschütternde Schreie die Mutter der beiden ans Ufer rennen lässt, ist es bereits zu spät.

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Marcus Imbsweiler | 55

Marcus Imbsweiler | 55

Beim Abendessen legte ihm Fred einen kleinen schwarzen Zettel neben den Teller. „Hab doch noch einen gefunden“, brummte er.
Joris nahm das Papier in die Hand. Der Dicke muss weg!, las er. Darüber prangte der rundliche Strichmännchenkopf mit Brille und Schnurrbart. […]
„Und das habt ihr verteilt 1955?“
„Überall.“
„Wobei es gar nicht um Hoffmann ging. Sondern um die Autonomiefrage.“
„Naja.“ Fred biss herzhaft zu. „In der Theorie vielleicht. Praktisch gesehen, hatten wir zehn Jahre Joho hinter uns. Zehn Jahre Abtrennung von Deutschland, Unterdrückung der Opposition, politischer Stillstand – natürlich ging es da auch um den Dicken. 55 hat er sogar allein regiert. Kein Koalitionspartner mehr. So was geht immer in die Hose.“ (Auszug Seite 165 – 166)

Im saarländischen Dürrweiler wird der Rentner Kurt Bosslet tot am Ende der Kellertreppe aufgefunden. Todesursache: Vermeintlich ein Herzinfarkt, aber so ganz sicher ist sich die Polizei nicht. Zeugen wollen das Fahrrad des jungen Joris am Haus des Toten gesehen haben. Dieser wohnt erst seit kurzem bei seinem Großvater Fred, der ein alter Rivale des Toten war. Joris begibt sich auf Spurensuche, um seine Unschuld zu beweisen, und gräbt tief in der Vergangenheit bis hin zum Schicksalsjahr des Saarlands: 1955.

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Rosa Ribas & Sabine Hofmann | Das Flüstern der Stadt

Rosa Ribas & Sabine Hofmann | Das Flüstern der Stadt

Barcelona in den frühen 1950er Jahren. Ganz Spanien leidet unter dem Joch des General Franco und seiner Einheitspartei Falange Española. Der „letzte faschistische Diktator“ wird gefürchtet, hat er doch das Land mit seiner Geheimpolizei fest im Griff. Politische Gegner werden in brutalen Säuberungsaktionen verhaftet, gefoltert und umgebracht. In diesen Zeiten des Misstrauens spielt die Wahrheitsfindung keine große Rolle, schon gar nicht auf einem Polizeirevier.

Zeitungsbericht über die Rede des Zivilgouverneurs (Seite 194):
Die Zahl der Verbrechen im Neuen Spanien ist gering. Gerade weil unsere Regierung tolerant und menschlich ist, gerade weil die Rechte aller Bürger respektiert werden, gerade weil wir keineswegs einen Polizeistaat haben, schätzen wir die Arbeit unserer unermüdlichen Polizei so hoch ein. Es sind diese ebenso patriotischen wie fähigen Männer, die Tag und Nacht über das Wohl der Bürger wachen.

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Hansjörg Schneider | Silberkiesel

Hansjörg Schneider | Silberkiesel

Er merkte, dass ihn seine Gedanke anödeten. Aber er hatte keine anderen zur Verfügung, er musste die nehmen, die ihm einfielen, auch wenn sie reaktionär, ja hoffnungslos waren. Lieber ehrlich und reaktionär als verlogen und progressiv, dachte er, und jetzt musste er fast kotzen vor Wut über das, was er dachte. Wer war er denn? War er wirklich das allerletzte Häuflein Dreck auf Gottes Erdboden? (Auszug Seite 110 und 111)

Im September 2015 stieß ich im Programm des Diogenes-Verlags auf Hunkelers Geheimnis, den neunte Fall des Ermittlers Hunkeler von Autor Hansjörg Schneider, welchen ich bis dato noch nicht gelesen hatte. Da ich nun aber nicht den Einstieg beim neunten Band wagen wollte, habe ich Band 1 der Serie gelesen – Silberkiesel. Nachdem mir der österreichische Autor Friedrich Glauser und dessen Ermittler Wachtmeister Studer so gut gefallen hatten, hielt ich das für eine gute Idee. Und da war er schon, der Denkfehler: Glauser ist Österreicher, Schneider hingegen Schweizer. Das ist dann – so werden mir die Einheimischen bestimmt bestätigen – doch ein kleiner Unterschied. Aufgefallen ist mir dieser Fauxpas in der Auswahl aber erst nach der Lektüre.

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Sebastian Fitzek | Passagier 23

Sebastian Fitzek | Passagier 23

„177 Suizide?“ dachte sie laut, noch immer erstaunt über diese unglaublich hohe Zahl.
Daniel nickte. „Und das sind nur die, die wir nicht verheimlichen konnten. Glaub mir, die Dunkelziffer liegt höher. Viel höher.“
„Wie hoch?“
„Auf allen Kreuzfahrtschiffen, die derzeit die Weltmeere durchkreuzen, gehen nach unseren Schätzungen jedes Jahr im Schnitt dreiundzwanzig Personen über Bord.“
Passagier 23!
(Auszug Seite 71)

Martin Schwartz hat seine Frau und seinen 10-jährigen Sohn bei einer Kreuzfahrt auf der „Sultan oft the Sea“ verloren. Seine Frau hat den gemeinsamen Sohn mit einem Chloroform getränkten Waschlappen betäubt, ihn dann über Bord geworfen und ist ihm anschließend gefolgt. Erweiterter Suizid. Aber bei den Ermittlungen gab es Ungereimtheiten, die vertuscht wurden. Einige Jahre später erhält Martin Schwartz den Anruf von Gerlinde Debkowitz. Sie hat Beweise, dass es damals kein Selbstmord war. Also kehrt der 38-jährige auf das Schiff zurück und erhält von der Anruferin den Teddy seines Sohnes.

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