Kategorie: 3.5 von 5

Reingehört | Hörbücher-Kurzrezensionen ♬

Reingehört | Hörbücher-Kurzrezensionen ♬

Hörbuch-Kurzrezensionen Anfang Dezember 2021

 

 

Judith Merchant | Schweig! ♬

Nach „Atme“ aus dem Jahr 2019 ist dies der zweite Thriller der Autorin Judith Merchant, einer studierten Literaturwissenschaftlerin und Mitglied des Syndikats. Bei „Schweig!“ handelt es sich um ein spannendes Psychodrama, in dem zwei unzuverlässige Erzählerinnen in einer Art Kammerspiel aufeinander treffen. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Esther, die Ältere, eine Perfektionistin, lebt mit Mann und 2 Kindern in der Stadt und trotz Weihnachtsstress fährt sie bei starkem Schneefall zu ihrer Schwester Sue, einer verschrobenen Eigenbrötlerin, die seit ihrer Scheidung, seelisch angeschlagen, alleine und abgeschieden in einem großen Haus mitten im Wald lebt. Aus zunächst verbalen Sticheleien wird schnell ein erbitterter Kampf und dem Hörer wird klar, dass die beiden seit Kindertagen eine ziemlich schwierige und ungesunde Beziehung zueinander haben. Manipulative Machtspielchen waren schon immer an der Tagesordnung und können Neid und Missgunst kaum verbergen. Immer weiter wird an der Eskalationsstufe gedreht und man spürt, dass das auf eine Katastrophe hinausläuft. Viele unerwartete, nicht immer ganz schlüssige Wendungen wissen zu überraschen und obwohl die anstrengenden Charaktere dem Hörer einiges abverlangen, wollte ich die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht und wurde in die Geschichte hineingezogen.

Durch den raffinierten Kniff, die Erzählperspektiven ständig zu wechseln, entsteht eine unterschwellige Spannung, denn nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint und man kann sich für keine Seite entscheiden. Dass wir es mit drei unterschiedlichen Sprechern zu tun haben, kommt dem Psychothriller sehr entgegen, denn er ist sehr dialoglastig, alle Empfindungen können dadurch gut kommuniziert werden und die Handlung wirkt dynamisch. Mit kleinen Abstrichen ein wirklich spannendes, gut durchdachtes Hörbuch, dessen Ende ich so tatsächlich nicht auf der Pfanne hatte.

 

Schweig! | Als Hörbuch erschienen am 09. September 2021 im Argon Verlag
ISBN: B09CZCKZ91
Ungekürzte Lesung | Sprecher: Christiane Marx, Ulrike Kapfer, Tim Gössler
Laufzeit: 8 Stunden, 17 Minuten | 17,64 Euro
Weitere Angaben & Hörprobe
Die Printausgabe erschien bei Kiepenheuer & Witsch

Wertung: 4,0 von 5
Genre: Psychothriller

 

 

Ken Follett | Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit (Band 4) ♬

Als vor über 30 Jahren ‚Die Säulen der Erde‘ rauskam, war der Mix aus Mittelalterroman, Thriller und Romanze komplett neu und gefühlt hat jeder das Epos über den Jahrzehnte dauernden Bau einer Kathedrale gelesen. Die Nachfolgebände interessierten mich dann weniger, als aber 2020 ‚Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit‘ erschien, das thematisch knapp 140 Jahre vor dem 1. Teil im Jahr 997 spielt, war ich wieder Feuer und Flamme. Genau das richtige, um auf meinem Arbeitsweg in eine andere Welt abzutauchen.

Edgar, ein junger Bootsbauer muss erleben, wie Wikinger sein Heimatdorf an der Küste überfallen und zerstören. Dabei werden nicht nur Heim und Werft komplett zerstört, auch sein Vater und seine Geliebte kommen ums Leben und er ist gezwungen, in einem kleinen Nest namens Deng’s Ferry im Landesinneren als Bauer sein Brot zu verdienen. Doch der handwerklich geschickte Edgar hat eine schnelle Auffassungsgabe und viele fortschrittliche Ideen. Zeitgleich macht sich die normannische Grafentochter Ragna von Cherbourg auf den Weg nach England, um den Aldermann Wilf zu ehelichen. Schnell verliert sie ihre Naivität, denn das Leben neben dem angelsächsischen Edelmann ist nicht so wie vorgestellt und sie muss sich gegen die Intrigen seiner durchtriebenen Familie zur Wehr setzen. In der naheliegenden Stadt Shiring kämpft der ambitionierte Mönch Aldred gegen klerikale Widersacher, z.B. den gewissenlosen Bischof Wynstan. Nach und nach verbinden sich die Wege der einzelnen Figuren.

Damit ist dieser Schmöker, der den Weg eines Weilers zu einer aufstrebenden und florierenden Stadt zeigt, das Prequel zu den anderen Kingsbridge-Romanen des Autors. Follett beschreibt diese raue Epoche, in der die Menschen unter großen Entbehrungen, vielen Krankheiten und der Willkür der Reichen leiden mussten, gewohnt bildhaft. Die Lebensumstände sind geprägt durch einen ständigen Überlebenskampf, Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg. Der Schreibstil ist einfach, atmosphärisch und die Lebensumstände der Menschen werden durch Tobias Kluckert emotionsvoll transportiert. In gewohnter Ken-Follett-Manier sind die Rollen der Guten und Schurken eindeutig verteilt. Trotz trivialer Sprache und der Verwendung einiger Klischees fand ich die Geschichte durchaus fesselnd und konnte komplett in der Epoche versinken.

 

Kingsbridge | Als Hörbuch erschienen am 15. September 2020 bei Lübbe Audio
ISBN: B08HJDRZLR
Ungekürzte Lesung | Sprecher: Tobias Kluckert
Laufzeit: 28 Stunden, 59 Minuten | 25,99 Euro
Weitere Angaben & Hörprobe
Die gebundene Ausgabe erschien im Limes Verlag
Originaltitel: The Evening and the Morning | Übersetzung aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher

Wertung: 3,5 von 5
Genre: historischer Roman

 

Alex Beer | Der letzte Tod (Band 5) ♬

Vor fast 100 Jahren ist Wien nach dem Krieg noch schwer gezeichnet, Lebensmittel sind knapp, durch mangelnde Hygiene verbreiten sich tödliche Krankheiten und die Bevölkerung kämpft mit einer galoppierenden Inflation. Emmerichs geliebte Zigarette kostet pro Stück bereits 120 Kronen, was er nicht müde wird, zu erwähnen. Im 5. Band der Reihe haben es Kriminalinspektor Emmerich und sein Assistent Winter mit einem grausigen Fund zu tun. Eine mumifizierte Leiche wird zufällig am Wiener Hafen in einem Tresor entdeckt. Bei der einen Leiche bleibt es nicht, der psychopathische Mörder hat schon sein nächstes Opfer im Visier. Dann wird ihnen noch der Psychoanalytiker Sándor Adler zur Unterstützung zur Seite gestellt und selbstverständlich hält der eigensinnige Emmerich von dem „Irrenarzt“ rein gar nichts. In eine Nebengeschichte bekommt es Emmerich wieder mit seinem alten Feind Koch zu tun. Das hätte man sich sparen können, die Geschichte ist meiner Meinung nach auserzählt. Eine Spur führt nach Budapest und Emmerich erhält Hilfe durch die ungarische Polizei. Diese internationale Zusammenarbeit ist ein schöner Hinweis auf die Anfänge von Interpol.

Wie es sich für einen historischen Roman gehört, bilden Nebenschauplätze und Nebenfiguren die geschichtliche Bühne und transportieren hervorragend das Stimmungsbild der Bevölkerung. Es liegt eine angespannte Atmosphäre über Wien, die Wut auf die Amts- und Würdenträger der Stadt steigt, geschuldet durch den großen Unterschied zwischen Reich und Arm. Besonders Emmerich kam mir noch nie so ruppig und unhöflich vor.

Der Österreichische Burg-Schauspieler Cornelius Obonya wertet mit viel Wiener Schmäh die Geschichte noch mal auf. Er gibt mit unterschiedlichen Akzenten jeder Figur eine ganz eigene Stimme und nur durch minimale Änderungen der Tonlage kitzelt er die charakterlichen Merkmale heraus. Emmerich aufbrausend und unangepasst mit tiefer, markanter Stimme und dann wieder den ausgleichenden Winter ganz zart und leise. Wirklich beeindruckend wie Obonya sich durch den ganzen Plot grantelt, grummelt, flüstert und flötet. Nur schade, dass es sich um eine gekürzte Version handelt. Der 5. Band glänzt mit seine Figuren, seiner Atmosphäre und den gut recherchierten Fakten, schwächelt ein bisschen in dem wenig originellen Krimiplot um den Serientäter.

 

Der letzte Tod | Erschienen am 11.10.2021 bei Random House Audio
ISBN: B09HKZBVLVgekürzte Lesung | Sprecher: Cornelius Obonya
Gesamtspielzeit: ca. 6 Stunden 39 Minuten | 12,99 Euro
Weitere Angaben & Hörprobe
Die gebundene Ausgabe erschien im Limes Verlag

Wertung: 3,5 von 5
Genre: historischer Kriminalroman

 

Fotos und Rezensionen von Andy Ruhr.

Stephen King | Billy Summers ♬

Stephen King | Billy Summers ♬

In Stephen Kings aktuellem Roman, der ganz ohne übersinnliche- und Horrorelemente auskommt, geht es um Billy Summers, einen intelligenten und empathischen Mittvierziger. In der Vergangenheit war er bei den Marines und profilierte sich als exzellenter Scharfschütze. Aktuell verdient er sein Geld als Auftragskiller. Allerdings ein Auftragskiller mit Moralkodex, denn er liquidiert nur „schlechte“ Menschen.

Der letzte große Coup
Jetzt will er nach einem letzten großen Coup aus dem Geschäft aussteigen. Für diesen Auftrag nimmt er eine Scheinidentität als Schriftsteller an. Erst als Tarnung gedacht, entwickelt der Ex-Marine immer mehr Leidenschaft für die Tätigkeit und schreibt tatsächlich an einer Autobiografie. In dieser Parallelerzählung erfahren wir mehr über seine traumatische Kindheit und die Zeit im Irakkrieg, besonders über die schrecklichen Erlebnisse im Kriegsgebiet Falludscha. Dieses Stilmittel, die Geschichte in der Geschichte, nutzt King, um uns die Figur Summers in aller Ausführlichkeit näher zu bringen, lähmt damit aber auch immer wieder den Erzählfluss. Der Kriegsveteran ist ein komplexer vielschichtiger Charakter, der sich und sein Handeln oft kritisch reflektiert. Obwohl er vor seinen Auftraggebern stets den Simpel mimt, ist er doch sehr belesen und weiß aus Literatur und Film, dass letzte große Coups ja oft in die Hose gehen. Aber die große Geldsumme von 2 Millionen US-Dollar lockt und die Aufgabe, einen angeklagten Doppelmörder und Vergewaltiger per Kopfschuss zu erledigen, bevor dieser vor Gericht einen Deal aushandeln kann, scheint machbar.

King nimmt sich sehr viel Zeit, um zu erzählen, wie Billy den Auftrag akribisch vorbereitet. Wir begleiten ihn über etliche Stunden im Hörbuch und erfahren, wie er sich zur Tarnung in dem kleinen Örtchen einlebt, Freundschaften schließt und ein Bestandteil der Nachbarschaft wird. Dieser Teil hat mich an ein anderes Werk von King erinnert, und zwar an ‚Der Anschlag‘ aber während ich dieses großartig fand, war ich bei ‚Billy Summers‘ wirklich irgendwann latent genervt und wollte nicht noch mal über Grillabende oder Monopolyspielen mit den Nachbarskindern hören. Ich war gut unterhalten, aber es entstand nicht der große Sog, um unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.

Der Rache-Road-Trip
Der Auftrag wird dann auch ziemlich schnell sowie unspektakulär erledigt, jedoch wie schon von Summers befürchtet, wollen ihn seine Auftraggeber reinlegen. Er ist schlau genug und hält sich nicht an den vorgegebenen Fluchtplan und es gelingt ihm, unterzutauchen. Auf seiner Flucht trifft er zufällig auf ein junges Mädchen, das bewusstlos auf der Straße liegt. Die junge Alice Maxwell wurde von drei Männern schwer misshandelt und vergewaltigt. Billy stellt seine eigenen Interessen zurück und rettet ihr das Leben. Im letzten Drittel schließen die beiden sich zusammen und gehen auf einen mörderischen Rachepfad. Summers will herausfinden, wer ihn ausschalten will und warum. Die Motivation von Alice blieb für mich weitestgehend unklar.

Die Geschichte nimmt hier nicht nur eine enorme Wendung und wird rasant und actiongeladen mit einem spannenden Showdown. Mir schien dieser Teil völlig losgelöst vom ersten Teil. Wie zwei unterschiedliche Geschichten, die nicht homogen zueinanderpassen.

Der gute Killer
Trotz seiner detaillierten, fast betulichen Ausführlichkeit im ersten Drittel, in der wir tiefe Einblicke in das Leben und die Gedankenwelt eines Killers bekommen, trotz einer fast treuherzigen, naiven Weltanschauung bezüglich der Moral eines Auftragskillers beeindruckt Stephen King mich wieder mit seiner hohen Erzählkunst sowie seinen tiefgehenden Charakterzeichnungen. Er kann einfach unheimlich gut Figuren zum Leben erwecken und ihre Beziehungen zueinander darstellen. Man kann sich gut in Summers einfühlen und hofft und bangt mit ihm und Alice mit. Wobei der Protagonist Summers als Außenseiter mit maximaler Traurigkeit dargestellt wird. Es zog sich eine große Melancholie durch den ganzen Roman und King hat hier mal ein gutes sowie passendes Ende geschrieben.

Wie in anderen King-Werken befasst sich auch ‚Billy Summers‘ mit dem Schreiben an sich und man spürt Kings große Liebe zur Literatur. Nicht verbergen kann der amerikanische Autor allerdings seine Aversion gegen den ehemaligen republikanischen US-Präsidenten, denn einige Spitzen gegen Trump und an der amerikanischen Politik konnte er sich mal wieder nicht verkneifen. Ich fand es aber ganz amüsant, wenn Summers sich bei einer gewaltvollen Aktion eine Melanie-Trump-Maske aufsetzt. Mehr gestört hat mich, dass hier Selbstjustiz unreflektiert gefeiert wird. Natürlich dürfen auch seine Querverweise zu früheren Werken nicht fehlen, ich habe zumindest einen erkannt.
Billy Summers ist ein Spiel mit den unterschiedlichen Identitäten, es geht um die Macht der Literatur, um Freundschaften und immer wieder um Gut und Böse. Und wie schön gestaltet ist eigentlich dieses Cover?

Der Sprecher
Ich kann mir kaum einen besseren Hörbuch-Sprecher als David Nathan vorstellen. Seine Interpretationen der King-Stoffe lassen meine Wertungen immer ein halbes Pünktchen erhöhen. Mit viel Feingefühl setzt er die dramatischen, tragischen aber auch die komischen Akzente an die richtigen Stellen, lässt die Figuren nahezu real werden und den Hörer in die Geschichte eintauchen.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

Billy Summers | Erschienen am 09.08.2021 bei Random House Audio
ISBN 978-3- 8371-5718-5
ungekürzte Lesung von David Nathan  | Gesamtspielzeit: ca. 19 Stunden 32 Minuten
3 MP3-CD | 20,45 Euro
Originaltitel: Billy Summers (Übersetzung aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt)
Bibliografische Angaben und Hörprobe

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Max Bronski | Halder

Max Bronski | Halder

Er streichelte das Rindsleder. Vor dieser Zusammenkunft galt es noch, die Pflichten zu bewältigen. Die für das Gespräch wesentlichen Akten hatte er sich von Lieberwitz, seinem Assistenten, zusammenheften und in Schnellhefter binden lassen. Er zog das voluminöse Konvolut hervor.
Der Fall Nordring. (Auszug E-Book Pos.134)

Ein ziemlich lange Autofahrt hat er vor sich: Der Präsident des Bundesverfassungsschutz Kurt Halder. Unterwegs von Köln nach München zu einer Besprechung der sogenannten SOKO Nordring. Und vorweg zu einem privaten Termin. Doch unterwegs widmet sich Halder im Heck des Dienstwagens nochmal ausgiebig der Akte Nordring.

Die Münchener Polizei observiert mit einem Wagen einen weitläufigen Parkplatz im Euro-Industriepark. Dort waren in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Einbrüche in parkende Autos vorgefallen. Am zweiten Observationsabend verlässt einer der beiden Polizisten den Wagen, um im nahegelegenen Fastfood-Restaurant etwas zu essen zu holen. Als er wiederkehrt, steht der Dienstwagen in hellen Flammen, sein Kollege ist tot. Von der Masche des Fahrzeuganzündens her eine typische Tat Linksautonomer. Der tote Polizist starb nicht versehentlich im Fahrzeug, sondern wurde mit einem Schlag auf den Kopf gezielt angegriffen und anschließend durch das Feuer getötet wurde. Es könnten sich möglicherweise noch andere Ermittlungsansätze ergeben, aber für das LKA und den Verfassungsschutz ist der Fall klar: Ein Mord an einem Polizisten durch eine linksterroristische Zelle. Ein Motiv ergibt sich auch, war der tote Polizist doch ein erklärter Gegner der linken Szene und Mitglied einer rechten Gruppierung innerhalb der Polizei. Für Verfassungsschutz-Chef Halder ein gefundenes Fressen mit der linksradikalen Szene in München endlich aufzuräumen, dort hat er noch alte Rechnungen offen. Es ergeben sich auch zwei Verdächtige: Zwei Altlinke, Ex-RAF-Sympathisanten, inzwischen eher Silver Agers, aber für den Verfassungsschutz mit immer noch genügend terroristischem Potenzial. Zumal sie bei der weiteren Überwachung in einem Baumarkt verdächtig viel Spiritus und weiteres entzündliches Material gekauft haben.

Für Halder steht fest: Die beiden sind die Täter und planen einen weiteren Anschlag. Somit werden erhebliche Ressourcen auf sie angesetzt. Während Halders Autofahrt ergibt sich etwas: Die Verdächtigen verlassen mit vollem Kofferraum die Stadt, ziemlich sicher zum nächsten Anschlagsziel. Dort sollen sie auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Währenddessen tut sich im eigenen Hause aber ein lästiger Nebenschauplatz auf: Halders unzufriedener und gedemütigter Stellvertreter Rohleder schickt sich an, im Fall Nordring eigene Ermittlungen vorzunehmen und hinterfragt als erstes die Hypothesen seines Chefs.

Das Buch ist recht schmal und die Handlung dauert auch kaum länger als die Autofahrt. Es gibt einige Perspektivwechsel nach München und in die Zentrale des Verfassungsschutzes. In Rückblenden sowie in Halders Aktenstudium und seinen weiteren Gedanken erfährt man die weiteren Hintergründe der Geschichte, seinen persönlichen Hintergrund und seine erzkonservative Einstellung. Halder beklagt den Untergang der europäischen Kultur und macht dafür vor allem negativen Einfluss durch Einwanderer verantwortlich. Eine Vermischung von Kulturen sei Fiktion, Kulturen einander wesensfremd. Halder ist erklärter Anhänger des Philosophen Oswald Spengler und dessen Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“. Zwar hält Halder auch Rechtsradikale für Feinde des Staates, allerdings ließen sich diese unter einer politischen Führung zähmen und in geordnete Bahnen lenken. Für ihn steht der wahre Feind, den es zu bekämpfen gilt, immer links.

Der Linksradikale war hingegen per se ein unbelehrbarer Feind, weil sich seine Bestrebungen nie in den Dienst einer übergeordneten politischen Strategie stellen ließen, die eine konservative Revolution herbeizuführen trachtete. (Auszug E-Book Pos.1274)

Komme ich zuerst mal zu dem Punkt, der mir nicht so gefallen hat. Halders Rückblicke auf sein Privatleben kamen mir etwas uninspiriert und klischeebehaftet vor. Vater SS-Mann, im Krieg schwer verwundet, nachher in der Justiz erfolgreich, ein Mann eiserner Disziplin. Schwache Mutterfigur, die aber früh stirbt. Er selbst weitgehend beziehungsunfähig, mit seinem Beruf verheiratet, Liebhaber klassischer Musik. Nun tut sich ein Fenster in die Vergangenheit auf: Eine alte Schulfreundin Lena hat sich bei ihm gemeldet, sie will er am Abend vor dem dienstlichen Termin am nächsten Tag treffen. Wie Halder diese Begegnung romantisiert und glaubt, sie vor zig Jahren bei einem Abiturienten-Nachtreffen geschwängert zu haben, zeugt von erheblicher Unsicherheit. Im Beruf und in der Politik erweist er sich hingegen als gewiefter Stratege. Die Charaktisierung des Mannes ist natürlich nicht gänzlich unschlüssig, aber wirkt wie ein typisches Abziehbild und in seinem Schwarz-Weiß-Schema unoriginell.

Autor Max Bronski verfolgt in „Halder“ einen klaren Ansatz. Er stellt die Figur des Präsidenten des Verfassungsschutz in den Mittelpunkt. Einen Mann mit mindestens rechtskonservativen, wenn nicht gar nicht radikaleren Ansichten. Ein Mann, der eigentlich die Verfassung verteidigen soll, der diese allerdings als „Märchenerzählung freiheitlich gesinnter Gutmenschen“ verspottet. Halder steht dabei nicht allein, er weiß um Unterstützer für eine konservative Revolution, zu offen darf man dies jedoch nicht postulieren. Er ist nicht die Spinne im Netz, keine Führungsperson der Bewegung, aber ein Wegbereiter an prominenter Stelle. Aber vor allem im Verfassungsschutz und Polizeiapparat gibt es genügend Gleichgesinnte, die hier auch vorkommen. Rechte Chatgruppen, LKA-Beamte mit Kontakten zu Rechtsrockbands oder NSU-Terror-Relativierer. Interessant auch die Ränkespiele innerhalb und zwischen den Behörden. Das alles wird gekonnt und präzise vom Autor erzählt, natürlich fiktiv, aber mit realistischer Note. Und irgendwie erinnert mich dieser Halder an wen, vielleicht komme ich noch drauf.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Halder | Erschienen am 01.09.2021 bei Edition Nautilus
ISBN 978-3-96054-264-3
160 Seiten | 16,- €
als E-Book: ISBN 978-3-96054-265-0 | 12,99 €
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Erskine Childers | Das Rätsel der Sandbank

Erskine Childers | Das Rätsel der Sandbank

Heutzutage gibt es ja noch selten Romane, die ein politisches Erdbeben auslösen. Dafür sind die Zeiten und die Nachrichten inzwischen einfach zu schnell und eng getaktet. Doch vor mehr als hundert Jahren war dies durchaus noch möglich. Erskine Childers schrieb seinen einzigen Roman „The Riddle of the Sands“ kurz nach der Jahrhundertwende und traf damit einen politischen Nerv. England und Deutschland befanden sich damals im Wettrüsten. Two-Power-Standard hieß damals die Devise der Briten und damit wollte man seine uneingeschränkte Herrschaft auf den Weltmeeren festigen. Und dann kam dieser Roman, in dem dem Empire seine Verwundbarkeit mal eben vor Augen geführt wurde. Doch der Reihe nach.

Der Roman beginnt mit einem Vorwort des Autors, der hier behauptet, die Geschichte eines Abenteuers eines Freundes zu erzählen, das ihm dieser im Vertrauen auf Geheimhaltung geschildert habe und nun doch eine Veröffentlichung wünsche. Dieser Freund namens Carruthers ist ein Beamte im Außenministerium. Er hat den ganzen Sommer über die Stellung im Büro gehalten und ist inzwischen urlaubsreif, als ihm im September ein Brief eines alten Bekannten erreicht. Arthur Davies ist mit einer Jacht in der Ostsee unterwegs und fragt bei Carruthers an, ob dieser nicht ein wenig mitsegeln und auf Entenjagd gehen möchte. Carruthers ziert sich etwas, so dicke war er mit Davies früher auch nicht, aber mangels Alternativen sagt er doch zu und begibt sich per Schiff und Zug nach Flensburg.

Dort angekommen hebt sich Carruthers Laune nicht, denn die Jacht mit dem wohlklingenden Namen „Dulcibella“ entpuppt sich als relativ kleines, schmuckloses Boot. Personal gibt es auch keins, vielmehr ist Davies bislang allein bis in die Ostsee gesegelt. Und die richtige Zeit zum Entenjagen ist gerade auch nicht. Davies und Carruthers segeln einige Tage eher missmutig durch die Ostseeförden, bis Davies endlich mit der Sprache herausrückt.

Wieder wurde ich von seiner Umbestimmtheit unangenehm berührt; zwischen uns schien es eine Schranke zu geben, unsichtbar und unüberwindbar. Und überhaupt, was wollte ich hier? Ich quälte mich ab, in einer schäbigen kleinen Yacht, völlig außerhalb meines Elements, zusammen mit einem Mann, der mir vor einer Woche noch nichts bedeutete und jetzt ein ermüdendes Rätsel war. (Auszug S.67)

Auf der Hinfahrt ist Davies ausgiebig entlang der ostfriesischen Küste gesegelt und hat dann vor Norderney die Bekanntschaft eines gewissen Dollmann gemacht, der dort mit seiner Jacht ankerte. Dollmann wirkte erst abweisend, aber zeigte mehr und mehr Interesse an Davies und bot ihm schließlich an, gemeinsam weiter bis zur Elbmündung zu segeln. In einem Sturm hat Dollmann ihn dann in ein schwieriges Seegebiet mit vielen Sandbänken gelenkt. Dollmanns Jacht verschwand, die Dulcibella lief auf und Davies überlebte nur mit Glück und dank der Hilfe eines weiteren Bootes. Nun ist Davies sicher, dass Dollmann ihn absichtlich ins Verderben lenken wollte und zwar wegen irgendeines Geheimnisses bei den Ostfriesischen Inseln, dem er zu nahe gekommen sei. Carruthers sagt zwar seine Unterstützung zu, doch er bleibt weiterhin ein wenig skeptisch, denn als Davies auch noch Dollmanns Tochter erwähnt, befürchtet er, vielleicht doch nur in eine seltsame Liebesgeschichte geraten zu sein. Doch schließlich begeben die beiden sich über den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute Nord-Ostsee-Kanal) wieder in die Nordsee und beginnen mit den Nachforschungen, denn Davies hat seine ganz eigene Theorie. Er hält Dollmann für einen Spion in deutschen Diensten, der irgendein militärisches Geheimnis um jeden Preis schützen wollte.

Der Roman beginnt zunächst etwas schleppend und zäh, wie auch das Verhältnis zwischen Davies und Carruthers. Carruthers ist der etwas versnobte Beamte, eher eine Landratte, der sich von diesem Urlaub zwar nicht so richtig etwas versprochen hatte, aber der das Vorgefundene dennoch missbilligt. Davies hingegen ist zurückhaltend und bescheiden. Er ist aber voller Tatendrang und ein passionierter Segler, der es aber nie zur Navy geschafft hat und gerade deshalb diese Spionagesache aufdecken will. Die beiden raufen sich aber nach und nach immer weiter zusammen und werden schließlich auch erhebliche Risiken zusammen eingehen.

„Das Rätsel der Sandbank“ gilt heute als einer der ersten modernen Spionageromane und wie bereits angedeutet, hatte er in Großbritannien einige Wirkung, denn ohne viel über den weiteren Verlauf der Geschichte anzudeuten, hielt man in politischen und militärischen Kreisen die Fiktion dieses Werks für so realitätsnah, dass es einige verteidigungspolitische Maßnahmen nach sich zog. Erskine Childers war selbst passionierter Hochseesegler und kannte sich in den beschriebenen Segelrevieren hervorragend aus. Childers war in Irland geboren, diente bei der Royal Navy im ersten Weltkrieg und wurde dann glühender Anhänger der irischen Unabhängigkeitsbewegung. Im Irischen Bürgerkieg wurde er schließlich im November 1922 gefangen genommen und exekutiert.

Der Roman wurde 1979 zunächst von den Briten verfilmt. Dann gab es 1987 die hierzulande sicherlich bekanntere Verfilmung als zehnteilige ARD-Serie mit Burghardt Klaußner, Peter Sattmann, Gunnar Möller und Isabell Varell in den Hauptrollen. Beide Verfilmungen weichen aber teilweise von der Vorlage ab.

Ich wartete an Deck und beobachtete den Todeskampf der erstickenden Sände unter dem erbarmungslosen Ansturm der See. Die letzten Bollwerke wurden zerschmettert, gestürmt und überwältigt; der Aufruhr der Geräusche ließ nach und festigte sich, die See fegte siegreich über die ganze Weite. (Auszug S.128)

Der Roman ist ein Abenteuerroman und ein Spionagethriller. Er braucht ein wenig, bis er auf Touren kommt, die Spannung stellt sich erst spät ein. Die Spionageabschnitte wirken heutzutage etwas altmodisch, Davies und Carruthers etwas linkisch als Spione. Aber was den Reiz dieses Romans aus meiner Sicht immer noch ausmacht, sind die Passagen auf See. Selbst ich als Landratte muss konstatieren: Dieses Buch riecht und schmeckt nach Salzwasser, Wind und Sand. Das Buch enthält mehrere Karten, auf denen man die Fahrt der Dulcibella verfolgen kann – und es automatisch tut und quasi mitsegelt. Eric Ambler sagte über den Roman: „Eines der schönsten Bücher über Segelboote, die je geschrieben wurden.“ Wer wollte dem wiedersprechen? Als Spionageroman etwas old-fashioned, als Abenteuer- und Segelroman immer noch großartig.

 

Foto & Rezension von Gunnar Wolters.

Das Rätsel der Sandbank | Erstmals erschienen 1903
Die gelesene Ausgabe erschien 1975 im Diogenes Verlag
ISBN 978-3-257-20211-3
336 Seiten | 13,- €
Originaltitel: The Riddle of the Sands (Übersetzung aus dem Englischen von Hubert Deymann)
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Inga Vesper | In Aufruhr

Inga Vesper | In Aufruhr

„Ich meine“, fährt der Detective fort, „wir haben keine Leiche gefunden, und so viel Blut war da nicht. Sie könnte noch am Leben sein. Es könnte eine Entführung oder ein Raubüberfall sein, aber ansonsten war das Haus ja unangetastet. Vielleicht war es ein Irrer, aber selbst Irre sind normalerweise nicht so dumm. Wer würde eine Hausfrau am helllichten Tag entführen?“ Komm du mal nach South Central, dann weißt du, wer so etwas tun würde. (Auszug E-Book Pos. 522)

Inga Vesper führt uns in ihrem Krimidebüt ins sonnige Kalifornien Ende der 50er Jahre. In einen fiktiven Vorort von Los Angeles namens Sunnylakes wohnen weiße, gutsituierte Mittelstandsfamilien in makellosen, fast identisch aussehenden Einfamilienhäusern mit adretten Gärten samt Pool und perfekt getrimmten Gärten.

Die junge Ruby Wright fährt täglich mit dem Bus von South Central nach Sunnylakes, um sich ein paar Dollar als Haushaltshilfe zu verdienen. Als sie an einem sehr heißen Augusttag bei den Haneys ihren Putzjob antritt, stolpert sie fast in den blutigen Schauplatz eines Verbrechens. Neben einer Blutlache in der Küche findet sie nur die beiden kleinen Kinder weinend und total verstört vor, von der Hausherrin Joyce Haney keine Spur. Die herbeigerufene Polizei nimmt Ruby vorübergehend fest. Denn diese ist als Schwarze zunächst einmal verdächtig. Zwar gilt seit Mitte der 1950er Jahre die politische und soziale Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung, doch in den Köpfen der Amerikaner ist das noch nicht so richtig angekommen und in der Praxis werden Schwarze weiter systematisch benachteiligt. Gewöhnlicher Rassismus, Polizeigewalt und Misogynie sind an der Tagesordnung. Alles Themen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.

Schwarze Putzfrau und weißer Cop
Nach einer Nacht im Gefängnis wird die verängstigte Ruby vom ermittelnden Detective Mick Blanke vom Santa Monica Police Department aus der Zelle geholt. Blanke wurde erst vor kurzem aus Brooklyn an die Westküste strafversetzt. Er kämpft mit dem ungewohnten Klima und gilt im Dezernat auch aufgrund seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden als Außenseiter. Erste Recherchen führen ihn in die Nachbarschaft, aber bei den Frauen stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Nach einem weiteren Mord bittet der Cop Ruby um Unterstützung, denn er erkennt ihr Potential. Als Putzhilfe hat sie auch Zugang zu den anderen Häusern und da sie praktisch unsichtbar für die weiße Mittelschicht ist, erhofft er sich wertvolle Informationen. Nach einigem Zögern sagt sie zu. Dabei lockt sie auch die ausgesetzte Belohnung. Denn Ruby möchte aufs College gehen und spart darauf jeden Cent. Trotz der Warnungen ihrer Familie kann sie unbemerkt einige Geheimnisse im gar nicht so idyllischen Sunnylakes aufdecken und begibt sich dabei in große Gefahr.

Die Menschen in Sunnylakes kreisen nur um sich selbst, sie haben keine Ahnung von dem Leben in dem nur wenige Kilometer entfernten South Central, in dem die schwarze Community in heruntergekommenen Wohnblöcken lebt. Die Atmosphäre wird durch die täglichen Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen, Armut und Polizeigewalt aufgeheizt und es formieren sich Widerstände gegen die weiße Oberschicht.

Es gibt drei Erzählperspektiven, neben Mick und Ruby gibt es auch Passagen aus der Vergangenheit Joyce.

„Und deshalb müssen wir weiterkämpfen. Die Sklaverei ist abgeschafft, sagen sie, die Rassentrennung auch. Aber bekommst du einen Krankenwagen für deine Mutter? Gibt es hier gemischte Schulen? Siehst du schwarze Männer mit Krawatten und Karrieren ins Büro gehen? Hä? Siehst du das?“ (Auszug E-Book Pos. 724)

Inga Vesper ist es wirklich gut gelungen, die Zeit Ender der 50er Jahre in den USA einzufangen und ich habe es wirklich sehr gerne gelesen. Dabei stört es wenig, dass die deutsche Autorin sich Stereotypen bedient, denn sie beschreibt sie mit großer Empathie. Die unterdrückte schwarze Frau und ihr persönlicher Kampf um höhere Bildung und Freiheit. Der altmodisch wirkende Cop, der zwischen allen Stühlen sitzt, das Herz aber am rechten Fleck hat. In ihrem Bestreben, die Zeit, in der schwarze Frauen doppelte Diskriminierung erfahren und die Rassenunruhen und Konflikte, die in dieser Zeit zum Alltag gehörten sowie die verlogene Vorstadtidylle, in der die Ehefrauen nur schmückendes Beiwerk ihrer Ehemänner sind, uns nahezubringen, hat sie nicht so viel Sorgfalt beim Krimiplot angewandt. Er scheint ihr in erster Linie nur dazu zu dienen, ein Gesellschafts- und Zeitporträt Kaliforniens in den fünfziger Jahren zu zeigen. Aber das macht sie hervorragend in einer lebendigen, bildreichen Sprache mit einigen fast lyrischen Beschreibungen und erfrischenden Dialogen.

Die Journalistin Inga Vesper arbeitete in Syrien und Tansania, kehrte aber immer wieder nach London zurück, weil es für sie keinen besseren Ort als das Oberdeck eines Omnibusses gibt, um gute Geschichten zu erfinden. Und ich kann mir richtig gut vorstellen, wie sie hier einige Ideen für ihren ersten Roman entwickelt hat. Denn nirgendwo wurde die Rassentrennung und Diskriminierung so deutlich sichtbar wie in den Bussen.

 

Foto & Rezension von Andy Ruhr.

In Aufruhr | Erschienen am 21. April 2021 bei Kindler im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-463-00022-0
384 Seiten | 22,-€
Originaltitel: The long, long afternoon (Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Naumann und Silke Jellinghaus)
Bibliografische Angaben & Leseprobe