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Janis Otsiemi | Libreville

Janis Otsiemi | Libreville

In diesem Moment bereute Koumba bitterlich, dass Colonel Edmond Tchicot vor drei Jahren in Rente gegangen war. Eine solche Gelegenheit hätte er sich bestimmt nicht entgehen lassen. Colonel Lambert Essono hatte seine Qualitäten, in Sachen Menschenführung war er super, aber die Werte, die er predigte, galten in der gabunische Gesellschaft ‚kalakala‘ – schon lange – nicht mehr. Aufrichtig und redlich zu sein, sich verdient zu machen, und was es an moralischer Anstrengung noch alles gab: Alle Welt schiss drauf. Putzte sich mit der Nationalflagge den Arsch ab. Wie sollte man Ehrlichkeit in einem Land predigen, in dem die Höchsten des Staates sich die Taschen vollstopften? (Auszug Seite 188)

Libreville, Hauptstadt Gabuns, ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen: Der investigative Reporter Roger Missang wird im Regierungsviertel ermordet aufgefunden. Mit den Ermittlungen werden die beiden Beamten Louis Boukinda und Hervé Envame der Generaldirektion des Fahndungsdienstes betraut. Eine heikle Aufgabe, denn der Fundort der Leiche lässt einen politischen Hintergrund vermuten. Gleichzeitig sind zwei weitere Polizisten schwer im Stress: Pierre Koumba und Jacques Owoula, Polizisten der PJ, der Kripo, müssen den Raub eines Scheckhefts eines Ministers und die Fahrerflucht bei einem tödlichen Verkehrsunfall aufklären. Und wie es der Zufall will, werden sich die Wege der beiden Beamten-Duos im Laufe des Buches kreuzen.

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Wolfgang Kaes | Spur 24

Wolfgang Kaes | Spur 24

„Schuhe oder Sandalen oder Socken fand man allerdings keine. Aber sie trug Ohrschmuck. Einen schlichten Stecker mit Perle an einem Ohr und außerdem so ein Gehänge, sieben Zentimeter lang, sehr auffällig.“
„Was schließen Sie daraus?“
„Gar nichts. Ich bin kein Kriminalbeamter, Frau Rausch. Ich war immer nur Schutzpolizist. Aber ich mache mir so meine Gedanken. Über Spur 24.“
„Was ist Spur 24?“ (Auszug Seite 191)

Ellen Rausch bekommt zufällig eine amtliche Bekanntmachung auf ihren Tisch. In dieser Bekanntmachung wird die seit 16 Jahren vermisste Ursula Gersdorff aufgefordert, sich zu melden, denn sonst wird sie für tot erklärt. Ellen arbeitet erst seit kurzem für den lokalen „Eifel-Kurier“ in Lärchtal als Journalistin. Mehr aus der Not heraus ist sie nach 31 Jahren zurück in ihr Heimatdorf in Nordrhein-Westfalen gekommen und mit der Bekanntmachung beginnen die Recherchen für ihren ersten Artikel. Wie kann es sein, dass jemand 16 Jahre lang als verschollen gilt und es kein Lebenszeichen von ihm gibt? Und sich auch keiner darüber wundert, in einem Dorf, in dem jeder jeden kennt?

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Sebastian Fitzek | Das Paket

Sebastian Fitzek | Das Paket

„Fast hätte ich es vergessen. Könnten Sie das hier für ihren Nachbarn annehmen?“
Salim hob ein etwa schuhkartongroßes Paket vom Boden auf, von dem Emma gedacht hatte, es wäre nicht für sie bestimmt, womit sie im Prinzip ja auch richtiglag.
„Für meinen Nachbarn?“ Ihre Knie begannen zu zittern, während sie die Konsequenzen zu begreifen begann, die diese ungeheuerliche Bitte nach sich ziehen würde, sollte sie so verrückt sein, darauf einzugehen.
Sie würde wie letztes Mal, als sie so freundlich gewesen war und die Bücherlieferung für die Zahnärztin entgegengenommen hatte, stundenlang in der Dunkelheit des Wohnzimmers sitzen, unfähig, etwas anderes zu tun, als ununterbrochen darüber nachzudenken, wann es passieren würde. Wann die Klingel die Stille zerreißen und den ungewollten Besuch ankündigen würde. (Auszug Seite 72)

Emma Stein ist Psychiaterin, hat eine Privatpraxis in Berlin und setzt sich für die Verbesserung der Rechtsstellung von Patienten in psychiatrischer Behandlung ein. Nach einem Kongress, bei dem sie eine Rede zu dem Thema, für das sie sich einsetzt, gehalten hat, übernachtet sie in einem Hotelzimmer. Dort wird sie vergewaltigt und ihr werden die Haare abrasiert. Nach diesem Muster wurden bereits weitere Frauen vor ihr überfallen, die Presse nennt den Täter den „Friseur“. Danach leidet Emma unter Wahnvorstellungen und Angstzuständen. Sie verschanzt sich in ihrem Haus und macht keinen Schritt mehr nach draußen. Dann bittet sie ihr Postbote ein Paket für einen Nachbarn einige Häuser weiter anzunehmen. Das Paket ist an A. Palandt adressiert, der Name sagt Emma gar nichts. Was steckt hinter dem Paket?

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Martin Krist | Märchenwald

Martin Krist | Märchenwald

Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa …«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.

Handlungsort ist Berlin. Die eigentliche Story beginnt damit, dass der neunjährige Max von seiner Mutter geweckt und aus dem Bett gezerrt wird – augenscheinlich droht Gefahr. Sie bringt ihn mit seiner kleinen Schwester in einer Kammer hinter einem Regal in der Küche in Sicherheit. Damit die Kleine zumindest einigermaßen die Ruhe bewahrt, tut sie so, als ob alles nur ein Spiel wäre und erzählt ihnen von einer Höhle in einem Märchenwald, in der sie sicher sind und dass am Ende alles gut wird. Nachdem sie die Türe der Kammer verschlossen hat, hört Max nur noch: „Und geht zu Opa… auf… Fall“. Danach vernimmt Max nur noch ein Krachen und einen Schrei seiner Mutter, dann ist alles still.

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Tor Even Svanes | Ins Westeis

Tor Even Svanes | Ins Westeis

„Dir passiert hier doch nichts, weißt du. Hure. Dir passiert nichts, worum du nicht selbst gebeten hast. Was du dir nicht selbst gewünscht hast. Das weißt du. Du bittest doch seit dem Moment darum, in dem du an Bord gekommen bist.“
Dann hört sie das feilende Geräusch des Schlüssels, der ins Schloss geschoben wird, und sie denkt an den über das Eis kratzenden Haken, kurz bevor er sich in weiches Gewebe rammt. (Auszug Seite 151)

Das Robbenfangschiff M/S Kvalfjord ist unterwegs zu den Fanggebieten in Grönland. Die Mannschaft besteht nur aus Männern – und Mari, eine junge Veterinärin, die im Auftrag der norwegischen Fischereibehörde die Robbenjagd beaufsichtigen soll. Als das Schiff am Bestimmungsort eintrifft und die Jagd begeht, stellt Mari schnell Verstöße gegen Tierschutz und Sicherheitsregeln fest. Doch der Kapitän ignoriert ihre Beschwerden und die ohnehin reservierte Haltung der Männer schlägt in offene Ablehnung und Psychoterror um.

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