Kategorie: Politthriller

Viet Thanh Nguyen | Der Sympathisant

Viet Thanh Nguyen | Der Sympathisant

Nein, nein, schluchzte die Agentin. Sie brauchte eine gute Geschichte, aber ihr fiel keine ein, allerdings hätte nichts die Polizisten umstimmen können. Also dann, sagte der mittlere Polizist, öffnete den Gürtel und den Reißverschluss seiner Hose. […]
Wir fangen ganz leicht an, sagte der mittlere Polizist und kletterte ungelenk auf den Tisch und zwischen ihre Beine. Wie heißt du? Sie sagte nichts, aber als er die Frage wiederholte, erwachte etwas Animalisches in ihr. Sie öffnete die Augen, schaute den Polizisten an und sagte: Mein Nachname ist Viet, und mein Vorname ist Nam.“ (Auszug Seiten 480-481)

April 1975: Die revolutionären Truppen Nordvietnams erobern den Süden. Die Amerikaner ziehen sich überhastet zurück und gewähren einer kleinen Zahl privilegierter Einheimischer ebenfalls die Flucht. Mit dabei ist auch der Ich-Erzähler, Adjutant eines südvietnamesisichen Generals, aber in Wahrheit ein kommunistischer Spion. Er war ein wichtiger Informationsträger im Stab des Generals und nun soll er auch in den Vereinigten Staaten Augen und Ohren offen halten.

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Joakim Zander | Der Bruder Bd. 2

Joakim Zander | Der Bruder Bd. 2

„Also, wie lang dauert es, Fuchs?“ Er zuckt mit den Schultern. „Zehn Sekunden für den Tankdeckel, ein paar Minuten für die Tür, mehr nicht.“ „Und dann?“ „Alles easy, nur ein paar Minuten. Chill, Alter. I get this.“ Wir sehen uns an und können uns das Grinsen nicht verkneifen, können nicht verbergen, wie sehr wir uns darauf gefreut haben, auf den Frühling, auf das Ghettoleben. Also schwärmen wir aus in das gelbe Licht des Parkplatzes und schweben lautlos auf den Audi zu, nur auf die Rache konzentriert, auf das Chaos. (Auszug Seiten 44/45)

Triste schwedische Vorstadt gegen New Yorker Lifestyle

Die Geschwister Fadi und Yasmine Ajam leben mit ihren Eltern als afghanische Einwanderer in einem Stockholmer Vorort. Bergort ist eine triste und graue Trabantenstadt. Die Kinder sind sich meist selbst überlassen und haben eine enge Beziehung zueinander. Eines Tages flieht Yasmine aus diesem Ghetto und ihrem Leben als Migrantin. In New York arbeitet sie für eine PR-Agentur als Expertin für aktuelle Trends und lässt ihren geliebten kleinen Bruder zurück. Fadi verliert seinen letzten Halt und gerät in die Fänge von radikalen Islamisten.

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Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini | Suburra

Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini | Suburra

Es war nicht anders zu erwarten gewesen. Samurai wühlte mit beiden Händen in dem Abgrund, der sie verband. Aber er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Marco massierte sich die Schläfe. […]
– Die Narbe erinnert mich bloß daran, was ich noch zu tun habe.
– Rache ist nicht immer ein edles Gefühl.
– Ich suche keine Rache, Samurai. Das Faschistengewäsch interessiert mich nicht mehr.
– Ach, mich auch nicht, das solltest du begriffen haben. Ich räche mich nicht. Ich nehme Veränderungen zur Kenntnis. Und wenn notwendig begünstige ich sie. Ich lenke das Schicksal, Marco. Ich kenne keinen Groll, weil ich dafür sorge, dass gar keiner entsteht. Das weißt du. Das war immer dein Problem, Marco. Du willst die Welt verändern. Aber die Welt verändert sich nicht. Sie will beherrscht werden. (Auszug Seiten 89-90)

Nach einem Erpressungsversuch bei dem Abgeordneten Malgradi wird der Gangster Spadino vom Mafioso Numero Otto brutal ermordet. Denn der korrupte Malgradi wird noch gebraucht: Die vereinigten Mafiaclans planen einen Riesendeal, ein gigantisches Bauvorhaben zwischen Rom und Ostia soll fette Gewinne in die Kassen spülen. Doch der Mord bringt das Gleichgewicht ins Wanken, eine blutige Fehde beginnt. Mafiaboss Samurai versucht die brüchige Allianz und das Projekt zu retten. Doch Carabiniere-Oberstleutnant Marco Malatesta wittert seine Chance, einen großen Schlag gegen die römische Mafia zu landen. Zudem verbindet ihn eine persönliche Vergangenheit mit Samurai.

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Carlo Feber | Das Spiel der Anderen

Carlo Feber | Das Spiel der Anderen

Ich reiße den Mund weit auf, werfe den Kopf zurück und hacke mit den Zähnen in den Geldhaufen. Ein roter Zehner rutscht von meinen Lippen. Aber ein Zwanziger bleibt mir an der Zuge kleben. Langsam zerbeiße ich den Schein. Hört ihr das Papier knistern? Fetzen haften an meinem Gaumen wie fades Knäckebrot, das nicht rutschen will. Wie alter Rauch hängt mir beim Runterwürgen der pappige Scheißgeschmack auf der Zunge. Immer noch auf den Knien richte ich den Oberkörper auf und fische einen Zweihunderter aus dem Napf. „Soll ich den auch noch fressen?“ (Auszug Seite 5)

Vier junge Menschen haben genug von der Ausbeutung des Planeten durch die kriminelle Finanzwelt. Um die schmutzigen Geschäfte der German Global Credit Bank am Potsdamer Platz in Berlin aufzudecken, verfolgen sie einen Plan. Die vier Politaktivisten Marie-Luise, genannt Malu, ihr Freund Leon, der Libanese Habibi und der Hacker Sanctus haben monatelang alles akribisch vorbereitet. Die Vorstände der global agierenden Bank sollen entführt werden und dadurch zum öffentlichen Eingeständnis ihrer kriminellen Machenschaften gezwungen werden. Die Bevölkerung soll über die illegalen Geschäftspraktiken der Bank informiert werden, deren Verdienste zu Lasten von Mensch und Umwelt gehen. Das erinnert mich ein bisschen an die Radikalität der RAF in den 70er Jahren, aber der Bewusstseinswandel in der Bevölkerung soll möglichst ohne Blutvergießen geschehen.

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Eric Ambler | Doktor Frigo

Eric Ambler | Doktor Frigo

„Wenn du in einem Ölkonsortiums wärst, Ernesto, und vorhättest, Milliarden von Dollar in eine Kaffeerepublik zu investieren, würdest du die Regierung dann nicht genau unter die Lupe nehmen, bevor du dich entscheidest?“
„Vermutlich.“
„Und wenn du siehst, dass ein paar Grundbesitzer das Land mit Hilfe kleiner Gangster beherrschen, die sich als Miliz kostümieren, und dass die Inflationsrate bei achtzig Prozent liegt – was würdest du dann machen?“
„Die CIA bitten, eine neue Regierung einzusetzen, schätze ich.“ (Auszug Seite 75)

Die CIA spielt dann zwar nur eine Nebenrolle in dieser Geschichte, aber es finden sich andere Dienste, die nur allzu gerne übernehmen. Aber der Reihe nach: Ernesto Castillo ist Arzt auf einer französischen Antilleninsel. Seine Heimat ist ein fiktiver mittelamerikanischer Staat, der von einer Militärjunta regiert wird. Sein Vater war dort Oppositionsführer mit großen Aussichten auf den Präsidentenposten, bevor er vor zwölf Jahren bei einem Attentat ums Leben kam. Seitdem war Ernesto nicht mehr in der Heimat, hat Medizin studiert und hegt keinerlei politische Ambitionen. Doch nun soll er plötzlich als Leibarzt und Spitzel fungieren, denn ein ehemaliger Weggefährte seines Vaters ist auf die Insel gekommen, offenbar protegiert vom französischen Geheimdienst, und es werden Pläne geschmiedet, in der Heimat wieder die Macht zu übernehmen.

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