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Robert Baur | Mord in Metropolis

Robert Baur | Mord in Metropolis

Berlin 1925. Die Goldenen Zwanziger haben die Reichshauptstadt fest im Griff. Die Inflation ist überstanden und Berlin dient als Kulisse für den teuersten Stummfilm aller Zeiten: Fritz Langs »Metropolis«. Doch Drohbriefe an die Hauptdarstellerin Brigitte Helm werfen ihre Schatten voraus. Kurze Zeit später wird eine tote Komparsin auf dem Gelände in Neubabelsberg entdeckt. Exkommissar Robert Grenfeld ermittelt im Umfeld der Filmkulissen und taucht ein in die futuristische Großstadt.

Das Berlin der Weimarer Zeit ist Schauplatz einer stetig wachsenden Zahl von meist recht erfolgreichen Romanen, namentlich Kriminalromanen und Serien um unterschiedlichste Ermittler, denen eines gemeinsam ist, nämlich der historische Hintergrund, die hitzigen, überspannten und überdrehten ruhe- und rastlosen sogenannten „goldenen“ Zwanziger Jahre im Spannungsfeld zwischen bedrückend hoher Arbeitslosigkeit und deprimierender Armut, Not, Hunger auf der einen Seite und Reichtum, Prunk, Verschwendungs- und Vergnügungssucht, dem „Tanz auf dem Vulkan“ auf der anderen, eine außerordentlich interessante, höchst spannende Epoche mit politischen Wirren und gesellschaftlichen Umwälzungen vor der atemberaubenden Kulisse der vielleicht weltweit modernsten Stadt jener Zeit, einem Schmelztiegel der Kulturen, einem Anziehungspunkt für die Avantgarde, für viele fortschrittliche, moderne Zeitgenossen und erstaunlich emanzipierte „neue“ Frauen sowie nicht zuletzt für engagierte Künstler aller Art, aber auch für Flüchtlinge, vor allem aus Osteuropa, namentlich aus Russland.

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Charlotte Link | Die Entscheidung

Charlotte Link | Die Entscheidung

01Als ich den Strand entlang durch den Regen lief und mich idiotischerweise in eine Situation eingemischt habe, die mich nichts anging. Es war die falsche Entscheidung, im Bruchteil von Sekunden getroffen, und sie führte dann von einer Katastrophe zur nächsten, ohne dass ich die Chance auf einen Absprung sah. (Auszug Seite 238)

Simon verbringt die Weihnachtsfeiertage allein in Südfrankreich in dem Ferienhaus seines Vaters. Seine beiden Kinder haben kurzfristig ihren Besuch abgesagt, wohl nicht ohne Einfluss von Simons Exfrau. Mit seiner neuen Lebensgefährtin hat er sich zerstritten, weil er sie nicht offiziell in sein Leben integriert. Bei trüben Wetter macht er einen Spaziergang am Strand und trifft dabei auf die völlig verwahrloste, magere, durchgefrorene und hungrige Nathalie. Er hat Mitleid mit ihr und nimmt sie mit in seine Unterkunft. Dort wärmt sie sich auf und wäscht sich und ihre Kleider. Simon möchte wissen, warum sie bei der Kälte obdachlos umherirrt und nach und nach erzählt Nathalie von dem Anruf ihres Freundes Jérôme, der sie zu einer schnellen Flucht aus Paris drängt, ohne Umwege und jetzt sofort. Nathalie hat in dem Moment weder Geld noch persönliche Sachen bei sich. Beide wollten sie sich hier in Südfrankreich bei der Ferienwohnung von Jérômes Onkel treffen. Nach und nach wird Simons Entscheidung, dem Mädchen zu helfen, zu einer verworrenen Geschichte, bei der keiner weiß, wie etwas zusammenhängt, wer welche Rolle spielt und zu einem echten Albtraum.

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Willem Frederik Hermans | Die Dunkelkammer des Damokles

Willem Frederik Hermans | Die Dunkelkammer des Damokles

Als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich: So wie dieser Mann ist, so müßte ich sein. Verstehst du, es ist gar nicht so leicht, das auszudrücken, aber ich meine so ungefähr wie in einer Fabrik, wo ein bestimmter Gegenstand hergestellt wird: Hin und wieder mißlingt einer, ein zweiter wird gemacht, der in Ordnung ist, und das mißlungene Exemplar wird weggeworfen…
Nur, mich haben sie nicht weggeworfen, ich habe weitergelebt, wenn auch mißlungen. Ich habe nie gewußt, daß ich das mißlungene Exemplar bin, bis ich Dorbeck begegnet bin. Von da an wußte ich es. Von da an wußte ich, daß er das gelungene Exemplar ist, daß ich im Vergleich mit diesem Mann keine Existenzberechtigung hatte, daß ich mich nur zu einem annehmbaren Menschen entwickeln konnte, indem ich genau das tat, was er wollte. Ich habe alles getan, was er von mir verlangt hat, und das ist nicht wenig…nein, nicht wenig… (Auszug Seite 196-197)

Henri Osewoudt betreibt einen kleinen Tabakladen in Voorschoten, als wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande im Mai 1940 der niederländische Offizier Dorbeck sein Geschäft betritt und ihn bittet, einen Film zu entwickeln und seine Uniform zu verstecken. Von da an erhält Osewoudt weitere Anweisungen von Dorbeck, die er zuverlässig ausführt, sogar als Dorbeck ihn zum Mord anstiftet. Osewoudt wird sogar von den Deutschen verhaftet, kann aber fliehen und sich im April 1945 in den bereits befreiten Teil der Niederlande durchschlagen. Dort angekommen wähnt er sich als Held des Widerstands und muss fassungslos feststellen, dass er als Verräter verhaftet wird.

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Eoin McNamee | Blau ist die Nacht

Eoin McNamee | Blau ist die Nacht

Wo war das Blut gewesen? Siebenunddreißig Messerstiche. Es hätte auch im Wagen sein müssen, auf ihrer Kleidung, aber als Ferguson frühmorgens zum Tatort kam, war nirgends Blut. […]
Die Currans und ihre Taschenspielertricks. Gegenstände und Menschen tauchten auf und verschwanden. Patricias Juliet-Kappe, ihre Mappe und ihre Bücher am Rand der Zufahrt zwischen den Bäumen. Die Liste mit den Telefonverbindungen jener Nacht wie vom Erdboden verschluckt. Patricia tot. Gordon und Doris hinter Schloss und Riegel. Eine Darbietung wie im Varieté. Schwerer Vorhang, Drehbühne und Curran als zylindertragender Conférencier. (Auszug Sete 176-177)

Nordirland 1949: In Belfast beginnt der Prozess gegen den Frauenmörder Robert Taylor. Ankläger ist Generalstaatsanwalt Lancelot Curran, der unbedingt ein Todesurteil erreichen will. Auf der Tribüne sitzt sein Adlatus Harry Ferguson, den allerdings anderes umtreibt, denn eine Verurteilung Taylors könnte die unruhige Lage in Nordirland verschärfen. Ferguson wird zudem abgelenkt von Currans 16jähriger koketter Tochter Patricia, die neben ihm den Prozess verfolgt und dafür die Schule schwänzt.

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Alexandra Oliva | Survive

Alexandra Oliva | Survive

Zwölf Kandidaten, eine Survival-Show, nur einer kann gewinnen – wenn alle anderen aufgeben. Aber dann geschieht, was keiner planen konnte: etwas TÖDLICHES.

Die Handlung spielt in einem felsigen Waldgebiet im Nordosten der USA. Hier soll eine Fernsehshow gedreht werden, in der zwölf Kandidaten in einem Überlebens-Spiel teils in Gruppen, teils als Einzelkämpfer gegeneinander antreten, ein Moderator erklärt zu Beginn jeder Challenge, welche Aufgaben die Teilnehmer zu lösen haben. Die Teilnehmer wurden sorgfältig gecastet, jedem wird bereits zu Beginn ein Charakter verliehen, der bestimmte Erwartungen bei den Zuschauern auslösen und das ganze unterhaltend gestalten soll. Dem geneigten Publikum wird die Show als „Reality-Erfahrung bisher unbekannten Ausmaßes“ angepriesen, etwas, was sich leider als nur allzu wahr herausstellen wird, allerdings ohne dass der Sender dies beabsichtigt hätte.

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