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Belinda Bauer | Was tot ist

Belinda Bauer | Was tot ist

Das Leben interessiert den autistischen Medizinstudenten Patrick nicht. Ihn fasziniert der Tod. Für einen Mörder wird er damit zur größten Gefahr…

»Die Toten können nicht zu uns sprechen«, hatte Professor Madoc gesagt. Eine glatte Lüge. Denn der Leichnam, den Patrick Fort im Anatomie-Kurs vor sich auf dem Tisch liegen hat, versucht ihm eine ganze Menge mitzuteilen. Dabei ist das Leben für den autistischen Patrick schon rätselhaft genug – auch ohne einen möglichen Mordfall aufklären zu müssen. Ein Verbrechen, an das sonst niemand glaubt. Und während Patrick akribisch versucht, hinter das Geheimnis des Toten zu kommen, gerät er selbst ins Fadenkreuz und in ein Netz aus Lügen in seinem engsten Umfeld …

Die Schlagworte „Thriller“ als Orientierungshilfe und „Fadenkreuz“ und „Netz aus Lügen“ im Klappentext lassen den Leser eine schnelle, spannende, aufregende Jagd auf einen armen kleinen Autisten erwarten, der sich nicht wehren kann. Wie gemein, wie unfair. Nur, das alles wird man nicht finden, hier hat offenbar das Marketing gemeint, ohne reißerische Aufmachung heutzutage keine Bücher mehr verkaufen zu können. Das ist sehr schade, entgehen uns doch ohnehin schon einige der wunderbaren britischen Autoren, die herrlich erzählen und doch hierzulande einfach nicht Fuß fassen können. Wer allerdings Belinda Bauers Romane kennt, kann sich dennoch drauf verlassen, einen soliden Kriminalroman mit Nachhall zu bekommen.

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Orkun Ertener | Lebt

Orkun Ertener | Lebt

Während der Arbeit an der Autobiographie der prominenten Schauspielerin Anna Roth wird Ghostwriter Can Evinman auf schockierende Weise mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontiert:

Seine Eltern, die vor fünfunddreißig Jahren bei einem Unfall ums Leben kamen und ihn als achtjähriges Kind traumatisiert zurückließen, scheinen in Wahrheit einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein. Einem Verbrechen, das auch in Anna Roths Familie tiefe Wunden geschlagen hat. Gemeinsam versuchen Can und Anna herauszufinden, was wirklich passiert ist, und stoßen in Thessaloniki auf ein einzigartiges Kapitel der jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert, das bedrohlich bis in die Gegenwart reicht und eng mit dem Schicksal ihrer beider Familien verknüpft ist. Doch ihre Entdeckungen sind nicht ungefährlich. Denn jemand scheint großes Interesse daran zu haben, dass die Wahrheit im Verborgenen bleibt. Und schreckt vor nichts zurück. Auch nicht vor Mord …

Orkun Ertener hat mit »Lebt« einen faszinierenden Roman geschrieben, den man ohne Weiteres auch im Bereich „Thriller“ ansiedeln kann und der – besonders bemerkenswert – ein reichliches Maß an gut recherchierter Geschichte aus der Türkei und dem Griechenland des 17. Jahrhunderts sowie der Zeit des zweiten Weltkriegs enthält.

Dieser Ausflug in frühere Zeiten ist alles andere als „trocken“. Hier wird der Leser in einen Bereich der jüdischen Geschichte entführt, der den meisten wahrscheinlich vollkommen unbekannt, jedoch fesselnd und erschütternd gleichzeitig ist.

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Torkil Damhaug | Feuermann

Torkil Damhaug | Feuermann

April 2003: In Oslo kommt es zu einer rätselhaften Serie von Brand­anschlägen, eine junge Frau verbrennt. Kommissar Horvath und sein Freund, der Journalist Dan-Levi, jagen den wahnsinnigen Pyromanen – den Feuermann, der an die reinigende Kraft der Flammen zu glauben scheint. Doch sie können ihn nicht fassen. Erst acht Jahre später werden die Gespenster der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig.

Mit äußerster Präzision stellt Torkil Damhaug die Abgründe der norwegischen Gesellschaft dar und versteht es meisterhaft, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken.

Torkil Damhaugs »Feuermann« ist ein sehr gut erzählter Roman. Mir gefällt außerdem ausnehmend gut, dass man nicht versucht hat, ihn als Thriller zu vermarkten, wie es derzeit mit jedem Krimi üblich ist, der mehr als fünf zusammenhängende Sätze aufweist.

Die Ermittlungsarbeit oder „den wahnsinnigen Täter jagen“, wie im Klappentext angeführt, spielt im Feuermann eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird eine Geschichte erzählt, skandinavisch ausführlich und mit Blick in ungeahnte Abgründe in den Persönlichkeiten der Protagonisten. Man kann nicht einmal sagen, dass es DIE Hauptperson des Romans gibt, beinahe jede einzelne Figur bekommt eine wichtige Rolle in der komplexen Struktur des Beziehungsgeflechts.

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A. D. Garrett | Schnittmuster

A. D. Garrett | Schnittmuster

In Manchester tauchen die Leichen mehrerer Drogensüchtiger auf. Junkies, an irgendeiner Designerdroge gestorben – nichts Besonderes. DI Kate Simms’ Vorgesetze geben den Fall gerne an ihre nicht sonderlich geschätzte Mitarbeiterin weiter.

Als aber eine Prominente am gleichen Stoff stirbt, werden die Medien aufmerksam. Dann wird eine weitere Frauenleiche gefunden: grausam zugerichtet, mit einem merkwürdigen Zickzackmuster auf dem Rücken.

Simms braucht dringend Hilfe in diesem bizarren Fall. Und es gibt nur einem Menschen, dem sie blind vertraut: Forensik-Professor Nick Fennimore. Simms und Fennimore ermitteln – und ahnen nicht, dass sie selbst längst am Abgrund stehen …

»Schnittmuster« ist die erste Zusammenarbeit der preisgekrönten Krimiautorin Margaret Murphy mit dem renommierten Forensik-Professor David Barclay (alias A. D. Garrett). Dessen Pendant findet sich im Roman mit Nick Fennimore, der an der Robert-Gordon-University in Aberdeen lehrt. Er hat sich nach Schottland zurückgezogen, seit er vor Jahren der Crime Faculty in London den Rücken gekehrt hat, wo er als forensischer Berater für die Polizei arbeitete. Fennimore musste gehen, weil er seinerzeit erhebliche Mittel aus dem Budget seiner Behörde für mehr oder weniger private Ermittlungen ausgegeben hatte. Seine Frau und seine Tochter waren verschwunden, wenig später wurde seine Frau tot aufgefunden, die Tochter blieb verschollen und Fennimore hatte alles darangesetzt, sie aufzuspüren und den Mörder seiner Frau zu fassen. Dabei wurde er von Kate Simms unterstütz, die ihm gegen alle Vorschriften Einblick in die laufenden Ermittlungen und Zugang zu Beweismitteln verschaffte. Das bedeutete für sie einen Karriereknick und einen Neuanfang bei der Greater Manchester Police, wo sie sich mittlerweile zum Chief Inspector heraufgedient hat.

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Linda Castillo | Teuflisches Spiel

Linda Castillo | Teuflisches Spiel

Eine teuflische Idee – ein göttlicher Plan – eine ewige Schuld.
Kate Burkholders fünfter Fall bei den Amischen.

Als das gleißende Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeugs sie blendet, bleibt ihnen nicht einmal mehr die Zeit, um zu schreien. Auf der regennassen Straße im ländlichen Ohio sterben in dieser Nacht drei Menschen. Ein amischer Vater und zwei seiner Kinder. Als Polizeichefin Kate Burkholder die Unfallstelle genauer untersucht, kommen ihr erste Zweifel: War das wirklich ein Unfall, oder steckt noch etwas anderes dahinter?

Erneut nimmt uns Linda Castillo in »Teuflisches Spiel« mit in die Welt der Amischen, wie bereits in ihren ersten vier Bänden »Die Zahlen der Toten«, »Blutige Stille«, »Wenn die Nacht verstummt« und »Tödliche Wut«.

Ein schrecklicher Unfall an einem regnerischen Abend kostet einen amischen Vater und zwei seiner Kinder das Leben, das dritte Kind kann schwerverletzt geborgen werden. Polizeichefin Kate Burkholder, die zu dem Unfallort gerufen wird, gehörte früher selbst zur amischen Gemeinde, aus der die Opfer stammen. Das macht es ihr nicht leichter, als sie gezwungen ist, ihrer früheren besten Freundin Mattie den Tod ihres Ehemannes und zwei ihrer Kinder mitzuteilen.

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