Belinda Bauer | Was tot ist
Das Leben interessiert den autistischen Medizinstudenten Patrick nicht. Ihn fasziniert der Tod. Für einen Mörder wird er damit zur größten Gefahr…
»Die Toten können nicht zu uns sprechen«, hatte Professor Madoc gesagt. Eine glatte Lüge. Denn der Leichnam, den Patrick Fort im Anatomie-Kurs vor sich auf dem Tisch liegen hat, versucht ihm eine ganze Menge mitzuteilen. Dabei ist das Leben für den autistischen Patrick schon rätselhaft genug – auch ohne einen möglichen Mordfall aufklären zu müssen. Ein Verbrechen, an das sonst niemand glaubt. Und während Patrick akribisch versucht, hinter das Geheimnis des Toten zu kommen, gerät er selbst ins Fadenkreuz und in ein Netz aus Lügen in seinem engsten Umfeld …
Die Schlagworte „Thriller“ als Orientierungshilfe und „Fadenkreuz“ und „Netz aus Lügen“ im Klappentext lassen den Leser eine schnelle, spannende, aufregende Jagd auf einen armen kleinen Autisten erwarten, der sich nicht wehren kann. Wie gemein, wie unfair. Nur, das alles wird man nicht finden, hier hat offenbar das Marketing gemeint, ohne reißerische Aufmachung heutzutage keine Bücher mehr verkaufen zu können. Das ist sehr schade, entgehen uns doch ohnehin schon einige der wunderbaren britischen Autoren, die herrlich erzählen und doch hierzulande einfach nicht Fuß fassen können. Wer allerdings Belinda Bauers Romane kennt, kann sich dennoch drauf verlassen, einen soliden Kriminalroman mit Nachhall zu bekommen.