Kategorie: 3.5 von 5

Max Annas | Die Mauer

Max Annas | Die Mauer

Moses hatte das Gerät, das der Referee in der Hand hielt, schon einmal gesehen. Das war ein Taser. Funktionierte über Stromschläge. Oder so. Machte bewusstlos. Oder sogar tot. „Okay“, sagte er. „Sie haben gewonnen. Was soll ich tun?“ Die Hände hielt er immer noch sichtbar vor sich.
„Sieh an“, sagte der Referee. „Der Junge weiß sich zu benehmen.“
„Ja, wenn er sieht, dass er keine Chance hat!“ Der mit dem Stock. „Du kniest dich erst einmal hin. Dann legst du die Hände schön auf deinen Kopf.“
„Okay“, sagte Moses. „Geschieht sofort!“ Er spannte sich kurz an. Stellte einen Fuß ein paar Zentimeter nach hinten. Holte Luft. Und rannte los. Auf die Mauer zu, an einem der Häuser vorbei und dann in die Richtung, aus der er gekommen war. „Ey!“, hörte er hinter sich. Und auch, dass die beiden anderen begannen zu laufen.
Nur für einen ganz kleinen Moment dachte er, dass er gerade einen großen Fehler begangen hatte. Aber eigentlich war ihm keine andere Wahl geblieben. Scheißkerle. Moses rannte weiter. (Auszug Seite 31-32)

Der junge farbige Student Moses ist gegen Mittag gerade auf dem Heimweg zu seiner Freundin, als ihm sein Auto auf einer schwach befahrenen Vorstadtstraße verreckt. In unmittelbarer Nähe liegt die Gated Community „The Pines“. Dort hofft er, Hilfe zu finden. Aber auch hier ist niemand zu sehen. Moses trottet durch die die Straßen, verliert so langsam die Orientierung. Da tauchen zwei Security-Männer auf. Moses schwant nichts Gutes und so nimmt er Reißaus. Und damit beginnt eine gnadenlose Jagd.

Read More Read More

Jesper Stein | Bedrängnis

Jesper Stein | Bedrängnis

Spielplätze, Wochenenden mit Tochter, Umgangsrecht, alles war ihm scheißegal. Das Einzige, wonach er sich sehnte, war ein Joint oder eine Line. Er hatte ein Bad genommen und jetzt eine Jeans, eine Sonnenbrille und einen zu großen Kapuzenpulli, den ihm die Kollegen zum vierzigsten Geburtstag geschenkt hatten – schließlich wohnte er zur Verwunderung aller als einziger Bulle immer noch in Nørrebro, dem Epizentrum der Bandenkriege. Seine Arme zitterten als habe er Wachstumsschmerzen. Er reckte und streckte sich, hoffte, die Knochen würden die Haut durchstoßen und den feuchten Schmerz wegsprengen, der seinen Körper marterte. Sein inneres Thermostat lief Amok, kalter Schweiß auf fieberheißer Haut. Kurz blitzte sein Spiegelbild in irgendeiner Scheibe auf, Kapuzenpulli, Bartstoppeln, dunkle Sonnenbrille, alles, um sich unkenntlich zu machen und einigermaßen sicher zu fühlen, aber es war unübersehbar: Er war am Arsch, ganz unten, und er sah lächerlich aus. (Auszug Seite 50-51)

In Kopenhagen steigt der Prozess des Jahres: Bandenchef Moussa steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Ihm droht im Falle der Verurteilung die Ausweisung aus Dänemark. Für die Staatsanwaltschaft ist auch Kommissar Axel Steen unterstützend tätig, dieser befindet sich momentan körperlich und psychisch auf einem absoluten Tiefpunkt. Moussa legt Axel eine Falle und beginnt anschließend, ihn zu erpressen, um damit den Prozess zu seinen Gunsten zu drehen. Axel bleibt nichts anderes übrig, als mitzuspielen. Doch Moussa will noch mehr, er will Axel ganz auf die dunkle Seite ziehen.

Read More Read More

Derek Meister | Die Sandwitwe

Derek Meister | Die Sandwitwe

„Ihr bleiches Gesicht wollte nicht weichen. Minutenlang schon starrte die Sandwitwe ihn von draußen an, glotzte zwischen den Aufklebern für Kreditkarten und Sonderzubehör auf ihn herab. Ihr Blick war die ganze Zeit merkwürdig entrückt.
Mit zitternden Armen streckte er die Pistole von sich. Noch nie in seinem Leben hatte er eine Waffe geführt. Er würde abdrücken. Bevor die Sandwitwe ihn bekam, würde er sie töten.
Er hoffte zumindest, dazu in der Lage zu sein.“ (Auszug Seite 325)

Knut Jansen, Revierleiter der Polizei Valandsiel, wird zu einem Ferienhaus gerufen, in dem sich ein Toter befindet. Der Tote ist Robert Jäger. Er liegt auf dem Bett. Sein Gesicht ist seltsam verzerrt. Und sein Mund ist randvoll mit Sand. Neben ihm hockt seine Geliebte Melanie Roth. Sie steht unter Schock. Es handelt sich eindeutig um Mord. Deshalb fordert Knut das LKA an und die Spurensicherung nimmt das Ferienhaus genauestens unter die Lupe. Außerdem verständigt er Helen Henning. Helen war Profilerin beim FBI und mit ihr hat er auch seinen ersten großen Fall vor drei Monaten aufgeklärt.

Read More Read More

Ryan David Jahn | Ein Akt der Gewalt

Ryan David Jahn | Ein Akt der Gewalt

Sie sieht sich auf dem Hof um. Er ist ungefähr zehn Meter breit, fünfzehn Meter lang und vollständig betoniert bis auf einen runden Blumengarten in der Mitte und halbkreisförmige Blumenbeete an den Kanten, wo der Beton an die vier Gebäude grenzt, die den Apartmentkomplex bilden. Vier Bänke rahmen den Blumengarten in der Mitte ein. Die Gebäude sind fünf Stockwerke hoch. Kat hat keine Ahnung, wie viele Wohnungen sich in dem Komplex befinden, aber sie weiß, dass ungefähr die Hälfte von ihnen Ausblick auf den Hof haben, und sie sieht, dass hinter einigen Fenstern Licht brennt. So viel Licht in so vielen Wohnungen hat sie noch nie brennen sehen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam. In mindestens einem Dutzend der Wohnzimmer brennt Licht. Es sind bestimmt dreißig oder mehr Menschen, die hinter erleuchteten oder dunklen Fenstern stehen. Sie erkennt Gesichter, die zu ihr hinunterblicken.

Bei einigen kann sie das Weiß der Augäpfel sehen.

„Hilfe“, sagt sie. „So hilf mir doch jemand.“ (Auszug Seite 89)

Katrina Marino kommt mitten in der Nacht von ihrem Job nach Hause. Sie wohnt im Erdgeschoss eines Apartmentkomplexes in New York. Im Innenhof, direkt vor ihrer Haustür, wird sie von einem Unbekannten überfallen und niedergestochen. Trotz der späten Stunde sind noch viele ihrer Nachbarn wach. Das Verbrechen bleibt nicht ungehört, doch das Unfassbare geschieht: Niemand kommt Katrina zur Hilfe.

Read More Read More

James Oswald | Der dunkle Ort der Seele

James Oswald | Der dunkle Ort der Seele

Ein unpersönlicher Gebäudekomplex im Norden Edinburghs. Als Detective Inspector Anthony McLean den Tatort betritt, erwartet ihn ein schreckliches Bild: In einem tristen Apartment befindet sich, erhängt an einem Deckenbalken, die Leiche eines jungen Mannes. Da alles auf einen Selbstmord hindeutet, drängt McLeans Vorgesetzter auf eine schnelle Abwicklung des Falls. Zumal McLean längst in die Abteilung für Sittlichkeitsverbrechen strafversetzt wurde. Doch McLean ist misstrauisch – zu Recht. Denn kurz darauf werden zwei weitere Tote gefunden, beide erhängt wie das erste Opfer, und die grauenvolle Todesserie reißt nicht ab …

Inspector Tony McLean hat in seinem dritten Fall Der dunkle Ort der Seele nicht nur die Kriminellen, sondern auch seinen Vorgesetzten und teilweise auch Kollegen zum Feind.

Obwohl ein angeblicher Selbstmord durch Erhängen laut Aussage der Kriminaltechniker und des Pathologen Rätsel aufgibt, besteht sein Vorgesetzter darauf, den Fall als erledigt abzuschließen.
Als kurz danach ein weiterer Selbstmord durch Erhängen gemeldet wird und die Umstände vergleichbar sind, beschließt McLean trotz allem, seine Ermittlung weiterzuführen und die Anweisung seines Vorgesetzten zu ignorieren.

Read More Read More