Kategorie: .17 special

Léo Malet | Stoff für viele Leben (Autobiographie)

Léo Malet | Stoff für viele Leben (Autobiographie)

Léo Malet war vieles in seinem turbulenten Leben, Vagabund, Chansonnier, Anarchist, Surrealist, Trotzkist, Statist, Pazifist, Poet und Revolutionär, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Malet hat viel erlebt, viel gesehen und viel gelesen – und schließlich viel geschrieben. Er hat letztlich auch viel erduldet und weiß davon fesselnd zu erzählen, mit Augenzwinkern, ohne Pathos, lakonisch und genau, knapp und immer höchst interessant und amüsant, wie in seiner Autobiographie.

Die erschien 1990 unter dem Titel „La vache enragée“, der Titel erinnert an ein Kabarett, in dem der junge Léo Malet auftrat. Das Buch gibt faszinierende Einblicke in das „alte“ Paris, den politischen und sozialen Alltag seiner Bewohner. Zeitgeschichte zum anfassen, gallige, zynische, mitunter desillusionierte Kommentare. Aber auch optimistische und witzige Beschreibungen seltsamer Gruppierungen mit kruden Ansichten und absurden Absichten, Sekten , geheime Zirkel, in jedem Fall spannende Begegnungen mit höchst interessanten Persönlichkeiten, bekannten wie unbekannten. Viele prominente Weggenossen werden in kurzen Portraits und treffenden Anekdoten vorgestellt, dazu gibt es eindrucksvolle Fotos.

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Eric Ambler | Die Maske des Dimitrios

Eric Ambler | Die Maske des Dimitrios

Aber es mußte Leute geben, die Dimitrios kannten, […] Leute, die diese Fragen würden beantworten können. Wenn man diese Leute fand und die Antworten bekam, würde man das Material für eine der ungewöhnlichsten Biographien haben.

Latimer stockte das Herz. Das zu versuchen wäre eine ganz absurde Vorstellung. Völlig idiotisch. Falls man es aber versuchte, würde man in Izmir anfangen und den Weg eines Menschen von dort aus weiterverfolgen müssen, wobei die Akte als grobe Orientierungshilfe dienen würde. […] Nicht daß ein Mensch, der bei klarem Verstand war, auf eine derart verrückte Jagd gehen würde – um Himmels willen, nein! Aber es war doch eine amüsante Vorstellung, und falls es in Istanbul etwas langweilig würde… (Auszug Seite 38-39)

Kriminalautor Charles Latimer befindet sich auf einer längeren Urlaubsreise. In Istanbul lernt er den Geheimdienst-Oberst Hakki kennen. Dieser ist ein Fan Latimers und versucht ihm ein eigenes Manuskript unterzujubeln. Um ihn weiter zu beeindrucken, nimmt Hakki Latimer mit auf seine Dienststelle und zeigt ihm dort die Akte „Dimitrios“. Ein Berufskrimineller, schon lange international von der Polizei gesucht. Dimitrios‘ Leiche wurde im Bosporos aufgefunden. Latimer darf sogar dessen Leichnam ansehen. Er ist zunehmend fasziniert von der Person des Dimitrios und beginnt aus literarischem Interesse eine Recherche. Doch was als spielerische Spurensuche beginnt, wird bald ein gefährliches Spiel.

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Friedrich Glauser | Matto regiert

Friedrich Glauser | Matto regiert

Unfall oder Mord? Wachtmeister Studer (alias Heinz Bühlmann) wird zur Heil- und Pflegeanstalt ins bernische Randlingen gerufen. Der Direktor ist spurlos verschwunden und Patient Pieterlen – ein Kindsmörder – ausgebrochen. Studer macht sich in seiner gewohnt ruhigen, leicht depressiven Art daran, Licht ins Dunkel dieses verzwickten Vorfalls zu bringen. Bei seinen Ermittlungen in der ‹Irrenanstalt› verwischen die Grenzen von Rationalität und Wahnsinn und ein gewisser ‹Matto› scheint bei allem seine Finger im Spiel zu haben…

Wachtmeister Studer von der Berner Kantonspolizei wird nach Randlingen in die örtliche Heil- und Pflegeanstalt gerufen, denn der Direktor der „Irrenanstalt“ ist verschwunden, gleichsam wie ein Patient. Im Auftrag des Anstaltspsychiaters Dr. Laduner soll Studer ermitteln. Was zunächst nach einem einfachen Fall aussieht, entpuppt sich im Verlauf der Handlung zu einem Weg auf den Grund der Menschheit, ein Weg hin zur Frage nach der Sinnhaftigkeit der menschlichen Bemühungen.

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Friedrich Glauser | Wachtmeister Studer

Friedrich Glauser | Wachtmeister Studer

Mord? Selbstmord? Oder doch Mord? Der Vertreter Witschi ist tot, und Wachtmeister Studer betritt die Bühne der Kriminalliteratur. Im kleinen Dorf Gerzenstein in der Schweiz wissen alle mehr, als sie zu sagen bereit sind. Und an die Schuld des Hauptverdächtigen kann Studer einfach nicht glauben.

Vertreter Wendelin Witschi wird erschossen und ausgeraubt im Wald aufgefunden und sofort gerät sein vorbestrafter Schwiegersohn in spe, Erwin Schlumpf, in Verdacht, die Bluttat begangen zu haben, denn er wird am Tag nach der Tat mit eben der Summe Bargeld gesehen, die dem Witschi geraubt sein soll.  Als dieser sich versucht in erster Gefangenschaft das Leben zu nehmen, was ihm nicht gelingt, setzt Wachtmeister Studer seine Ermittlungskräfte zu Gunsten Erwins ein, denn er ist von dessen Unschuld überzeugt. Dabei legt er sich mit dem zuständigen Untersuchungsrichter an, setzt sich gar über dessen Anordnungen hinweg, als er die Ermittlungen aufnimmt.

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Erich Kästner | Emil und die Detektive

Erich Kästner | Emil und die Detektive

Zum ersten Mal darf Emil allein nach Berlin fahren. Seine Großmutter und die Kusine Pony Hütchen erwarten ihn am Blumenstand im Bahnhof Friedrichstraße. Aber Emil kommt nicht, auch nicht mit dem nächsten Zug. Während die Großmutter und Pony Hütchen noch überlegen, was sie tun sollen, hat Emil sich schon in eine aufregende Verfolgungsjagd gestürzt. Quer durch die große fremde Stadt, immer hinter dem Dieb her, der ihm im Zug sein ganzes Geld gestohlen hat. Zum Glück bekommt Emil bald Unterstützung: von Gustav mit der Hupe und seinen Jungs.

Emil Tischbein ist aufgeregt! Zum ersten Mal darf der Zwölfjährige alleine vom überschaubaren Neustadt („Wir haben drei Plätze!“) zu seiner Oma und Kusine nach Berlin reisen. Berlin! Das ist für den Heranwachsenden wie eine Verheißung, eine andere Welt, die viel verspricht. Selbstbewusst und im besten Sonntagsanzug macht sich Emil im Zug auf den Weg, der immerhin mehr als vier Stunden beträgt. In der Holzklasse sucht er sich ein freies Plätzchen in einem bereits zum Teil besetzten Abteil und fühlt sich großartig! Aber auch etwas geplagt von der Angst, er könne die 140,- Mark der Mama, die zum Großteil für die Oma gedacht sind, verlieren, sodass er sich immer wieder an die Innenseite seiner Jacke fasst, um das leise Knistern des Kuverts zu hören.

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