Kategorie: Nora

Jan Costin Wagner | Tage des letzten Schnees

Jan Costin Wagner | Tage des letzten Schnees

Anfang Mai, im finnischen Turku fällt der letzte Schnee.

Kimmo Joentaa wird gleich zwei Mal gerufen: an einen Unfallort, an dem eine Elfjährige durch einen Unbekannten ums Leben gekommen ist, und an einen Tatort, an dem zwei unbekannte Tote auf einer Parkbank liegen, als würden sie schlafen.

Für den Vater des bei dem Unfall verstorbenen Mädchens wird Kimmo Joentaa zum Begleiter in der Trauer, während er gleichzeitig daran arbeitet, die Unfallf lucht und den Doppelmord aufzuklären.

Die Ermittlung führt Joentaa in ein fatales Beziehungsgeflecht, das Menschen, die ursprünglich nichts verband, schicksalhaft zusammengeführt hat: einen Architekten, der den festen Glauben an die Symmetrie des Lebens verliert, einen Schüler, der unauf haltsam auf einen Amoklauf zusteuert, eine junge Frau, die versucht, der Armut zu entkommen, und einen Investmentbanker, der sich im Dickicht seines Doppellebens verliert.

Als Kimmo Joentaa die Linien, die diese Menschen verbinden, schließlich zu erkennen beginnt, ist es fast zu spät. Und erst dann begreift er, dass seine große Aufgabe nicht die Suche nach einem Doppelmörder ist, sondern eine, die ihm noch bevorsteht …

Jan Costin Wagners fünfter Teil seine Kimmo Joentaa-Reihe – Tage des letzten Schnees – war für mich eine kleine Offenbarung. Es gibt sie noch, die wohlfeinen Kriminalromane, denen man gerne einen Ehrenplatz im Bücherregal einräumt.

Tage des letzten Schnees ist eine unglaublich sanft und geschickt verwobene Geschichte mehrerer Schicksale von Personen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Doch durch die unterschiedlichen Schicksale sind sie vereint in dieser leisen aber nichtsdestotrotz imposanten Geschichte.

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Patrizia Rinaldi | Die blinde Kommissarin

Patrizia Rinaldi | Die blinde Kommissarin

Kommissarin Blanca Occhiuzzi ist blind – und erkennt die Wahrheit wie keine andere.

Herbst in Neapel. Blanca Occhiuzzi, Hauptkommissarin der örtlichen Polizei – schön, charismatisch und blind – wird immer dann gerufen, wenn ein Fall aussichtslos erscheint. Als der bekannte Musiker und Lebemann Jerry Vialdi ermordet wird, gibt es viele, die ein Motiv haben. Zu viele. Ein Fall für Blanca und ihr besonderes Gespür für menschliche Abgründe. Lüge und Täuschung: Niemand macht der Kommissarin etwas vor. Diese Gabe bringt oft den Erfolg. In diesem Fall bringt sie Blanca jedoch in höchste Gefahr.

Auf die Veröffentlichung von Patrizia Rinaldis ersten Krimiroman »Die blinde Kommissarin« hatte ich mich sehr gefreut. Der Plot und die Figuren versprachen etwas Neues, eine im wahrsten Sinne des Wortes neue Sichtweise.

Um mein Fazit vorweg zu nehmen: Mir hat der Roman leider nicht gefallen; nicht im Sinne eines Kriminalromans. Ist er zwar stilistisch sauber und gut geschrieben, gereicht auch dem anspruchsvollerem Leser, fehlt ihm das für das Genre Unverzichtbare: Spannung!

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Marco Malvaldi | Schlechte Karten für den Barista

Marco Malvaldi | Schlechte Karten für den Barista

Wenn Toskana, dann mit Barista Massimo und seinen vier Senioren!

Das Leben könnte so schön sein. Gerade hat Massimo seine Bar renoviert, es ist Sommer, und vom Meer weht eine leichte Brise. Wenn nur nicht Tiziana, seine Kellnerin, gekündigt hätte und kein Ersatz für sie in Sicht wäre. Und wenn nicht sein Großvater und seine drei alten Freunde den schönsten Platz unter der Ulme okkupiert hätten, um den ganzen Tag Karten zu spielen. Und es kommt noch schlimmer: Massimo stürzt über eine Wurzel und liegt im Krankenhaus, während die Alten mal wieder einen Mörder ins Visier nehmen – und nebenbei die Bar für ihn schmeißen.

Marco Malvaldis Rezept: Man nehme einen vierzigjährigen Barista mit eigener Bar, ein Rentnerquartett, ein Gerücht und jede Menge Sprachwitz.

Auch in seinem aktuellen Krimi »Schlechte Karten für den Barista« geht dieses Rezept voll auf! In gewohnt lakonischem Stil geschrieben, treffen wir erneut auf die üblichen Verdächtigen: Massimo, den Barbesitzer, Tiziana, seine Hilfskraft und Augenschmaus sowie auf das Unverzichtbare Quartett der Vieljährigen, bestehend aus seinem Großvater Ampelio und seinen drei Kumpanen Aldo, Cesare und Pilade.

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Martin Walker | Reiner Wein

Martin Walker | Reiner Wein

Im Wein liegt die Wahrheit – aber es gibt Wahrheiten, die will man lieber nicht wissen.

In Martin Walkers sechstem ›Bruno‹-Roman geht es um einen glorreichen Eisenbahnraub durch die französische Résistance und die unrühmliche Verwendung der Beute. Um gestohlene Weine und Antiquitäten, deren Besitzer sich als britischer Geheimdienstchef a.D. entpuppt. Und um eine Enthüllungsstory über Frankreichs Nuklearverteidigung, die kurz vor Drucklegung entwendet wird. Diese scheinbar unzusammenhängenden Verbrechen bringen Brunos unvergessene Liebe, Inspectrice Isabelle, auf den Plan.

Martin Walkers Périgord-Krimi »Reiner Wein« war mein erstes Zusammentreffen mit seinem Ermittler, Bruno, Chef de police. Spontan dachte ich nach den ersten Kapiteln, dass mir mit dem späten Einstieg in diese Serie etwas entgangen ist – nämlich Brunos erster bis fünfter Fall.

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Colin Cotterill | Der Tote im Eisfach

Colin Cotterill | Der Tote im Eisfach

Der 73-jährige Dr. Siri Paiboun, einziger und querköpfiger Leichenbeschauer in Laos, ist im Norden des Landes unterwegs, als er plötzlich entführt wird. Doch man will nicht sein Leben, sondern seine Hilfe in einer äußerst mysteriösen Angelegenheit. Unterdessen hält Siris Assistentin Dtui in der Hauptstadt die Stellung. Dummerweise wurde im Leichenschauhaus versehentlich ein Toter tiefgefroren, der auch nach dem Auftauen für Probleme sorgt. In seinem Bauch findet sich nämlich eine Handgranate, die wohl für Dr. Siri gedacht war. Und natürlich macht sich Dtui daran, der Sache auf den Grund zu gehen …

»Der Tote im Eisfach« ist der fünfte Teil der Serie um den charmanten 73-jährigen Pathologen Dr. Siri Paiboun, welche in Laos angesiedelt ist. Damit hat sich Colin Cotterill einen – aus mitteleuropäischer Sicht – exotischen Handlungsort erwählt, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass er einst dort lebte. Ebenso wie in Australien, Japan und Thailand arbeitete Colin Cotterill in Laos als Sozialarbeiter und Englischlehrer.

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