Kategorie: Gunnar Wolters

Rezensions-Doppel: Malla Nunn | Ein schöner Ort zu sterben & James McClure | Steam Pig

Rezensions-Doppel: Malla Nunn | Ein schöner Ort zu sterben & James McClure | Steam Pig

Südafrika ist zweifelsohne ein landschaftlich und kulturell reizvolles Land. Allerdings schlummern dort auch so manche Konflikte. Dadurch ist Südafrika als Krimischauplatz aktuell sehr angesagt. Die Regenbogennation bietet ja auch einen großen Fundus an Themen: Extrem heterogene Gesellschaft, unaufgearbeitete Vergangenheit, Korruption, Gewalt, Aids. Der deutsche Krimileser kann inzwischen aus einer Menge interessanter und unterschiedlicher Autoren auswählen. Größen wie Roger Smith, Deon Meyer, Mike Nicol oder auch der frisch gebackene Träger des Deutschen Krimi Preises, Max Annas, beschäftigen sich mit dem aktuellen Geschehen im Land in der Postapartheid-Ära. Interessant wäre sicherlich auch der Blick zurück in die Geschichte Südafrikas während der Zeit der Rassentrennung. Doch auch hier gibt es Krimiautoren, die einen solchen Blick zurück bieten. Zeit für eine Doppelrezension mit Malla Nunn und James McClure!

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Cormac McCarthy | Kein Land für alte Männer

Cormac McCarthy | Kein Land für alte Männer

Der Koffer war randvoll mit Hundertdollarnoten. Sie waren mit Banderolen, die den Aufdruck $10 000 trugen, zu kleinen Päckchen gebündelt. Er wusste nicht, wie viel es insgesamt war, hatte aber eine ziemlich gute Vorstellung davon. Er saß da, betrachtete das Geld, schloss dann den Deckel und verharrte mit gesenktem Kopf. Sein ganzes Leben lag da vor ihm. Tag für Tag, von morgens bis abends, bis zu seinem Tod. Alles konzentriert auf vierzig Pfund Papier in einem Aktenkoffer.
Er hob den Kopf und blickte hinaus auf die Bajada. Leichter Wind von Norden. Kühl. Sonnig. Ein Uhr nachmittags. Er betrachtete den Mann, der tot im Gras lag. Seine grauen Krokodillederstiefel, die mit Blut vollgesogen waren und schwarz wurden. Das Ende seines Lebens. Hier an dieser Stelle. Die fernen Berge im Süden. Der Wind im Gras. Die Stille. Er ließ die Schließe einrasten, schloss die Schnallen, stand auf, schulterte die Büchse, hob den Aktenkoffer und die Maschinenpistole auf, orientierte sich anhand seines Schattens und marschierte los. (Auszug Seiten 20-21)

Südwesttexas: Llewelyn Moss stößt bei der morgendlichen Antilopenjagd in der Wüste auf mehrere zerschossene Geländewagen und Leichen, offenbar ein missglückter Drogendeal. Er folgt einer Spur weiter in die Wüste, findet eine weitere Leiche – und einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Moss nimmt ihn an sich. In der Nacht kehrt er zurück, um seine Spuren zu verwischen. Ein Fehler, denn er wird erwartet. Er kann zwar fliehen, doch von nun an hat er einen gnadenlosen Verfolger – den psychopathischen Killer Anton Chigurh.

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Gerald Kersh | Die Toten schauen zu

Gerald Kersh | Die Toten schauen zu

„Meine Herren, natürlich ist die Beseitigung der Ursachen das bestmögliche Gegengift gegen jedweden Terror. Das zweitbeste ist… nun, sagen wir, das Zerstampfen der Früchte, die er trägt. Man liefert den Beweis, dass die Sache sich nicht auszahlt, und so, wie man auf jede Revolution mit einer Gegenrevolution antworten kann, kann man Terror mit Gegenterror begegnen. Das hier, meine Herren, dürfen Sie als einen Entwurf zu Gegenterror betrachten – als ein überzeugendes Exempel. Sie werden, da bin ich ganz sicher, zu dem Schluss gelangen, dass Gegenterror ohne Frage wirkungsvoll sein kann, sofern man fest entschlossen ist, ihn bis zum bitteren Ende durchzuziehen und jede Drohung, die man genötigt wurde auszusprechen, in die Tat umzusetzen und mehr noch als das. Angeblich, so heißt es, könne man ein ganzes Volk nicht mal eben so auslöschen. Nun, gut. Es ist unsere Pflicht, unsere absolute Bereitschaft erkennen zu lassen, genau das zu tun, sofern es notwendig ist.“ (Auszug Seite 103)

In der besetzten Tschechoslowakei wird der SS-Obergruppenführer von Bertsch von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer erschossen. Die Deutschen sinnen auf Vergeltung und wollen den tschechischen Widerstand in die Knie zwingen. Als vor dem kleinen Dorf Dudicka ein verlassenes Motorrad gefunden wird, reicht dies aus, um an den unschuldigen Dorfbewohnern ein Exempel zu statuieren.

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Sara Gran | Die Stadt der Toten

Sara Gran | Die Stadt der Toten

„Er roch anders. Heute roch er nach Hasch und Gipsstaub und Rauch und Schimmel. Er roch wie die Traurigkeit. Wie New Orleans.“ (Auszug Seite 98)

Claire DeWitt reist für einen Auftrag in das von Hurrikan Katrina verwüstete New Orleans. Ihr Auftraggeber Leon ist der Erbe seines Onkels, Staatsanwalt Vic Willing. Dieser ist seit Katrina verschollen und wurde nun für tot erklärt. Claire soll aber dennoch noch mal einen Versuch unternehmen, aufzuklären, was mit ihm passiert ist. Dabei bringen Claires Ermittlungen den Leumund des Verschollenen in Verruf.

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Top 5 des Jahres 2016 | Gunnar

Top 5 des Jahres 2016 | Gunnar

Schon wieder ein Jahr rum, allerdings kann man in vielen Bereichen froh sein, dass dieses verfluchte 2016 endlich vorbei ist. Das lag aber eher an anderen Dingen, nicht so sehr an den diesjährig erschienenen Kriminalromanen. Wie im letzten Jahr habe ich mich bei meinen Top 5 nur auf Bücher beschränkt, die in diesem Jahr erstmals neu erschienen sind. Da ich zwar etwa 35 Neuerscheinungen gelesen habe, kann ich angesichts der Unmengen weiterer Veröffentlichungen natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt abbilden. Ich habe mich dieses Jahr außerdem extrem schwer getan und hätte auch noch mehr Bücher nennen können (das tue ich am Ende dann auch). Zudem habe ich auf genaue Platzierungen innerhalb der Top 5 verzichtet. Hier sind meine fünf besten Kriminalromane des Jahres:

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