Kategorie: Gunnar Wolters

Antonin Varenne | Die Treibjagd

Antonin Varenne | Die Treibjagd

Der Alte fuhr einen uralten verbeulten und schmutzigen Citroën C15. Er stieg aus und richtete sich langsam auf. Schon ein halbes Jahrhundert trug er diese kakibraune Kunststoffhose, wasserdichte Stiefel und dieselbe Arbeitsjacke. […] Dennoch wussten diejenigen, die ihn kannten, Bescheid: Paul Courbier war der schlauste und durchtriebenste Geschäftsmann der Region, vergleichbar nur mit dem alten Messenet. Die beiden Alten hatten die Hälfte der kleinen Höfe der Gegend aufgekauft. Paul Corbiers Wort, so hieß es, war nur in einem einzigen Fall von Wert: wenn er geschworen hatte, jemandem den Garaus zu machen. (Auszug Seite 85)

Eine kleine Stadt im Zentralmassiv: Zwei rivalisierende Familienclans kontrollieren das Gemeinwesen. Nur wenige sind nicht einer der beiden Seiten zuzuordnen, unter anderem der Revierjäger Rémi Parrot. Mit dem Verschwinden eines Umweltschützers und Freund Parrots kurz vor der jährlichen Treibjagd wird eine Kette an Ereignissen in Gang gesetzt, die den Ort bis in die Grundfesten erschüttern werden.

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Dominique Manotti | Das schwarze Korps

Dominique Manotti | Das schwarze Korps

„Kommen wir zur Sache. Sie wollten mich sprechen?“
„Aus mehreren Gründen. Zunächst, um Ihnen meine heutige Sicht der Dinge auseinanderzusetzen. Nach ’36 gehörte ich zu jenen, die sich, vor die Wahl gestellt zwischen Vierzigstundenwoche und Betriebsräten einerseits und dem Naziregime andererseits, für das Naziregime entschieden haben. Deshalb habe ich 1940 ganz selbstverständlich und, seien wir ehrlich, mit einem gewissen Vergnügen kollaboriert. Das deutsche Europa kam mir zupass. Aber ein Unternehmer darf kein Fanatiker sein. Er muss in erster Linie seine Firmen am Laufen halten. Mir ist seit langem klar, dass das Naziregime besiegt ist.“
„Fazit: Schluss mit den Abenteuern und Handstreichen. Schluss mit den Tricksereien. Sie haben ein Vermögen gemacht, das will jetzt verwaltet werden.“ (Auszug Seite 243)

Paris im Juni 1944: In der besetzten französischen Hauptstadt ist die Lage noch weitgehend ruhig. Das Besatzungsregime hält die Zügel noch fest in der Hand. SS und französische Hilfseinheiten terrorisieren und raffen Besitztümer zusammen, Kollaborateure verdienen sich eine goldene Nase. In den feinen Salons treffen sich die wichtigen Personen und beäugen sich, intrigieren oder verbünden sich. Denn mit der Landung der Alliierten in der Normandie ändert sich die Lage und man muss seine Schäfchen für die Zeit nach der Besatzung ins Trockene bringen.

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Didier Daeninckx | Bei Erinnerung Mord

Didier Daeninckx | Bei Erinnerung Mord

„[…] Ich erzähle Ihnen das alles, Inspecteur, obwohl es offiziell nie passiert ist. Keinerlei Beweise. Keinerlei Spuren dieser 48 Leichen: Die Gerichtsmedizin hat für jeden einzelnen Todesfall eine reale und plausible Ursache gefunden. Ab in die Versenkung der Geschichte. Und es ist für alle Welt besser , daß sie auch dort bleiben! Kommen Sie nicht auf die Idee, die wieder ans Licht zu zerren; die werden es wie Dracula machen und mit ihrem Blut zu neuem Leben erwachen.“ (Auszug Seite 94)

Der junge Historiker Bernard Thiraud aus Paris recherchiert im Stadtarchiv von Toulouse. Als er abends das Archiv verlässt, wird er auf dem Weg ins Hotel erschossen. Inspektor Cadin tut sich extrem schwer bei seinen Ermittlungen, da er zunächst kein Motiv erkennen kann. Doch dann findet er heraus, dass zwanzig Jahre zuvor auch der Vater des Opfers, der Geschichtslehrer Roger Thiraud, während der Demonstrationen gegen den Algerienkrieg erschossen wurde.

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Massimo Carlotto | Der Tourist

Massimo Carlotto | Der Tourist

So hätte die Sache nicht laufen dürfen. Die Male zuvor war es ganz anders gewesen. Die Auserwählten hatten sich gut benommen und keinen Widerstand geleistet, im Gegenteil, vor Entsetzen hatten sie sich ihm unterworfen, und das gefiel ihm besonders gut. […]
Sie öffnete die Augen. Ihr erster Impuls war, sich zu befreien, also rammte sie ihm die Knie in den Rücken, aber ihr Angreifer begann, sie zu würgen. Hasserfüllt starrte sie ihn an, so als hätte sie gar keine Angst, als wäre sie immer und in jedem Moment bereit, um ihr Leben zu kämpfen. Sie versuchte alles, um die Lage zu ihren Gunsten zu wenden, und plötzlich flüsterte sie etwas. Ihm war, als wiederholte sie mehrfach ein und dasselbe Wort, vielleicht einen Namen.
Da wurde dem Mann bewusst, dass er seine Auserwählte fürchtete, ihr gegenüber eine gewisse Befangenheit verspürte, und im Gegensatz zu den anderen Malen hatte er es eilig, sie zu töten. (Auszug Seiten 10-11)

Er ist ein Serienmörder mit perfekter Tarnung. Seine Opfer sucht er zufällig aus, vor allem nach der Exklusivität ihrer Handtasche. Bevorzugt mordet er in Großstädten mit viel Besucherandrang, daher sein Name: „Der Tourist“. Doch das Opfer, dass er sich in Venedig ausgesucht hat, ist anders als sonst und bringt ihn hinterher ganz schön in Bedrängnis. Allerdings nicht mit der Polizei.

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Abgehakt | September 2017

Abgehakt | September 2017

Oft fehlt uns die Zeit, alle guten Titel zu besprechen, die man aber doch gerne vorstellen mag. Oder aber es gelingt einem nicht, eine längere Rezension zu verfassen, weil das gelesene Werk einen etwas ratlos zurücklässt. So haben wir uns entschieden, neben den Aktennotizen eine weitere Kategorie einzuführen, und zwar

Abgehakt – Krimis kurz besprochen.

In regelmäßigen Abständen – planmäßig einmal im Quartal – stellen wir euch jeweils mehrere Titel in Form von Kurzrezensionen vor. Manche Titel haben einen  Empfehlungscharakter, andere sind Stoff für Diskussionen. Dazu laden wir ausdrücklich ein.

 

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