Kategorie: Gunnar Wolters

Christian Buder | Das Gedächtnis der Insel

Christian Buder | Das Gedächtnis der Insel

„Jacques hat sich seinen Verstand über die Jahre weggesoffen. Wenn du einen Rat von mir willst: Begrabe deinen Vater und verlasse die Insel.“
„Du weißt, warum meine Mutter rausgefahren ist.“
Rose konnte nicht ruhig stehen. Sie blieb in Bewegung, als hinge ihr Leben davon ab. „Jeder hat damals mitbekommen, was passiert ist. Die Insel ist kein guter Ort von Geheimnisse.“
„Für die Geheimnisse, die jeder begraben will, ist es der perfekte Ort.“ (Auszug Seite 182)


Der Archäologe Yann kehrt erstmals nach zwanzig Jahren zurück auf seine Heimalinsel vor der bretonischen Küste, um seinen Vater zu beerdigen. Dieser soll sich mit einem Sprung von der Fähre ins kalte Wasser selbst umgebracht haben. Doch als er auf der Insel eintrifft, begegnet ihm als erstes seine Jugendfreundin Gwenn, die inzwischen bei der Gendarmerie arbeitet und ihm gegenüber Zweifel äußert, ob es sich beim Tod seines Vaters wirklich um Selbstmord handelt.

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Rezensions-Doppel: Ulf Torreck ‚Fest der Finsternis‘ & David Gray ‚Sarajevo Disco‘

Rezensions-Doppel: Ulf Torreck ‚Fest der Finsternis‘ & David Gray ‚Sarajevo Disco‘

Vor fast drei Jahren ist mir dieser David Gray zum ersten Mal begegnet. Vorher war er und ist immer noch im Selfpublisherbereich aktiv und da habe ich nicht so ein Auge drauf. Kanakenblues hieß das Buch, ein richtig guter, hartgesottener Polizeikrimi mit dem dunkelhäutigen Bullen Boyle als Protagonisten. Anschließend konnte ich den Autor als sehr kommunikativen Menschen in den sozialen Netzen erleben, wo er neben politischer Meinung seine Freunde, Bekannte und Leser auch am „glorreichen“ Autorenleben teilhaben lässt.

Dann tauchte dieser Ulf Torreck als Autor auf, den ich erst beim zweiten Hinsehen als Klarnamen von David Gray erkannte. Ulf Torreck als seriöser Ableger und David Gray für die harten Sachen? Mit Blick auf den Inhalt von Torrecks Fest der Finsternis musste das natürlich schnell revidiert werden, allerdings war mein Interesse doch geweckt.

Zeit für eine Doppelrezension von Fest der Finsternis und dem neuesten Boyle Sarajevo Disco!

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Christian von Ditfurth | Giftflut

Christian von Ditfurth | Giftflut

„Wenn jemand den Westen zerstören will, würde er dieses Programm fahren“, sagte de Bodt.
„Aber wer will den Westen zerstören? Davon quatschen die in der Glotze dauernd.“
„Die Chinesen nicht, die Russen nicht. Die Islamisten natürlich. Aber die können es nicht. Wer will den Westen zerstören, und wer kann es auch?“
Salinger schwieg eine Weile. „Was heißt eigentlich den Westen zerstören?“
„Bomben zerstören Menschen und Gebäude. Aber nicht die Demokratie. Was oder wer die hiesige Demokratie zerstört, das sind eher die Regierungen. Maßnahmen, die die Sicherheit nicht erhöhen, aber Rechte aushöhlen.“
[…] „Wir drehen uns im Kreis. Wir sollten uns darauf konzentrieren, wer so eine Operation durchziehen kann“, sagte de Bodt. (Auszug Seiten 184-185)


In Berlin wird die Oberbaumbrücke Ziel eines Spengstoffanschlags, wenig später auch eine Seinebrücke in Paris und die Tower Bridge in London in die Luft gejagt. Sehr planmäßig durchgeführte Anschläge, die Hunderte von Todesopfern fordern. Das Seltsame: Den Anschlägen gingen jeweils Doppelmorde an leitenden Angestellten der städtischen Wasserwerke voraus. Hauptkommissar de Bodt versucht unter großem Einsatz, die Verbindung zwischen den Taten zu ziehen, um weitere Anschläge zu verhindern.

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Melanie McGrath | Im Eis

Melanie McGrath | Im Eis

„Ich würde dich nicht bitten, wenn ich keine Hilfe brauchte.“ Ihre Miene war plötzlich wild, sie packte sein Gesicht und schüttelte es. „Hast du vergessen, wer wir sind? Inuttigut. Wir sind Inuit. Wir bewohnen eine Stätte, die übersät ist mit Knochen, mit Seelen, mit Erinnerungen an Vergangenes. Hier stirbt nichts, hier verrottet nichts, Knochen nicht, Plastik nicht, Erinnerungen nicht. Wir leben inmitten unserer Geschichten. Das ist ein Geschenk. Anders als der größte Teil der Welt können wir unseren Geschichten nicht entkommen, Derek.“ Sie nahm seine Hand. „Wir müssen wissen, wie Joes Geschichte ausgeht. Deswegen müssen wir ihn ausgraben.“ (Auszug Seiten 390-391)


Die Inuk-Frau Edie Kiglatuk ist eine erfahrene Jägerin und wird daher regelmäßig für Jagdausflüge im Süden der arktischen Ellesmere-Insel gebucht. Bei einem dieser Ausflüge mit zwei Amerikanern wird einer der Männer von einer Kugel tödlich verwundet. Die Dorfgemeinschaft und insbesondere der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Autisaq wollen eine offzielle Untersuchung vermeiden, so dass der Tod als Unfall abgehandelt wird. Edie beugt sich, kann dies aber nur schwer akzeptieren.

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John Rector | Frost

John Rector | Frost

Syl war tot und der Schnee war tief.
Es würde lange dauern, bis sie ihn fanden. Mit etwas Glück waren die Schneepflüge auf dem Highway schon unterwegs, und wir würden am Nachmittag schon wieder auf dem Weg sein.
Wir mussten nur abwarten.
Als ich in der Rezeption ankam, hatten meine Hände aufgehört zu zittern. Ich brachte es fertig, mich davon zu überzeugen, dass ich das Richtige getan hatte für Sara und das Baby und dass alles gut werden würde. Ich blieb einen Moment vor der Tür stehen und lauschte, ob man schon das kratzende Brummen der Schneepflüge hören konnte.
Aber ich hörte nur das dünne, kalte Pfeifen des Windes, der über den Schnee fegte. (Auszug Seiten 103 – 104)

Das junge Pärchen Sara und Nate sind unterwegs mit dem Auto von Minnesota nach Nevada quer durch den Mittleren Westen. Das Winterwetter ist unangenehm, ein Blizzard ist angesagt. An einer Raststätte werden sie von einem offenbar kranken Mann angesprochen, ob sie ihn gegen Bezahlung mitnehmen können. Sie willigen ein, obwohl Nate ahnt, dass dies ein Fehler sein könnte.

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