Kategorie: Thriller

Keigo Higashino | Unter der Mitternachtssonne

Keigo Higashino | Unter der Mitternachtssonne

Die Frau schritt nun zögernd auf die Leiche zu. Vor dem Sofa blieb sie stehen und schaute auf den Toten hinab. Sasagaki merkte, dass ihr Kinn zitterte. „Ist das Ihr Mann?“, fragte Nagatsuka. Ohne zu antworten, legte die Frau die Hände auf die Wangen und bedeckte mit ihnen schließlich ihr ganzes Gesicht. Ihre Knie gaben nach, und sie sank zu Boden. Netter Auftritt, dachte Sasagaki. (Auszug Seite 12)

Am Anfang steht ein Mord

1973 entdecken spielende Kinder in einem leerstehenden Gebäude zufällig die Leiche des erstochenen Pfandleihers Yosuke Kirihara. Die Ermittlungen unter Kommissar Junzo Sasagaki ergeben, dass das Opfer an diesem Tag einen großen Geldbetrag von der Bank abgeholt hatte und auf dem Weg zu einer Kundin war. Mit dieser Fumiyo Nishimoto, einer alleinerziehenden Witwe, wird ihm ein Verhältnis nachgesagt, was diese bestreitet. Das Geld bleibt verschwunden und trotz großer Bemühungen des ehrgeizigen Kommissars verlaufen auch alle anderen Spuren im Sand. Ein Jahr später stirbt Fumiyo in ihrer Wohnung an einer Gasvergiftung, ob Unfall oder Suizid, wird nie ganz geklärt, und hinterlässt eine zwölfjährige Tochter namens Yukiho.

In den nächsten Kapiteln ist dann von Kommissar Sasagaki erst mal nicht mehr die Rede. Stattdessen werden die Lebenswege von Ryo Kirihara, dem damals elfjährigen Sohn des Pfandleihers und der gleichaltrigen, bildhübschen Yukiho beleuchtet.

Die Wächtergrundel und der Knallkrebs

In diesen Kapiteln erzählt Keigo Higashino sehr ausführlich und detailliert über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren. So wird jedes Kapitel fast zu einer kleinen abgeschlossenen Kurzgeschichte, in der sich die Lebenswege vieler Menschen schneiden. Ein gewiefter Schachzug, denn als Leser grübelt man die ganze Zeit über den großen Zusammenhang und kann ihn nur schwer erahnen. Erst ganz langsam fügen sich die einzelnen Puzzlestücke zu einem Bild zusammen. Das habe ich in dieser Raffinesse noch nicht gelesen. Die Verbindungen und Hintergründe beim Lesen nachzuvollziehen macht einen besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Dazu passt, dass der Autor die einzelnen Episoden zuerst für eine Zeitschrift konzipiert und dann diese für seinen 1999 in Japan erschienenen Thriller überarbeitet hatte.

Yukiho investiert viel in Bildung und gutes Benehmen und wird zu einer auffallend schönen und erfolgreichen Geschäftsfrau. Auch Ryo, den immer eine düstere Aura umgibt, ist sehr umtriebig und nutzt die Wirtschaftsblase der 80er Jahre, um mit dubiosen sowie illegalen Geschäften wie zum Beispiel Erpressung, Bankenbetrug oder Wirtschaftsspionage sein Geld zu verdienen. Beide haben an sozialen Kontakten nur soweit Interesse, wenn sie ihre Mitmenschen benutzen können und sind Meister der Manipulation. Beide verstehen es, Menschen in ihren Bann zu ziehen, aber wo sie auftauchen, geschieht ein Unglück. Der subtile Thrill entsteht durch die Betrachtung dieser beiden rücksichtslosen Intriganten.

Obwohl sie in den Kapiteln nie aufeinander treffen, ahnt man irgendwann, dass Yukiho und Ryo eine besondere Verbindung haben. Der Kommissar vergleicht das mit einem Beispiel aus dem Tierreich: Grundel und Knallkrebs gehen eine Art Symbiose ein, indem sie sich zum Beispiel vor Gefahren warnen. Diese Kapitel sind auch eine Zeitreise in die 80er Jahre und ermöglichen einen Einblick in die japanische Gesellschaft und fremde Kultur. Es ist der Beginn des Computerzeitalters und man nimmt teil an den Anfängerjahren der Videospiele wie das bekannte Super Mario Bros. oder das Benutzen der ersten Geldkarten. Man lernt dabei auch einiges über die Mentalität der Japaner.

Cold Case

Zwanzig Jahre nach dem Tod des Pfandleihers sind die Ermittlungen natürlich schon lange eingestellt. Der Kommissar ist inzwischen in Rente, aber der Fall hat ihn nie losgelassen. Und so verfolgt er beharrlich weitere Spuren, ermittelt auf eigene Faust und engagiert sogar einen Detektiv. Als Leser hat man inzwischen eine Ahnung, aber das Motiv wird erst auf den letzten Seiten enthüllt. Der Autor überrascht mit einer stimmigen Auflösung, wenn zum Schluss alle Handlungsfäden zusammengeführt werden. Es erfordert eine große Aufmerksamkeit, damit man kein Detail überliest.

Higashino bedient sich einer klaren, fast emotionslosen Sprache. Sein Figurenpersonal ist immens, aber er verzichtet darauf, seine Charaktere psychologisch zu analysieren. Stattdessen berichtet er distanziert und fast dokumentarisch von außen wie ein Beobachter aus der Ferne.

Eine große Herausforderung waren die vielen japanischen für europäische Ohren ähnlich klingenden Namen für mich. Ohne das beiliegende Namensverzeichnis einschließlich Kurzbiographien der wichtigsten Personen wäre ich verloren gewesen.

Keigo Higashino hat mit Unter der Mitternachtssonne einen außergewöhnlichen, brillant konstruierten Thriller auf über 700 Seiten kreiert, den ich auch nach dem Lesen nicht so schnell vergessen werde, ganz großes Kino, auch ohne große Action und viel Blutvergießen.

 

Rezension und Foto von Andy Ruhr.

Unter der Miternachtssonne | Erschienen am 10. März 2018 bei Tropen im Klett-Cotta Verlag
ISBN 978-3-608-50348-7
720 Seiten | 25.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Diese Rezension erscheint im Rahmen unseres .17special Mini-Spezials Japan.

Simon Beckett | Totenfang ♬

Simon Beckett | Totenfang ♬

„Der menschliche Körper, selbst zu über sechzig Prozent aus Wasser bestehend, ist nicht von sich aus schwimmfähig. Er treibt nur so lange an der Wasseroberfläche, wie Luft in den Lungen vorhanden ist. Sobald sie den Körper verlässt, sinkt er langsam auf den Grund. Wenn das Wasser warm genug ist, um Bakterien Lebensraum zu bieten, verwest er. In den Eingeweiden entstehen Gase, die dem Körper Auftrieb geben, so dass er an die Oberfläche zurückkehrt. Dann erheben sich ganz buchstäblich die Toten.“ (Anfang des Romans)

Im fünften Fall der Reihe um den Anthropologen Dr. David Hunter ist dieser immer noch an einer Londoner Uni angestellt. Der Witwer hat den Verlust seiner Frau und Tochter durch einen Unfalltod einigermaßen überwunden, aber um seine sozialen Kontakte ist es immer noch nicht gut gestellt. Beruflich eine Koryphäe, hat sein Ruf Schaden durch den Fall im letzten Band genommen, so dass er erst mal nicht mehr als Forensiker zu Rate gezogen wird. Deshalb freut er sich, als er einen Anruf von der Ostküste Englands von einem ihm unbekannten Detective bekommt. DI Bob Lundy bittet ihn um Mithilfe bei der Bergung einer Wasserleiche in einem abgelegenen Küstengebiet nördlich der Themsemündung, den sogenannten Backwaters. Überrascht und neugierig macht sich Hunter sofort auf in das von Kanälen und Prielen durchsetzte Mündungsgebiet von Essex, da der den Gezeiten ausgesetzte Körper bei unsachgemäßer Behandlung schnell in Einzelteile auseinanderfallen könnte.

In den Backwaters

Weit draußen im Sumpfgebiet gelingt es mit Hunters Hilfe die auf einer Sandbank angespülte, stark verweste Leiche zu heben. Unter den Schaulustigen, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Austernfischerei eingefunden haben, befindet sich auch Sir Stephen Villiers. Der vermögende, einflussreiche Gutsherr aus der Gegend befürchtet, der Tote könnte sein seit mehreren Wochen verschwundener Sohn Leo sein. Und obwohl Hände und Füße fehlen, wird anhand der Kleidung und der Uhr des Toten schnell vermutet, dass es sich tatsächlich um den vermissten Leo Villiers handelt. Eine Schussverletzung am Kopf deutet auf einen Selbstmord des jungen Lokalpolitikers hin, der aufgrund seines lockeren Lebenswandels auch das schwarze Schaf der Familie war. Eine Obduktion am nächsten Tag, zu der auch Hunter geladen ist, soll genauere Erkenntnisse liefern.

Auf dem Weg zurück verliert Dr. Hunter in dem unübersichtlichen Labyrinth aus Wasserwegen die Orientierung und bleibt mit seinem Fahrzeug in einer Furt stecken. Ein vorbeikommender Autofahrer hilft ihm aus seiner misslichen Lage. Da sein Wagen schweren Schaden genommen hat, kann er in dem Bootshaus seines Retters unterkommen. Trotzdem wirkt Andrew Trask abweisend und verbittert. Er lebt mit seinen beiden Kindern und seiner Schwägerin Rachel in einem einsamen Haus in den Backwaters. Seine Frau Emma, eine Fotografin und Innenarchitektin, wird nach einer lautstarken Auseinandersetzung mit Leo Villiers, mit dem ihr ein Verhältnis nachgesagt wird, auch seit einiger Zeit vermisst. Als Hunter kurz darauf einen Turnschuh mitsamt Fuß aus dem Treibgut im Flussbett angelt, ist er sich ziemlich sicher, dass dieser zu einer anderen Leiche gehört. Am nächsten Tag wird in einem Flussarm, eingewickelt in Stacheldraht, eine zweite Leiche entdeckt, und Dr. Hunter vermutet hier, dass  es sich höchstwahrscheinlich nicht um den gesuchte Villiers handelt.

Die Männergrippe

Simon Beckett punktet auch hier wieder mit seinem sympathischen Protagonisten David Hunter, der einfach ein netter Kerl ist. Der zurückhaltende, schicksalsgebeutelte Mann mittleren Alters ist gesundheitlich angeschlagen und hat sich auf See ziemlich erkältet. Fortan kämpft er mit Fieber und anderen Wehwehchen und denkt gleich an eine schlimme tödlich verlaufende Krankheit. Aufgrund der ständigen Hinweise auf seinen Gesundheitszustand konnte ich mir ein Augenrollen oft nicht verkneifen. Aber zumindest grübelt der schwermütige David nicht ganz so stark wie in anderen Bänden vorher und bändelt sogar mit der attraktiven Rachel an.

Hervorragend sind Becketts atmosphärisch dichten Beschreibungen des rauen Küstenstrichs. Eine unwirtliche Gegend, in der ständiger Regen und Sturmböen, sowie das Auf und Ab der Gezeiten eine bedrohliche, düstere Stimmung erzeugen. Das Marschland wird durch ein Gewirr von Kanälen und Bächen durchzogen, die bei Ebbe leerlaufen und dann Schlick und Schlamm freilegen. Nachdem die Austernfischerei nicht mehr das Leben der Bewohner in dem kleinen Küstenort bestimmt, bildet die menschenleere Einöde einen bedrückenden und deprimierenden Anblick. Die Beschreibungen von Land und Leuten sind einfach stimmig und erzeugen entsprechend passende Bilder.

Der erste bereits 2006 erschienene Band Die Chemie des Todes um Dr. David Hunter hatte mich damals sehr begeistert. Aber bereits bei den nachfolgenden Bänden waren die ersten Abnutzungserscheinungen nicht zu übersehen. Den fünften Teil verfolgte ich als Hörbuch auf meinem Arbeitsweg. Und dabei stört es mich meistens nicht sonderlich, wenn die Geschichte so ein bisschen dahin plätschert. Beckett glänzt in Totenfang nicht mit atemlosen Thrill oder actiongeladener Spannung. Es ist ein solider, spannender Plot mit einigen überraschenden Wendungen, den der britische Autor hier routiniert erzählt, vielleicht etwas behäbig aber immer noch besser als viele andere Autoren.

Seine Geschichten sind natürlich auch immer ein bisschen unappetitlich, obwohl so viele Beschreibungen der forensischen Details in Totenfang gar nicht vorkommen. Allerdings bin ich mit den gefundenen Leichenteilen auch ein wenig durcheinander gekommen. Erst ganz zum Schluss wird die Spannungsschraube noch angezogen und der temporeiche Showdown in einem verfallenen Wehrturm auf hoher See wartet mit einer unerwarteten Lösung auf.

Kino im Kopf

Johannes Steck hat sämtliche Krimis von Simon Beckett eingelesen und wurde dafür mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mit seiner wohlmodulierenden Stimme gibt er allen Stereotypen wie dem gutmütigen Polizisten Lundy, dem mürrischen Trask oder dem arroganten Großgrundbesitzer eine individuelle Note. Man hat die Situationen und Figuren stets vor Augen und so entsteht Kino im Kopf.

Rezension und Foto von Andy Ruhr.

Totenfang | Als Hörbuch am 14. Oktober 2016 im Argon Verlag erschienen
ISBN: 978-3-8398-1535-9
ungekürzte Lesung von Johannes Steck
12 Audio-CDs
Laufzeit: 12 Stunden, 47 Minuten
Die Buchausgabe erschien bei Rowohlt
Bibliografische Angaben & Hörprobe | Trailer zu Totenfang | 55 Minuten XXL-Hörprobe

Weiterlesen: Andreas Rezensionen zu Simon Becketts Romanen Der Hof und Voyeur

Louise Voss & Mark Edwards | Stalker

Louise Voss & Mark Edwards | Stalker

„Oh Gott, was, wenn es ein und derselbe Mensch ist, der die Karten und die Blumen und die Unterwäsche geschickt hat? Das würde bedeuten, dass er in meinem Haus war. Was soll ich nur tun? Soll ich zur Polizei gehen? Habe ich einen Stalker?“ (Auszug Seite 121)

Siobhan ist Schriftstellerin, die das erste Mal einen kreativen Schreibkurs gibt. Dort lernt sie Alex kennen, der ein Schüler von ihr ist. Alex verliebt sich in Siobhan, seine Gefühle bleiben aber unerwidert, woraufhin er beginnt, sie zu stalken. Als Siobhan das mitbekommt, stellt sie ihn zur Rede und daraufhin wendet sich das Blatt…

Siobhan ist Mitte dreißig, hat sich gerade von ihrem Freund Phil getrennt und wohnt nun allein mit ihrer Katze. Die letzte Veröffentlichung eines Romans ist schon eine Weile her, deshalb versucht sie sich mit dem Schreiben von Artikeln und diesem Kurs über Wasser zu halten. Alex ist Ende zwanzig, arbeitet im Callcenter und wohnt in einer WG. Vom Schreiben träumt er schon länger und will den Kurs als Sprungbrett nutzen. Doch dann tritt Siobhan in sein Leben und Alex ist zunächst wie berauscht von ihr.

Als ich Stalker von Louise Voss & Mark Edwards begonnen habe zu lesen, habe ich mich gefragt, wie man über vierhundert Seiten mit einer Geschichte füllen kann, in der es ums Stalken geht, ohne dass es irgendwann langweilig wird. Ich kann sagen, dass es den Autoren geglückt ist. Das Thema selbst finde ich sehr interessant, weil man ja immer mal wieder hört, dass jemandem nachgestellt wird, aber eben nicht so konkret. Spannend und auch erschreckend fand ich, wie verhältnismäßig leicht man an Informationen anderer Personen kommt, auch wenn in vielen Situationen Zufall dahintersteckt.

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert und nach nicht mal der Hälfte des Buches wird Alex schon von Siobhan zur Rede gestellt, das Stalking ist also augenscheinlich vorbei. Und was passiert nun in Teil zwei? Das genaue Gegenteil. Und erst hier wird es so richtig interessant. Die Geschichte wird abwechselnd von Alex und Siobhan in Tagebucheinträgen geschildert. Hierbei ist es meiner Meinung nach besonders unterhaltsam, wie eine Situation von zwei Personen so unterschiedlich wahrgenommen wird. In die beiden Protagonisten kann ich mich gut hineinversetzen. Meine Sympathie wechselte in den beiden Teilen von einem zum anderen.

Insgesamt liest sich dieser Thriller sehr flüssig und ich fand ihn ansprechend, allerdings ist er für mich nicht total dramatisch oder aufregend.

Louise Voss sah Mark Edwards in einer Dokumentation über aufstrebende Autoren, daraufhin kontaktierte sie ihn. Das war der Grundstein ihrer schriftstellerischen Zusammenarbeit. Ihre ersten beiden Thriller „Fieber“ und Stalker wurden sofort Sensationserfolge, zunächst online im Eigenverlag und schließlich auch in den Printausgaben. Louise Voss und Mark Edwards leben mit ihren Familien im Süden von London.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Stalker | Erschienen am 14. August 2017 bei btb
ISBN 978-3-442-74571-5
416 Seiten | 9.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Susanne Jansson | Opfermoor

Susanne Jansson | Opfermoor

 Ein Thriller aus Südschweden

„Roman“ heißt es auf dem (übrigens recht ansprechenden) Cover des bei C. Bertelsmann erschienen Buches, offenbar ist man sich nicht so ganz sicher, welchem Genre denn Opfermoor zuzurechnen ist. Tatsächlich ist eine Festlegung nicht ganz einfach, im Klappentext wird das Buch als „suggestiver Spannungsroman“ gepriesen, und als solcher ist der Erstling der Autorin Susanne Jansson noch am ehesten anzusehen, ein Thriller, der an manchen Stellen in Richtung Psychothriller weist, aber eben nicht nur. Es finden sich neben Krimi-Elementen auch Anklänge an Phantastische Literatur und Schauerromane, an Grusel- oder Gespenstergeschichten, gar an Märchen, eine seltsam unentschiedene Mischung, die auch noch Platz hat für philosophische Betrachtungen zu Kant und Schopenhauer sowie fundamentale Aussagen zum Buddhismus, Einlassungen zur Quantenmechanik und String-Theorie nebst einigem Wissenswerten zur Kunst der Fotografie. Ein wenig viel für ein Buch, da bleibt dann eben nicht mehr allzu viel Raum für den Krimi-Plot.

Hinzu kommt ein kaum überschaubarer Apparat von gut zwei Dutzend Akteuren, da muss man sich als Leser schon konzentrieren, um den Überblick zu behalten, auch wenn viele Personen nur als Randfiguren auftreten. Die Hauptakteure allerdings sind sehr gut herausgearbeitet, gründlich und sorgfältig gezeichnet, so dass ein äußerst genaues und facettenreiches Bild entsteht. Dies trifft vor allem für die beiden starken Frauengestalten des Romans zu, zwei recht unterschiedliche Typen, die doch einiges gemeinsam haben. Da ist die Biologiestudentin Nathalie Ström, die nach vierzehn Jahren aus Göteborg zurückkehrt in die Landschaft ihrer Kindheit in Südschweden, zwischen Dalsland und Värmland, ein Land der Seen und Wälder – und der Moore. Nathalie ist jetzt sechsundzwanzig und schreibt an ihrer Doktorarbeit, dafür will sie im Moor Feldforschungen zur globalen Erwärmung durchführen und mietet sich in eine kleine Kate auf dem Gutshof Mossmarken ein. Das große Torfmoor vor der Haustür diente früher als ritueller Ort, an dem Menschen geopfert wurden. Als Nathalie hier als Kind lebte, wurde eine Moorleiche gefunden, das sogenannte Preiselbeermädchen, inzwischen Hauptattraktion des regionalen Museums.

Während Nathalie sich in ihrer alten Heimat wieder einlebt, macht sie die Bekanntschaft eines jungen Kunststudenten, der jeden Tag auf einem Bohlenweg durch das Moor seine Runde dreht und dabei an ihrer Hütte vorbeijoggt. Eines Tages hat Nathalie eine Ahnung und rennt ihm nach, sie kann gerade noch verhindern, dass er im Moor versinkt. Johannes Ayeb, so der Name des jungen Mannes, wurde niedergeschlagen und ist bewusstlos, neben ihm findet sich ein Beutel mit Goldmünzen und ein offensichtlich hastig geschaufeltes, für ihn bestimmtes Grab. Johannes wird erst am Ende des Buches im Krankenhaus wieder aufwachen, inzwischen versucht Inspektor Leif Berggren, den Fall zu lösen. An seiner Seite ist die Künstlerin Maya Linde, die nebenberuflich als Polizeifotografin in Teilzeit arbeitet. Sie ist die zweite starke Frau in dieser Geschichte und offensichtlich ein Alter Ego der Autorin. Wie diese ist Maya in Åmål an der Grenze zu Norwegen aufgewachsen, auch sie ging nach ihrer Ausbildung für einige Jahre nach New York. Nun, mit Mitte Fünfzig, ist sie zurück in ihrer südschwedischen Heimat und hat sich im Künstlerort Fengerskog ein Haus gekauft. Dank ihres künstlerischen Erfolgs ist sie finanziell unabhängig, aber einen Tatort zu dokumentieren fasziniert sie, einen Menschen abzubilden, der seinen letzten Atemzug getan hat, alltägliche Gegenstände zu fotografieren, die plötzlich eine ganz neue Bedeutung erlangen.

Auf ihren Fotos vom Tatort im Moor entdeckt sie bei der Vergrößerung im Hintergrund des Bildes undeutlich eine Gestalt, die offensichtlich versucht, sich zu verbergen. Der Täter? Wer war es, und was war sein Motiv? Als bald darauf ein Toter im Moor gefunden wird, der gepfählt wurde und dem man ebenfalls Goldmünzen mit ins Grab gegeben hat, beginnen die Spekulationen. Kann es sein, dass abergläubische Menschen an diesem rituellen Ort nach wie vor Opfer bringen, Menschenopfer wie vor hunderten und tausenden Jahren, um Unheil oder Unglück abzuwenden und das Moor und seine Geister gnädig zu stimmen? Immerhin sollen hier in jüngerer Vergangenheit in regelmäßigen Abständen Personen spurlos verschwunden sein. Tatsächlich stößt Maya, die vor allem ein künstlerisches Interesse an der Landschaft hat, bei ihren Gesprächen mit den Einheimischen auf eine Menge Aberglauben, auf Gerüchte und Geschichten von bösen Mächten, Gespenstern und Wiedergängern, die hinter vorgehaltener Hand erzählt werden. Sie trifft die Wirtin des Gutshofes , die sich nebenbei als Yoga-Lehrerin und „Entwicklungs-Coach“ versucht und mit ihrer kruden Esoterik-Methode „Matrix Mind“ verspricht, die Wirklichkeit mit Hilfe reiner Gedankenkraft beeinflussen zu können. Oder Texas, einen seltsamen Kauz aber liebenswürdigen Zeitgenossen, einen Überlebenden der Hippie-Generation, der die Augen lieber verschließt vor den mysteriösen Ereignissen im Moor.

Und auch Nathalie, die das Moor in ihrer Kindheit selbst als geheimnisvoll und unheimlich erlebt hatte, wenn sie mit ihrer Freundin in der selbstgebauten Hütte auf Gespensterjagd ging, begegnet einigen Menschen, die höchst empfänglich sind für Spuk und Spökenkiekerei. Zum Beispiel dem früheren Physikprofessor Göran Dahlberg, der inzwischen Geisterjäger ist und sich in Geschichten über das scheinbar Unerklärliche vertieft und mit wilden Theorien auseinandersetzt die übernatürliche Phänomene erklären sollen. Es sind einige sehr interessante Figuren, die Susanne Jansson einführt und deren wichtigste sie angemessen sorgfältig darstellt. Der eigentliche Star aber ist die Moorlandschaft. Wer sich an die meisterhafte Ballade Der Knabe im Moor erinnert, jenes schaurig-schöne Gedicht der Annette von Droste-Hülshoff mit seinen höchst eindrucksvollen, gruseligen Naturbeschreibungen samt gespenstischer Geräusche und furchteinflößender Spukerscheinungen, der mag sich vorstellen, welche Wirkung der Schauplatz des Opfermoores entwickeln könnte. Hier allerdings klingt die Beschreibung der Natur eher beschaulich statt bedrohlich:

„Die knorrigen, grauen Kiefern. Tümpel wie funkelnde Wasseraugen zwischen grünsaftigen Grasbüscheln. Eine behagliche Ödnis in matten Farben. Schimmerndes Wollgras auf dünnen, herbstlich rostroten Stängeln. Eine stille Weite mit gelblichem Gras und Moos unter dem riesigen weißen Himmel.“

Die Dämonie der Natur wird also ausgespart, aber die Farben und Stimmungen sind in einer sehr bildhaften Sprache wunderbar eingefangen, die sich überhaupt durch das gesamte Buch zieht und das Lesen zu einem Genuss macht. Das Unheimliche, Unheilvolle, Beängstigende geht von mysteriösen Geschehnissen aus, die sich in der Vergangenheit abgespielt haben und die Beteiligten nun einholen. Auch Nathalie hat offenbar ein Trauma zu bewältigen und muss nun diese Ängsten überwinden. Die Geschichte ihrer Kindheit, die mit zwei Tragödien endete, erfahren wir aus den Erinnerungen und Vorstellungen, in die sich die Hauptfigur häufig verliert. Bislang hatte sie immer den Kopf mit wissenschaftlichen Fakten gefüllt um bestimmte Informationen, die sie nicht verarbeiten konnte, nicht an sich heranzulassen. Jetzt muss sie sich endlich der Wahrheit stellen.

Der Kriminalfall ist recht einfach gestrickt, aber die Autorin versteht es geschickt, seine Klärung immer wieder hinauszuzögern, Informationen werden dem Leser vorenthalten oder erscheinen fragwürdig, es gibt einige Cliffhanger und der weitere Verlauf bringt auch nur ganz allmählich neue Splitter der Wahrheit (oder doch nur eine neue Wahnvorstellung?) zutage. Die Auflösung aller, fast aller Rätsel geht dann rasch und unspektakulär über die Bühne, die Dorfgemeinschaft hat sich getroffen, um Dinge von allgemeinem Interesse zu diskutieren, und so sind alle verdächtigen Personen in einem Raum versammelt, als die Polizeibeamten auftauchen und Handschellen klicken. Johannes ist endlich aus dem Koma erwacht und hat die entscheidenden Hinweise gegeben, danach ging alles ganz schnell und das Geständnis folgt auf dem Fuße.

Ein sehr schönes Debüt von Susanne Jansson, wenn man darüber hinweg sieht, dass der Faden des Krimi-Plots ein wenig dünn gesponnen ist und der Spannungsbogen zwischendurch manchmal abfällt. Dafür eine Menge Lesenswertes über Land und Leute im ländlichen Südschweden, über wunderschöne, beeindruckende Natur und über Aberglauben, alte Sagen und Rituale. Das alles sehr schön geschrieben und offensichtlich toll übersetzt von Lotta Rüegger und Holger Wohlandt. Die bildgewaltige und ebenso klangvolle Sprache, die auch an der einen oder anderen Stelle geschickt musikalische Zitate einbringt und so für eine Art Soundtrack sorgt, von Kris Kristofferson über Bob Dylan bis zu Arvo Pärts „Für Alina“, trägt bei zum uneingeschränkten Lesespaß, der allemal gute Unterhaltung auf beachtlichem Niveau bietet.

 

Rezension und Foto von Kurt Schäfer.

Opfermoor | Erschienen am 12. März 2018 bei C. Bertelsmann
ISBN 978-3-570-10336-4
320 Seiten | 15.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Abgehakt | Juni 2018

Abgehakt | Juni 2018

Adrian McKinty | Dirty Cops

Nordirland, 1988. Ein seltsamer Mordfall in Carrickfergus: Ein Mann wird vom einem Armbrustpfeil erschossen aufgefunden. Der Tote war ein Dealer, aber die Mordwaffe ist schon sehr ungewöhnlich. Die Ehefrau des Toten ist keine große Hilfe, war sie doch vermutlich selbst in die Deals ihres Mannes verstrickt. Über Umwege gibt sie Duffy schließlich einen entscheidenden Hinweis, das Kennzeichen eines Autos, das das Paar kurz vor dem Mord verfolgt haben soll. Duffys Vorgesetzten wollen den Fall allerdings zu den Akten legen, zumal eine IRA-nahe Gruppierung sich mehr oder weniger zu der Tat bekannt hat. Doch so leicht lässt sich Duffy nicht von einer Fährte abbringen. Er gräbt weiter und bringt damit noch gefährlichere Gegner als seine Vorgesetzten gegen sich auf.

Es sind immer noch die 80er und immer noch geht es drunter und drüber in Nordirland. Allerdings ist DI Sean Duffy doch etwas solider geworden, immerhin ist er jetzt fest liiert und Papa geworden. Aber er bleibt sich natürlich und zum Glück in vielen Dingen treu, vor allem, dass er trotz gegenteiliger Anordnungen von manchen Dingen nicht fern bleiben kann. Trotzdem wird es diesmal verdammt brenzlig für ihn, denn das Buch beginnt im Prolog damit, dass er von einem IRA-Kommando in den Wald geführt wird, um dort sein eigenes Grab zu schaufeln. Ob und wie er sich da herauswinden kann, werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Jedoch verraten kann ich, dass mir dieser sechste Band der Reihe wieder mal ganz vorzüglich gefallen hat. Ein kniffliger Mordfall, politische/polizeiliche Verstricklungen, der gewohnte lässig-hartgesottene Schreibstil, der böse Humor und die Weiterentwicklung des Sean Duffy zum Familienvater sind die feinen Zutaten für diesen Kriminalroman.

Für alle Fans dieser Reihe gibt es auch weiterhin gute Nachrichten: Die Verträge für die Bände 7-9 sind bereits unter Dach und Fach.

 

Dirty Cops | Erschienen am 25.September 2017 im Suhrkamp Verlag
ISBN 978-3-518-46642-5
392 Seiten | 14,95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Krimi
Wertung: 4.5 von 5.0

 

Philip Kerr | Die Hand Gottes

Play-Offs zur Champions League: London City muss bei den heißblütigen Griechen von Olympiakos Piräus antreten. Londons Offensivmann Bekim Develi schießt die Gäste aus England schnell in Führung – und bricht kurz darauf auf dem Spielfeld zusammen und stirbt. London ist geschockt, das Spiel endet 4:1 für Olympiakos. Am nächsten Morgen kommt die Polizei ins Mannschaftshotel. Am Abend vor dem Spiel war eine Frau bei Develi im Zimmer und diese ist nun tot im Hafenbecken gefunden worden. Die Polizei stellt die Mannschaft unter Verdacht und lässt sie nicht ausreisen. Trainer Scott Manson ist gefordert: Zum einen will er herausfinden, wie sein Spieler und diese Frau gestorben sind, zum anderen muss er sein Team unter diesen widrigen Bedingungen aufs Rückspiel vorbereiten.

Die Hand Gottes ist der zweite Band der dreiteiligen Reihe um Scott Manson, Cheftrainer und Gelegenheitsermittler. Auch in diesem Roman nimmt sich Philip Kerr, der leider im März mit 62 Jahren verstarb, das Fußball-Business zur Brust. Windige Investoren, Spielmanipulation, Korruption, Homophobie und Rassismus: Kerr spart kein heißes Thema aus und hat sichtlich Spaß dabei. Griechenland in der Eurokrise als Schauplatz hat einiges an Reiz, auch die Rivalität zwischen Olympiakos und Panathinaikos wird groß thematisiert. Obwohl Kerr es nicht ganz lassen kann, zu viel erklären zu wollen, anstatt auf das Fußball-Wissen des Lesers zu vertrauen, hat mir dieser Thriller insgesamt besser gefallen als Band 1, Der Winter-Transfer. Um in der Fußballsprache zu bleiben: Die Geschichte hat einfach mehr Zug zum Tor als der Vorgänger, der am Ende etwas cosy wurde. Und damit ist das Buch vielleicht die passende Lektüre zur laufenden Fußball-WM.

 

Die Hand Gottes | Erschienen am 19. März 2016 im Tropen Verlag
ISBN 978-3-608-50139-1
als Taschenbuchausgabe: 397 Seiten | 9,95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 3.5 von 5.0

Wallace Stroby | Fast ein guter Plan

Gerade erst hat Crissa Stone einen Teil der Beute vom legendären Lufthansa-Raub eingesackt, da bietet sich ihr ein neuer Job. Zu viert rauben sie mehr als 300.000 Dollar aus einem Drogendeal. Doch beim Aufteilen der Beute hat einer einen Hinterhalt geplant. Zwei Komplizen werden erschossen, Crissa entkommt nur knapp mit der Hälfte des Geldes. Doch die Probleme fangen erst an, denn der Drogenboss engagiert einen skrupellosen Ex-Cop, um ihm die Kohle wiederzubringen.

Nachdem der zweite Band, Geld ist nicht genug, sowas wie der Durchbruch von Wallace Strobys Heldin Crissa Stone in Deutschland war, hat der Pendragon Verlag relativ schnell den nächsten Band der Reihe nachgelegt. Crissa Stone ist aber auch ein seltener Glücksgriff als Protagonistin: Eine taffe Gangsterin, intelligent, hart, abgebrüht wenn’s um den Job geht. Aber gleichzeitig auch eine empathische, loyale Person mit Verantwortungsbewusstsein. Das könnte ihr in diesem Falle zum Verhängnis werden. Fast ein guter Plan setzt die gute Reihe nahtlos fort. Schnörkellos und rasant geschrieben und mit einer harten, aber herzlichen, verdammt coolen Heldin.

Fast ein guter Plan | Erschienen am 29. Januar 2018 im Pendragon Verlag
ISBN 978-3-86532-607-2
320 Seiten | 17.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 4.0 von 5.0

Donato Carrisi | Der Nebelmann

Avechot, ein kleiner Ort in einem Nebental der italienischen Alpen. Ein Mädchen aus einer tiefreligiösen Familie verschwindet am Tag vor Weihnachten. Die Polizei schickt Sonderermittler Vogel, einen eitlen, exzentrischen Mann, der sich vor allem auf eines versteht: Manipulation. Geschickt versteht er es, die Presse und Öffentlichkeit für seine Zwecke zu nutzen, um das Interesse am Fall hoch zu halten. Denn auch nach Neujahr gibt es keine Spur der Vermissten. Doch für Vogel kristallisiert sich ein Verdächtiger heraus.

Dieser Thriller kommt höchst ungewöhnlich daher, denn so eine Figur wie diesen Vogel sieht man nicht allzu häufig in einem Thriller. Vogel paktiert mit der Presse, nutzt die Gerüchteküche des Dorfes, setzt den Verdächtigen unter Druck und schreckt nicht davor zurück, Beweise zu manipulieren. Das ist über weite Strecken ordentlich gemacht. Auch der Aufbau des Buches mit zahlreichen Brüchen in der Chronologie trägt zur Manipulation des Lesers bei. Allerdings will es Carrisi für meinen Geschmack zum Ende hin zu pfiffig machen. Nachdem er sich für den Verlauf der Geschichte zunächst viel Zeit nimmt, kommen die Wendungen am Schluss einfach zu plötzlich und etwas übertrieben daher. Das mag manchen Thrillerfan trotzdem begeistern, für mich gab es hierfür Abzüge.

Der Nebelmann | Erschienen am 4. August 2017 im Atrium Verlag
ISBN 978-3-85535-016-2
336 Seiten | 20.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Thriller
Wertung: 3.0 von 5.0

Rezension 1 bis 4 sowie die dazugehörigen Fotos von Gunnar Wolters.

 

Charlotte Link | Das Echo der Schuld

 

Das Boot der Deutschen Nathan und Livia sinkt vor der Küste Schottlands und beide stehen plötzlich mit völlig leeren Händen da. Livia hat vorher kurzzeitig im Ferienhaus von Virginia Quentin und ihrem Mann gejobbt und sie und Nathan finden dort nun Hilfe und Unterstützung. Als Virginia in ihr Zuhause nach Norfolk zurückkehrt, erfährt sie, dass in der Gegend gerade einige Kinder vermisst werden. Nathan spürt Virginia in Norfolk auf und plötzlich verschwindet auch Virginias Tochter Kim.

Dieser Spannungsroman liest sich sehr flüssig, ohne wahnsinnig nervenaufreibend zu sein. Ich empfand ihn als gute Unterhaltung für zwischendurch. Die Geschichte ließ mich als Leser immer wieder an Personen und eventuell Verdächtigen zweifeln, außerdem konnte mich das Ende überraschen. Interessant sind auch die eingestreuten Erinnerungen an Virginias Vergangenheit, die dem Leser nicht sofort, sondern nach und nach präsentiert werden.

 

Das Echo der Schuld | Erschienen am 17. März 2014 bei Blanvalet
ISBN 978-344-238354-2
542 Seiten | 9.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe
Genre: Spannungsroman
Wertung: 3.5 von 5.0

Rezension und Foto von Andrea Köster.