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Óscar Martínez | Eine Geschichte der Gewalt

Óscar Martínez | Eine Geschichte der Gewalt

In dem Brunnen liegen Leichen. Vielleicht zehn, vielleicht zwölf, vielleicht sogar zwanzig. Bestimmt nicht weniger als vier. Wir befinden uns in der Gemeinde Turín im Westen El Salvadors. Man fährt über eine ungepflasterte Straße, an Bahngleisen entlang, an Lehmhütten vorbei, und dann, hinter einem Maisfeld, da gibt es einen Brunnen, und tief unten, auf dem Boden des Brunnens, liegen Leichen. (Auszug Seite 119)

El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua – vier Länder Mittelamerikas, die aktuell nicht unbedingt im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Das war mal anders als im Kalten Krieg die Amerikaner mit allen Mitteln ihren „Hinterhof“ sauber halten wollten und rechte Militärs im Kampf gegen linke Guerillas und Oppositionsgruppen unterstützten. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Abhängigkeit von den Gringos ist geblieben, die Probleme auch. Alle diese Länder haben nach wie vor große soziale Probleme und hohe Kriminalitätsraten, denn sie liegen strategisch günstig an den zwei lukrativen Transitstrecken von Drogen und Flüchtlingen Richtung USA.

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Anja Behn | Stumme Wasser

Anja Behn | Stumme Wasser

„Johanna folgte dem kleinen Trampelpfad durch den Schnee hinunter zur ‚Ruhnke-Werft‘. Auf dem abschüssigen Hang konnte sie die schneeverhangenen Wolken über der grauen Ostsee treiben sehen. Ihr Großvater hatte diese trüben, dunklen Wintertage geliebt… Die Einsamkeit am Strand, das wilde Tosen der Ostsee, der graue, weite Himmel… Er sagte immer, seine Seele schöpfe Kraft aus der rauen, unbezwingbaren Natur. Nach einem langen Spaziergang in dieser Abgeschiedenheit steckte er immer voller neuer Ideen und unermüdlichem Tatendrang, während das triste Wetter bei ihr stets ein Seelentief hervorrief.“ (Auszug Seite 113)

Richard Gruben wird von einem alten Bekannten gebeten, ihn in Fahrenende an der Ostsee zu besuchen. Richard hat Friedrich Semmering vor rund 16 Jahren auf einer Vernissage in Hamburg kennengelernt. Den Sommer danach hat er bei dem alten Semmering in der Kunstscheune verbracht. Seitdem schreiben sie sich gelegentlich oder telefonieren. Die Bitte um den Besuch und einen Rat stand in einem Brief. Nachdem Richard am Bahnhof in Fahrenende auf Friedrich wartet, der ihn abholen wollte, aber nicht kommt, entschließt er sich zu Fuß durch den Ort zu gehen, bis zum ehemaligen Pfarrhaus, das zur Kunstscheune umfunktioniert wurde und bei dem Friedrich seit zehn Jahren Vereinsvorsitzender ist. Auf dem Weg trifft er auf den örtlichen Polizisten Bert Mulsow. Dieser nimmt ihn in seinem Streifenwagen mit. Als sie bei Friedrich ankommen, brennt Licht und die Tür ist offen, aber von Friedrich keine Spur.

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Olen Steinhauer | Der Anruf

Olen Steinhauer | Der Anruf

Sie zieht die Arme zurück in den Schoß und senkt den Blick. „Möchtest du unsere Unterhaltung nicht mitschneiden?“
Ich schüttle den Kopf und tippe mir an die Schläfe. „Lieber nicht, falls Interpol später danach fragt. Vielleicht sagst du etwas, das du nicht an die große Glocke hängen willst.“
Ihr Gesicht drückt aus, dass sie meine Diskretion zu schätzen weiß. Dann erscheint ihre Hand erneut und schiebt sich nach vorn, um nach meiner zu fassen. „Du passt auf mich auf, nicht wahr?“
„Natürlich“, lüge ich. (Auszug Seite 68)

Wien 2006: Eine Gruppe islamischer Terroristen entführt eine Passagiermaschine. Sie fordern die Freilassung von Gleichgesinnten aus österreichischen und deutschen Gefängnissen. Es werden offizielle Verhandlungen geführt. Im Hintergrund mischt auch die CIA-Dependance in Wien mit, die Amerikaner haben sogar einen Mann im Flugzeug. Doch auf einmal endet die Geiselnahme in der Katastrophe: Alle Personen im Flugzeug kommen ums Leben. Einige Jahre später wird das Geschehen noch einmal CIA-intern aufgerollt. Was geschah damals in dieser Nacht? Und wer tätigte den ominösen Anruf aus den CIA-Räumlichkeiten, der das Fiasko auslöste?

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Eva Ehly | Sünder büßen

Eva Ehly | Sünder büßen

„Larissa war eine Verlorene“, gibt van de Kock mit strenger Stimme zurück. „Eine Sünderin. Sie bekam zweifellos, was sie verdient hat. Einen Tod im Fegefeuer.“
Silja schluckt und atmet tief durch. „Das sind scharfe Worte, Herr van de Kock. Vielleicht können Sie mir kurz erklären, was sie damit meinen.“
„Larissa war eine Botin des Bösen. Sie sah aus wie ein Engel, aber das war nur Tarnung. Innen war sie verderbt, ihre Seele verrottet.“
„Warum haben Sie sie dann geheiratet?“
„Ich dachte, ich könnte sie retten. Das ist meine Mission, wissen Sie. Wir alle sind arme Sünder, und es gibt nur wenige unter uns, die ausersehen sind.“ (Auszug Seite 75)

Nach dem traditionellen Biikebrennen räumen Feuerwehrmänner den Strand auf. Dabei entdeckt Henry Loos die Frauenleiche. Untenrum nackt und daneben eine halbe Hose, ein halber Slip und ein Stiefel. Er erkennt Larissa Paulmann sofort und alarmiert die Polizei. Die Ermittlungen werden von Kriminalhauptkommissar Bastian Kreutzer geleitet. Gemeinsam mit Silja Blanck und Sven Winterberg trägt er die ersten Fakten zusammen. War es eine Vergewaltigung? Schnell gerät der Ex-Mann von Larissa ins Visier. Jasper van de Kock ist sehr religiös und sieht sich als Ausersehener, um seine Frau auf den rechten Weg zu bringen. Larissa wollte sich nicht „helfen“ lassen und so kam es zur Scheidung. Ist das ein Mordmotiv?

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Sheila Bugler | Nebelspiel

Sheila Bugler | Nebelspiel

„Ich hasse ihn.
Trotzdem will ich versuchen nett zu ihm zu sein. Wenn ich mich richtig anstrenge, lässt er mich vielleicht aus dieser blöden rosa Hütte raus. Vielleicht lässt er mich sogar nach Hause gehen.
Manchmal wird er wütend. Zum Beispiel, wenn er wissen will, ob mir die Videos gefallen, und ich sage, sie waren ein bisschen babyhaft. Ich hab das nicht mal gemein gesagt oder so, aber er hatte diesen Ausdruck in seinen Augen, und ich bekam schreckliche Angst. Also sage ich, die Videos sind doch nicht so babyhaft und entschuldige mich. Danach war es gut.“ (Auszug Seite 231)

Auf den letzten Metern zur Schule wird ein 10-jähriges Mädchen entführt. Auf dem Weg liegt nur noch ihre Schultasche, Hefte und Bücher daneben verstreut. Der Schock ist bei allen groß. Detective Inspector Ellen Kelly übernimmt die Suche nach Jodie Hudson. Der erste Tatverdächtige ist der Stiefvater Kevin Hudson. Er ist arbeitslos und kümmert sich um die beiden Kinder seiner Frau Helen, während diese arbeitet und das Geld verdient. Kevin ist vorbestraft, er hat einen 15-jährigen Jungen verprügelt. Da kommt schnell der Verdacht auf, dass er jetzt auch der kleinen Jodie etwas angetan hat, da er auch kein Alibi hat.

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