Marek Krajewski | Pest in Breslau
„Da ist er!“ rief das Mädchen. „Dieser Mann verfolgt mich schon die ganze Zeit! Ich wollte sehen, ob er in der Graupenstraße weitergehen würde, wenn ich den Laden betrete, aber nein! Er blieb vor dem Geschäft stehen und wartete auf mich. Ich habe Angst vor ihm, er ist doch bestimmt ein Perverser, schauen Sie, was für ein kriminelles Gesicht er hat!“ (Auszug Seite 103)
Breslau 1923. Oberwachtmeister Eberhard Mock ist im Grunde kein Typ Mann, der Schrecken verbreitet, wenn ihn Autor Marek Krajewski auch als äußerst schludrigen und und nachlässigen Typen mit einem Selbstbewusstsein groß wie ein Elefant angelegt hat. Besonders ins Gewicht fällt dabei sein Hang zum Alkohol, dem er sich einer Rückschau folgend bereits ein ganzes Jahr hingegeben hat, ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei lebte er in dieser Zeit stumpf in einer Zelle des Reviers und ließ sich einfach gehen. Als er nunmehr von der Kriminalpolizei zu einem Tatort gerufen wird, bei dem es den Doppelmord an zwei Dirnen aufzuklären gilt, entbrennt in ihm sein alter Traum; denn er wäre so unsagbar gern Teil der Mordkommission.