Kategorie: .17 special

Marek Krajewski | Pest in Breslau

Marek Krajewski | Pest in Breslau

„Da ist er!“ rief das Mädchen. „Dieser Mann verfolgt mich schon die ganze Zeit! Ich wollte sehen, ob er in der Graupenstraße weitergehen würde, wenn ich den Laden betrete, aber nein! Er blieb vor dem Geschäft stehen und wartete auf mich. Ich habe Angst vor ihm, er ist doch bestimmt ein Perverser, schauen Sie, was für ein kriminelles Gesicht er hat!“ (Auszug Seite 103)

Breslau 1923. Oberwachtmeister Eberhard Mock ist im Grunde kein Typ Mann, der Schrecken verbreitet, wenn ihn Autor Marek Krajewski auch als äußerst schludrigen und und nachlässigen Typen mit einem Selbstbewusstsein groß wie ein Elefant angelegt hat. Besonders ins Gewicht fällt dabei sein Hang zum Alkohol, dem er sich einer Rückschau folgend bereits ein ganzes Jahr hingegeben hat, ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei lebte er in dieser Zeit stumpf in einer Zelle des Reviers und ließ sich einfach gehen.  Als er nunmehr von der Kriminalpolizei zu einem Tatort gerufen wird, bei dem es den Doppelmord an zwei Dirnen aufzuklären gilt, entbrennt in ihm sein alter Traum; denn er wäre so unsagbar gern Teil der Mordkommission.

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Joan Weng | Feine Leute

Joan Weng | Feine Leute

20:43 Uhr und noch immer kein Paul. […]
Wo blieb er nur?
Was, wenn er gar nicht kam?
Wenn er womöglich Willi schickte?
Und Carl war so gut präpariert. Gestern Nacht noch, gleich nach dem Gespräch mit Paul, war er nach Hause gestürmt und hatte angefangen zu recherchieren. Bedauerlicherweise hatte er dabei zwei Stück Baumkuchen mit Schlagsahne und eine Bonboniere voll Nougat gefuttert, aber nun kannte er wenigstens jedes Detail, das über den Straumannmord je in einer Berliner Zeitung gedruckt worden war. Vom Rätsel des verschobenen Sessels bis zur ungewöhnlichen Tatwaffe, er wusste alles!
Ha, Paul würde schon sehen! (Auszug Seite 72-73)

Der reiche Großgrundbesitzer Gottlieb Straumann wird in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Der mutmaßliche Mörder ist schnell gefunden, sein Verwalter Max Beyer war kurz zuvor im Zimmer, ist der Liebhaber von Straumanns Gattin Beatrice und bei ihm wird zudem auch noch die Tatwaffe gefunden. Trotzdem ist Kommissar Paul Genzer irgendwie nicht zufrieden, dieses Gefühl verstärkt sich noch, als Beatrice Straumann wenig später an einer Überdosis verstirbt.

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Volker Kutscher | Der nasse Fisch

Volker Kutscher | Der nasse Fisch

Der Schmerz machte ihn halb wahnsinnig, er musste sich zusammenreißen. Das Geräusch der Tropfen nicht beachten, so laut es auch war. Tropfen, die auf einen harten, feuchten Boden fielen. Er wusste, dass es sein eigenes Blut war, das da auf den Beton tropfte. (Auszug Seite 11)

Volker Kutscher entführt uns in seinem Kriminalroman Der nasse Fisch in das Berlin des Jahres 1929. Sein Hauptprotagonist Gereon Rath fängt in Berlin als Kommissar bei der Sitte an. Er stammt ursprünglich aus Köln, hat dort aber im Dienst den Sohn eines bedeutenden Verlegers erschossen. Nach einer Hetzkampagne durch die Medien wurde er dank der Beziehungen seines Vaters nach Berlin „strafversetzt“. In der Hauptstadt muss der ehemalige Mordermittler sich unter anderem während der schweren Unruhen am 1. Mai erst mal profilieren. Die Maiunruhen, bei denen es durch die überforderte Polizei zu zahlreichen unbeteiligten Opfern kommt, werden später als Blutmai in die Geschichtsbücher eingehen.

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Charles den Tex | Die Zelle

Charles den Tex | Die Zelle

Das ist nicht mein Leben, was immer die anderen auch behaupten mögen. Es ist, als sei ich ein Fluss und als habe mich in der Nacht irgendjemand umgeleitet. Als flösse ich plötzlich durch ein anderes Land, eine unbekannte Gegend. Irgendjemand fährt mit einem Auto herum, das nicht mir gehört, aber auf meinen Namen zugelassen ist. In Monster, um genau zu sein. Das ist ein Anschlag auf meine Integrität. In Monster. Da bin ich noch nie zuvor gewesen. Da habe ich gar nichts zu suchen. Andere vielleicht, ich nicht.
ICH KENNE MONSTER NICHT!
Ich solle Ruhe bewahren, hat mir meine Anwältin geraten. Aber es gelingt mir nicht. Wenn ich nicht ganz schnell beweisen kann, dass ich Opfer eines Verbrechens geworden bin und nicht Täter eines anderen, dessen mich die Polizei beschuldigt, habe ich den Schwarzen Peter und ich kann nicht gut Karten spielen (Auszug Seite 79)

Der Unternehmensberater Michael Bellicher ist auf einer Landstraße unterwegs, als vor ihm ein Wagen schwer verunglückt. Die beiden Insassen kommen ums Leben, Bellicher ruft die Einsatzkräfte. Doch als die Polizei eintrifft und seine Personalien kontrolliert werden, wird Bellicher vom Zeugen zum Beschuldigten. Denn er wird wegen Fahrerflucht bei einem anderen Unfall gesucht, der mit einem Wagen verursacht wurde, der auf seinen Namen zugelassen ist.

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Jef Geeraerts | Der Generalstaatsanwalt

Jef Geeraerts | Der Generalstaatsanwalt

„Vermutlich bist du auf dem Laufenden bezüglich des Problems mit dem Vater unseres Numerarier-Kandidaten Didier Savelkoul?“
„Bis ins kleinste Detail.“
„Hast du vielleicht einen Vorschlag für eine angemessene Lösung?“ […]
„Zuerst wird diese puta destabilisiert, und danach gibt es eine kleine Erpressung. Dieser Herr ist sehr verwundbar, weißt du…“
„Ist er korrupt?“
„In Belgien ist dieser Begriff, wie soll ich sagen, äh…. ziemlich dehnbar, aber doch, er ist korrupt. Auf mehr als einem Gebiet. […] (Auszug Seite 51)

Albert Savelkoul ist der Generalstaatsanwalt von Antwerpen. Er hat sich in seinem Posten eingerichtet, gehört zur Hautevolee, zu einem Netzwerk von Gefälligkeiten und Machtmissbrauch. Er besitzt ein Schwarzgeldkonto in Genf und eine Geliebte samt Reiterhof im Kempenland. Savelkoul ist quasi unantastbar. Doch auf einmal beginnt sich der Wind zu drehen: Ein Erpresser meldet sich und droht, sein Tête-à-Tête auffliegen zu lassen. Kampflos will Savelkoul sich nicht ergeben, sein Gegner ist aber mächtiger als gedacht.

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