Kategorie: Gunnar Wolters

James Lee Burke | Sturm über New Orleans Bd. 16

James Lee Burke | Sturm über New Orleans Bd. 16

„Vielleicht hatte ich zu viele Erinnerungen daran, wie die Stadt früher mal war. Vielleicht hätte ich nicht zurückkehren sollen. Vielleicht erwartete ich, saubere Straßen zu sehen, das Stromnetz intakt, Zimmermannstrupps, die kaputte Häuser reparierten. Aber die Trauer, die ich empfand, als ich die St. Charles Avenue entlangfuhr, war schlimmer als alles, was ich unmittelbar nach dem Sturm durchgemacht hatte. New Orleans war ein Song gewesen, keine Stadt. […] Die Aufgabe, die hier bevorstand, war von herkulischer Größe, und das Ganze wurde noch durch ein Ausmaß an organisiertem Diebstahl, Inkompetenz und Zynismus von Seiten der Regierung verschlimmert, das außerhalb der Dritten Welt nirgends seinesgleichen hatte. Ich war mir nicht sicher, ob New Orleans eine Zukunft hatte.“ (Auszug Seite 300-302)

Hurrikan Katrina trifft den Süden Louisianas und insbesondere New Orleans mit großer Wucht und Härte. In der Stadt bricht Chaos und Anarchie aus, die Behörden sind nicht in der Lage, die Kontrolle zu behalten oder wiederzugewinnen. Gewalt, Plünderungen, Mord, wiederaufflammender Rassismus.

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Hinter den Zeilen: Gunnar

Hinter den Zeilen: Gunnar

Früher. Meine Leseanfänge habe ich mit Comics und Tier-Sachbüchern bestritten. Der Weg in das Spannungsgenre ging über die obligatorischen Hörspielabenteuer Fünf Freunde und TKKG. Meine Lieblingsjugendbuchserie war übrigens Die Acht vom großen Fluß (kennt das noch jemand?). Schnell habe ich in der Jugend dann auch meine Begeisterung für Sherlock Holmes entdeckt – und somit war das Genre klar!

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William McIlvanney | Laidlaw

William McIlvanney | Laidlaw

Jemand sagte: „Solche Leute dürften nicht weiterleben.“ Es wurde genickt. Die Stille war furchterregendes Einvernehmen.
„Wem hat das arme Mädchen denn je was getan?“
Niemandem, sagte die Stille.
„Selbst wenn sie ihn schnappen, sorgt irgendein Studierter dafür, dass der Kerl bloß Gefängnis kriegt.“
Ihre Selbstgefälligkeit war undurchdringlich. Grobe Männer waren das. Gewalt gehörte bei vielen zum Alltag. […] Aber es gab Verbrechen und Verbrechen. Und wenn man ein bestimmtes beging – wenn man ein Kind missbrauchte oder ein Mädchen vergewaltigte – , wurde man von ihnen in Gedanken entmannt. Man wurde zum Ding.
Die Küche war ein mitleidloser Ort. Stück für Stück redeten sie sich das Menschsein aus. Die Männer wurden zu Racheengeln. (Auszug Seite 54)

In einem Glasgower Park wird die Leiche der jungen Jennifer Lawson gefunden. Ein Sexualmord. Der Mörder versteckt sich irgendwo in der Stadt. Doch eine Menge Leute sind hinter ihm her. Nicht nur die Polizei, sondern auch die Unterwelt Glasgows, die sich bei ihren Geschäften durch den Mord beeinträchtigt fühlt. Schließlich sinnt auch die Familie auf Rache. Keine einfache Aufgabe für Detective Inspector Jack Laidlaw, der sich in den rauen Straßen und Pubs der Stadt auf die Suche begibt.

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Adrian McKinty | Die verlorenen Schwestern

Adrian McKinty | Die verlorenen Schwestern

Ich sah sie an. Ihre Augen blitzten wütend, das rote Haar zerrte an den Spangen, die es zusammenhielten. „Haben Sie mich verstanden, Inspector?“

„Eigentlich nicht. Wollen Sie damit sagen… Mal sehen, ob wir ganz sicher über dieselbe Angelegenheit sprechen, Mrs. Fitzpatrick. Wenn ich den Mörder ihrer Tochter finde und Ihnen den hinreichenden Beweis für die Täterschaft liefere, dann.. dann…“
„Dann gebe ich Ihnen Dermot McCann“, sagte sie kaltlächelnd. (Seite 129 – 130)

Sean Duffys Polizeikarriere scheint am Ende. Nach den Vorkommnissen im letzten Fall (Die Sirenen von Belfast) bereits degradiert, wird er nun aufgrund von Falschaussagen zu einer angeblichen Fahrerflucht vollständig aus dem Dienst entlassen. Doch der Massenausbruch von IRA-Häftlingen aus dem Maze-Gefängnis im September 1983 bringt ihn wieder ins Spiel: Einer der gefährlichsten Ausbrecher ist Dermot McCann, ein Schulfreund Duffys. Der MI5 rekrutiert Duffy und setzt ihn in seinem alten Dienstgrad wieder ein. Sein Auftrag: Dermot McCann aufzuspüren.

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Ben Atkins | Stadt der Ertrinkenden

Ben Atkins | Stadt der Ertrinkenden

„Die Zwanziger: Wie konnte all das nur auf einer Illusion beruhen? Auf etwas, das es gar nicht gab? Ich besaß ein wirkliches Automobil. Ich besaß wirkliche Kleidung. Ich konnte sie mit meinen Händen befühlen, oder?“ Er schloss die Augen. „Wolle, Cordsamt, Baumwolle. Ich bewohnte ein wirkliches Apartment mit festen Wänden und Möbeln. Ich bezahlte Miete, es kostete mich wirkliches Geld. Es war teuer, aber ich zahlte stets pünktlich, Woche für Woche. Auch wenn es schwer war, tat ich alles, was ich tun musste, und mehr, denn das Geld, mit dem ich bezahlte, war wirklich. Wie konnte das alles zunichte werden durch einen – einen Kunstfehler der Banken?“

(Auszug Seite 24)

Ein Abend im November 1932, in irgendeiner amerikanischen Großstadt: Ich-Erzähler Fontana, Teilhaber eines lukrativen Alkoholschmuggelunternehmens, ist nach einer Europareise erst seit kurzem wieder in den Staaten. Ein Abendessen mit Damenbegleitung muss er relativ schnell beenden, denn sein Freund und Geschäftspartner Luca bittet ihn um einen Gefallen: Er soll die Oktober-Abrechnungen im Büro suchen und mitbringen. Doch Fontana findet keine Abrechnungen und als er in Lucas Apartment kommt, ist dieser spurlos verschwunden. So langsam kommt ihm der Verdacht, dass während seiner Abwesenheit etwas gründlich schiefgegangen sein muss. Fontana beginnt eine nächtliche Odyssee durch den korrupten und kriminellen Großstadtsumpf.

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