Kategorie: Gunnar Wolters

Jean-Claude Izzo | Total Cheops

Jean-Claude Izzo | Total Cheops

Aber was dann kam, war wie im Western. 16.59 Uhr. Er zog das Helmvisier herunter. Die Pistole lag gut in seiner Hand. Und die Hände waren trocken. Er gab kaum merklich Gas und fuhr am Bürgersteig entlang, die linke Hand am Lenkrad geklammert. Der Pudel tauchte auf, hinter ihm Zucca. Eine innere Kälte stieg in ihm auf. Zucca sah ihn kommen. Er blieb am Kantstein stehen und hielt den Hund zurück. Er begriff, aber zu spät. Sein Mund öffnete sich, ohne dass er einen Laut von sich gegeben hätte. Die Augen weiteten sich. Die Angst. Das hätte schon gereicht, dass er sich in die Hose geschissen hätte. Er drückte auf den Abzug. Angewidert. Von sich. Von ihm. Von den Menschen. Und von der Menschheit. Er leerte das Magazin in seine Brust. (Auszug Seite 24)

Innerhalb kurzer Zeit sterben zwei alte Freunde des Polizisten Fabio Montale im Marseiller Gangster-Milieu. Kurz darauf verschwindet die junge Studentin Leila, eine Freundin Montales, und wird wenig später vergewaltigt und ermordet aufgefunden. Fabio begibt sich mitten in einen tobenden Kampf der Marseiller Banden, um die Taten zu rächen.

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Carl Nixon | Rocking Horse Road

Carl Nixon | Rocking Horse Road

Mit fünfzehn wußten wir noch nicht, daß es Augenblicke gibt, die ein Leben in „davor“ und „danach“ teilen; Ereignisse, auf die Menschen zurücksahen als Tor zu etwas Neuem, einem neuen Leben, neuen Lebensabschnitten, manchmal besser, aber oft schlechter. […] Weder wir noch, wie wir heute vermuten, die Ashers wollten sich das damals eingestehen, aber dieser kurze Gang von der Kirche zum Leichenwagen bildete das Tor zu einem kargeren Land – und nicht nur für die Ashers, auch wenn sie am stärksten betroffen waren. Es war ein Wendepunkt für uns alle, die auf The Spit lebten. In diesem Moment traten wir in eine Landschaft ein, aus der es, wie die Ereignisse der Zukunft zeigen sollten, keinen Rückweg gab. (Auszug Seite 50-51)

Vier Tage vor Weihnachten 1980 wird am Strand der Landzunge „The Spit“ die nackte Leiche der 17-jährigen Lucy Asher gefunden. Eine Gruppe von 15-jährigen Jungen, die wie Lucy in der Rocking Horse Road auf The Spit leben und in die gleiche Schule gehen, beobachtet den Leichenfund. Von diesem Moment an bilden die Jungen eine verschworene Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Ziel: Den Mörder von Lucy Asher zu finden.

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Zygmunt Miloszewski | Warschauer Verstrickungen

Zygmunt Miloszewski | Warschauer Verstrickungen

Er schaute ihm in die Augen und hielt dem Blick stand. Der Staatsanwalt hatte ein junges Gesicht, aber von einer jugendlichen Attraktivität konnte man nicht sprechen, eher von einer zurückhaltend männlichen. Der Sanftheit seiner Gesichtszüge widersprachen die leicht gerunzelten Brauen und die unangenehm kühlen grauen Augen. Das war nicht das Gesicht eines Mannes, der oft lacht. In wenigen Wochen wurden er sechsunddreißig, aber viele hätten ihn für jünger gehalten, wären da nicht die dichten weißen Haare gewesen. Der Kontrast mit den schwarzen Augenbrauen verlieh ihm etwas Strenges, leicht Beunruhigendes. Er war perfekt monochrom, nur schwarz, grau und weiß. Keine Farbe verdarb die Komposition. Schließlich wandte der Staatsanwalt seinen Blick langsam ab, ohne auch nur einmal mit der Wimper gezuckt zu haben. Dieser Beamte, dachte er, macht keine Kompromisse. (Auszug Seite 258-259)

Staatsanwalt Teodor Szacki wird an seinem freien Sonntag zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen: In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Klostergebäudes liegt ein Teilnehmer einer Therapiegruppe ermordet, mit einem Grillspieß, der durchs Auge ins Gehirn gestoßen wurde. Höchstverdächtig sind die drei weiteren Teilnehmer und der Therapeut. Die Gruppe hat an einer durchaus umstrittenen Therapieform teilgenommen, der sogenannten Familienaufstellung. Teodor Szacki hat alle Hände voll zu tun, die Konstellationen zu entwirren und gerät letztlich auch an einen alten Mordfall aus dem Jahr 1987.

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Liza Cody | Lady Bag

Liza Cody | Lady Bag

Wenn du es keine Sekunde länger aushalten kannst, gehst du, und damit machst du dich „freiwillig obdachlos“. Und wisst ihr was? Es ist eine Erlösung. Du bist ganz unten angekommen. Es gibt kein weiteres Fallen. Du kannst endlich aufhören, krampfhaft um den Wiedereintritt in die Gesellschaft zu kämpfen, und dich ganz aufs Überleben konzentrieren. […] Hoffnung ist die große Blenderin. Sie flüstert dir ins Ohr und hält dich in der Tretmühle. […] Es ist der Kampf ums Normalsein, der dich wahnsinnig macht. Hör auf zu kämpfen, sage ich, hör auf zu hoffen und lerne überleben. Gib die Hoffnung auf und lege dir einen Hund zu. Das ist die einzige Selbsthilfelektion, die ich euch geben kann. (Auszug Seite 13 und 14)

Eine namenlose Obdachlose mitten in London: Sie bettelt und schnorrt sich durchs Leben. Durch einen Zufall trifft sie auf den Mann, der ihren tiefen Fall ausgelöst hat. Gram Attwood, für sie nur „der Teufel“, hat sich offenbar ein neues Opfer gesucht. Er spaziert mit einer gutsituierten Frau am Arm vorbei. Die „Baglady“ nimmt die Verfolgung auf, mit der Absicht, die Frau vor dem „Teufel“ zu warnen. Dies misslingt und die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten.

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Halbzeit 1.15 – Favoriten der Jungs

Halbzeit 1.15 – Favoriten der Jungs

Gunnars und Kurts Favoriten des 1. Halbjahres 2015

 

Ein Lesehalbjahr ist um und ich stelle fest, dass ich mit meiner Buchauswahl sehr zufrieden sein kann. Ich habe kaum schwache Bücher gelesen und an einen Totalausfall kann ich mich gar nicht erinnern. Andere Genres sind bei mir in diesem Halbjahr etwas kurz gekommen, da möchte ich vielleicht wieder mehr lesen (Ein Highlight war die erneute Lektüre von Huxleys „Schöne neue Welt“). Aber wir stellen hier ja schließlich Krimis vor und da gab es mehrere, die mir besonders gut gefallen haben. Eine ganz enge Auswahl zu treffen, war gar nicht so einfach. Ich habe mich schließlich für zwei Bücher entschieden:

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