Kategorie: gesellschaftskritischer Krimi

Edney Silvestre | Der stumme Zeuge

Edney Silvestre | Der stumme Zeuge

Wenn Olavinho in Sicherheit ist, wen haben sie dann…?“
„Den Sohn unseres Hausmeisterpaares. Diesen taubstummen Jungen. Er saß im Wagen. Deshalb haben sie ihn wohl für unseren Sohn gehalten.“ […]
Er fühlte sich erfrischt. Bereit für den Kampf. In solchen Augenblicken hatte er die besten Ideen. Und jetzt hatte er eine Idee. Er würde die Schmierenkomödie weiterspielen und sogar noch ausbauen. Er würde den als Entführung getarnten Erpressungsversuch öffentlich machen. Ganz offen über den Überfall und das Verschwinden des Kindes reden. Er würde das Problem bei den Hörnern packen. Eine komplette Kehrtwende vollziehen. Sieh an, sieh an, eine großartige Idee. Es lebe die Macht der Information, seine Macht. (Auszug Seite 135)

São Paulo, 1990: Eine Limousine wird am helllichten Tag mitten auf einer vielbefahrenen Straße aufgehalten, der Fahrer erschossen und das Kind auf dem Rücksitz entführt. Die Entführer wollen damit Olavo Bettencourt erpressen, einen äußerst einflussreichen Medienberater. Doch sie haben, ohne es zu merken, das falsche Kind entführt: Den Sohn des Hausmeisters. Und Bettencourt ist ein eiskalter Profi, der dies sofort zu seinen Gunsten ausnutzt.

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Ryan David Jahn | Ein Akt der Gewalt

Ryan David Jahn | Ein Akt der Gewalt

Sie sieht sich auf dem Hof um. Er ist ungefähr zehn Meter breit, fünfzehn Meter lang und vollständig betoniert bis auf einen runden Blumengarten in der Mitte und halbkreisförmige Blumenbeete an den Kanten, wo der Beton an die vier Gebäude grenzt, die den Apartmentkomplex bilden. Vier Bänke rahmen den Blumengarten in der Mitte ein. Die Gebäude sind fünf Stockwerke hoch. Kat hat keine Ahnung, wie viele Wohnungen sich in dem Komplex befinden, aber sie weiß, dass ungefähr die Hälfte von ihnen Ausblick auf den Hof haben, und sie sieht, dass hinter einigen Fenstern Licht brennt. So viel Licht in so vielen Wohnungen hat sie noch nie brennen sehen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam. In mindestens einem Dutzend der Wohnzimmer brennt Licht. Es sind bestimmt dreißig oder mehr Menschen, die hinter erleuchteten oder dunklen Fenstern stehen. Sie erkennt Gesichter, die zu ihr hinunterblicken.

Bei einigen kann sie das Weiß der Augäpfel sehen.

„Hilfe“, sagt sie. „So hilf mir doch jemand.“ (Auszug Seite 89)

Katrina Marino kommt mitten in der Nacht von ihrem Job nach Hause. Sie wohnt im Erdgeschoss eines Apartmentkomplexes in New York. Im Innenhof, direkt vor ihrer Haustür, wird sie von einem Unbekannten überfallen und niedergestochen. Trotz der späten Stunde sind noch viele ihrer Nachbarn wach. Das Verbrechen bleibt nicht ungehört, doch das Unfassbare geschieht: Niemand kommt Katrina zur Hilfe.

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Britta Bolt | Das Haus der verlorenen Seelen

Britta Bolt | Das Haus der verlorenen Seelen

Pieter Posthumus hatte noch nie so viel Blut gesehen.
„Mein Gott“, sagte jemand hinter ihm. Eine Hand in seinem Rücken schob ihn ins Zimmer.
„Du bist das doch gewöhnt“ „Normalerweise sehen wir die Leichen nicht“, sagte Posthumus.
„Nicht so.“ (Auszug Seite 9)

Nach dem gelungenem Debüt Das Büro der einsamen Toten geht nun die Reihe um Pieter Posthumus mit Das Haus der verlorenen Seelen weiter. Pieter, der als Beamter der Stadt Amsterdam für eine würdige Beerdigung von anonymen Leichen zuständig ist, wird diesmal zufällig Zeuge eines brutalen Gewaltverbrechens.

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Daniel Woodrell | In Almas Augen

Daniel Woodrell | In Almas Augen

Vor dem nahen Himmel türmte sich eine orange strahlende Helligkeit auf, Hitze brüllte, während die Feuerzungen in der Nachtbrise aufflammten und größer wurden. Der orangefarbene Turm neigte sich, warf sich von einer Seite zur anderen; die Laute, die die Tanzenden von sich gaben, drangen als anonyme Schreie an weit entfernte Ohren und folterten jene Menschen, die näher dran waren, mit ihren klar vernehmlichen Klagen. Manche behaupteten, Abschiedsrufe der Opfer gehört zu haben, die durch die Luft flogen oder im Schutt steckten, und einiges davon dürfte wohl stimmen. Viele helfende Mitbürger krochen durch die Flammen und zerrten an den Blasen werfenden, qualmenden Körpern, die sich später als die Leichen von Bekannten herausstellten, von Schwestern, Onkeln, Söhnen und Freunden. (Auszug Seite 20-21)

Alma DeGeer Dunahew ist eine alte, wortkarge Frau, die ihr ganzes Leben in äußerst bescheidenen Verhältnissen gelebt hat. Im Sommer 1965 hat sie ihren Enkel Alek zu Gast und sie erzählt ihm von dem einschneidenden Ereignis ihres Lebens und der Kleinstadt West Table in Missouri: Der Brand der Arbor Dance Hall im Jahre 1929. Ein Verbrechen, das immer noch ungesühnt ist.

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Charlotte Otter | Karkloof Blue

Charlotte Otter | Karkloof Blue

Greenwashing ist kein Kapitalverbrechen, sondern gängige Praxis in der PR großer Firmen. So pflegt der südafrikanische Papierkonzern Sentinel sein Image als umweltfreundlicher Wohltäter der Region. Nachrichtenredakteurin Maggie Cloete soll eigentlich ihren Schreibtisch hüten und nicht herumschnüffeln. Doch die Journalistin kann Ungereimtheiten nicht auf sich beruhen lassen. Ihre Recherchen zu vom Aussterben bedrohten Schmetterlingen lösen einen Wirbelsturm aus, der alte Leichen und neue Gewalt zum Vorschein bringt. Der zweite Roman um die kompromisslose Reporterin Maggie Cloete zeigt die dunklen Seiten des heutigen Südafrika.

Der Papierkonzern Sentinel plant die Abholzung des Waldgebietes Karkloof 7 in der Nähe von Pietermaritzburg. Der Wald ist allerdings das Refugium einer seltenen Schmetterlingsart, so dass militante Umweltschützer auf den Plan gerufen werden. Für die Journalistin Maggie Cloete ein wichtiges Thema für ihre Zeitung, zumal sich auch ihr Bruder unter den Aktivisten befindet. Doch ihre Chefredakteurin möchte das Thema lieber klein halten, verhandelt die Zeitung doch gerade mit Sentinel über neue Papierpreise. Doch die Ereignisse spitzen sich zu, als bei den Rodungsarbeiten plötzlich sieben verscharrte Leichen aus der Apartheid-Ära gefunden werden.

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