Monika Geier | Alles so hell da vorn
„Frau Boll, ich verstehe Ihre Bedenken, das hier ist kein guter Ort“, begann Guhl.
„Das ist ein Kinderpuff!“, rief Bettina.
Guhl blinzelte.
„Ja“, sprach Bettina streitlustig, bevor Härtling ihre Anwesenheit, ihr Benehmen, ihre ganze Existenz herunterspielen konnte, das wollte er nämlich, stand ihm auf die Stirn geschrieben. „Gucken Sie sich die Mädchen doch an![…]“
„Diese Kinder sind alle erwachsen“, sagte Thot in einem überaus beschwichtigendem Tonfall, der eigentlich nur ironisch gemeint sein konnte. […]
Wenn Sie möchten, Frau Boll“, sprach Guhl im selben Ton weiter, „können Sie gerne mit den Mädchen sprechen. Versuchen Sie es einfach mal, wir wären Ihnen dankbar für alles, was Sie herausfinden.“ Damit wandte er sich abrupt von ihr ab und Härting zu, so dass sie nur noch seinen Rücken sah.
Sie war abserviert. Also drehte sie sich um und ging raus, hier drin war es sowieso zum Ersticken.
„…Frauen gehören einfach nicht mit in den Puff“, hörte sie Härtling von weitem. (Auszug Seiten 34-35)

Mitten in der Nacht wird Kommissarin Bettina Boll aus dem Bett geholt und fährt mit ihrem Chef an einen Tatort in einem Frankfurter Bordell. Dort wurde ihr Kollege Ackermann vor einer Prostituierten mit seiner Dienstwaffe erschossen. Allerdings war er wohl offensichtlich nicht im Dienst. Die junge Hure namens Manga hat anschließend noch einen Typen der Security erschossen, aber offenbar selbst die Polizei gerufen. Doch ihre Mission ist noch nicht zu Ende.