Yrsa Sigurdardóttir | DNA
Diese Tür ist sonst nie geschlossen.
Elísa geht auf die Tür zu, langsam und vorsichtig. Ihre Zehen kleben auf dem kalten Parkett, und die Angst wächst mit jedem Schritt. Sie legt ein Ohr an die weiße Tür. Zuerst ist nichts zu hören, doch dann schreckt sie zurück. In der Küche werden Stühle gerückt.
Was tun? Ihr Körper will zurück ins Bett kriechen und sich die Decke über den Kopf ziehen. Der nächtliche Besucher wird sicher bald aus der Küche herauskommen. Ihr Hab und Gut könnte Elísa nicht gleichgültiger sein. Der Einbrecher soll ruhig alles nehmen, was er will, wenn er sich bloß schnell aus dem Staub macht. (Auszug Seite 24)

In Reykjavik dringt nachts ein Mann in ein Familienhaus ein und überfällt eine dreifache Mutter. Während die beiden Söhne in ihrem Zimmer eingesperrt sind, muss die siebenjährige Tochter versteckt unter dem Bett miterleben, wie ihre Mutter brutal ermordet wird. Das traumatisierte Mädchen wird daraufhin in einem Kinderhaus von der Psychologin Freyja und ihrem Team behutsam befragt. Als einzige Tatzeugin schwebt die kleine Margrét eventuell auch in Gefahr. Da die Polizei in Reykjavik momentan Probleme mit ihrer derzeitigen Führungsebene hat, übernimmt der bis dahin unerfahrene Huldar erstmals die Leitung eines Mordfalls.