Tag: 21. April 2017

Gard Sveen | Der letzte Pilger

Gard Sveen | Der letzte Pilger

Ein Blitzlicht leuchtete über Tommys Kopf auf, und der Lichtstrahl einer Taschenlampe traf das Ende des Zollstocks. Tommy sah noch immer nichts Besonderes. Der Kripos-Mann tippte mit dem Zollstock noch einmal auf die Stelle. Da stellten sich die Haare auf Tommys Armen auf, und alles Blut wich aus seinem Kopf. Für einen Moment fürchtete er, das Gleichgewicht zu verlieren. „Verdammt“, sagte Abrahamsen und sprach aus, was beide dachten. „Da liegen nicht zwei Menschen, da liegen drei.“ Tommy starrte mit weit aufgerissenen, trockenen Augen in das Loch. Eine fünfte Hand drückte sich unter den Rippen durch die Erde. Langsam zählte er die kleinen Finger. Die Hand war zur Faust geballt. Eine winzig kleine Faust. „Scheiße“, flüsterte er. Ganz unten lag ein Kind. (Auszug Seite 46 und 47)

Beim Zelten in einem Waldgebiet in der norwegischen Nordmarka stoßen Studenten auf die Skelette von drei verscharrten Leichen. Laut Gerichtsmedizin handelt es sich um zwei Frauen, die per Kopfschuss hingerichtet wurden und ein kleines Mädchen. Das Verbrechen muss schon etliche Jahre zurückliegen und wird in den 40er Jahren zu Kriegszeiten verortet. Einige Tage nach der Veröffentlichung in der Zeitung wird der betagte Ex-Handelsminister Carl Oscar Krogh brutal ermordet in seiner Villa aufgefunden. Der hochangesehene Politiker wurde bestialisch mit zahllosen Messerstichen getötet. Der ermittelnde Kommissar im Polizeipräsidium Oslo ist Tommy Bergmann, der aufgrund von privaten Problemen freiwillig über Pfingsten Dienst schiebt. Der eigenwillige Kommissar verbeißt sich in den Fall und fragt sich, wer einen Grund und so viel Wut hat, um den ehemaligen Kriegshelden umzubringen.

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