Viktor Remizov | Asche und Staub
Wie ein Wildtier instinktiv Widrigkeiten meidet, so ging er den Menschen aus dem Weg, auch wenn sie vielleicht keinerlei Gefahr für ihn bedeuten würden, entfernte sich immer weiter und behauptete sein Recht auf Freiheit. […]
Was den Staat betraf, so war Stepans Gewissen vollkommen rein. Der Staat handelte ungestraft und erinnerte sich nie an seine Vergehen. Stepan wusste von so vielen alten und neuen Verbrechen, hinter denen der Staat stand und die dieser seinem Volk gegenüber nie bereut hatte, dass er ihm jedes Recht auf seine Person und auf die Natur aberkannte, um die sich dieser Staat angeblich kümmerte. (Auszug Seiten 76-77)
In der Abgeschiedenheit des russischen Fernen Ostens leben die wenigen Bewohner oftmals von den reichen Naturschätzen, vor allem vom Kaviar und Zobel, obwohl sie dafür eigentlich keine Genehmigung haben. Doch die örtliche Miliz kassiert üppiges Schutzgeld und schaut dafür nicht so genau hin. Stepan Kobjakow trifft jedoch einen ungünstigen Moment für die Begegnung mit dem Milizchef und dessen Stellvertreter: Er hat seinen Wagen voll mit Kaviar und plötzlich soll er kontrolliert werden. Stepan verliert die Nerven, entwaffnet die Polizisten und demoliert ihren Wagen. Der Milizchef Tichi will den Vorgang zwar noch herunterspielen, doch sein zweiter Mann Gnidjuk hegt Ambitionen und will Stepan und den mit ihm sympathisierenden Bewohnern eine Lektion erteilen. Derweil flieht Stepan in die Weiten der Taiga.