Thomas Willmann | Das finstere Tal ♬

Thomas Willmann | Das finstere Tal ♬

Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Was will der Mann in diesem Dorf? Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten…

Eine mitreißende Geschichte über Liebe und Tod, Schuld und Vergeltung.

Thomas Willmanns erster Roman Das finstere Tal findet mit Matthias Brandt eine passende und angenehme Vertonung.

Der Hörer wird direkt zu Beginn des Hörbuchs in die Geschichte um den Fremden Greider hineingezogen, welcher sich zur Jahrhundertwende (19. auf 20. Jahrhundert) auf den Weg in das abgelegene, namenlose Hochtal in den Alpen macht.

Als Maler will  Greider, so gibt er vor, dort Unterkunft finden und einzig durch seine finanziellen Mittel, kann er die sechs Brenner-Burschen, die ihm einen despektierlichen und finsteren Empfang am Rande des Hochtals bereiten, überzeugen, ihm im Hochtal bei der Gaderin und ihrer Tochter Luzie Quartier zu gewähren.

Der Brenner und seine sechs Söhne, so wird sehr rasch klar, sind mehr als die Wächter des abgelegenen Tals, sie sind die Herrscher und bestimmen, wer sich in „ihrem“ Hochtal aufhalten darf. Die Hintergründe dazu, werden dem Hörer zuerst nicht eröffnet, aber Thomas Willmann weiß zu erzählen und Fäden zu knüpfen, so dass der Hörer nicht unbefriedigt mit offenen Fragen zurück bleibt.

Die folgende, fast beschauliche – weil sich beruhigende – Situation in dem Tal täuscht jedoch, und der Fremde wird weiterhin streng beäugt. Auch der hiesige Pfarrer Breiser, ein kantiger derber Mann, scheint dem Brenner Bauern mehr zugetan als seinem Ethos.  Dabei ist es im ersten Viertel unklar, welche Motive der Fremde hatte, sich auf den Weg in genau dieses Hochtal in den Alpen zu machen, was ihn tatsächlich treibt. Der Autor bedient sich einer poetischer Bildsprache, um die Annäherung Greiders an das Dorf und seine Bewohner zu beschreiben. Sein vorgegebenes Motiv, die Malerei, dient dem Autor als metaphorisches Stilmittel zur Beschreibung dieser Annäherung.

Mit Zeitsprüngen versehen, bei denen der Hörer auf Zack sein muss, weil sie nicht erklärend eingeleitet werden, erzählt Willmann von den Hintergründen der Dorfgemeinschaft, deren strengen Sitten und der diabolischen Herrschaft des Brenner-Bauern. Aber ebenso von Greiders Motivation, von seiner Vergangenheit und wie es zu dem am Ende stattfindenden Showdown kommen konnte.

Dabei gelingt es dem Autor in herausragender Weise, die Landschaft und die wechselnden Atmosphären sehr plastisch zu beschreiben. Das finstere Tal ist eine sehr gelungene Mischung aus Spannungsliteratur in einem Westernumfeld, die durch atmosphärisch dichtes Erzählen besticht; jedoch auch durch die schlüssige Einführung und Weiterentwicklung aller Figuren. Eine fantastische Erzählung, die nicht nur Kriminalroman ist und trotzdem Hörer raffiniert konstruierter Kriminalliteratur überzeugt.

Internetseite zum Kinofilm Filmstart in Deutschland: 13. Februar 2014
Buchtrailer

 

5df29-dasfinsteretalDas finstere Tal | Erschienen in einer Neuauflage am 4. Januar 2014 bei Hörbuch Hamburgs
Laufzeit: 469 Minuten | 89 Tracks | 12,99 Euro
Hörprobe

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