Kategorie: Krimi

Nele Neuhaus | Muttertag

Nele Neuhaus | Muttertag

„Es ist kein Zufall. Ich habe die Daten gecheckt“, ließ Kai sich vernehmen. „Alle Frauen verschwanden einen Tag vor Muttertag, mit Ausnahme von Rianne van Vuuren. Die verschwand am Muttertag selbst.“
„Theo Reifenrath hasste den Muttertag“, sagte Pia nachdenklich. „Vielleicht deshalb, weil seine Frau diesen Tag zelebrierte, als wäre Weihnachten.“ (Auszug Seite 196)

Eher durch Zufall wird die Leiche von Theodor Reifenrath in seinem Haus entdeckt. Pia Sander und Oliver von Bodenstein vom RKI Hofheim werden dazu geholt, da erst nicht klar ist, ob es sich um eine natürliche Todesursache handelt. Bei der Untersuchung des Grundstückes werden im Hundezwinger menschliche Knochen und zwei Leichen entdeckt. Pia und Bodenstein finden heraus, dass es sich um Frauen handelt, die schon vor langer Zeit als vermisst gemeldet wurden und nie wieder aufgetaucht sind. Nach den Obduktionen liegen die Todesursachen vor und plötzlich passen noch viel mehr ungeklärte Fälle in ganz Deutschland in dieses Muster. Auffällig dabei ist, dass alle vermissten Frauen am Tag vor Muttertag verschwunden sind. Und an dem Tag hat jährlich auch Theos Frau Rita auf dem Hof ein Fest gefeiert, zu dem sie ihre Pflegekinder eingeladen hat, die sie jahrelang bei sich aufzog. War Theo Reifenrath ein Serienmörder? Und besteht jetzt keine Gefahr mehr, weil er tot ist? Denn der nächste Muttertag ist nicht mehr lange hin…

Klassischer Krimi mit viel Ermittlungsarbeit

Muttertag ist der neunte Fall um Pia Sander und Oliver von Bodenstein von Nele Neuhaus. Es handelt sich um einen klassischen Kriminalroman, in dem es hauptsächlich um die Ermittlungsarbeit und das Lösen des Falls geht. Ab und zu kann man zwischendurch auch in das Privatleben der beiden Protagonisten blicken, aber eher unterschwellig. Beide Protagonisten haben ihre privaten Probleme, aber diese nehmen nicht die halbe Handlung ein, was mir gefällt. Für Pia wird es zum Ende hin noch persönlich und deshalb kommt von ihrem Privatleben etwas mehr zum Vorschein, aber das bringt eher die Spannung.

Gut recherchierte Geschichte

Besonders aufgefallen ist mir, dass in der gesamten Geschichte viele Fachbegriffe und Abkürzungen benutzt werden, die für den Laien ausreichend erklärt werden und den Lesefluss nicht stören. Dadurch kam mir die Handlung sehr gut recherchiert vor und ich hatte das Gefühl, einen tatsächlichen Einblick in den Alltag eines Polizeireviers zu bekommen. Im letzten Teil des Buches werden auch zwei Fachbereiche sehr detailliert beschrieben, mit denen man im „normalen Leben“ gar nicht in Berührung kommt und die ich sehr interessant und vor allem glaubwürdig fand.

Viele handelnde Personen

Die Krimis der Autorin haben meistens die Herausforderung, dass es sehr viele handelnde Personen gibt und man beim Lesen leicht durcheinander kommt. Dem wurde vorgegriffen, in dem es zu Beginn des Buches ein Personenregister gibt, mit dem man sich grob orientieren kann und ich habe das auch verwendet. Aber es fiel mir in dieser Geschichte nicht so schwer den Überblick zu behalten, da ich die Protagonisten und Kollegen aus dem Kommissariat schon kannte und mir nur noch die Verdächtigen und Befragten merken musste. An einer Stelle konnte ich einen Namen nicht mehr zuordnen und auch das Personenregister half nicht, aber aus dem Kontext hat sich für mich schnell ergeben, um wen es sich handelte. Amüsant finde ich, dass Pia sich mit ihrem Mann über die Ermittlungen unterhält und dabei bemerkt, dass sie mindestens vier Opfer und drei Tatverdächtige raus streichen müsste, würde sie einen Krimi über den Fall schreiben, damit der Leser nicht den Überblick verliert;-)

Spannendes, aber nicht übertriebenes Ende

Die Geschichte kam mir trotz ihrer über fünfhundert Seiten zu keiner Zeit langatmig vor und ich habe mich durchgängig gut unterhalten gefühlt. Das Ende wird dann nochmal etwas spannender, da die Zeit quasi über Leben und Tod entscheidet, aber keineswegs übertrieben nervenaufreibend ist. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen soliden Kriminalroman, der sehr gut recherchiert ist und von mir eine klare Empfehlung bekommt.

Nele Neuhaus wurde in Münster/Westfalen geboren, zog aber schon als Kind mit ihren Eltern in den Taunus. Ihre ersten Bücher erschienen noch als Eigendruck, bis sie dann vom Ullstein-Verlag entdeckt wurde. Neben den Taunus-Krimis um Oliver und Pia schreibt die passionierte Reiterin auch Pferde-Jugendbücher und unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg Unterhaltungsliteratur. Ihre Krimis erscheinen in über 30 Ländern und wurden sogar verfilmt.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Muttertag | Erschienen am 19. November 2018 bei Ullstein
ISBN 978-3-550-08103-0
560 Seiten | 22.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Rezensionen zu den Nele Neuhaus-Krimis Eine unbeliebte Frau und Im Wald.

Anne Goldmann | Das größere Verbrechen

Anne Goldmann | Das größere Verbrechen

Eine ungewöhnliche Autorin, ein besonderer Krimi und vor allem ein außerordentlich guter Roman, eine packende Geschichte über das Schicksal dreier Frauen, die sich zwischen den Genres hin- und herbewegt, ohne dass eine genauere Zuordnung wichtig wäre.

Dieser Kriminalroman kommt ohne einen Ermittler aus, ohne den Polizei- und Justizapparat. Kommissariat und Untersuchungsgefängnis sind zwar Schauplatz, geben aber vor allem Kulissen ab, die kurzen Auftritte dort sind gestaltet wie andere Alltagsszenen dieses Romans auch, die etwa im Altenheim spielen oder im Krankenhaus, der Fokus ist immer auf die Personen gerichtet, ob handelnd oder nur duldend, stets sind es die Menschen und ihre Schicksale, die vor allem interessieren und deren Erleben und häufig Erleiden den Leser faszinieren. Denn ohne Opfer geht es auch bei Anne Goldmann nicht, nicht ohne Tote, nicht ohne Ermordete und somit auch nicht ohne Mörder, Massenmörder sogar. Täter wie Opfer geraten fast zwangsläufig, zumindest folgerichtig in ihre fatale Situation, und die wahren Opfer sind immer Frauen, die unterdrückt werden, schikaniert, ausgenutzt von Männern.

Selma Sudic ist vor über 20 Jahren aus ihrer Heimat Bosnien geflohen, der grausame Krieg hat die Muslima vertrieben, fast ihr gesamtes Dorf wurde ausgelöscht, ihre gesamte Familie umgebracht. Sie selbst wurde in einem Lager interniert, wie die anderen gefangenen Frauen immer wieder gequält und vergewaltigt. Sie weiß: Die Männer sind überall gleich. Die Menschen sind überall gleich. Im Guten wie im Schlechten. Der Krieg verändert die Menschen, sie verrohen, entdecken ihre Lust am Quälen, am Töten. Auch sie hatte geglaubt, dass der Mensch sich an alles gewöhnt, aber nun weiß sie, dass das nicht stimmt. Sie hatte sich an den Schmerz gewöhnt, an Hunger und Durst, an die Schläge, den Gestank. Aber niemals konnte sie sich an die Toten gewöhnen, nicht an die gebrochenen Augen, die zerstörten Gesichter, die grotesk verrenkten Glieder. Eine Krankenschwester, auch aus Bosnien, berichtet ihr: Meine Mutter kann nicht schlafen, sie ist nicht mehr das, was sie war. Im Fernseher hat sie die Täter gesehen, sie lächelten in die Kamera. Aber sie, sagt sie, sind stark, sie haben überlebt. Aber auch Frau Sudic wird heimgesucht von grauenhaften Bildern, entsetzlichen Eindrücken. Daher klammert sie sich an andere Vorstellungen, andere Gerüche und Erinnerungen.

Frau Sudic war ein glückliches Kind. In der Rückschau reiht sich ein Fest an das andere. Als junge Frau geht sie weg, sie ist frei, lernte, reiste durch ganz Jugoslawien. Ihre Oma rieb sich auf, um die Familie zusammenzuhalten. Die Mutter wiederholte die Fehler, schuftete und ordnete sich unter. Die junge Selma hatte geschworen, sich niemals einem Mann zu beugen, aber das gelingt nicht. Der schreckliche Krieg änderte alles. Nun dauern all ihre Tage viel zu lang, sie sitzt am Fenster, sieht die Tageszeiten, die Jahreszeiten. Sie verlässt auch das Haus kaum noch, fühlt sich in ihren vier Wänden beschützt. Am liebsten ist sie allein, erträgt ihr Schicksal, ohne zu klagen. Sie hat Angst davor, auf andere angewiesen zu sein, ausgeliefert.

Immer Mittwochs bekommt sie Besuch von Putzhilfe Ana, die auch kleine Handreichungen und Besorgungen für die alte Dame erledigt. Alle drei Tage kommen zudem wechselnde Pflegekräfte. Ana jobbt nur, um die Zeit bis zur Zulassung an der Kunstakademie zu überbrücken, sie ist eine sehr begabte Malerin. Und auch sie schleppt ein Trauma mit sich herum: vor vielen Jahren hat sie ihren Chef aus dem Fenster gestoßen und so getötet, als dieser sie bedrängte und sexuell belästigte. Vor Gericht entlastet sie aber eine Kollegin mit einer Falschaussage. Sie versucht, das Geschehene zu verdrängen, aber nachts ist sie mit ihren Gespenstern allein. Aus ihrer traurigen Wirklichkeit flieht sie in die Glitzerwelt der Disco: Dort fällt alles von ihr ab, an der Bar und auf der Tanzfläche kann sie vergessen, lebt nur für den Augenblick und ist fast glücklich.

Ana putzt auch bei Familie Rössler, Theres und Thomas sind ein Paar Mitte, Ende Dreißig, das mühsam den Anschein einer glücklichen Familie wahrt, obwohl Thomas seine Frau betrogen hat, aber das wird zwischen ihnen mittlerweile totgeschwiegen, Thomas ist schon lange nicht mehr schuldbewusst, hält seiner Frau vor, auch Fehler gemacht zu haben, und das wirft sie sich auch selbst vor. Sie war kleinmütig, feige, hat in ihren Augen versagt. Immer war sie es, die bei Problemen eingelenkt hat, zurücksteckte. Eine Ehe gibt man schließlich nicht so einfach auf. Und so macht man in heile Welt, Harmonie ist das Wichtigste. Ihre Tochter Nina ist Fünfzehn, ein typischer Teenager, ganz normal, dass sie im Moment etwas „schwierig“ ist. Aber sie ist auch ein Mädchen, das sich auflehnt, aufbegehrt gegen ihre Eltern, sich empört und widersetzt. Auch das normal für eine Fünfzehnjährige. Und Nina durchschaut die Eltern, sie wirft ihnen vor, bloß nichts riskieren zu wollen, bloß nirgends anzuecken. „Ihr seid so feig, so unfassbar feig!“ Tatsächlich wird nichts hinterfragt oder gar in Frage gestellt, man zieht sich ins Schneckenhaus zurück wie die pubertierende Nina, die sich in ihrem Zimmer einschließt, wenn es unangenehm wird und sie sich unverstanden und unterdrückt fühlt.

Theres hat sich angewöhnt, Schwierigkeiten zu ignorieren, Ärgernisse auszublenden, sie klammert sich an Gewohnheiten. Theres arbeitet halbtags, macht daneben ehrenamtlich Besuchsdienste bei älteren, einsamen Menschen und will nun auch noch Strafgefangene betreuen. Thomas hält ihr Engagement für übertrieben und ist strikt gegen ihre Pläne. Er selbst hat eine eigene Schreinerei und ist damit vollkommen ausgelastet. Wie Goldmann diese wohlgeordnete und doch so trügerische, brüchige Scheinwelt schildert, ist entlarvend, aber auch beunruhigend, ja, beängstigend, weil wahr. Das traurige Familienleben hinterlässt gleichwohl ein Gefühl von Bedauern und Mitleid. Das traurige Schicksal der Frau Sudic hingegen macht eher wütend. Ihre erschütternden Erlebnisse berühren und wühlen auf, die drastischen und doch seltsam nüchternen Schilderungen der Kriegsgräuel sind so bewegend wie beängstigend und wirken nach.

Sexuelle Gewalt, systematisch angewendet, ist schon immer und noch immer ein schlimmes Verbrechen. Nicht zufällig ging vor wenigen Wochen der Friedensnobelpreis 2018 an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege, der sich für Mädchen und Frauen einsetzt, die Opfer sexueller Gewalt wurden und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad, die entführt und als Sex-Sklavin gefoltert wurde. Heute ist sie UN-Sonderbotschafterin und kämpft für die Beendigung sexueller Gewalt als Kriegswaffe.

Bei Anne Goldmann stehen stets Frauen im Mittelpunkt ihrer Romane, und oft schleppen sie Traumata mit sich herum, müssen in ihrem ganz normalen, illusionslosen Alltag versuchen, Erlebtes und Erlittenes zu verarbeiten und können doch nur weitermachen, weiterleben, indem sie versuchen, die verdeckten, versteckten Erinnerungen zu verdrängen und ihre Ängste zu vergessen. Aber in ihren Wachträumen und Albträumen werden sie heimgesucht von den Gespenstern der Vergangenheit. Weil die dort lauernden Schrecken die Frauen niemals loslassen und immer wieder in ihren Alltag einbrechen, ist es nur folgerichtig, dass ständige Zeitsprünge das frühere Leben der drei Protagonistinnen zeigen.

Anne Goldmann beantwortet nicht jede Frage, hält sich nicht an jedem Detail auf, sondern hält sich auch einmal zurück, lässt weg, was eh klar ist, lässt aus, was der Leser mit seiner Fantasie und eigener Vorstellungskraft auch ergänzen kann. Dabei ist sie eine feine Beobachterin, hat ein gutes Auge auch für kleine Gesten und alltägliche Ereignisse, die sie genauestens zu Papier bringt, unaufgeregt, zurückgenommen, ruhig und bedächtig. Diese vielen kleinen, intensiven Alltagsszenen arrangiert sie abwechslungsreich und spannend, immer wieder die Perspektive wechselnd, und das in einer sehr klaren, deutlichen, einfachen und direkten Sprache, die dennoch poetisch sein kann, aber auch brutal und schonungslos, wenn sie die grausamen Kriegsereignisse schildert. Dagegen beschreibt sie die Szenen aus der Gegenwart der Frauen eher nüchtern, sachlich, emotionslos, und doch oder gerade deshalb berührt ihr Schicksal.

Diese gedemütigten, schwachen, zweifelnden und manchmal verzweifelten Frauen werden schonungslos ehrlich und sehr genau, durchaus mit Sympathie aber auch mit kritischem Abstand gezeigt. Sind schon die Hauptdarstellerinnen keine starken Frauen, so finden sich auch in den Nebenrollen Figuren, die gescheitert sind, aufgesteckt haben, sich arrangieren mit einem bescheidenen Glück, weil sie nicht mehr die Kraft haben, sich aufzulehnen und mehr zu wollen. So wie Theres, die ihrer Umwelt und sich selbst die heile Familie vorgaukelt, vor jedem Probleme die Augen verschließt, alle Krisen totschweigt, ihre Rolle als unterdrückte, missachtete Frau einfach erduldet. Mit einem unerwarteten Anruf ändert sich alles. Die Oberfläche der scheinbaren Idylle bricht plötzlich auf, und darunter kommen die Familientragödien und häusliche Dramen zum Vorschein, in die auch ihre Eltern, ihre jüngere Schwester Caro und selbst Tante Frida sowie eine weitere Familie verwickelt sind. Theres Eltern sind ein Spiegelbild ihrer eigenen Ehe. Die Mutter, Irmgard, verteidigt ihren Mann Helmut, einen dominanten, beherrschenden, unterdrückenden Reaktionär, der alles seiner politischen Karriere unterordnet. Auch er betrügt sie offensichtlich, aber sie schluckt alles, sieht weg, hält aus, spielt die Märtyrerin. Theres findet sie erbärmlich, wirft ihr vor, niemals etwas selbst gewollt, getan, entschieden, verantwortet zu haben und ist doch in der gleichen Situation. Der Anruf, der das wohlgeordnete Leben all dieser Menschen auf den Kopf stellt und aus ihrem kommoden Alltag reißt, kommt von Jan Igler, und der ist Theres Sohn, den sie mit 17 gebar und noch im Krankenhaus zur Adoption freigegeben hat. Dazu hatte sie ihr Vater gezwungen, nachdem der Kindsvater, ein junger Bosnier, während der Schwangerschaft verschwunden war und eine unangenehme öffentliche Diskussionen drohte. Ihrem Mann und ihrer Tochter hat Theres diese Tatsache immer verschwiegen, sie selbst hatte keine Ahnung, dass ihr Kind ganz in der Nähe lebt, bei dem Polizisten Gerald Igler und dessen Frau Betti. Als Thomas die Wahrheit erfährt, rastet er aus und verlässt das gemeinsame Heim. Er ist selbst in einem Heim und bei Pflegeeltern aufgewachsen und wird nun an sein Trauma erinnert. Nina hingegen ist fasziniert von ihrem älteren Stiefbruder. Die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und es scheint, als empfinde Nina mehr als nur schwesterliche Zuneigung zu Jan. Vor allem ihrem Opa ist das ein Dorn im Auge.

Theres besucht Jans Adoptiveltern und findet ähnliche Verhältnisse vor, wie in ihrer eigenen Familie. Gerald Igler ist ein rabiates, bestimmendes, selbstherrliches Familienoberhaupt, er beklagt sich über seinen Adoptivsohn. Der habe mit 14 ein Auto geknackt, und mit 16 sei er mit Drogen erwischt worden. Seiner Ehefrau macht er den Vorwurf, den Pflegesohn zu verhätscheln, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, zu viel Verständnis für ihn zu haben. Jan hat immer häufiger Streit mit seinem Adoptivvater. Nach einem besonders lautstarken Krach will er vorläufig bei seiner „neuen“ Familie unterkommen, als ihn die Nachricht erreicht, dass Gerald mit seinem Wagen in einen Laster gerast ist und nur noch tot geborgen werden konnte. Jan wird bei der Polizei vernommen, weil man ihn verdächtigt, die Radmuttern des Autos gelöst zu haben. Er beteuert seine Unschuld, verweigert aber jede Aussage und kommt in Untersuchungshaft.

Theres erfährt, dass Nina mit Jan bei ihren Großeltern war und die beiden dort übernachteten. Lockerte Helmut die Schrauben? Sollte nicht Gerald, sondern Jan mit dem Auto verunglücken? Sie beschließt, ihren Vater zur Rede zu stellen. Der gesteht ihr Ungeheuerliches, und so kommt es zur Katastrophe.

Einige Wochen später scheint die Idylle wieder perfekt, alles geht seinen gewohnten Gang. Thomas ist zurück in seinem trauten Heim, er wird jedes mal zurückkommen, alles wird immer so weitergehen. Nina lebt wieder ihr gewohntes Teenagerleben, seitdem Jan nach einer entlastenden Aussage freigekommen ist und sich auf den Weg nach Bosnien gemacht hat, um seinen leiblichen Vater zu suchen. Ana kann endlich ihr Studium aufnehmen, und hat offenbar auch ihr privates Glück gefunden. Sie hat ihr Leben wohl im Griff, dagegen ergibt sich Frau Sudic ihrem Schicksal, sie bekommt nun regelmäßig Besuch von Theres. Deren kleine, heile Welt ist offenbar wieder im Lot, Normalität stellt sich ein, aber: dann läutet das Telefon.

Die Wienerin Anne Goldmann, geboren 1961, jobbte als Kellnerin, Küchenhilfe und Zimmermädchen, um sich die Ausbildung zur Sozialarbeiterin zu finanzieren. Sie arbeitete in einer Justizvollzugsanstalt und betreut derzeit Straffällige nach der Haft. Das größere Verbrechen ist ihr vierter Kriminalroman, ein Psychokrimi, der unter die Haut geht!

 

Rezension und Foto von Kurt Schäfer.

Das größere Verbrechen | Erschienen am 27. August 2018 bei Ariadne im Argumente Verlag
ISBN 978-3-867-54234-0
240 Seiten | 13.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: kurze Betrachtung von Anne Goldmanns Roman Lichtschacht auf unserem Instagram-Account.

Charlotte Link | Die Suche

Charlotte Link | Die Suche

„Sie war nicht besonders hübsch, aber sie hatte etwas sehr liebenswert Kindliches an sich. Es ist jetzt fast ein Jahr her, seit ich ihr begegnete. Reiner Zufall, dass ich an jenem Abend durch diese dunkle Straße fuhr. (…) Aber eigentlich glaube ich ja, dass es gar keine Zufälle gibt. Alles im Leben ist Bestimmung, davon bin ich fest überzeugt. Ich sollte ihr begegnen an diesem Abend. Und sie mir.“ (Auszug Seite 44)

Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist gerade in Scalby und kümmert sich um ihr Elternhaus, das sie nach dem Tod ihres Vaters untervermietet hatte und von den Mietern völlig verwüstet wurde. Sie wohnt während ihres Aufenthaltes in einer Pension in der Nähe. Dann verschwindet die 14-jährige Tochter der Pensionsbesitzer von einem belebten Parkplatz spurlos. Alle sind in heller Aufregung, denn am selben Tag wurde die Leiche der ebenfalls 14-jährigen Saskia Morris gefunden, die vor zehn Monaten verschwand. DCI Caleb Hale, mit dem Kate schon vor drei Jahren bei der Aufklärung des Mordes an ihrem Vater zu tun hatte, leitet die Ermittlungen in beiden Fällen, denn es liegt nahe, dass es sich bei beiden Vermissten um den in den Medien so genannten „Hochmoor-Killer“ handelt. Die Ermittlungen fallen natürlich nicht in Kates Zuständigkeitsbereich, aber sie ist sich nicht in allen Punkten einig mit Caleb und beginnt auf eigene Faust an zu recherchieren.

Kate Linville ist 42 Jahre alt und wohnt in einer kleinen Wohnung in London. Dort arbeitet sie bei Scotland Yard. Als ihr Vater starb, konnte sie sich nicht von ihrem Elternhaus trennen, mit dem sie so viele Erinnerungen verbindet, aber nach der Verwüstung beschließt sie, dieses Kapitel hinter sich zu lassen und nun doch zu verkaufen. Kate ist eine in sich gekehrte Frau, die sich selbst viel zu wenig zutraut und so gut wie keine Freundschaften oder gar eine Beziehung hat. Sie ist voller Misstrauen und kapselt sich ab, um keinem Gelegenheit zu geben, sie zu verletzen.

Der zweite Roman um Kate Linville

Die Suche von Charlotte Link ist der zweite Kriminalroman um Kate Linville. Die Betrogene ist der erste Teil, in dem es um die Ermittlungen des Mordes an Kates Vater geht. Diese Geschichte wurde auch bereits verfilmt. Ich mag die Bücher der Autorin sehr, da die Romane in den allermeisten Fällen sehr packend sind. Zuletzt habe ich Die Entscheidung gelesen und war völlig in einem Sog gefangen, der es mir fast nicht möglich machte, mit dem Lesen aufzuhören, bis ich die Auflösung kannte. Auf so ein Lesevergnügen habe ich mich nun wieder gefreut.

Erst fehlt der „Sog“, dann folgt die Wendung der Geschichte

Das Buch hat über sechshundert Seiten, auf denen sehr ausführlich auf die Gefühlslagen und Gedanken aller einzelnen Personen eingegangen wird, was ich aber nicht zu viel fand. Außerdem scheint es bei diesem Fall keinen roten Faden zu geben und die Ermittler um Caleb stehen immer wieder am Anfang. Etwa zwei Drittel der Geschichte sind so aufgebaut und beim Lesen habe ich mir gedacht, dass sich das Ganze zwar flüssig und interessant und keineswegs langatmig liest, mir aber dieser „Sog“ fehlt. Ich hatte diesen Gedanken noch gar nicht ganz zu Ende gedacht, begann es mit einer Wendung, die ich so nicht vorhersehen konnte und die alles bisher Angenommene in ein völlig anderes Licht bringt. Und ab dieser Stelle gab es dann kein Halten mehr, ich konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen.

Ein spektakulärer Schluss

Das Ende hält dann noch eine Überraschung bereit, mit der ich ebenfalls nicht gerechnet habe, und endet meiner Meinung nach etwas sehr spektakulär, was es für die absolute Spannung gar nicht gebraucht hätte. Ich finde die Geschichte grandios und alle Erwartungen wurden erfüllt. Dazu noch der Schauplatz in Scarborough direkt am Meer und ich bin wunschlos glücklich. Unbedingt lesen!

Charlotte Link wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren, veröffentlichte bereits mit 19 Jahren ihr erstes Buch und wurde sowohl mit Gesellschaftsromanen als auch mit psychologischen Spannungsromanen in englischer Erzähltradition bekannt. Ihre Bücher wurden in zahlreichen Sprachen übersetzt und verfilmt. Die Autorin engagiert sich als aktive Tierschützerin bei PETA und für Straßenhunde in der Türkei und Spanien und lebt derzeit mit ihrem Lebensgefährten in Wiesbaden.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Die Suche | Erschienen am 1. Oktober 2018 bei blanvalet
ISBN 978-3-764-50442-7
656 Seiten | 24.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Rezensionen zu den Charlotte Link-Romanen Die Entscheidung und Das Haus der Schwestern sowie zur DVD Der Beobachter

Fred Vargas | Der Zorn der Einsiedlerin

Fred Vargas | Der Zorn der Einsiedlerin

„Nehmen wir an, unser Mörder hat sich eine kleine Sammlung von Einsiedlerspinnen zugelegt. Er packt zwei oder vier davon in einen Schuh, in eine Hose – Hose ist gut, denn da bleiben sie hängen -, in eine Socke oder in das Bett des Alten, und es gibt große Chancen, dass der Mann sie quetscht und sie ihn beißen.“
„Das Problem ist nur“, sagte Adamsberg, „dass man bei zwei von den Todesfällen weiß, dass der Biss der Spinne draußen im Freien erfolgte.“ „Scheiße“, sagte Voisenet. (Auszug Seite 172)

Mord durch Spinnenbisse

Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg genießt eine Auszeit in Island und es passt ihm gar nicht, als er offiziell nach Paris zurück beordert wird. Ein ungeklärter Mordfall, bei dem eine Frau überfahren wurde, wird dann auch ziemlich schnell im Vorbeigehen geklärt. Vielmehr interessiert den Kommissar die zufällig aufgeschnappte Nachricht vom Tode mehrerer Senioren in Südfrankreich. Dass die alten Männer aufgrund von Spinnenbissen der braunen Einsiedlerspinne verstarben, lässt ihn nicht mehr los. Ja es packt den verschrobenen Kommissar eigenartigerweise am Nacken und versetzt ihn in unerklärliche Unruhe. Der wunderbar versponnene Adamsberg, der statt rational lieber mit psychologischem Gespür an die Fälle herangeht, beobachtet noch kleinste Details, ermittelt hauptsächlich intuitiv und zieht daraus die richtigen Schlüsse. Er vermutet eine Mordserie mittels Spinnenbissen. Dabei ist das schon rein statistisch gar nicht möglich. Außerdem ist die braune Einsiedlerspinne, wie der Name schon vermuten lässt, ein sehr scheues Wesen, das sich in dunklen Ecken versteckt.

Adamsberg gegen die Brigade

Adamsberg recherchiert die Umstände erst mal hinter den Kulissen, da er von den Mitarbeitern der Brigade criminelle im 13. Arrondissement von Paris kaum Unterstützung erfährt. Er kann nur einige wenige Kollegen, wie Louis Veyrenc mit den rostroten Haarspitzen, der wie Adamsberg aus einem kleinen Pyrenäendorf stammt und ihn noch am besten versteht, auf seine Seite ziehen. Ausgerechnet sein Stellvertreter Adrien Danglard versucht einen Keil ins Team zu treiben, in dem er immer wieder die Ermittlungen blockiert und seinen Chef der Lächerlichkeit preisgibt. Die Stimmung im Kommissariat ist in diesem elften Band dadurch sehr angespannt. Die Zwietracht zwischen Adamsberg und seinem Freund und engstem Vertrauten Commandant Danglard mit dem enzyklopädischen Wissen fand ich sehr betrüblich, sorgt aber auch für einen realistischen Anstrich und bringt einen weiteren spannenden Aspekt ins Spiel.

Mobbing mit schlimmen Folgen

Während im Internet hitzige Diskussionen um die zunehmende Gefährlichkeit von Spinnen entbrennen und man beunruhigt über die Häufung der Todesfälle spekuliert, nimmt Adamsberg Kontakt zu einem Arachnologen auf. Er verbeißt sich in den Fall, gräbt immer tiefer und muss sich auch seiner eigenen Vergangenheit stellen. Die Spur führt in ein längst geschlossenes Waisenhaus in der Nähe von Nîmes, in dem in den 40er Jahren eine Bande grausamer Jugendlicher andere Kinder mit sadistischen Spielchen quälte, die lebenslange Schäden zur Folge hatten. Doch die Spur einer verspäteten Rache entpuppt sich als Sackgasse.

„1944 bis 1947. Das heißt zweiundsiebzig Spinnengenerationen vor den heutigen.“ „ Rechnen wir die Zeit jetzt in Spinnengenerationen?“, fragte Danglard. „ Und warum nicht?“ (Seite 226)

Als Lieutenant Froissy, die Computerexpertin der Brigade von einem Nachbarn sexuell belästigt wird, aber aus Scham keine Anzeige erstattet, zieht Adamsberg den Vergewaltiger aus dem Verkehr. Mit welcher Lässigkeit er diesen zur Strecke bringt und dass es ihm so wichtig ist, dass Froissy davon nichts mitbekommt, hat mich sehr berührt und für ihn eingenommen. Überhaupt die Brigade. Die schrulligen Gestalten werden so liebenswert mit allerlei Skurrilitäten gezeichnet, ich hatte das Gefühl alte und liebgewonnene Bekannte wiederzutreffen. Das hat mit der Realität natürlich nicht viel zu tun. Ich kann mir jedenfalls keine Dienststelle vorstellen, in dem das Maskottchen der Brigade, ein lebensuntüchtiger fetter Kater namens Die Kugel ständig auf dem Kopierer liegt, in dem eine Kollegin unverhältnismäßig viel Nahrung hortet oder ein anderer alle paar Stunden in den Tiefschlaf fällt. Aber alle haben auch ihre Stärken und werden genau dort eingesetzt, wo sie diese am besten entfalten können.

Und wenn dann die Ermittlungen stocken, und das tun sie oft, dann geht man ins Restaurant und isst erst mal Gabure, ein traditionelles Arme-Leute-Eintopfgericht aus den Pyrenäen und wenn dann noch mit einer Ernsthaftigkeit eine Amselfamilie gerettet wird, würde ich in jedem anderen Kriminalroman die Augen verdrehen. Aber hier ist alles stimmig, wird mit so viel absurdem Charme erzählt und ich kann nur jubilieren und Beifall klatschen!

Bis zum zugegeben etwas konstruierten Schluss wirft die französischen Autorin noch mit verschiedenen Nebelkerzen und führt den Leser sowie Adamsberg auf Irrwege während seines unkonventionellen Weges der Ermittlung.

Mystik und Zoologie

Wer einen realistischen Polizeiroman lesen will und viel Wert auf Plausibilität und Logik legt, ist mit der Schriftstellerin Fred Vargas nicht gut bedient. Aber wer ein Faible für phantasievolle Fabulierlust fernab vom Mainstream und Dutzendware mit wunderbar pointierten Dialogen hat, der sollte zugreifen. Vargas hat einen ganz eigenen literarischen Schreibstil. Die Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin verbindet den spannenden Kriminalfall mit mystischen Elementen und in diesem speziellen Fall auch noch mit Zoologie, denn es kommen außer Spinnen auch noch Totenkäfer, Tauben und Amseln vor. Sie bietet dem Leser einige Details zur Historie in dem sie die Geschichte der Einsiedlerinnen im Mittelalter streift. Dabei verliert sie nie ihren scharfen Blick auf die gesellschaftliche Realität, denn es geht um Gewalt gegen Frauen, um Vergewaltigung, um Kindesmissbrauch und die damit zusammenhängende Sprachlosigkeit, alles ohne große Effekthascherei geschildert.

Vargas unterhält mit poetischer Sprache und nicht zuletzt mit augenzwinkerndem Humor, der oft in den schrägen Dialogen aufblitzt.

 

Rezension und Foto von Andy Ruhr.

Der Zorn der Einsiedlerin | Erschienen am 29. Oktober 2018 bei Limes
ISBN 978-3-8090-2693-8
512 Seiten | 23.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Kurzrezension zu Fred Vargas Roman Das barmherzige Fallbeil

Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt | Die Opfer, die man bringt

Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt | Die Opfer, die man bringt

(…) Aber heute Nacht hast du mich angefleht, dich zu retten. Euch beide zu retten. Doch ich konnte es nicht. Nicht einmal im Traum konnte ich es. Also tue ich stattdessen das, was ich kann. Und ich habe vor, es wieder zu tun. Heute Abend. Die fünfte. (…) (Auszug Seite 7)

Die Polizei in Uppsala ermittelt in einer brutalen Vergewaltigungsserie und bittet die Reichsmordkommission und den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman um Hilfe. Schnell ergeben sich Hinweise, dass die Opfer keineswegs zufällig ausgewählt wurden und der Täter einen Plan verfolgt. Die Lösung des Falles scheint in der Vergangenheit zu liegen. Kann das Team weitere Opfer vermeiden und den Täter fassen?

Vanja hat vorher ebenfalls bei der Reichsmordkommission gearbeitet, sich nach dem letzten Fall aber nach Uppsala versetzen lassen, um aus persönlichen Gründen nicht mehr mit Sebastian zusammenarbeiten zu müssen. Jetzt bittet ausgerechnet ihre neue Chefin Sebastian um Mithilfe und Vanja muss sich doch wieder arrangieren. Sebastian hingegen freut sich auf diesen Einsatz, da er die Gelegenheit nutzen möchte, um Vanjas Vertrauen zurückzugewinnen.

Der sechste Fall

Die Opfer, die man bringt von Michael Hjorth und Hans Rosenfeld ist der sechste Fall um Sebastian Bergman. Einen Vorgeschmack auf Band drei und vier gibt es ebenfalls auf dem Blog. Ich persönlich habe auch bereits zwei Bücher dieser Reihe gelesen und habe mich auf das neue gefreut. Zu meiner Freude wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn es handelt sich wieder um einen spannenden Kriminalroman, bei dem anfangs nichts so scheint, wie es wirklich ist.

Klassische Ermittlung und private Einblicke

Der Hauptteil der über fünfhundert Seiten besteht also aus klassischer Ermittlungsarbeit, wobei viele Personen zu Wort kommen: Der Täter, die Ermittler, einige Opfer. Zusätzliche Spannung wird durch kryptisches Täterwissen zu Beginn einiger Kapitel und immer wieder heiße Spuren, die dann doch im Sande verlaufen, erzeugt. Zwischendurch gibt es viele private Einblicke in das Leben aller Ermittler der Reichsmordkommission: Vanja hat mit ihrer Familie gebrochen und sich nun verliebt, Ursula möchte sich verlieben und datet einen Mann, den sie im Internet kennengelernt hat, Torkel und Billy sind glücklich gebunden, wobei Billy sich gerade ganz andere Gedanken macht und Sebastian ist nach wie vor traumatisiert vom Verlust von Frau und Kind, kann seinen Hosenstall nur schwer geschlossen halten und versucht Vanja wieder auf seine Seite zu ziehen. Es wird also auch außerhalb der Arbeit nie langweilig.

Fazit

Mich hat die Geschichte gut unterhalten und ich kam flüssig durch die Seiten. Den Fall an sich fand ich spannend, mir waren die persönlichen Sorgen und Nöte der Ermittler allerdings fast etwas zu viel, da es sich nicht unbedingt um alltägliche Probleme handelt, sondern einige von ihnen schon recht „kaputt“ sind. Das Ende des Buches hat den berühmten Cliffhanger, so dass ich als Leser das neue Buch natürlich kaum erwarten kann.

Michael Hjorth ist ein bekannter Regisseur, Produzent und Drehbuchschreiber. Hans Rosenfeldt arbeitet als Schauspieler, Drehbuchautor, Schriftsteller und Moderator.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

Die Opfer, die man bringt | Erschienen am 11. Oktober bei Wunderlich im Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-8052-5088-7
560 Seiten | 22.95 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Auch bei uns: Nors Rezensionen zu den Romanen Die Toten, die niemand vermisst und Das Mädchen, das verstummte des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt