Kategorie: 1 von 5

Thomas Rydahl | Der Einsiedler

Thomas Rydahl | Der Einsiedler

„Die Ermittlungen laufen noch?“
Bernal wirft ihm einen Blick zu.“Weil die Presse begonnen hat zu schreiben. Sie haben herausgefunden, dass in dem Karton ein toter Junge lag. Mehr wissen sie nicht. Und die Verantwortlichen wollen keinen neuen Fall Madeleine. Mehr sagen sie nicht. Negativwerbung in diesen Zeiten – wo der Tourismus doch eh schon verteufelt schlecht läuft! Ich sollte Sie eigentlich gar nicht einweihen, aber wir verfolgen eine lokale Spur.“ (Auszug Seite 72)

Hinweis: Es wird ausnahmsweise gespoilert!

Der tote Junge am Strand

In der ersten Regennacht des Jahres fällt an einem Strand auf Fuerteventura ein Auto auf, das wie von den Klippen gestürzt dort steht, was natürlich Rätsel aufgibt. In dem Auto findet sich ein Karton mit einem toten Kleinkind. Erhard Jorgensen ist neben vielen anderen Inselbewohnern mit dem befreundeten Pärchen Raúl und Beatriz an diesem Abend am Strand, um das spektakuläre Gewitter zu beobachten.

Die Polizeit findet etwas später unter anderem einen Zettel, einen Abriss einer vermutlich dänischen Tageszeitung, in selbigem Karton, weshalb man auf den bekanntesten Dänen der Insel zukommt, um Weiteres zu erfahren. Doch schon bald wird Jorgensen klar, dass der Fall des toten Jungen, der ihm keine Ruhe mehr lässt, unter den Teppich gekehrt werden soll, was er als inakzeptabel empfindet und woraufhin er sich selbst auf Spurensuche begibt. Er erfährt, dass die Polizei die Mutter des toten Jungen ausfindig gemacht haben will und diese bereits in Untersuchungshaft festgehalten wurde. Erhard Jorgensen kommt das seltsam vor, insbesondere, da ihm die junge Frau als Prostituierte namens Alina bekannt ist. Er fragt sich, ob das wirklich so plausibel ist, wie ihm der zuständige Ermittler Bernal weismachen möchte.

Der amputierte Finger

Kurz zuvor kam Jorgensen an einer Unfallstelle vorbei. Bill Haji, von dem er nicht sehr viel hält, ist mit seiner Protzkarre verunglückt, liegt aus dem Wagen geschleudert tot auf der Straße.

Achtung! Hier macht sich das erste Mal das Fehlen von Empathie für den Leser bemerkbar. Hinzu kommt aber auch eine Art abartige Skurrilität:

Nah des Körpers des Toten sieht er einen abgetrennten Finger. Diesen nimmt er an sich, aber nicht wie gedacht, wegen des goldenen Rings, sondern einzig des Finger wegens. Jorgensen hatte schon vor vielen Jahren selbst einen kleinen Finger verloren. Dieser Verlust hinterließ bei ihm ein Gefühl der Unvollständigkeit, weshalb er den Fund des Fingers als einen Glücksfall betrachtet. Zuerst hält er sich den amputierten Finger lediglich an, aber schon bald klebt er ihn mit Klebeband fest und fährt so auch Taxi. Als sich der Finger naturgemäß zu verändern beginnt, trägt er ihn in einem Plastikbeutel in seiner Hosentasche bei sich, manchmal versteckt er ihn in seinem Bücherregal. Wahrscheinlich würde man diese – sagen wir mal – Eigenart bald darauf vergessen, wäre dies nicht ein immer wieder im Vordergrund stehendes Thema.

Die Nutte als Geisel

Jorgensen macht sich auf die Suche nach der angeblichen Mutter und findet sie mühelos an einem einschlägig bekannten Ort. Sturzbetrunken ist ihr nicht bewusst, was Jorgensen von ihr möchte, nämlich ehrliche Antworten auf die Fragen, die die Polizei nicht zu stellen scheint, um die bevorstehende Reisesaison nicht zu gefährden. In ihrem Zustand verrät sie ihm, dass ihr 5.000.- Euro für das falsche Geständnis zugesagt wurden. Und zwar nicht seitens der Behörden, sondern von einem unbekannten Unternehmer.

Auffällig gut gekleidet und sich eine Auszeit nehmend, findet er Alina kurze Zeit darauf erneut und entführt sie in seine abgelegene Hütte, wo er sie zuerst in einen angrenzenden Generatorschuppen einsperrt, da sie gar nicht einsehen möchte, was sie mit ihrer Bestechlichkeit anrichtet. Als sie den Generator manipuliert, wird ihr Lager ins Haus verlegt. Angekettet hat sie jedoch die Möglichkeit sich in einem Radius Matratze, Toilette, Lebensmittelschrank selbstständig zu bewegen.

Die Ungereimtheiten steigern sich ins Absurde

Soviel zur Rahmenhandlung. Wir wissen nun, dass der sogenannte Erimitando selbst nicht vor Verbrechen zurückschreckt, selbstverständlich im Sinn der guten Sache, wie er sich selbst sagt. Gleichzeitig mehren sich jedoch im Debütroman des dänischen Philosophen, Psychologen und Vermittler für Storytelling (als Strategie in der Kommunikationsbranche) Thomas Rydahl die Ereignisse, die nicht nachvollziehbar sind. Ein weiteres Beispiel:

Jorgensen lässt seine Geisel in seiner Hütte zurück, während er zu seinem Freund Raúl fährt, wo er gemeinsam mit ihm und dessen Frau Beatriz auf der Dachterrasse so viele Drinks hat, dass er vergisst, dass er zuhause eine Geisel hat und einschläft. Am nächsten Morgen findet er Beatriz im Arbeitszimmer des Paares blutüberströmt auf, Raúl ist verschwunden. An dieser Stelle des Romans benutzt der Autor ein Mittel, welches mir eher fremd ist, nämlich hört Erhard Jorgensen plötzlich Stimmen, um genau zu sein die Stimme der halbtoten komatösen Beatriz, welche ihm Handlungsanweisungen gibt, die er natürlich penibel befolgt.

Im weiteren zeitlichen Ablauf kehrt er zu seiner Hütte zurück, wo er feststellt, dass Alina sich nicht mehr im Haus aufhält. Als er der Kette folgt, sieht er, dass sich die Frau über das Dach zur anderen Hausseite vorgearbeitet hat, wo sie in den Tot gestürzt ist; ihr Gesicht ist aufgrund der Kollision mit der Gebäudemauer vollkommen entstellt. Klar, das kann so passieren. Aber wir erleben nun erneut einen sehr gleichgültigen, empathielosen und berechnenden Erhard Jorgensen, der sich keinen Deut um den Tod der Frau schert.

Wie passt das zu dem Taximann, der so unbedingt den Tod des kleinen Jungen aufklären wollte, was übrigens inzwischen auch erstmal keine weitere Erwähnung mehr findet?

Beatriz gibt ihm durch die telepathisch (?) übermittelten Worte VERSTECK MICH ein, dass er auf keinen Fall einen Arzt oder die Polizei rufen soll, dass er verhindern muss, dass man sie findet. Nun, Jorgensen hat nun einerseits die tote Alina, die ein bis zur Unkenntlichkeit entstelltes Gesicht hat und andererseits Beatriz, die er verstecken muss. Es kommt, was kommen muss: Jorgensen holt die tote Alina ins Haus von Raúl und Beatriz und drappiert sie auf der Dachterrasse. Beatriz nimmt er nach einer ersten Inaugenscheinnahme eines ihm bekannten Arztes mit in seine Hütte, wo er durch erpresserische Methoden den Arzt zur Versorgung der schwer verletzten Frau verpflichtet. Dieser vermutet eine Gehirnschwellung, aber da Beatriz bereits durch einen vorherigen operativen Eingriff Löcher in der Schädelplatte hat, ist sie trotz vermuteter Hirnschwellung noch lebensfähig. Ah ja!

Abgebrochen!

Es gab noch einige Beispiele mehr, welche mich erstaunt haben, denn immerhin wird dieser Charakter von einem beschrieben, der studierter Philosoph und Psychologe ist! Erhard Jorgensen ist ganz klar der Protagonist der Handlung, doch die Fetzen, die man von ihm erfährt, ergeben kein stimmiges Ganzes und er bleibt nicht greifbar. Eher im Gegenteil hatte ich fast das Gefühl, dass der Autor selbst nicht so genau weiß, wie er, der Protagonist, nun sein soll. Dazu muss ich aber klar sagen: Bei Seite 210 habe ich das Buch abgebrochen, weil ich den Schwachsinn im Sinne von schwach einfach nicht mehr lesen wollte. Basta!

 

Der Einsiedler | Erschienen am 12. März 2018 bei Heyne Encore
ISBN 978-3-453-27083-1
608 Seiten | 23.- Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

Anja Goerz | Wenn ich dich hole

Anja Goerz | Wenn ich dich hole

Ein Thriller soll der Roman sein, der erste Versuch der Autorin auf diesem Gebiet, denn bisher hat sie eher Frauenromane geschrieben, Heimat- und Liebesschnulzen mit so sinnigen Titel wie „Mein Leben in 80 B“, „Lara, Latex, Landlust“ oder „Herz auf Sendung“. Das Krimi-Debüt ist in meinen Augen gründlich gescheitert, obwohl Anja Goerz, die im Übrigen als Radiomoderatorin arbeitet, eigentlich alles einführt, was ein guter Thriller hätte werden können.

Der Neunjährige Lewe wartet allein mit seinem Hund im Haus seiner Großmutter auf die Rückkehr von Mutter Insa und Oma Grete, die nur kurz zum Einkaufen ins Dorf wollten. Das liegt abgelegen in Rodenäs unmittelbar an der Grenze zu Dänemark, die Autorin ist selbst hier aufgewachsen und kennt insofern Land und Leute. Bis in die siebziger Jahre sprach hier ein Drittel der Einwohner fünf Sprachen, Hochdeutsch, Plattdeutsch, Friesisch, Dänisch und Südjütisch! Diese Besonderheit hätte die Autorin verarbeiten können, aber mit dem Besonderen hat es die Autorin nicht so, stattdessen gibt Allgemeinplätze, Vorurteile, Klischees.

Wohl um die Spannung zu erhöhen und um einige völlig unlogische und unsinnige Handlungen plausibel zu machen, erfindet Anja Goerz einen Schneesturm, wie ihn Nordfriesland seit der Katastrophe im Dezember 1978 nie wieder gesehen hat, um das einsame Haus am Deich noch mehr zu isolieren. Lewe macht sich Sorgen, weil seine Mutter nicht an ihr Handy geht, also ruft er Vater Bendix an, der zu einem seiner seltenen Besuche bei seiner Mutter ebenfalls erwartet wird. Aber er sitzt nach seinem Rückflug aus den USA, wo der IT-Spezialist beruflich unterwegs war, auf dem Flughafen in London fest, denn auch hier schneit es heftig.

Bendix beruhigt seinen Sohn und versucht seinerseits immer wieder, Insa zu erreichen, es meldet sich aber nur die Mailbox. Das liegt daran, dass sie auf der Rückfahrt vom Einkauf einen Autounfall hatte, der offenbar inszeniert war, denn als sie nach dem Unfallverursacher schauen will, wird sie niedergeschlagen. Als sie zu sich kommt, findet sie sich mit der Schwiegermutter gefangen und gefesselt in einer finsteren Scheune. Schließlich gelingt es ihr, sich zu befreien, aber das überlebenswichtige Insulin für Grete kann sie nicht mehr rechtzeitig spritzen, die deshalb stirbt.

Insa versucht verzweifelt, sich zu Fuss und ohne Orientierung zum Haus am Deich durchzuschlagen, wo sie ihren Mann wähnt. Der ist inzwischen auf einer langen, beschwerliche Bahnfahrt durch den Eurotunnel nach Brüssel, weiter nach Köln, dann nach Hamburg und von dort nach Niebüll. Fünfzehn Stunden wird die Odyssee dauern, und Bendix ist mittlerweile sehr beunruhigt, denn Lewe ist sicher, dass ein Fremder im Haus ist.

Der alarmierte Vater setzt alle Hebel in Bewegung, um ihm zu helfen, bewegt den Dorfpolizisten dazu, nach dem Rechten zu sehen. Der fährt eher widerwillig und unter einigen Schwierigkeiten hinaus zu dem Haus, um dort eine Frau anzutreffen, die beteuert, sich um den kleinen Lewe zu kümmern, alles sei in Ordnung. Diese Nachricht versetzt Bendix erst recht in Panik. Er telefoniert den Akku leer, um alte Freunde, Nachbarn und Bekannte aus seinem Heimatdorf mit der immer gleichen Leier von Lewe allein zu Haus dazu zu bewegen, hinauszufahren an den Deich, aber niemand kann oder will dem Verzweifelten helfen. Wird es Bendix schaffen, rechtzeitig bei seinem Sohn anzukommen? Wird Insa sich im Schneechaos zu Lewe durchkämpfen können? Lässt Dorfpolizist Bruno sich noch einmal überreden einzugreifen? Das sind die Fragen, die sich der Leser stellen soll, andere Rätsel gibt es nicht, denn schon früh, sehr früh ist klar, was Anja Goerz hier erzählt.

Eine Geschichte, die bereits im Prolog aufgelöst wird, zumindest für jeden, der schon einmal von König Salomo gehört hat und seinem klugen, gerechten Urteil. Aber auch die nicht so Bibelfesten wissen nach wenigen Kapiteln ganz genau, welches Drama sich hier abspielt, der Thrill ist also schnell vorbei. Schade, die Grundidee ist doch gut, aber die Umsetzung ist für mein Empfinden kläglich gescheitert. Und trägt auch nur für gerade 250 Seiten, die noch dazu meist spärlich bedruckt sind; am Kapitelanfang jeweils mit 25 Zeilen, zum Ende jedes Kapitels häufig nur 3, 4, 5 Zeilen, auch mal 7 oder 8. Und es gibt, neben knappem Prolog und Epilog, 60! Kapitel, 11 davon „Henrike“ überschrieben. Sie ist, wie man bald erfährt, die Ex von Bendix, er hat sie verlassen, als sie heimlich die Pille absetzte, um schwanger zu werden. Das Kind verlor sie im dritten Monat, spätestens nach diesem Verlust ist sie psychisch schwer gestört, und natürlich ist sie es, die sich zu Lewe in das einsame Haus geschlichen hat. Aber sie will ihm nichts Böses, im Gegenteil, sie will, sie muss den Jungen beschützen, ihm helfen, auf ihn aufpassen, sich um ihn kümmern… Das wird tatsächlich mit diesen Worten immer wieder und wieder und wieder erzählt.

Der Roman erzählt auch und vor allem davon, wie Menschen miteinander umgehen, in einer Familie, in der es unter der harmonischen Oberfläche einige Probleme gibt, in einer Beziehung, in der aus obsessiver Liebe abgrundtiefer Hass wird. „Psychologische“ Aspekte also überlagern und verdrängen die Spannung.

Ich kann das alles verraten, weil es in diesem missglückten Thriller eh schon nach kurzer Zeit offensichtlich ist. Und Anja Goerz mogelt sich mit Müh und Not und einigen Längen, vielen nebensächlichen, überflüssigen, ja störenden Betrachtungen, mit zum Teil wörtlichen Wiederholungen innerhalb eines kurzen Kapitels zum vorhersehbaren Ende. Auch durch merkwürdige Stilmittel wird die dünne Story zumindest räumlich gestreckt:

„Achtung!“
Wo kam denn dies Auto auf einmal her?
Ein heftiger Stoß.
Scheppern.
Quietschende Reifen.
Ihr Wagen drehte sich um die eigene Achse, rutschte schnell in Richtung Straßengraben.
Wo war das Lenkrad?
Wo war oben?
Wieso funktionierte die Bremse nicht?
Schnee.

Was soll das? Natürlich, so bekomme ich die Seiten auch voll, ohne viel erzählen zu müssen. Und das, was erzählt wird, ist wahrlich nicht gut geschrieben, das Zitat mag einen Eindruck vermitteln. Ihre Figuren bleiben sämtlich merkwürdig blass und agieren gleichzeitig seltsam übertrieben. Der Dorfbulle zum Beispiel, Anja Goetz sagt in einem Interview und in ihrer Danksagung im Anhang, den habe sie wirklich als Kind kennengelernt, wird als Depp geschildert, der wahre Polizist wird sich freuen. Bendix, die Hauptfigur, ist absolut unsympathisch und ungehobelt, auch zu den anderen Personen konnte ich keine wirkliche Beziehung finden, die Beschreibung bleibt an der Oberfläche oder unvollständig und unverständlich. Einige Nebenfiguren, die tatsächlich überhaupt keine Rolle spielen, keinerlei Funktion haben und deren Auftreten ganz offensichtlich nur Seiten füllen sollen, sind entsprechend lieblos entworfen. Aber selbst mit dem kleinen Lewe konnte ich nicht wirklich mitleiden.

Schlicht, schlecht, hölzern, sperrig und platt, allerdings fast ohne Plattdeutsch – der Dorfkrämer versucht sich an einer Art „Missingsch“ und lediglich Karla, die zänkische Frau des Polizisten streut ganze zwei plattdeutsche Sätze ein in ihre endlosen Tiraden darüber, was ihrer Meinung nach im Haus von Oma Steensen vor sich geht. Sie will verhindern, dass Bruno noch einmal dorthin fährt, um die rätselhafte Frau bei Lewe doch noch einmal zu überprüfen. Schließlich macht er sich doch auf den Weg, Insa scheint auch die Richtung zu dem Haus gefunden zu haben, und Bendix ist endlich auch nur noch ein paar Kilometer entfernt. Wird einer der drei rechtzeitig ankommen in Rodenäs?

Der Leser kann sich denken, was passiert, wie ihn auch der bisherige Plot an keiner Stelle überrascht haben wird. Er wird auch schnell erlöst, denn der Schluss kommt kurz und schmerzlos. Allerdings, jetzt fließt tatsächlich noch Blut, aber gerade so viel, dass mit dem Verbandskasten aus dem Auto alles in den Griff zu bekommen ist. Statt den Roman abrupt enden zu lassen, hätte Frau Goerz an dieser Stelle tatsächlich noch ein paar Seiten schreiben sollen, in ein, zwei Kapiteln aufarbeiten sollen was von der Geschichte auf der Strecke geblieben ist.

Wenn ich dich hole von Anja Goerz ist pure Papier- und Zeitverschwendung, ein langsamer, langweiliger „Thriller“, dem es arg an Spannung mangelt und den ich niemandem empfehlen kann.

 

Rezension und Foto von Kurt Schäfer.

Wenn ich dich hole | Erschienen am 7. April 2017 bei DTV
ISBN 978-3-423-26147-0
256 Seiten | 14.99 Euro
Bibliografische Angaben & Leseprobe

10. April 2018

Petra Hammesfahr | Die Frau, die Männer mochte

Petra Hammesfahr | Die Frau, die Männer mochte

„Sie müssen doch auch hungrig sein.“
Das war Wegener, allerdings nicht im Sinne einer Mahlzeit, obwohl er außer dem lauwarmen Kaffee, den Marisa Behrend hätte heiß trinken sollen, nichts im Leib hatte. Ihm schwebten immer noch die von Salat umkränzten Brötchenhälften mit gekochtem Schinken und Tomaten vor Augen. Aber eigentlich hungert es ihm nach etwas ganz anderem. (Auszug Seite 132)

Agnes Kalwin ist 57 Jahr alt und Angestellte im „Waldschlösschen“. Dort macht sie jeden Tag sauber. Und einmal in der Woche auch in der Wohnung der Besitzerin Marisa Behrend. So auch an diesem Morgen. Saugen, wischen, Frühstück vorbereiten. Danach Marisa wecken und ihr das Frühstück im Bett servieren. Nur an diesem Morgen findet sie Marisa verrenkt, leblos und mit Seidenbändern an das Bett gefesselten Händen vor.

Read More Read More

Paul Grossmann | Schattenmann

Paul Grossmann | Schattenmann

Fluchtpunkt Paris Juni 1933. Kraus, der hochdekorierte jüdische Kommissar aus Berlin, muss nach Paris fliehen. Hier hat er den Status eines unerwünschten Flüchtlings. Auch die Pariser Polizei ist an seinen Diensten nicht interessiert. Nur ein Detektiv bittet ihn um Mithilfe. Kraus soll einen jungen Studenten beobachten. Eine harmlose Aufgabe. Bis der Student auf offener Straße erstochen wird und Kraus an dessen zwielichtige Freundin Vivi gerät, die ihn sogleich fasziniert. Doch damit nicht genug – bald geschieht ein zweiter Mord, und Kraus begreift, dass er mitten in eine geheimnisvolle Verschwörung geraten ist, die ganz Paris in Atem hält. Ein ungewöhnlicher Held in einer ungewöhnlichen, gefährlichen Stadt.

Frei nach dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ hat der Journalist und Übersetzer Paul Grossmann den dritten Band seine Reihe rund um den Berliner Kriminalbeamten Willi Kraus veröffentlicht. Dieser flüchtete aufgrund seiner jüdischen Herkunft im Jahr 1933 von Berlin nach Paris und versucht nun in der „Stadt der Liebe“ Fuß zu fassen, was sich als relativ schwierig herausstellt.

Read More Read More